Chevaldy on tour
Der Weg ist das Ziel.....

Logbuch

Neukaledonien

14.10.17 bis 05.11.17

Wir hatten Glück, dass wir den Havanna Pass erreichten, wenn er befahrbar war, und die Tide es einem nicht unmöglich macht. Da der Wind stetig zunahm, und wir erst am Montag einklarieren wollten, suchten wir nach einer geeigneten Ankerbucht, um uns erst einmal auszuruhen. Wir entschieden uns für die Uie Bay, da sie auf der Westseite der Insel liegt, und man somit von den östlichen und südöstlich Winden geschützt sein sollte. Als wir die Bay erreichten, ankerten wir auf ca.7 m.









Der Ankergrund war Schlamm, und hielt bombenfest, jedoch pfiff der Wind über die Hügel. Renahara rief uns über Funk, und wir erklärten ihnen, dass wir erst einmal hier Ankern würden. Kurz darauf riefen uns dann Jean-Pierre und Isabelle von Sodric über Funk an. Sie waren mit ihrer Tochter auf dem Weg zum Süden der Insel. Wir erklärten ihnen, wo wir ankerten, und sie sagten, sie würden sich dort mit uns treffen. Um ca. 13:30 Uhr kamen sie dann in der Bucht an, und kamen dann mit dem Dinghy zu uns herüber auf eine Tasse Kaffee.


Sodric

Jean-Pierre, Isabelle and Orelie

Der Wind pfiff immer noch gehörig, und sie erklärten uns, dass es einen besseren Platz hier in der Bucht zum Ankern geben würde. Sie würden ihr Boot dorthin verholen. Wir schlossen uns den dreien an, und verholten Chevaldy in eine kleine Ausbuchtung im Süden der Bucht. Jean-Pierre und Isabelle luden uns dann auf Sodric zu Sundowner und zum Essen ein. Wir hatten einen richtig schönen Abend mit Jean-Pierre, Isabelle und ihrer Tochter Orelie.




Jean-Pierre und John


Isabelle und Orelie

Am nächsten Morgen ging Sodric schon um 7 Uhr Anker auf Richtung Süden, wir ließen uns etwas mehr Zeit, und verließen den Ankerplatz erst um 11 Uhr. Wir wollten in einer Ankerbucht unweit von Naumea ankern, um dann am Montag Morgen in die Bucht von Naumea fahren zu können. Jedoch hatte die von Isabelle vorgeschlagene Bucht keinen guten Ankergrund, und wir funkten Renate von Renahara an, ob bei der Ilse de Maitre noch eine Boje frei wäre. Sie bestätigte das. Ilse de Maitre liegt ungefähr 3 sm westlich von Naumea. Als wir die Insel erreichten, sahen wir freie Bojen im vorderen Feld. Mit 25 Wind Knoten gegen uns, war es nicht einfach, die Boje zu holen, und bei dem Versuch verbog sich der Haken, und wir mussten die Boje wieder loslassen. Aber es gab ja noch eine andere rechts von uns. Als wir unsere Chevaldy wendeten, gab es plötzlich einen Ruck, und dann einen weiteren. Chevaldy war mit dem Kiel auf dem Riff aufgesessen. Wie kann man eine Mooringboje so nahe am Riff installieren? Zum Glück gab es weiter draußen noch eine, und endlich konnten wir unsere Chevaldy mit Hilfe eines anderen Seglers, der mit dem Beiboot kam, an der Boje festmachen. Wir checkten gleich die Bilgen, um zu sehen, ob irgendwo Wasser hereinkommt, aber alles war trocken.

Am nächsten Morgen, Montag den 16.10.17, machten wir uns dann auf den Weg nach Naumea. Wir kontaktierten die Marina, die uns leider abweisen mussten, da der Besucher Steg voll wäre. Also ankerten wir in der Bucht von Orphelinat neben Renahara.


Bojenfeld vor der Marina


Renate holte mich dann mit dem Dinghy ab, und zusammen fuhren wir zur Marina. Dort erklärten sie uns, dass wir vielleicht am Nachmittag einen Stegplatz bekommen könnten. Vorher sollten wir erst einmal einklarieren. Also machten wir uns auf den Weg zur Immigration, danach zum Zoll und Biosecurity. Das alles liegt außerhalb der Stadt. Also waren wir ein Weilchen unterwegs. Biosecurity wollte um 14 Uhr in die Marina kommen. Wir gingen auf dem Rückweg noch kurz einkaufen. Baguette, Prie, Salami und Oliven. Wir hatten uns schon riesig darauf gefreut. Neukaledonien ist im Gegensatz zu Fiji schon sehr teuer, aber wenn man das kauft, was es gerade im Angebot gibt, ist es halb so schlimm. Wir gingen dann noch kurz in der Marina vorbei, und sie bestätigten uns, dass wir einen Liegeplatz in der Marina hätten. Drei Tage sind garantiert, danach muss man die Marina verlassen, wenn Nachfrage da ist. Wir fuhren dann auch gleich zurück mit dem Dinghy zum Boot, und dann mit Chevaldy in die Marina. Renahara hatte auch einen Liegeplatz bekommen. Wir blieben eine ganze Woche in der Marina. Nachdem die ICA Circuit Rally die Marina verlassen hatte, gab es genug Platz für alle. Sie hatten den Besucher Steg blockiert, und hatten auch nach Aufforderung die Marina nicht verlassen, obwohl sie schon länger da waren. Nicht schön für andere Segler. Wir füllten erst einmal den Wassertank auf. John wollte das machen, während ich ins Marina Büro zum Internet surfen ging. Ich wunderte mich schon, warum John so lange brauchte, und nach einer Stunde ging ich zurück zum Boot. John war damit beschäftigt, Wasser aus der Bilge zu Pumpen. Da wir ein Leck im Wassertank haben, muss man aufpassen, dass man den Tank nicht zu voll macht. Da der Druck im Wasserschlauch sehr niedrig war, ging John davon aus, das es ein Weilchen dauern kann. Also saß er da und sang und pfiff, bis er merkte, dass der Steg irgendwie näher kam. Wenn er weiter gemacht hätte, wäre unsere Chevaldy wahrscheinlich in der Marina gesunken. Zum Glück haben wir eine starke Bilgepumpe und jetzt sind auch alle Bilgen sehr sauber. Auf dem Weg von Fiji nach Neukaledonien kam Wasser von vorne und von achtern ins Boot. Und zwar nicht sehr wenig. John hatte die Verkleidung in der Vorderkabine abgeschraubt. Ich war mit einer Taschenlampe bewaffnet, und musste schauen, ob irgendwo Wasser hereinkommt, während er das Vorderdeck mit Wasser abspritzte. Es dauerte etwas, aber endlich konnten wir das Leck lokalisieren. Das Wasser kam durch eine undichte Stelle im Ankerkasten. John dichtete die Stelle, an die man kaum herankommt, mit Dichtungskleber ab. Aber erst nachdem er auch noch etwas Holz zum Blockieren einsetzte, kam kein Wasser mehr herein. Für das Orten des Lecks in der Achterkabine mussten wir diese erst einmal ausräumen, was schon einige Zeit in Anspruch nahm. Auch dieses Leck konnten wir endlich lokalisieren. Der Schlauch von dem Kasten, in dem die Gasflasche aufbewahrt wird, war nicht richtig festgemacht. Wahrscheinlich war jemand, als wir das Ruder ein- und ausbauten, darangekommen. Also wurde das Wasser, das sich im Kasten sammelte, nicht nach außen transportiert, sondern ins Innere.




Marina

Naumea selber ist keine schöne und einladende Stadt, und wir gingen eigentlich immer nur zum Einkaufen hin. Es gibt auch zu viele Wohnsitzlose und Alkoholiker, die überall herumlungern, für meinen Geschmack. Einmal liefen wir bis zum Boatyard auf der anderen Seite der Bucht, da es dort einen Marine Shop gibt, aber die Preise sind teurer als in Neuseeland, und was wir wollten, hatten sie auch nicht.

Am 23.10.17 verließen wir dann die Marina, und ankerten in der Bucht von Orphelinat. Dort warteten wir auf ein geeignetes Wetterfenster für Neuseeland.



Am Freitag, den 27. Oktober fuhren wir mit dem Dinghy an Land, um auszuklarieren. Das dauerte noch länger als das Einklarieren, da das Büro vom Hafenmeister noch weiter außerhalb liegt. Wir gingen noch ein weiteres Mal einkaufen, um all unsere Südpazifischen Francs loszuwerden.

Am Sonntag, den 29.10.17, verließen wir Neukaledonien um 8:15 Uhr, und machten uns auf den Weg nach Neuseeland. Am Anfang hatten wir sehr wenig Wind, und kamen nicht schnell vorwärts. Südlich von Neukaledonien gibt es mehrere Riffe. John hatte die Passage nach Neuseeland geplottet, und dann die Pazifikkarte durch die Neuseelandkarte ausgetauscht. Da der Wind aber aus Süden kam, drehten wir nach Osten ab, um etwas Wind in den Segeln zu haben. Das war ein massiver Fehler, da das Riff auf der Neuseelandkarte natürlich nicht zu sehen ist. Wenn der Mond nicht geschienen hätte, wären wir wahrscheinlich auf dem Riff gelandet. Unser Schutzengel hatte mal wieder Überstunden gemacht.


Sonnenaufgang



Am Mittwoch, den 01. November, nahm dann der Wind stetig zu, und wir hatten Mittwoch auf Donnerstag bis 25 Knoten Wind. Zum Glueck aber nicht auf die Nase, und so kamen wir mit 6-7 Knoten gut voran. Am Freitag, den 03. November, gab dann unser Autopilot den Geist auf, der Riemen liess sich nicht mehr transportieren. Das bedeutete, ab jetzt wird von Hand gesteuert. Zum Glueck hatte der Wind langsam nachgelassen und kam mehr von achtern. Ernst, von der SY Atlantis, hatte uns geschrieben, dass wir nicht bummeln sollten, da eine Front mit suedlichen Winden im Anmarsch sei. Also Motorsegelten wir mit ca. 6 Knoten nach Neuseeland. Auf den letzten 40 sm regnete es dann auch noch sehr heftig, und alles wurde nass.


Cavali Islands

Keine Zeit zum Rasieren


Aber wir erreichten den Q-Steg in der Opua Marina am 05.11.2017 um 14:30 Uhr gesund und munter und waren riesig froh, dass wir es geschafft hatten. Vom Einklarieren und vom Feiern das naechste Mal. Bis dann....

 


Viti Levu (2)


22.09.17 bis 14.10.17

Am Dienstag, den 26.09.17, kamen dann Inge und Ernst schon um 6:30 Uhr zu unserem Boot, und deckten uns mit Nudelsalat, Fisch und Pfannkuchen als Nachtisch ein, damit wir nicht gleich kochen müssten. Wir wollten um 7 Uhr Anker auf gehen, da wir unseren Termin in der Vuda Marina hatten. Wir sollten zwischen 8:30 Uhr und 9 Uhr ausgekrant werden. Wir waren schon um 7:45 Uhr vor der Einfahrt in die Marina, und riefen dann die Marina über VHF an. Wir sollten hereinfahren, und an der Boje in der Mitte festmachen. Als wir dann aber in die Marina fuhren, wurden wir plötzlich gerufen, dass wir an einem Boot festmachen sollten. Erst würde ein anderes Boot vor uns augekrant werden. Somit verschob sich unser Termin immer weiter nach hinten, und wir waren schon kurz vor dem Explodieren. Es stellte sich heraus, dass die zwei Damen im Büro wegen Betruges entlassen wurden, und wegen der polizeilichen Untersuchung unsere Papiere nicht mehr da waren. Somit standen wir gar nicht auf der Liste. Wenn wir das gewusst hätten.... Um 14 Uhr konnten wir dann endlich an der Boje in der Mitte der Marina festmachen, was so viel heißt wie : „wir sind die nächsten“. Es kam dann noch ein weiteres Schiff, eine Ketsch, in den Hafen, und wollte an uns festmachen, sie hätten einen Termin um 14 Uhr und könnten nicht rueckwaerts fahren. Wir waren für so etwas nicht mehr aufgelegt, und verweigerten ihnen, mit ihrem im Gegensatz zu unserer Chevaldy, großem und schwerem Boot an uns festzumachen. Nach dem sie uns danach zweimal umrundet hatten, verließen sie dann endlich das Hafenbecken. Um 15 Uhr wurden wir dann endlich ausgekrant. Es hatte noch etwas länger gedauert, da auf einem der Boote in der Marina ein Feuer ausbrach, und von allen Seiten Leute mit Schlauch und Feuerlöscher angerannt kamen. Es war ein elektrischer Brandt, und konnte glücklicherweise gleich unter Kontrolle gebracht werden. Um 16 Uhr saßen wir dann fest auf dem Bock und waren extrem dankbar, dass wir ein vorbereitetes Essen hatten.


Rauch auf Saroni

Fertig zum Auskranen

Am nächsten Morgen standen wir dann schon um 6 Uhr auf, um an die Arbeit zu gehen. Wir hatten beim Yacht Service 1 Liter Antifouling für 45 $ und dann noch einmal 1,5 Liter für 50 $ erstanden. Primer hatten wir im Marineshop bekommen. Wahrend Primer und Antifouling trockneten, füllten wir mit Wasser, Gas, Diesel und Benzin auf und ich wusch noch eine Ladung Wäsche in der Wäscherei. Abends waren wir dann fix und fertig und wollten nur noch Duschen.

Am 28.09.17 hatten wir einen Termin um 12 Uhr, um wieder ins Wasser zu gehen. Susan musste etwas im Yachtshop in der Vuda Marina einkaufen. Sie lief die 5 km bis zur Vuda Marina und wollte dann mit uns auf der Chevaldy zurück zur Saweni Bay fahren. Zum Glück war sie schon früher da, da unser Termin plötzlich um eine Stunde vorverlegt wurde.


Fertig zum Einkranen

Susan und ich warten

Timo der Yardmanager

Fast wieder im Wasser

Zurück in der Saweni Bay, gingen wir dann noch einmal in Lautoka zum Einkaufen, bevor wir am 01.10.2017 zur Musket Cove auf der Insel Malolo Lailai aufbrachen.


Der Zuckerrohrzug faehrt durch Lautoka

Abend mit Lynne auf Amarula

Für 10 FJD kann man dort lebenslang Mitglied werden. Diese Mitgliedschaft beinhaltet, dass man dort die sanitären Einrichtungen, den Pool und die Müll Container benutzen kann. Also ein bisschen wie Urlaub. Wir benutzten vor allem die Liegen und den Pool. Wir hatten einen netten Abend mit Renate und Martin von der SY Renahara und am 03.10.17 einen Abschiedsabend auf der Enchantress. Wir werden David und Susan erst wieder in Neuseeland sehen. Die beiden wollten noch einmal zu den Yasawas gehen, bevor sie dann von Fiji aus nach Neuseeland segeln.


Pool im Musket Cove Resort








Wir haben Jane and Russell wiedergetroffen

Blick vom Hügel









Am 05.10.17 segelten wir dann zurück zur Saweni Bay. Dort wurden wir schon von diversen Mitseglern erwartet, da sie ein bisschen Musik am Strand machen wollten.



Am nächsten Abend waren wir dann bei Ernst und Inge auf der SY Atlantis zum Essen eingeladen.


Inge und Ernst

Am 07.10.17 fuhren wir auf der SY Renahara zusammen mit Ranate, Martin, Andreas, Hardy und Lynne nach Lautoka zum Einkaufen. Wir wollten verproviantierten, bevor wir dann am Montag nach Neukaledonien aufbrechen wollten.


Unser Sonnensegel muss noch repariert werden

Am 08.10.17 gab es dann eine große Abschiedsparty am Strand, da einige Yachten, die wie wir schon einige Zeit in der Saweni Bay verbrachten, in der kommenden Woche in verschiedene Richtungen aufbrechen wollten. Einige werden wir wahrscheinlich für lange Zeit nicht mehr sehen. Wir trafen uns schon um 15 Uhr am Strand, machten Musik, unterhielten uns, aßen Snacks und verabschiedeten uns dann alle voneinander mit dem obligatorischen „Parting Glass“. Es war ein sehr emotionaler Nachmittag.




Inge, ich, Kyle, Tony und John



John und Martin

Am 09.10.17 gingen wir dann schon um 6 Uhr Anker auf, um die eine Stunde bis nach Lautoka mit dem Boot zum Ausklarieren zu fahren. Das Ausklarieren dauerte nicht sehr lange, obwohl schon zwei Yachten vor uns da waren. Um 9:30 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Neukaledonien. Am ersten Tag hatten wir noch 25 Knoten Wind und hohe Wellen, was am zweiten Tag aber besser wurde. Leider riss unser Riemen vom Autopiloten. Zum Glück hatten wir einen Ersatzriemen dabei. Während ich mit dem von Detlef ausgetüftelten Notruder steuerte, wechselte John den Riemen am Steuerrad. Nach zwei Stunden steuerte „Squeaky“, unser Autopilot, schon wieder ganz alleine. Wir hatten eine sehr schnelle Überfahrt mit einem Rekord Etmal von 150 sm. Am 14.10.17, nach fünf Tagen, erreichten wir den Havanna Kanal in Neukaledonien, aber davon das nächste Mal. Bis dann....



Nachts war es schon recht kalt

 
Wir haben es geschafft


Havanna Kanal in Neukaledonien


Viti Levu


31.08.17 bis 21.09.17

Von der Bua Bay bis zum Ankerplatz in der Nähe von Volivoli Point waren es 42 sm. Die Passage war etwas rauer als Gedacht, da eigentlich weniger Wind und Schwell vorhergesagt waren. Um 16:30 Uhr fiel der Anker in 8 m Tiefe auf schlammigen Grund.

Am nächsten Morgen gingen wir Anker auf, und verholten uns in eine Bucht, die nur 24 sm entfernte Bucht Tomba Lamona. Dort ankerten wir auf 4 m im Schlamm. Eigentlich hatten wir vor, mit dem Beiboot einen Weg durch die Mangroven zu finden, und in der Stadt Tavua einzukaufen. Wir hatten einige Fischer beobachtet, und uns markiert, wo sie in den Mangroven verschwanden. Unser kleiner Außenborder streikte mal wieder, und somit verschoben wir das Vorhaben auf den nächsten Tag. John säuberte den Vergaser und wollte auch das Ventil säubern. Leider fiel das Ventil aber nicht wie erwartet in das ausgebreitete Tuch, sondern sprang ins Tuch und dann direkt ins Wasser. Also mussten wir unseren alten und schweren Außenborder montieren. Zum Glück sprang er auch gleich an.



Am 02.09.17 machten wir uns dann schon morgens auf den Weg zu den Mangroven. Bis dahin war uns gar nicht so klar, wie groß eigentlich die Ankerbucht ist, und wie weit entfernt vom Riff und den Mangroven wir geankert hatten. Nach einiger Zeit fanden wir einen Weg mit dem Dinghy durch das Riff und die Sandbank, und fuhren in einem Kanal entlang. Aber dieser Kanal Arm endete dann irgendwann. Also fuhren wir wieder zurück, und versuchten einen anderen Arm, jedoch endete auch dieser in einer Sackgasse. Also drehten wir am Ende um, und fuhren ohne Einkauf wieder zu unserer Chevaldy.



Am 03.09.17 gingen wir dann wieder Anker auf, um zur nächsten Ankerbucht zu fahren. Nach ca. 10 Minuten machte Chevaldy eine Vollbremsung. Wir waren auf die einzige Sandbank in der ganzen Bucht aufgefahren. Das Lot zeigte nur noch 1,30 m an, bei einem Tiefgang von 1,60. Also steckten wir mit 30 cm im Schlamm. Wir hatten Glück, dass John gleich reagierte und in den Rückwärtsgang ging, und somit konnten wir uns selber wieder aus dem Schlamm befreien. Das war schon ärgerlich. 2 h später kamen wir ohne weitere Unterbrechungen in der Vaitia Bay an.

Am nächsten Morgen ruderten wir mit dem Dinghy an Land. Es gab dort ein Strand mit einem Resort. Dort wollten wir das Dinghy lassen, um mit dem Bus in die Stadt Ba zum Einkaufen zu fahren. Die verantwortliche Dame, Zuma, war sehr nett, und beschrieb uns den Weg zur Hauptstraße. Wir mussten ungefähr 3 km zu Fuß laufen. Unterwegs trafen wir dann noch einen „Ladyboy“, der mit uns ein Stück bis zur Hauptstraße lief, und uns erklärte, wo wir Gemüse kaufen könnten. Kurz nachdem wir die Hauptstraße erreicht hatten, kam auch schon der Bus, und für $ 1,10 pro Person, fuhren wir in die Stadt Ba. Der Busbahnhof liegt direkt beim Einkaufszentrum und beim Markt. Auf dem Rückweg kauften wir bei einer Familie, die nicht weit vom Resort entfernt wohnt, Tomaten und Bohnen. $ 4 für eine ganze Schüssel voll mit Tomaten. Danach tranken wir noch einen Tee im Resort, bevor wir wieder mit dem Dinghy zurück zum Boot ruderten.


Vaitago Beach

An der Rezeption

Vaitago Lodges

Unterhaltung mit dem Ladyboy

Im Bus

Die Stadt Ba

Auf dem 3 km Rueckweg

John blaest die Muschel

John mit Zuma und Elise

Am 05.09.17 mussten wir dann noch einmal nach Ba, da wir vergessen hatten, unsere Daten-Simkarte aufzuladen. Also ruderten wir wieder an Land. Im Resort hatte ein australisches Ehepaar übernachtet, und Elisa zeigte den beiden eine selbstgebaute Hütte aus Lehm. Wir schauten sie uns auch an, und konnten dann im Mietauto des Ehepaares bis zur Hauptstraße mitfahren. Auf dem Rückweg schauten wir uns einen Hindu Friedhof an, vor allem weil das ja widersprüchlich ist, da die Hindus ja verbrannt werden. Es stellte sich dann auch heraus, dass dort die Särge so zu sagen gesammelt werden, um dann bei einer Feier verbrannt zu werden. Wir trafen auf dem Weg zurück einen jungen Mann, der uns das alles erklärte, und uns dann einlud, bei seiner Mutter eine Tasse Tee zu trinken. Wir liefen weiter, und trafen dann auch schon seine Mutter, die gar nicht wie eine Inderin aussah, da sie weiße Haut hatte. Sie erklärte uns, dass sie nach ihrer dritten Schwangerschaft plötzlich weiß wurde, und nur noch um den Mund herum braun war. Sie gab uns Tee mit Zucker, der extrem süß war. Normalerweise trinken wir Tee ohne Zucker und nicht Zucker mit Tee. Auf dem Weg zurück zum Resort fuhren lauter Autos an uns vorbei. Elisa erklärte uns, dass die Hindus ein Fest für den Gott Ganesh feierten. Eine aus Lehm gefertigte und bemalte Statue wird nach einem Ritual ins mehr geworfen. Wir schauten uns die Feier ein Weilchen an, es war sehr interessant.




In der Huette


Ausblick vom Bus



Zuckerrohrfelder



Ba

Unsere indische Gastgeberin

Elisa ind ich








Am 06.09.17 brachen wir dann zur Saweni Bay auf. Als wir dort ankamen, kam Kyle von der SY Blowing Bubbles an, und erzählte uns, dass sich die Segler um 17:30 Uhr zum Sundowner und Musik am Strand treffen wollten. Es waren einige Segler da, und wir hatten einen netten Abend.


Lautoka


Am Donnerstag hatten wir dann Sundowners auf Enchantress. Susan und David kamen in die Saweni Bay für zwei Tage, da sie weiter zu den Yasawa Inseln segeln wollten.

Am Freitag waren wir dann zusammen mit Shelley und Kyle auf Lisas Boot Enchanter zum Essen eingeladen.


Sonnenutergang und Lisa

Am Samstag, den 09.09.17 trafen sich dann die Yachties in der Saweni Bay zum BBQ und zum Singen. Ein Lagerfeuer ist immer etwas Schönes und es hat sehr viel Spaß gemacht.


Lagerfeuer

Shelley und John

Am Samstag, den 16.09.17 gab es ein Sugar Festival in Lautoka. Shelley und Kyle, Maureen und Tony, Lynne, John und ich machten uns auf den Weg. Wir nahmen den 12:30 Uhr Bus, der uns aber auf einem Umweg zuerst nach Vuda Point fuhr, bevor er dann endlich nach Lautako fuhr. Uns machte das nichts aus, wir genossen die Sightseeing Tour. Kurz vor Lautoka gab dann der Motor den Geist auf, und wir mussten den Rest des Weges zu Fuß in die Stadt laufen. Eigentlich hätte es um 14 Uhr eine Parade geben sollen, die jedoch um diese Uhrzeit nicht stattfand, und auch nicht in der Zeit, während wir auf dem Rummel herumspazierten. Wir nahmen dann gemeinsam den Bus zurück zur Saweni Bay.


Lautoka

Kuestenwache



Spaziergang in die Stadt




Am 17.09.17 besuchten wir Inge und Ernst auf der SY Atlantis und wurden gleich herzlich auf eine Tasse Kaffee eingeladen. Wir verstanden uns auf Anhieb. Am Abend waren wir dann noch zum Sundowner auf Amarula eingeladen, da Eric am Dienstag für 4 Wochen nach Australien flog.


Eric, John, Lynne und Kyle

Am Montag liefen dann John und ich die 5 km zur Vuda Marina an den Bahngleisen entlang, um einen Termin zum Auskranen festzulegen, da wir neues Antifouling auf den Kiel auftragen wollten. Wir waren froh, dass wir in Opua einen Gutschein für 80 NZD, für das Ein- und Auskranen, erstanden hatten. Durch unsere Berührung mit der Sandbank war ein Teil des Antifoulings vom Kiel abgeschabt worden. Wir schauten uns dann auch noch die Marina an, und machten im Büro einen Termin für den 26.09.17 aus. Wir sollten das erste Boot an diesem Tag sein. Wir bekamen auch schon einen Durchschlag der Papiere, den wir dann dem Kranfahrer geben sollten. Guter Dinge machten wir uns dann wieder auf den Weg zurück zur Saweni Bay. Auf dem Weg zurück zum Boot, sagten wir dann noch einmal Tschüss zu Eric, und wurden kurzerhand zum Lunch eingeladen.


Vuda Marina









Lunch mit Lynne und Eric

Am 21.09.17 schwammen John und ich wie gewöhnlich ums Boot herum, als wir eine Wasserschlange in der Nähe der Badeleiter entdeckten. Eine schwarz weiß gestreifte Wasserschlange, die hochgiftig, aber normalerweise nicht aggressiv. John bespritzte die Schlange mit Wasser, aber anstatt wegzuschwimmen, versuchte sie die Leiter hinaufzuklettern. John spritzte weiter Wasser auf die Schlange und plötzlich machte sie kehrt, und kam auf ihn zu. Er schlug mit der Faust auf das Wasser, und hoffte, dass er die Schlange erwischt, die machte dann auch eine Kehrtwendung und schwamm zurück zum Boot. John kletterte schnell ins Dinghy und bewaffnete sich mit dem Ruder. Er wollte die Schlange mit dem Ruder vertreiben, jedoch kletterte die Schlange auf das Ruderblatt. In der Zwischenzeit schoss ich die Badeleiter hoch, um aus der Gefahrenzone zu kommen, holte die Kamera, und machte ein Foto von dem Eindringling, bevor John die Schlange mit dem Ruder weit weg in Wasser warf. Also immer schön aufpassen....


Wasserschlange


Fiji - Vanua Levu


04.08.17 bis 31.08.17

In den ersten 24 Stunden hatten wir ein Etmal von 110 sm. Es waren recht unangenehme 24 Stunden, da wir einen sehr hohen Schwell, aber kaum Wind hatten. Am zweiten Tag nahm der Wind dann konstant zu, und es wurde wesentlich besser.

Am 06.08.17 erreichten wir die nördliche Lau-Gruppen Insel um Mitternacht. Da die elektronischen Seekarten hier in Fiji nicht sehr akkurat sind, hatten wir ausgemacht, dass wir beide zusammen Wache halten, wenn wir die engste Passage zwischen den Riffen ansteuern. Fiji ist gepickt von Riffen, und jedes Jahr verlieren einige Segler ihr Boot auf einem dieser Riffe. Also weckte ich John kurz nach Mitternacht, und im Mondschein (es war fast Vollmond) sahen wir die Inseln vor uns aus dem Dunkeln auftauchen. Nachts kommt einem alles sehr viel näher vor, und es war schon etwas unheimlich und angsteinjagend, so dicht an den Inseln vorbei zu segeln. Der Wind kam jetzt von hinten, und wir mussten die Genua reffen, um nicht zu schnell zu sein, da wir nicht vor 8 Uhr in Savusavu ankommen wollten. Das Einklarieren vor 8 Uhr, nach 16 Uhr, in der Mittagszeit und am Wochenende und Feiertagen wird mit einer saftigen Gebühr versehen. So hatten wir es gehört, und wir wollten diese Gebühr natürlich nicht bezahlen. Außerdem musste man ein 9-Seitiges Formular mind. 96 Stunden vor der Ankunft an eine Zollstelle per E-mail gesendet haben. Das hört sich alles viel komplizierter an, als es am Ende tatsächlich ist. Wenn man die Unterlagen auch nur halbwegs ausgefüllt und an die E-Mail Adresse geschickt hat, hat man schon das meiste geschafft. Die Ankunft nach 8 Uhr lässt sich relativ gut steuern, da man notfalls vor dem Cousteau Resort ankern kann, also alles nicht so schlimm.

Am 07.08.17 erreichten wir Savusavu um 08:30 Uhr. Wir hatten die Copra Shed Marina über Kanal 16 angefunkt, und sie hatten uns mitgeteilt, dass wir an einer Boje festmachen sollen, und sie dann anfunken sollen, um mitzuteilen, welche Nummer auf der Boje steht. Danach würden sie uns dann zurückfunken, wenn die Beamten für das Einklarieren für uns bereitstehen würden. Um ca. 10:30 Uhr kam dann ein Segler mit seinem Dinghy mit dem ersten Beamten bei uns an. Da es das Boot vor uns war, war es einfacher, den Beamten direkt zu uns zu bringen. Der Beamte war von der Gesundheitsbehörde, und wir mussten ein weiteres Formular ausfüllen. Danach bekamen wir eine Rechnung über 163,50 Fiji Dollar (68 EUR). John brachte den Beamten, unseren ersten Fijianer, wieder zurück zum Marina Steg. Eine Stunde später kam unser Segelkollege dann mit drei weiteren Beamten an. Biosecurity, Zoll und Einwanderung. Wieder mussten wir weitere Formulare ausfüllen, obwohl der Zollbeamte einen Ausdruck meines vorab gesendeten Formulars bei sich hatte. Wir bezahlten 85 FJD (36 EUR) an die Biosecurity, und danach durfte John die drei Beamten im Dinghy wieder zurück zur Marina fahren. Da unser Außenbordmotor zur Zeit immer mal wieder nicht so gut funktionierte, war das ein etwas längerdauerndes Unterfangen, da der Motor nur langsam vor sich hintuckerte. Die zwei Frauen waren dankbar, als sie heil, und ohne nass zu werden sicher wieder festen Boden unter den Füßen hatten.


Orrie, vom Gesundheitsamt

Die zwei Damen von Biosecurity und Einwanderungsbehörde



Moorings in Savusavu

Am 08.08.17 gingen wir dann erst einmal einkaufen. In Savusavu gibt es einen Obst- und Gemüsemarkt, mehrere größere Supermärkte, 2 Bäckereien und auch einen Metzger. Außerdem hatten wir schon unser Formular von der Marina für das Cruising Permit bekommen, mit dem wir nun zum Zoll mussten. Das dauerte nicht lange, und nach 10 min hatten wir unser Permit in der Hand mit der Auflage, einmal pro Woche eine E-Mail an Customs zu schicken, mit Angaben zum Aufenthaltsort, Crew und geplante weiterreise.

Unsere Wasserpumpe war verstopft, und auch das Wasser, das zuvor aus dem Hahnen kam war nicht sehr sauber. Also hatte John beschlossen, die Achterkabine auszuräumen, und dem Problem auf den Grund zu gehen. Da ich nur im Wege sein würde, fuhr ich mit Susan im Bus am 10.08.17 nach Lobasa, dem Hauptort der Insel Vanua Levu. Mit dem Bus dauert die Fahrt 2,5 bis 3 Stunden und kostet 6 FJD (2,50 EUR). Wir hatten eine schöne Zeit, und aßen im Hare Krishna Restaurant zu Mittag. Um ca. 17 Uhr waren wir wieder zurück auf dem Boot, und John hatte die Pumpe und den gesamten Wassertank gesäubert. Der Dichtungsschaum hatte sich im Laufe der Jahre aufgelöst, und Teile davon schwammen im Tank herum. Ein Teil hatte den Weg in den Filter gefunden.


Der Lobasabus

LKWs vollgepackt mit Zuckerrohr

Markt in Lobasa








Verstopfter Filter

Ein sauberer Tank

Am Freitag, den 11.08.17 taten John alle Glieder weh vom Ein- und Ausräumen der Achterkabine und vom Säubern des Tanks. Also beschlossen wir, zu den Pools zu gehen, und diese auszuprobieren. Die Pools sind Teil des medizinischen Zentrums. Dort gibt es 3 Pools. Wir bekamen jeder einen, da John sein Wasser wesentlich heißer haben möchte als ich. Pro Person kostet es 15 FJD, und man kann so lange bleiben, wie man möchte. Die Frau machte uns ein Angebot. 1 Stunde Massage inklusiv Pool für 55 FJD (23 EUR). Ich nahm das Angebot als verspätetes Geburtstagsgeschenk an. Lynne und Eric vom Katamaran Amarula waren auch am Freitag angekommen, und wir machten aus, dass sie uns am Samstag auf einen Kaffee besuchen sollten.

Am Samstag, den 12.08.17 kamen die beiden dann zusammen mit den beiden Hunden zu uns, und wir tauschten erst einmal die wichtigsten Neuigkeiten aus. Bevor sie wieder gingen, fragten sie, ob wir um 17:30 Uhr zusammen mit ihnen zur Savusavu Marina kommen würden. Dort gäbe es ein Potluck Treffen und Musik. Wir sagten zu, und die beiden holten uns um 17:15 Uhr mit dem Dinghy ab. Es war ein sehr netter Abend, und wir trafen viele andere Segler. Einige davon leben schon sehr lange in Fiji. Da David und Susan am Montag Richtung Osten zur Lau-Gruppe aufbrechen wollten, fragten sie, ob wir Johns Geburtstagsfeier vorverlegen könnten. Wir fragten Lynne und Eric, da wir auf Amarula feiern wollten, und es war kein Problem.







Am Sonntag holte uns David um 17:30 Uhr mit unseren Instrumenten und unserem Anteil am Essen ab. Wir hatten gesagt, dass es ein Potluck Essen sein soll, da Lynne und Eric einige Leute eingeladen hatten, die wir nicht kannten. So brachte jeder seine eigenen Getränke und etwas zum Essen mit. Insgesamt waren wir 12 Personen. Wir feierten in Johns Geburtstag hinein, und es war ein sehr schöner Abend.



















Mittlerweile waren auch Maureen und Tony von der SY Taki Moana aus Tonga angekommen, und wir trafen uns mit den beiden am 16.08.17 in der Bar der Copra Shed Marina auf ein Bier, da wir am nächsten Tag Richtung Taveuni aufbrechen wollten.


Maureen und Toni

Copra Shed Marina

Am 17.08.17 verließen wir die Marina, um in östliche Richtung nach Fawn Bay zu segeln. Laut Wettervorhersage sollte es kaum Wind und Schwell geben. Aber wie meistens mit den Vorhersagen, sieht die Realität ganz anders aus. Wir hatten relativ starken Wind aus Südost und einen Schwell von bis zu drei Metern. Wir versuchten, in die Fawn Bay zu gelangen. Jedoch ist die Riffeinfahrt sehr eng, und als uns eine der Wellen hochhob, und John die Kontrolle über das Ruder verlor, entschieden wir, weiter zur Viani Bay zu segeln. Die Viani Bay liegt am südöstlichen Ende von Vanua Levu gegenüber der Insel Taveuni. Der Wind hatte stetig zugenommen, und in der Somosomo Straße wird er noch einmal beschleunigt. Unter diesen Umständen wollten wir die Riffpassage gar nicht erst probieren, und wir segelten noch einmal weitere 3 sm, da wir dachten, wir könnten Schutz im Lee  der Insel finden. Jedoch war auch dies nicht der Fall. Am Ende machten wir kehrt und segelten über Nacht zurück nach Savusavu. Dort kamen wir am nächsten Morgen um 7:30 Uhr an.

Am 21.08.17 unternahm ich mit Maureen und Tony einen Ausflug mit dem Bus nach Lobasa. Dieses Mal nahmen wir den Minibus, der etwas mehr kostet, aber unterwegs keine Stopps einlegt. Wir fuhren dann mit einem weiteren Bus zum Naag Mandir Hindu Tempel. Danach aßen wir im Hare Krishna Restaurant zu Mittag, bevor wir den Bus um 14 Uhr zurück nach Savusavu nahmen.














Maureen und Toni vor dem Tempel

Am nächsten Tag gingen dann John und ich noch einmal zu den Pools. Dieses Mal bekam John eine Massage als Geburtstagsgeschenk.

Am 25.08.17 verließen wir die Copra Shed Marina zum 2. Mal. Dieses Mal wollten wir in westliche Richtung zu einer Ankerbucht beim Coconut Point segeln. Dafür muss man durch eine Riffpassage, die Nasonisoni Passage, segeln, die relativ eng ist. Wir brachen schon um 7:30 Uhr auf, da es ca. 25 sm bis zur Riffeinfahrt sind, und von da aus noch einmal gute 20 sm bis zu einer Ankerbucht sind. Kurz vor der Riffeinfahrt fingen wir einen Barrakuda. Wir hatten den Fisch gerade an Bord geholt und verstaut, als ca. 500 m vor dem Riff sowohl der Plotter als auch das Lot ausfielen. Jetzt hatten wir nur noch den Kompass. Zwar hatten wir auch noch unser Laptop mit Opencpn, aber ohne Tiefenangaben war uns das Risiko, durch das Riff zu fahren viel zu groß. Wir drehten somit um, und segelten zurück in die entgegengesetzte Richtung. John legte auf dem Weg zurück ein provisorisches Kabel, und so hatten wir keine Probleme vor dem Cousteau Resort zu ankern. Um 16 Uhr fiel unser Anker in 5 m Tiefe auf sandigen Grund.





























Da es dort sehr idyllisch war, blieben wir zwei Nächte, bevor wir wieder Richtung Westen aufbrachen. Wir erreichten Coconut Point um 14:30 Uhr. Da stärkerer Wind aus südöstlicher Richtung vorhergesagt wurde, kam uns dieser Ankerplatz nicht sehr geschützt vor. Wir beschlossen weiter zur Bua Bay zu segeln. Diese Ankerbucht ist sehr geschützt, und wir ankerten auf 4 m in Schlamm. Es gab kein Dorf, nur ein paar Häuser in guter Entfernung und viele Mangroven. Wir blieben dort 4 Tage bis zum 31.08.17. In dieser Zeit legte John ein Kabel zum Plotter und zum Lot, das nicht den Elementen ausgesetzt ist.











Morgens am 31.08.17 brachen wir dann schon um 7 Uhr auf, um zur Insel Viti Levu zu segeln. Aber davon beim nächsten Mal, bis dann…

 


Tonga - Vava'u


07.07.17 bis 03.08.17

Freitag und Samstag wehte der Wind ziemlich stark, so dass der Schwell über das Riff kam, und wir am Ankerplatz ziemlich rockten. Außerdem regnete es auch noch in Strömen, so dass man sich nur mit einem guten Buch unter Deck verkriechen konnte.

Am 09.07.17 gingen wir dann zusammen mit der SY Enchantress Anker auf, um zu der 22 sm entfernten Insel Ha’afeva zu segeln. Da der Eingang zur Insel durch ein Riff führte, ließen wir Susan und David vor, da sie eine neuere Navionicskarte haben, und diese präziser ist, als die alte. Eigentlich gehört uns die neue Karte, aber da sie auf unserem Plotter nicht funktionierte, tauschten wir mit David. Zusätzlich haben wir aber auch noch OpenCPN über den Computer mit diversen Karten, auch welche von Google Earth, wo man die Riffe relativ gut sieht. Wir erreichten die Ankerbucht von Ha’afeva um 13 Uhr, und ließen den Anker in ca. 7 m fallen. Da das Wetter nicht sehr gut war, konnten wir den Grund nicht sehen, und wir merkten bald, dass sich unsere Kette um einen Stein gewickelt hatte. Aber dieses Problem wollten wir erst am nächsten Tag beheben.

Am Montag, den 10.07.17 fuhren wir dann zusammen mit David und Susan an Land, um in das ca. 30 min entfernte Dorf zu laufen. Wir wollten schauen, ob wir vielleicht irgendwo etwas Obst ergattern könnten. Auf dem Weg ins Dorf sahen wir mehrere Plantagen, aber auch viel Abfall, der einfach irgendwo hingeworfen wurde. Im Dorf konnte ich dann ein „Topup“ für meine Sim-Karte kaufen, um wieder Internetzugang zu bekommen. Es gab auch zwei kleine Läden, aber dort konnte man nicht viel kaufen, vor allem kein Obst und Gemüse. Also liefen wir wieder zurück zum Strand und fuhren zurück zum Boot. John und ich gingen dann vorsichtig Anker auf, um uns wieder zu „entwickeln“ und ankerten dann dieses Mal auf Sand.


Die Pier ist in einem desolaten Zustand









Das Health Center wurde von Australien gesponsort

Aber einen Sendemasten gibt es auf vielen Inseln

Und natürlich Schweine

Im Laden kann man Konserven kaufen

Da es in Ha’afeva nicht viel zu sehen gab, und auch das Wetter nicht wirklich mitmachen wollte, entschieden wir uns, am nächsten Tag nach Neiafu in der Vava’au Gruppe zu segeln. Am Morgen, des 11.07.17 segelte Enchantress schon um 9 Uhr los, da die beiden schon einmal in Neiafu waren, und sie kein Problem damit hatten, nachts anzukommen. Wir wollten lieber bei Tageslicht durch die Inseln segeln, und lichteten um 13 Uhr den Anker. Der Wind kam von hinten, und so segelten wir mit 3-4 Knoten, nur mit der Genua, Richtung Norden. (Wir wollten das Großsegel nicht hießen, da Johns gebrochener Zeh immer noch geschwollen war).


Die linke Insel ist ein Vulkan

Wir erreichten Neiafu am 12.07.17 um 10 Uhr, und machten an einer Mooring Boje fest. David brachte uns Muffins zum Frühstück vorbei, die Susan frisch gebacken hatte, und wir machten aus, dass uns die beiden um 11 Uhr mit dem Dinghy abholen, damit wir zum Einklarieren und Einkaufen an Land fahren konnten. Es ist kein offizielles Einklarieren, sondern man muss nur ein Formular, das wir in Nukualofa bekommen hatten, in Neiafu abgeben. Danach leisteten wir uns Fisch und Chips für 8 Tongan Dollar, was ungefähr 3,50 Euro sind. Und es war superlecker.


















Am 13.07.17 regnete es in Strömen, und wir konnten unsere Wasserkanister und den Wassertank auffüllen.



Am 17.07.17 unternahm ich mit Susan einen Ausflug zum Mt. Talau. Der liegt ungefähr 4 km von Neiafu entfernt und führt stetig bergauf. Am Ende muss man sehr steile Treppen erklimmen. Danach wird man aber mit einem atemberaubenden Blick über die Vava’au Inseln belohnt.


Neue Glocke alte Kirche





 






Markt in Neiafu

Am 18.07.17 lief ich dann mit John zum 5 km entfernten Bootyard. Dort gibt es einen Bootszubehörladen, und wir wollten wissen, was es dort zu kaufen gibt. Leider war die Auswahl nicht besonders groß.


Zerfallene Häuser

Boatyard im Hintergrund

Am 20.07.17 fuhren wir dann zu der ca. 4 sm entfernten Ankerbucht Port Maurelle. Dort gibt es einen Sandstrand und Riffe, die zum Schnorcheln einladen. Wir konnten dort an einer Boje festmachen, die uns nichts kostete. Unter unserem Boot schwammen viele Fische, und so hatten wir ein Aquarium direkt unter unserem Boot.


wir wurden von der Fähre überholt



Am nächsten Tag fuhren wir zusammen mit David und Susan im Dinghy ein Stück zur bucht hinaus, und schnorchelten dort an einem Korallenriff. Leider ist der größte Teil der Korallen durch Zyklonen zerstört, aber es gab trotzdem viele Fische.




Seestern mit 6 Beinen

Am 24.07.17 fuhren John und ich mit dem Dinghy an Land, und befestigten es an einem Baum. Danach liefen wir auf einem Pfad entlang und kamen nach ungefähr 4 km in einem Dorf mit ca. 20 Häusern an. Die meisten Häuser und Gärten waren sehr gepflegt. Auch hier gab es Schweine in allen Größen und Farben. Als die Schule aus war, unterhielten wir uns mit ein paar Kindern, was nicht so einfach war, da sie kein Englisch sprachen. Trotzdem hatten wir viel Spaß mit ihnen.









Am nächsten Tag fuhr ich dann mit Susan und David zu den Swallow Caves. Eigentlich wollten wir dort schnorcheln gehen, aber der Schwell war zu groß, und so fuhren wir mit dem Dinghy hinein. Danach fuhren wir dann noch zu einem Riff zum Schnorcheln.













Am 28.07.17 unternahm ich mit Susan einen Ausflug zu einem Dorf auf der anderen Seite Insel. Dieses war nicht so weit entfernt und wesentlich ungepflegter als das Dorf, das ich zusammen mit John besucht hatte. Aber wie auch im anderen Dorf gab es viele Schweine, und auch ein paar Pferde, die frei herumliefen.

Am 02.08.17 fuhren wir dann zurück nach Neiafu, um einzukaufen, da wir am nächsten Tag ausklarieren wollten. Als wir aus der Bucht heraus und um die Ecke fuhren, schwamm ein Wal unter unserem Boot durch, und spritzte mit seiner Schwanzflosse Wasser ins Cockpit, als er wieder abtauchte. Das war ganz schön knapp. In Neiafu machten wir dann wieder an einer Mooring Boje fest und gingen erst einmal einkaufen. Außerdem teilten wir uns ein Eis und eine Portion Fisch und Chips. Wir bestellten 200 Liter zollfreien Diesel im Restaurant Tropicana, der um ca. 9 Uhr am nächsten Tag in einem Tanker geliefert werden sollte.

Am Donnerstag, den 03.08.17 fuhren wir schon um 7 Uhr zur Pier, wo wir dann festmachten. Insgesamt waren wir 4 Segelboote, die Diesel tanken und ausklarieren wollten. Immer zwei lagen in einem Päckchen. Um 8:30 Uhr liefen wir zum Zoll, wo wir unsere Papiere für den zollfreien Diesel bekamen. Danach mussten wir bis 10:30 Uhr warten, bis der Dieseltanker kam. Bis wir alle mit Ausklarieren und Tanken fertig waren, war es schon fast 13:30 Uhr. Wir machten unsere Chevaldy dann segelfertig, und verließen die Pier um 14 Uhr, um nach Fiji zu segeln.




Sehr unkonventionelles Ausklarieren

Also bis zum nächsten Mal….


Tonga


07.06.17 bis 06.07.17

Am Mittwoch, den 07.06.17 setzten wir dann mit der Pangaimotu Fähre nach Nuku’alofa über, um endlich einkaufen gehen zu können. Zuerst ging es zum Digicel Laden, um eine Sim-Karte zu kaufen, danach wollten wir uns die „Royal Tombs“ anschauen, wo die Königsmutter vor ca. 3 Monaten beerdigt wurde. Neben den „Royal Tombs“ gibt es zwei interessante Kirchen. Danach gönnten wir uns eine Pizza und liefen dann weiter zum Markt, wo wir endlich frisches Obst und Gemüse einkaufen konnten. Auf dem Rückweg gingen wir dann noch beim Metzger vorbei, wo man allerdings nur gefrorenes Fleisch aus Neuseeland kaufen kann, und natürlich beim Bäcker. Danach ging es zurück zur Fähre.


The Royal Tombs "Mala'e Kula

Cenntennial Church a Free Wesleyan Church


The Basilica of St. Anthony of Padua

Am 08.06.17 hatten wir Glenda, die auf der Insel Pangaimotu lebt und Gerry von der SY Freedom Song zum Spaghetti Essen auf unser Boot eingeladen. Wir machten noch etwas Musik, und es wurde ein sehr netter Abend.

Am Freitag verschlechterte sich das Wetter, und es zog ein Gewittersturm herauf. Leider gingen einige Boote auf Drift, und die arme Crew musste bei Wind und Regen neu ankern. Unser Anker hielt zum Glück.

Am Sonntag, den 11.06.17 kamen dann Susan und David in Nuku’alofa an. Die beiden waren ca. eine Woche nach uns losgesegelt. Auch sie mussten am Ende gegen den Wind ankämpfen. Leider war ihr Abfluss im Ankerkasten verstopft, und das Wasser konnte nicht mehr ablaufen, und lief in die Bilge und kam schon über die Bodenbretter. David wollte seine Bilgepumpen anschalten, um das Wasser herauszupumpen, jedoch stellte sich bald heraus, dass keine seiner drei Bilgepumpen arbeitete. Außerdem hatten sie auch noch Probleme mit ihren neuen Batterien. Die beiden waren glücklich, heil in Tonga angekommen zu sein und mussten erst einmal alles trocknen Abends luden sie uns auf die Enchantress zum Essen ein, um unsere Erlebnisse auszutauschen.

Am 12.06.17 fuhren wir dann mit David und Susan mit der Enchantress in den Hafen. Während die beiden einklarierten, fuhren wir mit dem Taxi und insgesamt 13x20 Liter Kanister zur Tankstelle, um Diesel aufzufüllen. (3 Kanister für uns, 10 für David und Susan). Danach kaufte Susan bei einem Straßenstand Hühnchen, das wir zum Mittagessen aßen. Danach ging es zurück, um vor Pangaimotu zu ankern.

Am Dienstag, fuhr ich dann zusammen mit Susan und David in deren Dinghy nach Nuku’alofa zum Einkaufen. In den nächsten Tagen war es sehr windig, und es war kaum möglich, mit dem Dinghy an Land zu fahren, ohne nass zu werden. Außerdem regnete es immer mal wieder.

Am Sonntag, den 18.06.17 war das Wetter dann endlich so gut, dass wir schnorcheln gehen konnten. Wir fuhren mit dem Dinghy zum Dinghydock in Pangaimotu, und suchten uns dann einen Platz am Strand. Susan und ich gingen schnorcheln, während sich die beiden Männer am Strand entspannten. Danach liefen wir noch um die Insel Pangaimotu.




Pangaimotu

Ein Seekissen

Nemo

Spaziergang um die Insel Pangaimotu

Big Mamas Wahrzeichen, ein altes Wrack

Niedrigwasse


Ein großer Seestern

Am Mittwoch, den 21.06.17 fuhr ich dann zusammen mit Susan und David mit der Enchantress nach Nuku‘alofa. Wir ankerten vor dem Hafen, und fuhren mit dem Dinghy zur Pier, wo die lokalen Fischerboote liegen. Danach liefen wir in den Ort und erst einmal zum Frisör. Susan und ich ließen uns die Haare schneiden. Danach gönnten wir uns ein Lunch in einem der Straßenstände und gingen dann zum Markt, zum Metzger und zur Bäckerei.

Am 22.06.17 war dann mein Geburtstag. Am Vortag hatten wir von einem anderen Boot zwei relativ große Mahi Mahi Filets geschenkt bekommen. Ich bereitete den Fisch als Vorspeise vor. Dazu noch kleine Fleischbällchen. Als Hauptspeise kochte ich Ratatouille, da man das nur aufwärmen musste. Nachmittags fuhr Susan mit ihrem Kaja an Land, und ich schwamm hinterher. Auf dem Rückweg tauschten wir dann die Rollen. Ich durfte paddeln, und Susan schwamm. Da wir zu acht waren, feierten wir aus Platzgründen auf der Enchantress, die neben uns ankerte. Um 17:30 Uhr fuhr mich John beladen mit Essen und Getränken rüber, bevor er Glenda abholte. Bruce und Kerry von der SY Haven waren auch am Nachmittag angekommen. Außerdem hatten wir Gerry noch eingeladen. Somit waren wir ein netter Haufen, und wir aßen, sangen und tranken bis um 2 Uhr morgens.


Ich paddle, Susan schwimmt

Geburtstagsmuffins, Gerry, ich und Bruce

Musik und Wein

Gerry, Bruce, ich und Glenda

Susan, John und Kerry


Am Freitag war somit „Ruhetag“, und am Samstag gingen Susan und ich zusammen mit Bruce und Kerry nach Nuku’alofa.

Am Montag, den 26.06.17 klarierten wir dann aus Tongatapu aus, um zur nächsten Inselgruppe, der Ha’apai Gruppe, zu segeln. Während die beiden Männer ausklarierten, gingen wir zwei Frauen einkaufen. Am Abend setzten wir dann mit dem Dinghy zu Big Mamas Yachtclub über, um Auf Wiedersehen zu Glenda und Big Mama zu sagen. Wir hatten einen netten Abend mit Glenda.


Glenda und John

Am 27.06.17 segelten wir dann gegen 9:30 Uhr zur Insel Malinoa los, begleitet von Good Bye Rufen von Glenda und Big Mama. Eigentlich sollte man dort recht gut schnorcheln können. Allerdings machte das Wetter nicht mit. Es war bewölkt, und der Schwell war so groß, dass John und ich entschieden, die 1,5 h nach Pangaimotu zurückzusegeln, dort zu übernachten, um dann früh am nächsten Morgen nach Kelefesina aufzubrechen.


Malinoa

Am 28.06.17 ging es dann um 7 Uhr, kurz nach Sonnenaufgang, los Richtung Ha’apai. Unterwegs fingen wir 5 Fische, die wie kleine Skip Jacks aussahen, und wir freuten uns schon auf ein gutes Abendessen. Enchantress segelte ca. 2 Seemeilen vor uns. Eigentlich wollten wir vor der Insel Kelefesina ankern, aber der Schwell war zu groß, und der Ankerplatz zu rollig. Wir entschieden dann, weiter nach Nomuka Iki zu segeln. Das waren noch einmal ca. 14 sm, und es war schon 15:30 Uhr. Wir nahmen die direkte Route durch das Riff, da wir noch vor Sonnenuntergang beim Ankerplatz ankommen wollten. Zum Glück hatten wir Wind und Strömung mit uns. Wir meisterten die Passage durch das Riff ohne Probleme, und der Anker fiel um 17:30 Uhr auf sandigen Untergrund, vor einer wunderschönen Insel. Da es schon so spät war, hatte ich keine Lust mehr zu kochen, und somit gingen wir zum Essen auf die Enchantress, wo Susan Würschen und Kartoffelpüree vorbereitet hatten. Den Fisch wollten wir dann am nächsten Tag essen.


Unser Fang des Tages, ein Fisch hängt noch über Bord zum Ausbluten

Am 29.06.17 erkundeten wir zusammen mit David und Susan die Insel Nomuka Iki, die früher einmal als Gefängnisinsel benutzt wurde. Einziger Zeitzeuge ist ein Brunnen, der die Insel zu der Zeit mit Frischwasser versorgt hat. Jetzt soll hier ein Yachtclub und ein Marine Research Center errichtet werden. Am Abend kamen David und Susan zum Abendessen auf unser Schiff. Ich hatte den gefangenen Fisch vorbereitet.






Auf zum Schnorchel

Ein Südseeparadies

Blick vom Boot auf die Insel




Am 30.06.17 fuhren wir dann mit der Enchantress auf die andere Seite des Kanals zur Hauptinsel Nomuka und ankerten dort, da die Passage von ca. 1 sm ein nasses Vergnügen mit 4 Personen auf einem Dinghy geworden wäre. Auf der Hauptinsel leben ca. 500 Menschen. Davon viele viel Kinder. Es gibt 4 kleine Läden, aber man kann dort nur Konserven kaufen, nichts Frisches. Überall laufen Schweine und ihre Ferkel frei herum. Wir liefen zum ersten Laden und fragten dort nach, wo man eine TCC Sim-Karte kaufen kann, da es in der Ha’apai Gruppe kein Digicel gibt. Die Frau schickte uns Anna und ihr Bruder als Guide mit. Die beiden zeigten uns den Weg zum Sendemast und zum Haus des TCC verantwortlichen. Während David und ich uns Sim-Karten besorgten, spielten John und Susan mit einer Herde Kinder Frisbee. Nach einer geschätzten Ewigkeit, funktionierte das Internet im mitgebrachten Mifi, und die Kinder brachten uns wieder zurück. Es gibt ca. 4 Kirchen in dem Dorf und die Menschen auf der Insel sind sehr sehr freundlich.




Anna, unser Guide, und ihr Bruder






Die nächsten Tage verbrachten wir mit Schnorcheln und die Insel erkunden. An einem Abend besuchten wir Joshua, den Caretaker, und John machte Musik. Und so vergingen die Tage wie im Fluge.






Joshua freut sichn über die Musik

Am 05.07.17 war es tolles Wetter, und wir umrundeten zusammen mit Susan die Insel, und da erschien sie uns gleich viel größer. Wir mussten teilweise im Wasser um Felsen herumlaufen. Deshalb ist eine Umrundung nur bei Niedrigwasser möglich. Es war aber ein tolles Erlebnis.























Am 06.07.17 war es ziemlich windig, und wir verbrachten den Tag an Bord. Um ca. 14 Uhr kamen dann auch Bruce und Kerry von der SY Haven bei Nomuka Iki an, und luden uns um 17 Uhr zum Essen auf ihr Boot ein. Wenn das Wetter Morgen besser ist, geht es weiter zur nächsten Insel Haafeva. Also bis zum nächsten Mal…..


Neuseeland - Tonga

05.05.17 bis 10.06.17

Am 05.05.17 um 13:45 Uhr hatten wir einen Termin in der Werft. Aus- und Einkranen inclusive einer Stunde in der Schlinge und Hochdruckreinigen sollte 172 NZD kosten. Nach dem Auskranen und dem Hochdruckreinigen stellte sich jedoch schnell heraus, dass so gut wie kein Antifouling mehr vorhanden war. Also wurde unsere Chevaldy direkt neben Enchantress auf einen Bock gesetzt.


Chevaldy wird ausgekrant

Richtige Muschelfarm am Kiel

Chevaldy auf dem Bock



Direkt neben Enchantress

Susan ist fleißig






Am nächsten Morgen fingen wir dann gleich mit dem Schleifen an.


John beim Schleifen

Pocken müssen weggekratzt werden



Da braucht jemand eine Dusche..






Es war ja schon Mai, und wir wollten so bald wie möglich ins Wasser, um beim nächsten Wetterfenster bereit zu sein, nach Tonga zu segeln. Aber wie es so ist, geht es nicht immer nach Plan. Wir hatten ja schon unsere Dichtungen für den Saildrive, und somit beauftragten wir Mike von SeaPower, die Dichtungen auszuwechseln. Dabei entdeckte Mike dann, dass der Propellerschaft nicht gerade ist und somit vibriert. Also wurde der Schaft ausgebaut und zu Total Marine gebracht, die dann den Schaft begradigten. Außerdem bemerkten wir, dass das Ruder zu viel Spiel hatte. Das hieß, Chevaldy musste noch einmal angehoben werden, um das Ruder auszubauen. Dann musste eine neue Buchse für das Ruder von Total Marine angefertigt und eingesetzt werden. Dies alles dauerte natürlich Zeit, und so waren wir eine Woche mit Primer- und Antifouling auftragen und dem Ein- und Ausbau des Ruders beschäftigt. In dem ganzen Prozess verletzte sich John ziemlich schwer am Finger, und es dauerte einige Zeit, bis es wieder heilte. In der Zwischenzeit war dann auch noch ein weiterer Zyklon mit dem Namen Debbie auf dem Weg nach Neuseeland.


Debbie auf ihrem Weg von Vanuatu über Neukaledonien nach Neuseeland

Debbie (nicht der Zyklon ) mit Hugo kam uns besuchen

Der Propellerschaft wurde ausgebaut

Der Primer ist aufgetragen

Dieses Mal ein schwarzes Antifouling

Kaffeepause

Da sieht Johns Finger schon wesentlich besser aus

Das Ruder wird ausgebaut

Dazu muss unsere Chevaldy noch einmal angehoben werden

John mit dem Ruder in der Hand



Am Freitag, den 12.05.17 hätten wir eigentlich einen Termin zum Einkranen gehabt, aber weil Debbie über Neuseeland hinwegfegte, war uns das Risiko, an die Pier gedrückt zu werden, zu groß. Wir verschoben den Termin auf Montag. Matelot, das Boot von Pippi und Richard, musste aber wieder ins Wasser, und so halfen insgesamt 8 Leute, das Boot um die Ecke an die Pier zu ziehen, so stark wehte der Wind.


Matelot wird um die Ecke gezogen

Geschafft !!! Pippi und Richard

Am Montag, den 15.05.17 ging es dann zurück ins Wasser und an die Mooring Boje. David und Susan hatten nicht so viel Glück. Auch deren Ruder musste ausgebaut, aber total erneuert werden.


Das Ruder ist wieder eingebaut

Chevaldy auf dem Weg zurück ins Wasser

Wir schwimmen wieder

Am 17.05.17 feierten wir dann Susans Geburtstag auf Enchantress, die immer noch an Land stand.


Nicht zu viel Trinken bitte

Happy birthday

Da das Wetter für Ende der nächsten Woche gut aussah, beschlossen wir, John-Patrick und Anna und Heidi und Dave noch einmal zu besuchen. Also fuhren wir am Sonntag, den 21.05.17 zuerst nach Waipu, um JP und Anna dort abzuholen. Danach fuhren wir mit den beiden nach Dargaville, wo wir Hamburger und Fisch und Chips aßen. Danach ging es weiter zum Kauriwalk, den die beiden mit uns machen wollten. Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter und es war ein sehr schöner Tag. Erst um 17:30 Uhr waren wir zurück in Waipu.


Mit JP und Anna vor dem Kauripark

JP umarmt den Kauri

JP und Anna auf dem Kauritrail

Im Hintergrund "The four sisters"



Te Matua Ngahere, der Vater des Waldes

Tane Mahuta, der Lord des Waldes











Beladen mit frischem Obst von den „Woofing-Eltern“, Annas Fijoa Marmelade und frischen Eiern, fuhren wir zu Heidi und Dave, die schon mit dem Essen auf uns warteten. Wir wollten bis Dienstag bei den beiden bleiben. Am Montag halfen wir den beiden dann beim Heckenschneiden im Bowling Club. Heidi, die ein Geschäft im Garten- und Landschaftsbau hatte, zeigte den Männern, wie man mit Säge und Heckenschere umgeht. raham kam uns mit dem Auto kurz besuchen, um Ade zu sagen.
Am Nachmittag fuhr ich dann noch mit Heidi nach Whangarei. Fürs Abendesse brachten wir 4 Pizzas mit vom Pizza Hut.


Heidi und Dave mit Kettensägen

John mit Kettensäge

Graham und John

Clubeinsatz

Heidi zeigt den Männern wie es geht

Gulasch zum Mittagessen






Am Dienstag, den 23.05.17 fuhren wir dann zurück nach Opua. In den nächsten Tagen beobachteten wir das Wetter, wie die meisten anderen auch, und tätigten unsere letzten Einkäufe. Am 26.05.17 klarierten wir dann aus, setzten aber erst am Samstag, den 27.05.17 Segel Richtung Tonga. Am ersten Tag hatten wir sehr großen Schwell gegen uns von dem Tief, das gerade durchgezogen war. Deshalb motorsegelten wir. Es dauerte ca. 1-2 Tage, bevor wir wieder unsere Seebeine hatten. Am dritten Tag hatten wir einen angenehmen Wind von ca. 10-15 Knoten, leider auch etwas Regen. Dann wurde der Wind immer weniger, und wir motorten die meiste Strecke. Wir fingen einen Skip-Jack, der uns genug Fleisch für zwei leckere Essen lieferte. Ab Freitag, den 02.06.17 nahm der Wind dann stetig zu, und er kam direkt von vorne. Das war dann mit einer sehr rauen See verbunden. Zum Glück nahmen die Temperaturen von Wasser und Luft stetig zu, und so war es nicht so schlimm, wenn mal eine Welle über kam. Obwohl wir das Großsegel zur Reparatur hatten, löste sich einer der Rutscher vom Segel. Dies musste dann bei Regen und widrigen Umständen genäht werden. Obwohl die Fahrt nicht sehr angenehm war, entschlossen wir uns aber gegen einen Stopp in Minerva, und segelten direkt nach Tonga. Am Sonntag, den 04.06.17 kamen wir dann nach 8 Tagen ohne weitere Probleme wohlbehalten in Tonga an, und ankerten erst einmal vor der Insel Pangiamotu, da man an einem Sonntag nicht in Tonga einklarieren kann.




Es ist immer noch kalt und nass



Unser Mittagessen ist gerettet

Leckeres Fleisch vo Skip Jack

Sonnenaufgang und

Sonnenuntergang

Diesel muss nachgefüllt werden

Langsam wird es wärmer



Am Montag war ein Feiertag, und so klarierten wir dann am Dienstag zusammen mit allen anderen Yachten, die übers Wochenende ankamen, ein. Es gab eine richtige Schlange. Wir hatten Glück, und konnten uns längsseits an Philiosophy an der Kaimauer legen. Um 11 Uhr waren wir schon mit dem einklarieren fertig, und machten dann die Kaimauer frei für die nächsten Yachten. Wir fuhren zurück zu Big Mamma’s, und ankerten dort. Am nächsten Morgen fuhren wir dann mit der Fähre über, und liefen in die Stadt. Wir kauften erst einmal eine Sim-Karte für das Handy und dann natürlich Brot, Eier, Obst und Gemüse. Am Donnerstag luden wir dann Gerry von der SY Freedom Song und Glenda zum Essen und etwas Musik ein. Es war ein sehr schöner Abend. Jetzt warten wir auf unsere Freunde von der Enchantress, und dann wollen wir die Happaii Inselgruppe besuchen. Also bis zum nächsten Mal…. 


Neuseeland 6

14.04.17 bis 09.05.17

Über die Osterfeiertage waren John und ich bei Heidi und Dave eingeladen. Wir fuhren morgens los, und hatten relativ wenig Verkehr. Alle Autos fuhren in die andere Richtung zu den Bay of Islands. Während John und Dave mit Rusty dem Hund Gassi gingen, bereiteten Heidi und ich das Abendessen vor. Hier in Neuseeland gibt es am Karfreitag etwas Besonderes zu Essen, und nicht wie in Europa am Ostersonntag. Am Samstag ging ich dann kurz mit Heidi einkaufen, während Dave und John Kiwi Schnaps brannten. Damit waren sie fast den ganzen Tag beschäftigt. Heidi und ich durften dann das Endergebnis kosten. Abends kamen dann noch ein paar Nachbarn vorbei, und John und ich machten etwas Musik. Es wurde ein feuchtfröhlicher Abend. Am Sonntag waren Heidi und Dave bei Freunden eingeladen, und wir durften natürlich auch mitkommen. Heidi wollte John-Patrick und Anna kennenlernen, und so trampten die beiden von Opua nach One Tree Point. Es dauerte gar nicht so lange, und als John-Patrick anrief und sagte, dass sie schon da wären, holten Heidi und ich die beiden ab, und sie kamen dann auch noch zu Dave und Heidis Freunden. Wir nahmen dann auch noch die Musikinstrumente mit, und machten noch etwas Musik. Erst am Nachmittag fuhren wir wieder zu Dave und Heidis Haus. Am Montag fuhren dann Dave und John nach Waipu zum Bowlen, währen John-Patrick, Anna und ich Heidi im Garten halfen. Erst zerdrückten wir reife Kiwis, die Dave dann mit Zucker ansetzt, um später daraus Schnaps zu gewinnen. Danach mähten wir den Rasen und verpflanzten ein paar Bäume. Um 16:45 Uhr kamen dann John und Dave zurück, eine dreiviertel Stunde später machten wir uns auf den Weg zurück nach Opua. Es war ein sehr schönens Wochenende.


John wartet auf das Ostermahl

Ein Schlückchen Sekt

Heidis Garten

Gartendesign

Der Vorgarten mit Katze

Dave bereitet das Schnapsbrennen vor

John ist fleißig beim Helfen



Bitte nicht alles auf einmal trinken!!

John und Dave beim Bowlen

Dave und John

Dave hat einen Schokoladenosterhasen gewonnen

Anna und JP beim Kiwizerdrücken

Ich helfe natürlich auch

JP beim Rasenmähen

Laurie von der SY Moonraker feierte ihren Abschied, und so lieferten wir John-Patrick und Anna auf Chevaldy ab, Instrumente hatten wir ja schon dabei, und fuhren quer über die Bay zur SY Moonraker. David und Susan waren auch schon dort. Wir machten bis fast 1 Uhr morgens Musik, bevor wir zurück zur Chevaldy fuhren.

Am 19.04.17 verabschiedeten wir uns dann von John-Patrick und Anna. Die beiden trampten nach Whangarei, wo sie eine neue Woofing Stelle antraten. John und ich verbrachten den Rest des Tages in den Hot Pools.

Am 20.04.17 gab es das erste von einer Reihe von Seminaren. Es ging um Medikamente, und für 30 NZD konnte man sich ein Rezept über Antibiotika und andere verschreibungspflichtige Medikamente ausstellen lassen. Da Susan und ich unterschiedliche Medikamente brauchten, teilten wir uns ein Rezept. Abends gab es dann ein Potluck BBQ, weil zwei der Segler Geburtstag hatten.

Am 21.04.17 kamen dann Heidi und Dave mit dem Auto nach Opua. John und Dave gingen segeln, während Heidi und ich nach Kerikeri zum Einkaufen fuhren. Um 14 Uhr gab es dann bei Cater Marine ein BBQ im Zusammenhang mit Informationen über AIS und EPIRB.  Heidi und ich waren pünktlich da, und konnten den leckeren Schinken mit Brötchen genießen. John und Dave waren erst um 15 Uhr zurück, da war leider nichts mehr übrig. Da das EPIRB (Funkbake zur Kennzeichnung der Notposition) im Angebot war, kauften wir uns eines. Wenn wir also in Seenot geraten, können wir das EPIRB aktivieren, und die Rettungskräfte können über das GPS unsere Position empfangen. Hoffentlich werden wir das EPIRB nie aktivieren müssen.




Dave am Steuerrad

Am 22.04.17 kamen uns dann Grace und Campbell in Opua auf ihrem Weg zum Cape Reinga besuchen. Wir hatten die beiden in Niue kennengelernt, und waren dann in Kontakt geblieben. Vielleich schaffen wir es ja nächstes Jahr, die beiden in Wellington zu besuchen.


Grace und Campbell

Ab dem 25.04.17 gab es dann weitere Seminare. Z.B. über das Südpazifische Wettersystem, über Einreisebestimmungen etc.

Am 26.04.17 bekamen wir eine Email von Jean-Pierre und Isabelle. Die beiden sind von ihrer Reise zu der Südinsel zurück. Wir luden die beiden auf einen Kaffee ein, und beschlossen dann, am nächsten Morgen zusammen zu den Pools zu fahren, und am Abend den 20 minütigen Film über die Südinsel auf Sodric anzuschauen. Ich bot an, dass essen zu kochen. Susan und David waren auch eingeladen.


John, Isabelle und Jean-Pierre



Nachtisch gab es auch

Am 28.04.17 gab es dann ein BBQ bei Caters als Abschiedsfeier für eine Mitarbeiterin. Es waren viele Segler dort, vor allem einige, die wir schon lange nicht mehr gesehen hatten, da sie über den Sommer ihr Boot in Whangarei hatten. Das BBQ fing um 15:30 Uhr an, und war erst um ca. 19 Uhr zu Ende.

Am 29.04.17 gab es dann noch ein weiteres Wetterseminar. Es regnete aber in Strömen, und so entschieden wir an Bord zu bleiben. Um 16 Uhr gab es aber ein weiteres BBQ in Burnsco. Also zogen wir unsere Regenkleidung an und fuhren mit dem Dinghy an Land. Kaum zu glauben, wie viele Segler bei diesem schlechten Wetter zum BBQ kamen.

Am 01.05.17 fuhren wir zuerst zu Dave und Heidi, da wir den beiden Auf Wiedersehen sagen wollten. Eigentlich wollten wir uns am 06.05.17 auf den Weg nach Tonga machen. Wir aßen bei den beiden zu Mittag, und fuhren dann weiter nach Waipu. Von One Tree Point sind es nur ungefähr 20 km nach Waipu. Dort trafen wir uns mit Anna und John-Patrick. Die beiden sind gerade bei einer Woofer Gastfamilie, die in einer alten Kirche wohnen. Mal ganz was Neues. Wir fuhren mit den beiden zu einem Spaziergang an den Strand, bevor wir uns dann von ihnen verabschieden. Wir werden die beiden erst wieder im November oder Dezember sehen, wenn wir wieder zurück nach Neuseeland kommen. Wir waren erst um 19 Uhr wieder in Opua, und tranken dann noch ein Bier/Gin Tonic mit David und Susan, bevor es zurück zu unserer Chevaldy ging.


JP am Strand von Waipu

Die ehemalige Kirche




John und John-Patrick

Susan und ich genehmigen uns einen Gin Tonic

Über die nächsten Tage zeichnete es sich ab, dass sich noch ein Zyklon über Vanuatu bildete, der auch wieder Kurs Südost nehmen soll. Also verschoben viele Segler ihre Abfahrt um mindestens eine Woche. Keiner möchte schließlich direkt in einen Hurrikan segeln.

Morgen werden wir unsere Chevaldy erst einmal auskranen, und schauen, ob wir neues Antifouling auftragen müssen. Aber davon dann das nächste Mal. Bis dann…


Neuseeland 5


13.03.17 bis 13.04.17

Das Wetter wurde langsam wieder besser, und am Mittwoch fuhren John-Patrick, Anna, Susan und ich nach Kerikeri zum Einkaufen. Am 16.03.17 hatte ich zusammen mit Susan einen Termin beim Zahnarzt in Paihia. Untersuchung und Röntgenbilder kosteten 80 NZD. Bevor wir uns auf dem Weg nach Tonga und Fidschi machen, wollte ich sicher gehen, dass zahntechnisch alles ok ist.

Am 17.03.17 feierten wir dann St. Patrick`s Day. Susan hatte Poster ausgehängt, und wir luden Yachties zu einem Potluck (jeder bringt etwas mit und stellt es auf den Tisch) und einem gemeinsamen Singen ein. Es war richtig schön, insgesamt kamen ca. 30 Leute, die alle auch wirklich toll mitsangen, klatschten und sogar tanzten. Wir hatten sehr viel Spaß.









Am Samstag, den 18.03.17 fuhren wir dann John-Patrick und Anna zu einem neuen Woofing Platz zwischen Whangarei und Tutukaka. Wir wollten ja endlich etwas von Neuseeland sehen. Da sich das Wetter wesentlich gebessert hatte, hatten wir Zelt, Luftmatratze und Campingkocher mit allen Utensilien eingepackt. Also luden wir die beiden so gegen 10:30 Uhr ab, und fuhren weiter nach Whangarei.



Auf dem Weg sahen wir das Schild zu den Whangarei Wasserfällen und fuhren dorthin. Es war nur ca. 400 m von der Hauptstraße entfernt. Erst gönnten wir uns ein Sandwich, bevor wir die paar Meter zum Wasserfall liefen. Es war schön, aber nicht spektakulär.





In Whangarei kauften wir dann Getränke und Lebensmittel für die nächsten Tage ein. Danach gings nach Süden Richtung Waipu. In Waipu biegt man dann nach Westen auf die Kauri Coast Route ab. Kurz vor Waipu sahen wir ein Schild mit einem Campingplatz, und entschieden, dort zu übernachten. Der Uretiti Campingplatz liegt direkt an einem wunderschönen Sandstrand. Wir stellten unser Zelt auf, und kochten uns erst einmal einen Eintopf. Danach wollten wir ein Stückchen am Strand entlanglaufen, bevor es zu dunkel wurde. Auf dem Weg zum Strand, kamen wir an einem Paar aus Österreich vorbei. Wir unterhielten uns kurz mit den beiden, aber wir wollten ja zum Strand. Auf dem Rückweg, kamen wir dann wieder bei den beiden vorbei, und sie luden uns auf einen Wein ein. Es gab dann noch Wassermelone und Kekse, und wir holten dann auch noch Wein. Es wurde ein feuchtfröhlicher Abend mit Florian und Anna, Gabi, eine Deutsche setzte sich dann auch noch dazu. Erst um 23:30 Uhr, schleppten wir uns zum Zelt.


Das Zelt war schnell aufgebaut

Am Uretiti Strand

Gabi und Florian

Anna und ich auf der "Liege"

Am 19.03.17 standen wir früh auf, und machten uns Spiegeleier zum Frühstück. So gestärkt, bauten wir das Zelt ab, und fuhren auf der Kauri Coast Route entlang. Wir hielten unterwegs in Matakohe an. Dort gibt es ein Kauri Museum, das wir aber nicht besuchten, da uns der Eintritt von 25 NZD zu hoch war. Aber wir schauten uns die Gebäude  und die Kirche aus der Pionierzeit an.




Maschine zum Baumstämme befördern



Eine Kauribaumwurzel

Danach fuhren wir weiter nach Dargaville. Da es schon nach 12 Uhr war, wurden wir langsam hungrig. Wir sahen einen Chinesischen Schnellimbiss und bekamen für 9 NZD zwei Fisch und genug Pommes für uns beide.


Hunderte von Kühen auf einer Weide

Fish and Chips

Danach ging es weiter zu den Kai Iwi Seen, die etwas abseits von der Kauri Coast Route liegen.




Überall werden Bäume gerohdet, um Farmland zu bekommen

Wir fuhren wieder zurück auf die Hauptstraße und bogen nicht weit danach zu dem Trouson Kauri Forest Park ab. Dort gibt es auch einen kleinen Campingplatz im Park. Wir stellten wieder unser Zelt auf, und liefen dann zum Park, um den Kauri Trail zu wandern. Er ist zwar nicht lang, aber bis man alle Kauri Bäume bestaunt hat, dauert es doch etwas.







Es gibt zwar auch Kiwis in dem Wald, aber dann müsste man schon vor dem Morgengrauen aufstehen. Das war uns dann doch zu früh. Nach ca. 2 h so ca. gegen 17 Uhr waren wir wieder von unserer Wanderung zurück. Wir duschten erst einmal ausgiebig (es gab eine heiße Dusche), bevor wir unser Abendessen kochten. Danach unterhielten wir uns noch mit einer Engländerin Rose und einem Kanadier. Jeder hatte eine witzige Story zu erzählen. Danach gingen wir zu Bett (oder zu Luftmatratze ?).

Am nächsten Morgen (20.03.17) standen wir wieder relativ früh auf (so 7 Uhr), machten unser Frühstück, bauten das Zelt ab und machten uns auf den Weg nach Norden Richtung Kaitaia und dann Cape Reinga.



Die Strecke führte uns am Waipoua Forest vorbei. Dort steht einer der ältesten und größten Kauri Bäume, der Tane Mahuta.





Ein wirklich sehr beeindruckender Baum, der mindestens 2000 Jahre alt ist. Vom Parkplatz bis zum Baum sind es nur 5 min. Man steht auf einer Plattform, da man den Wald nicht betreten darf. Die Wurzeln der Kauribäume könnten beschädigt werden. Wir fuhren dann weiter nach Rawene, wo wir mit der Autofähre für 22 NZD übersetzten.





Wir sparten dadurch einiges an Kilometer und Zeit. In Kaitaia hielten wir dann an, um zu tanken und um noch einmal Brot und frisches Obst zu kaufen. Danach fuhren wir gleich weiter auf der N1 nach Cape Reinga, das wir um ca. 15 Uhr erreichten.




Auf der Straße zum Cape Reinga









Der Leuchturm von Cape Reinga

Das Türkis des Meeres


Da das Wetter so schön war, entschieden wir, zuerst das Kap und den Leuchtturm zu besichtigen, bevor es dann weiter zum Campingplatz geht. Man weiß ja nie, wie schnell sich das Wetter ändert. Wenn man beim Leuchtturm aufs Meer hinausschaut sieht man, wo sich der Südpazifik mit der tasmanischen See trifft.


Treffpunkt der Tasmanischen See und des Südpazifik




Man sieht das Türkis des Wassers und die Weite des Meeres.  Danach fuhren wir zum Campingplatz Tapotupotu, der nur 3 km vom Kap liegt. Das ist ein „Basic Campingplatz“, der Toiletten und kalte Duschen hat, dafür aber nur 8 NZD pro Person kostet. Leider gab es dort sehr viele Schnaken.

Am Morgen des 21.03.17 war dann auch die Sonne schon weg. Auf unserem Weg zurück nach Süden hielten wir bei den Te Paki Sanddünen an. Dafür fährt man auf einer Schotterstraße Richtung Meer.



Leider kann man das Meer wegen den Sanddünen nicht sehen, und es stellte sich als sehr anstrengend heraus, die Sanddünen hinaufzuklettern. Sie sind riesig und sehr imposant.









Wir fuhren dann etwas südlicher noch einmal von der Straße ab, und fuhren auf einem Schotterweg zum 90 Mile Beach. Keine Ahnung, warum der Strand 90 Mile Beach genannt wird, da er eigentlich nur 55 km lang ist, was trotzdem sehr beeindruckend ist.



Mit speziellen Autos und bei Ebbe kann man fast bis zum Cape Reinga am Strand entlang fahren. Da das Wetter sich weiter verschlechtert hatte, hatten wir beschlossen, zu den Ngawha Springs zu fahren. Dort kann man wenigstens in den warmen Pools sitzen, wenn es regnet. Ganz in der Nähe von den Pools gibt es einen Campingplatz in Kaikohe. Nach den Pools fuhren wir dorthin, stellten unser Zelt auf und kochten uns was zu essen. Auf diesem Campingplatz waren erstaunlich viele deutsche Camper. Laut eines jungen deutschen Ehepaars gehören wir nicht zu der normalen Spezie der Camper. Normalerweise schlafen Camper unseres Alters in einem Campingbus und nicht im Zelt. Aber wenn man auf sein Budget achten muss…. Außerdem fanden wir das Campen mit Zelt und Luma eigentlich ganz gemütlich. Unsere Luftmatratze passte genau ins Zelt, und musste dort natürlich auch aufgepumpt werden.

Am 22.03.17 besserte sich das Wetter schon wieder etwas, und wir hatten auch noch keine Lust, wieder nach Opua zu fahren. Wir gingen noch einmal für zwei Stunden zu den Pools (wenn man schon einmal in der Nähe ist) und fuhren dann nach Kawakawa. Dort bestaunten wir die Hundertwasser Toiletten und die Lokomotive mit Wagen, die an den Wochenenden zwischen Kawakawa und Hukerenui pendelt.







Wir fuhren danach nach Whananaki. Wir hatten ja Stewart in den Pools kennengelernt, und jetzt wollten wir uns mal seine Ranch anschauen. Wir fanden seine Ranch und auch die Pferde. Leider ist das Gebäude in keinem sehr guten Zustand, und die Pferde können froh sein, dass die Weidefläche so groß ist, da sie sehr vernachlässigt wirkten. Stewart sahen wir leider nicht, da er zu seinem 70. Geburtstag in den USA weilte, wir waren aber doch recht enttäuscht über den Zustand der Farm.


John mit einem der Pferde

Wir fuhren dann zum Campingplatz in Whananaki, einem Holidaypark. Das bedeutet, dass es dort heiße Duschen und eine Küche gibt. Da die Besitzerin nicht da war, erklärte uns Brian, ein Engländer, dass wir uns unseren Platz zum Zeltaufbauen heraussuchen könnten. Die Dusche würde 50 Cent kosten. Ich fragte ihn, ob er Geld wechseln könnte. Er verschwand kurz und kam dann mit zwei 50 Cent Münzen zurück, die er uns schenkte. Also stellten wir das Zelt auf, und duschten erst einmal. Danach ging ich schon einmal voraus in die Küche, um mit dem Kochen anzufangen. Ich konnte aber den Gasherd nicht in Gang bringen. Also fragte ich die Frau neben mir. Es stellte sich dann heraus, dass Heidi deutsch Sprach. Sie wurde zwar in Bosnien geboren, zog aber dann mit 14 nach Deutschland. Sie lebt jetzt schon seit über 20 Jahren in Neuseeland. Nachdem sie mir gezeigt hatte, wie man den Herd anschaltet, lud sie uns auf ein selbstgebrautes Bier ein. Wir sagten zu, wollten aber zuvor etwas spazieren gehen.





Heidi und ihr Lebensgefährte Dave, ein Kroate, der schon seit 50 Jahren in Neuseeland wohnt, hatten einen Campingbus. Sie stellten noch 2 Stühle für uns raus, und wir tranken selbstgebrautes dunkles Bier und tranken Wein und unterhielten uns über dies und jenes.


Heidi, Dave und John

Am Morgen des 23.03.17 verabschiedeten wir uns von Heidi und Dave und versprachen, die beiden in Marsden Cove zu besuchen. Danach bauten wir unser Zelt ab, und fuhren die Ostküste hinauf bis nach Okiato. Unterwegs hielten wir in Helena Bay an, und gönnten uns ein Sandwich mit Blick auf das weite Meer.









In Okiato setzten wir dann mit der Fähre nach Opua über. Bis wir alles aus dem Auto ausgeräumt hatten und mit dem Dinghy zu unserer Chevaldy gefahren hatten, war es schon 16 Uhr. Keine zwei Stunden später rief uns John-Patrick an und teilte uns mit, dass er und Anna aus Tutukak zurück wären und am Steg in Opua warten würden. Also fuhr John rüber und holte die beiden samt Gepäck ab.

Am 24.03.17 waren John-Patrick, Anna und ich in der Cruisers Lounge, während John die Bekanntschaft von Derick, einem sehr voluminösen Engländers machte. Er lud Derick zu uns auf unsere Chevaldy auf eine Tasse Tee ein, da er noch nie auf einem Segelboot war. Zuerst musste er aber ins Dinghy befördert und vom Dinghy aufs Boot gehievt werden. Sean und John-Patrick übernahmen diesen Part. John-Patrick kam dann zurück, um Anna und mich abzuholen. Derick genoss es sehr auf unserer Chevaldy. Als der Wind aber zunahm und es zu schaukeln begann, wurde es ihm etwas mulmig. Es war an der Zeit, ihn wieder an Land zu bringen. John-Patrick und John halfen ihm ins Dinghy und John brachte ihn zurück an Land. Er war uns sehr sehr dankbar für dieses Abenteuer.


Derick und John

Am Abend waren wir bei David und Susan zum Essen eingeladen. Sie hatten auch Freunde aus Auckland da, Gavin und Lisa. Nach dem Essen kamen dann auch noch Pippi und Richard vorbei, die ihr Boot gerade auch in der Marina hatten. Wir machten zusammen Musik und sangen viele Lieder. Um 23 Uhr gab es dann noch einen Schlaftrunk von David. Lagavullen Whisky oder Balvinie, je nach Geschmack. Um ca. 1 Uhr morgens waren wir zurück auf unserer Chevaldy.

Am 25.03.17 kamen uns dann Heidi und Dave besuchen. Sie waren in Kerikeri und Dave wollte auf dem Rückweg unbedingt unsere Chevaldy sehen. Heidi sah nur das Dinghy und entschied, dass das nichts für sie sei. Also schickten wir John und Dave zur Chevaldy und Heidi lud mich im Marina Cafe auf eine Cola und einen Kuchen ein.

Am 26.03.17 fuhren wir schon früh zu den Pools, da das Wetter mal wieder sehr kalt und regnerisch war. John-Patrick und Anna wollten mit der Fähre übersetzten und dann per Anhalter nach Russell fahren. Um 16 Uhr waren wir bei Debbie und John zum Essen eingeladen. Wir schafften es gerade so, da wir fast 5 Stunden in den Pools waren, und danach natürlich noch duschen mussten, wegen des Schwefelgeruchs. Keine halbe Stunde später riefen uns John-Patrick und Anna an. Sie waren den ganzen Weg von Russell bis Okiato im Regen gewandert und waren jetzt bis auf die Unterhose nass. Debbie sagte uns, dass sie hier her kommen sollen. Also kamen die beiden zum Boot, und bekamen den Rest des Mahls zum Essen und trockene Kleidung. Leider ließ der Regen auch nach Stunden nicht nach, und so wurden wir auf dem Weg zum Boot noch einmal nass.

Am 28.03.17 deinstallierte John unsere Ankerwinde. Wir wollten versuchen, ob sie uns jemand reparieren kann. Außerdem funktionierte der Kontroller nicht mehr. Die Ankerwinde brachten wir zu Total Engineering zum Aluminiumschweißen. Für 80 NZD schweißten sie uns die Ankerwinde. Eine neue hätte uns ca. 2000 € gekostet. Den Kontroller konnte John auch reparieren, und so konnte er die Ankerwinde am 29.03.17 wieder auf dem Boot installieren.


Ankerwinde vor der Reparatur

Am 29.03.17 kauften wir dann neue Vorderreifen für unseren Subaru, und am 30.03.17 fuhren wir nach Kerikeri, um die Spur wieder richtig einzustellen.

Am 31.03.17 brachen wir dann auf, um Heidi und Dave in Marsden Cove zu besuchen. Sie hatten uns eingeladen. Auf dem Weg zu ihrem Haus, schauten wir uns dann auch gleich die Marsden Cove Marina an. Um 14 Uhr erreichten wir dann Dave und Heidis Haus. Dave war beim Bowlen, und Heidi setzte erst einmal einen Kaffee auf. Danach liefen wir die 500 m bis zum Bowling Club, wo Dave spielte. John blieb bei Dave, während Heidi und ich zurück zum Haus liefen. Wir hatten ein Zimmer mit Dusche und Toilette en Suite, im hinteren Teil des Hauses. Zum Abendessen hatte sie uns einen Schweinebraten gekocht. Wir fühlten uns wie in einem Hotel.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann zusammen mit Dave nach Mangawhai, um Graham Taylor auf seiner Farm zu besuchen.



Wir hatten ihn das letzte Mal in Tonga im Oktober auf seiner Yacht Te Arai gesehen. Wir verbrachten ein paar nette Stunden bei Graham. Es stellte sich heraus, dass er Dave schon seit Jahren kannte. Zum Abschied gab er uns dann noch Äpfel und Zitronen mit. Danach fuhren wir zurück nach Marsden Cove und Heidi. Die Männer gingen mit Rusty dem Hund spazieren, und Heidi und ich fuhren nach Whangarei zum Shoppen.  

Am Sonntag, den 02.04.17 fuhren wir dann gegen 12 Uhr wieder zurück nach Opua.

Am Montag, den 03.04.17 gab es dann abends einen Informationsabend im Yacht Club über Indonesien. Jeder bekam 2 freie Getränke und es gab ein Buffet mit Fingerfood. Es war eigentlich ein ganz netter Abend, und wir trafen einige Segler wieder, die wir schon lange nicht mehr gesehen hatten.




Indonesische Musik

David und Susan

In der 2. Reihe John-Patrick und Anna

Anna, John, Lawrence un Shuin


John unter den Indonesiern

Am 04.04.17 brachten wir dann John-Patrick und Anna zu ihrem neuen Woofing Platz, keine 500 m vom Boot entfernt mit dem Dinghy.

Am 05.04.17 hatten wir dann David und Susan zum Essen auf unser Boot eingeladen. Ich hatte dazu einen Shepards Pie gekocht. Dazu öffneten wir eine Flasche Wein, die uns Remi zum Abschied geschenkt hatte.

In den nächsten Tagen wechselten wir das Großsegel und fädelten das „Lazybag“ zusammen mit dem Segel ein. Dann fuhren wir zur Tankstelle und fingen an, Kanister mit Diesel zu füllen. Langsam bereiten wir uns auf den Absprung nach Tonga vor. Aber noch ist es zu früh. Wir beobachteten schon eine Weile den TC Cook, der Neu Kaledonien traf, und jetzt auf dem Weg nach Neuseeland war. Noch ist es zu früh im Jahr, die Zyklonen Saison ist noch nicht zu Ende, und vor Anfang Mai sollte man die Passage nicht wagen.

Am 13.04.17 sollte C Cook dann Neuseeland treffen. Hier im Norden hatten wir Glück, vor allem in der geschützten Bucht von Opua. Die Bay of Plenty wurde getroffen und die Coremandels östlich von Auckland wurden überschwemmt. Auch bei uns gab es Regen Regen Regen. Am Nachmittag wurde dann die Südinsel getroffen, zum Glück hatte er schon etwas an seiner Kraft und Schnelligkeit verloren.


TC Cook trifft Neu Kaledonien
#
C Cook kommt nahe an NZ heran

C Cook trifft NZ

Also bis zum nächsten Mal….


Neuseeland IV

12.02.17 bis 12.03.17

Am 12.02.17 waren wir zusammen mit David, Susan und Wendy zum BBQ bei Graeme und Nathalie eingeladen. Ich machte einen Salat, und um 18 Uhr fuhren wir mit dem Dinghy in die Bucht. Es gab Würstchen, Fleisch, Ofenkartoffeln und Salate. Danach machten wir etwas Musik. Graeme spielt Akkordeon, und wir fanden ein paar Lieder, die wir gemeinsam singen und spielen konnten.


Man sieht, dass es schmeckt

John, Graeme mit Akkordeon, Susan, David und Wendy

Nathalie, Wendy, ich und Susan

John spielt Gitarre

Am 15.02.17 fuhren wir dann schon um 8 Uhr nach Auckland los. Unser Sohn John-Patrick und seine Freundin Anna sollten um 12:05 Uhr mit dem Flugzeug ankommen. Wir wollten rechtzeitig da sein. Der Verkehr staute sich zum ersten Mal bei Whangarei, und dann wieder kurz vor Auckland. Wir fanden den Flughafen aber ohne Probleme, da er außerhalb von Auckland liegt. Der Flieger landete pünktlich, jedoch dauerte es über eine Stunde, bis die beiden aus der Ankunftshalle kamen. Die beiden wollten eigentlich auch ein Foto mit dem Zwerg machen, aber als wir zurück zur halle liefen, war die Tür mit gelben Bändern abgeriegelt. Eine Evakuierung war im gange. Da hatten wir ja noch einmal Glück. Wir fuhren dann auch zügig wieder zurück nach Opua. Sie hatten regnerisches Wetter aus Deutschland mitgebracht, und so war die Überfahrt vom Dinghydock bis zum Boot recht feucht.


In der Ankunftshalle steht ein Zwerg aus "Herr der Ringe"

Ich, John-Patrick und Anna

Auckland

Am nächsten Tag war das Wetter zwar nicht wesentlich besser, jedoch konnten wir übersetzen, duschen und die Wäsche waschen.
















JP braucht noch viel Sonne

Am Freitag, den 17.02.17 war das Wetter dann wieder schön, und die beiden konnten vom Boot ins Wasser springen. Außerdem wollten sie auch unbedingt einen Fisch fangen. Sie hatten sogar Glück. Es dauerte nicht lange, bis Anna mit Johns Hilfe einen richtig großen Snapper aus dem Wasser zog. Da wir aber abends bei Remi und Helen auf deren Boot zum Pizzaessen eingeladen waren, aßen wir den Fisch erst am nächsten Tag. Wir nahmen unsere Instrumente zu Remi und Helen mit, und hatten einen richtig schönen Abend.




Erfolgreicher Fischfang



Beim Filetieren

Schu-in, John, Lawrence, John-Patrick, Anna, Helen und Remi beim Pizzaessen

Am Samstag, den 18.02.17 fuhr ich zusammen mit Susan und Wendy nach Kerikeri. Zuerst besuchten wir den „Farmers Market“. Dort wird alles an Kunst und zusätzlich noch Obst und Gemüse angeboten. Danach fuhren wir zur „Honig Farm“ und machten dort eine Tour mit.


Wendy und Susan im Bienestock


Am 23.03.17 fuhren wir dann zusammen mit John-Patrick und Anna zu den Pools, um uns im warmen Wasser zu räkeln. Hinterher waren wir auch noch bei Stewart, den wir in den Hot Springs kennengelernt hatten, zum Teetrinken eingeladen. 










Stewart und John




JP und Anna in Stewarts Garten

Baden macht hungrig

Am 24.03.17 segelten wir dann mit unserer Chevaldy zur Robinson Insel. Dort ankerten wir auf 8 m und relaxten ein Weilchen. Anna fing uns noch einmal einen Snapper. Dieser war zwar wesentlich kleiner, schmeckte aber trotzdem gut. John sprang ins 19 ° C kalte Wasser, und sah sich das Unterwasserschiff an. Wir hatten eine ganze Austernfarm unterm Boot. Das schreit nach Säubern !!!!!


Robinson Island

So sieht es unter unserer Chevaldy aus

Anna beim Angeln

Anna beim Säubern des Fisches

Am Mittwoch, den 01.03.17 fuhren wir dann John-Patrick und Anna zu einer Farm in der Nähe von dem Ort Okaihau, aber noch viel weiter von der Hauptstraße entfernt. Fast am Ende der Welt, aber in einer schönen Landschaft. Die beiden sollten gegen 5 h Arbeit Unterkunft und Verpflegung bekommen. Eigentlich wollten die beiden 10 Tage bleiben. Jedoch war die Arbeit nicht das, was sie sich vorgestellt hatten. Sie wollten eigentlich etwas über Gartenarbeit und Gemüseanbau (Wie im Profil beschrieben) lernen, jedoch sollten sie am Ende fast nur beim Hausbau helfen. Wir „retteten“ die beiden nach einer Woche.


JPs und Annas Unterkunft für die Woche










Am 02.03.17 waren wir dann auf der Enchantress zum Abschiedsessen von Wendy eingeladen, die wieder nach Schottland zurückflog.

Am 03.03.17 befreite John das Unterwasserschiff von Austern und Muscheln und hatte von den ungewöhnlichen Bewegungen einen richtig starken Muskelkater. Man hängt schließlich nicht jeden Tag übers Beiboot, um am Boot herumzukratzen.

 Am Samstag, den 04.03.17 fuhren wir dann zusammen mit Debbie und John schon frühmorgens zu den Pools. Die richtige Therapie für Johns Muskeln. Dort blieben wir dann bis ca. 12:30 Uhr. Abends waren wir dann noch bei den beiden zum Essen eingeladen und wir brachten unsere Instrumente mit. Debbie und John sind beide Amerikaner mit Irischen Eltern, die nach Amerika ausgewandert sind. Deshalb gab es irische Musik.

Am nächsten Tag luden sie uns dann ein, mit ihnen zur Karikari Peninsula (Halbinsel) zu fahren, um dort zum Tokerau Strand zu fahren. Wir fuhren zuerst an einem Weingut vorbei. Dort hatte man einen super Aussicht auf die Halbinsel. Wir bekamen sogar eine Miniführung des Winzers. Danach aßen wir noch ein leckeres Eis und gingen dann baden. Zum Schwimmen war es nicht tief genug. Man hätte zu weit hinauslaufen müssen. Aber das Wasser war hier wesentlich wärmer als in der Bucht, in der unsere Chevaldy liegt.


Blick vom Weingut



Weinkeller



John, John und Alan der Winzer









Am Strand





Debbie und John mit Hugo

Am 07.03.17 änderte sich das Wetter, und es fing an zu regnen und es gab starken Wind mit noch stärkeren Boen.

Am Mittwoch, den 08.03.17 holten wir dann John-Patrick und Anna in Kerikeri ab. Ihre Gastgeber hatten sie bis dort hingefahren, was für uns natürlich super war, da wir dann auch gleich einkaufen konnten und wir mussten nicht im Regen in der Pampa herumfahren. Der Regen hörte wenigstens kurz auf, als wir mit dem Beiboot vollbeladen mit den Rucksäcken zu Chevaldy übersetzten.

Bis zum 12.03.17 regnete und stürmte es fast ununterbrochen. Aber wir lagen sicher an unserer Boje. Am Samstag öffnete sich ein kurzes Wetterfenster. Wir nutzten die Chance, um wenigstens kurz nach Paihia zum Einkaufen zu fahren. Ab nächster Woche soll das Wetter aber wieder besser werden. Also bis dann…


Neuseeland III


01.01.17 bis 11.02.17

Mit dem Neuen Jahr kam auch der Sommer in Neuseeland an. Es wurde bedeutend wärmer, und das Wetter wesentlich stabiler. John ölte unser Teakdeck, da es in der Hitze zu sehr ausgetrocknet war, und lackierte unseren Cockpit Tisch.

Am 07.01.17 fand dann die Tall-Ship Regatta in Russell statt. Wir fuhren zusammen mit Susan und David im Auto nach Russell. Dazu mussten wir mit der Autofähre übersetzten. Das war aber billiger, als wenn wir alle mit der Personenfähre gefahren wären. In Russell parkten wir dann das Auto und liefen auf den Flagstaff Hill. Wir hatten gehört, dass wir von dort die beste Aussicht hätten. Wir hatten uns ein kleines Picknick mitgebracht, und genossen die schönen Stunden in der Sonne mit Unterhaltung.


















Sonnenuhr aus Mosaik

Blick auf Russell

Am 17.02.17 wurde John krank. Er hatte sehr hohes Fieber und Magen-Darm-Grippe. Außerdem Gliederschmerzen und alles was dazugehört. Es dauerte ca. eine Woche, bevor er wieder ganz auf der Höhe war.

Vom 24.01.-27.01.17 fand dann die Bay of Island Sailing Week in Opua statt. Am Freitag fuhren wir zusammen mit Susan nach Waitangi, um uns den Regattastart anzuschauen, da wir nicht mit dem Auto nach Russell fahren wollten. Zwar ist Waitangi etwas weiter vom Geschehen entfernt, aber trotzdem hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf die Bay of Islands.















Am Sonntag, den 29.01.17 wanderten John und ich den Opua Coastal Walk. Er startet in Opua und führt an der Küste entlang und über Hügel bis nach Paihia. Er dauert ca. 2 Stunden in jede Richtung, also 4 h hin- und zurück. Wir waren schon lange nicht mehr gewandert, deshalb wollten wir es nicht gleich übertreiben.













Abends hatten wir David und Susan von der Enchantress und George und Lorna von Quodsino II auf unser Boot eingeladen. Goerge und Lorna brachten das Essen, Susan und David und wir Salate und Getränke, danach machten wir noch etwas Musik.

Am nächsten Tag hatten wir ziemlich Muskelkater vom Wandern, und entschieden, die Waiariki Hot Pools in Ngawha Springs auszuprobieren. Dort gibt es 15 verschiedene Pools mit unterschiedlichen Temperaturen und mineralischer Zusammensetzung. Hauptbestandteil ist der Schwefel, deshalb darf man mit der Nase nicht zu zimperlich sein. Der Heileffekt ist aber enorm, der Eintritt sehr billig. Es kostet nur 4 NZD (ca. 2,80 €). Es war ein sehr heißer Tag, und ich holte mir leider einen Sonnenbrand.



John fühlte sich am nächsten Tag so gut, dass wir uns den Bay of Island Coastal Walkway vornahmen. Der führt von Opua nach Paihia, dann setzt man mit der Fähre nach Russell über und wandert dann von Russell nach Okiato und setzt dann mit der Autofähre nach Opua über. Also ein Rundwanderweg. Er war aber sehr anspruchsvoll und führte rauf und runter. Am Schluss konnten wir keine Stufen mehr sehen, und liefen die Straße bis zur Fähre entlang.







Am Freitag, den 03.02.17 fuhren wir dann noch einmal zu den Waiariki Pools. Es war ein bewölkter Tag mit einigen leichten Schauern. Perfekt für die Pools. Wir brachten genügend zum Essen und zum Trinken mit, und verbrachten dort fast 5 Stunden. 

Am Montag, den 06.02.17 wollten wir unseren Autopiloten kalibrieren. Wir starteten schon früh am Morgen, da wir um 14 Uhr zusammen mit Susan und David bei Graeme und seiner Frau Natalie zum Kaffee eingeladen waren. Graeme arbeitet schon seit Wochen auf der Enchantress und wir hatten seit dem 01.02.17 seine Mooring Boje gemietet, die um einiges billiger als die von der Marina ist. Da es aber ein Feiertag war, und zu viele Boote unterwegs waren, mussten wir immer wieder ausweichen, was für die Kalibrierung nicht sehr gut ist. Am Ende gaben wir auf.




Beim Kalibrieren kamen wir an einem Navy Schiff vorbei





Susan, Nathalie und ich



David, Graeme und Matt




Am 07.02.17 fuhren David und Susan nach Auckland, um Susans Mutter vom Flughafen abzuholen. Am Mittwoch half uns George beim Sea Trial des Autopiloten. Dieses Mal fuhren wir Richtung Paihia und hatten genügend Platz, um unsere Kreise zu drehen und zu schauen, ob der Autopilot auch wirklich seinen Kurs hält. Nach zwei Stunden waren wir wieder zurück an der Boje. Am Donnerstag regnete es den ganzen Tag, und somit verbrachten wir den Tag mit Lesen.

Am Feitag, den 10.02.17 fuhr ich dann mit dem Auto nach Paihia und holte dort Susan und ihre Mutter Wendy vom Motel ab. Zusammen fuhren wir dann nach Kerikeri, um zu den Rainbow Falls zu wandern. Bis zu den Rainbow falls sind es 5 km. Wir ließen Wendy dann dort zurück und Susan und ich liefen den Trail zurück, um mit dem Auto zu den Falls zu fahren, um dort Wendy abzuholen und ein kleines Picknick zu machen. Danach gingen wir noch einkaufen, bevor wir wieder zurück nach Opua fuhren.








Am 11.02.17 gab es dann einen Flohmarkt für Segler in Whangarei. John und ich wollten schauen, ob wir günstig ein paar Sachen ergattern können, und natürlich wollten wir dann noch im Pack’nSafe einkaufen. Immerhin erstanden wir einen Windscoop, ein einfaches Telefon und zwei Taschenlampen. George und Lorna waren auch dort. Sie hatten ihre Quatsino II verkauft, und wollten jetzt noch ein paar Sachen verscherbeln, die nicht auf der Inventarliste standen.

 

Das war’s für dieses Mal. Genießt die Bilder. Also bis zum nächsten Mal…


Unser Auto, ein Subaru



Sonnenuntergang 


Neuseeland II

27.11.16-31.12.16

Am Dienstag, den 29.11.2016, feierten John und ich unseren 25. Hochzeitstag. David hatte von der ICA (Island Cruising Association), bei der er Mitglied ist, ein Auto ausgeliehen. Wir fuhren nach Kerikeri, um dort in den zwei großen Supermärkten, dem Warehouse und einem Baumarkt herumzustöbern. Wir brachten dann unseren Einkauf zurück zum Boot, und fuhren danach wieder an Land, um mit dem Auto nach Pahia zu fahren, wo wir im Restaurant Alongside zu Abend aßen. Wir genossen leckeres Essen und eine Flasche Weißwein. Danach ging es zurück zur Marina, und dann auf die Yacht Starcharger. Gill und Alasdair hatten uns eingeladen, unseren Hochzeitstag auf ihrem Boot zu feiern. Wir hatten schon Sekt und Getränke zum Kaltstellen vorbeigebracht, und natürlich unsere Instrumente. Es wurde ein feuchtfröhlicher Abend, und erst um ca. 1 Uhr morgens fanden wir unseren Weg zurück zu Chevaldy.


Kerikeri

Ein Selfie

David und Susan im Alongside

Party auf Starcharger


Am nächsten Tag schauten wir uns ein Auto an, das in der Marina zum Verkauf stand. Es sollte 3200 NZD kosten. David handelte das Auto auf 2500 NZD herunter. Da wir das Auto zusammen mit David und Susan kauften, kostete es uns inklusive Versicherung und Registrierung 1500 NZD, das sind ca. 1050 €. Wenn wir das Auto am Ende der 7 Monate wieder verkaufen können, keine schlechte Sache. Mit dem Auto ist man mobil, und Susan und ich fuhren regelmäßig nach Kerikeri oder Paihia zum Einkaufen, während die Männer am Boot werkelten. Unser großes Projekt war, unseren neuen Autopiloten samt neuem Computer zu installieren. Wir hatten uns einen Raymarine EV-100 gekauft. Für unsere Bootsgröße gerade richtig. Da unser alter Autopilot Mr. Zulu nun im Ruhestand ist, brauchen wir einen neuen Namen für den Piloten. Für Vorschläge sind wir dankbar.


Unser neuer Autopilot

Unser Beiboot hatte mehrere Lecke und musste geklebt werden. Dann war der Schalter am Motorpanel kaputt und musste erneuert werden, Kabel waren korrodiert und mussten neu verlegt werden. Natürlich musste man erst herausfinden, wo das Problem liegt. Es hört sich alles immer so einfach an. John hat die Fugenmasse am Teakdeck entfernt und erneuert. Jetzt muss es noch geschliffen werden. Die „To Do“- Liste wird aber trotzdem nicht kürzer.

Neben unserer Mooring Boje wurde eine Mooring Tonne ausgetauscht, es war recht interessant zuzuschauen.

Am 18.12.16 hatten wir dann zusammen mit Susan und David ein Weihnachtssingen organisiert. Wir wollten versuchen wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung zu zaubern. Susan hatte Glühwein gemacht, und es gab Kuchen und Gebäck. Wir waren 12 Segler und ein sehr internationaler Haufen. Jean-Pierre hatte auch seine Gitarre mitgebracht, und sang französische Weihnachtslieder. Gaston spielte Mundharmonika und Lizanne die Ukulele. Es hat sehr viel Spaß gemacht.




Weihnachtslieder in der Cruisers Lounge

Am 19.12.16 schickte ich die ausgefüllten Unterlagen für unsere Visa-Verlängerung nach Auckland. Schon am 22.12.2016 bekam ich eine E-Mail mit einer Verlängerung für uns beide bis zum 30. Juni 2017 (Falls das Wetter nicht mitspielt) für 184 NZD.

Am 21.12.2016 feierten wir Davids Geburtstag auf der Enchantress bei gutem Essen, Wein und Whiskey zum Abschluss.

Für unser Weihnachtsessen am 25.12.2016 trafen wir uns auch auf der Enchantress. Ich war für die Vorspeise (eine Suppe mit Kokosnussmilch und rotem Curry und Garnelen) und den Nachtisch (Obstsalat mit Sahne) verantwortlich, Susan backte einen Schinken und etwas Truthahn im Backofen. Dazu gab es Kartoffeln und Gemüse. Ein richtiger Festschmaus. Nach dem Essen kamen dann auch noch Jean-Pierre und Isabelle, und gemeinsam sangen wir dann noch einige Weihnachtslieder, bevor wir um ca. 0:45 Uhr auf unsere Chevaldy zurückkehrten.


Der Weihnachtsmann kommt

David und Sean

Susan, ich, John

Leckeres Essen


Jean-Pierre und Isabelle

David




Es ird gesungen

Am 28.12.16 fuhren wir dann noch nach Whangarei. David wollte sich noch die Port Marina anschauen, um Preise zu vergleichen. Und natürlich kauften wir im Pack`n Safe ein. Im Secondhandladen kauften wir für 30 NZD Stoff für einen neuen Überzug für das Sofa im Salon, und Susan bekam als verspätetes Weihnachtsgeschenk ein aufblasbares Kajak.


Picknick in Whangarei



Im Hintergrund die Whangarei Basin Marina


An Silvester kamen dann Susan und David zu uns aufs Boot zum Essen. Ich hatte einen Ratatouille Topf gekocht. Danach machten wir noch etwas Musik, bevor wir um 23:00 Uhr mit dem Beiboot an Land fuhren, natürlich bepackt mit Getränken. Wir liefen dort einen Hügel hinauf, von wo wir dann, zusammen mit anderen, das Feuerwerk bewundern konnten, das auf einem Kahn zwischen Paihia und Russell losgelassen wurde. Das Schauspiel dauerte ca. 20 min. Danach blieben wir noch ein Weilchen dort sitzen, bevor wir wieder zurück zum Boot fuhren.





Im Rückblick auf das Jahr 2016, haben wir viele Herausforderungen gemeistert. Zuerst die Panamakanal Durchquerung. Wir hatten den Atlantik hinter uns gelassen. Danach kam die 4200 sm lange und 40 Tage dauernde Passage von Panama nach Hiva Oa. Für uns die längste Strecke und die längste Zeit, die wir je auf See verbracht hatten. Die jedoch größte Herausforderung für uns und unsere Chevaldy war die Passage von Tonga nach Neuseeland. Sowohl Chevaldy als auch wir wurden bis an unsere Grenzen getestet.

Highlights waren zum einen Französisch Polynesien, mit den Marquesas, Tuamotus und den Gesellschaftsinseln. Außerdem war das Navigieren in den Riffen eine Herausforderung für sich. Zum anderen Palmerston, eine Insel und Welt für sich. Auch Tonga hat uns sehr gefallen, und wir versuchen, auf unserem Weg zurück in die Tropen, den Landfall in Tonga zu machen. Das ist aber von Wind und Wetter abhängig.

Jetzt sind wir gespannt, was uns das neue Jahr bringen wird. Also bis zum nächsten Mal…

 


Neuseeland

11.11.16 bis 26.11.16

Am Freitag gab es dann das erste von vielen BBQs. Fast alle Segler, die an der „All Points Rally“ teilgenommen hatten, waren erschienen. Es gab Würstchen, Hamburger, Bier und Wein, so viel wie man wollte, bis alles gegessen und getrunken war.


Susan and Gitta


Am Montag und Dienstag hielt Northsails ein Seminar über die unterschiedlichsten Segel und Designs und dann über Notreparatur auf hoher See. Bei Roger sah alles so einfach aus. Unser Groß war auch gerissen, und so übergaben wir es Roger zur Reparatur. Die nächsten zwei Wochen waren wir mit Ersatzteilbeschaffung (unter anderem konnten wir Dichtungen und Kugellager für die Seewasserpumpe kaufen), Seminaren und BBQs beschäftigt. Viele Segler, die wir auf unserem Weg von Panama nach Neuseeland irgendwo kennengelernt hatten, trafen wir hier wieder, und die Seminare der All Points Rally waren eine gute Möglichkeit, um wieder mit einigen der Segler ins Gespräch zu kommen. Jean-Pierre und Isabelle von der SY Sodric waren in der Zwischenzeit auch in Neuseeland angekommen, wir hatten die beiden seit Niue nicht mehr gesehen.


Remi, David, Susan and Sean on Sodric

Remi, David, Susan, me and Jean-Pierre


Jean-Pierre and Isabelle

Jean-Pierre spielt französische Lieder

Party Abend auf Ta-b


George und Sean

Susan und ich nahmen an einem Ausflug mit dem Bus nach Kerikeri teil, bei dem wir auch „The Stonehouse“, das älteste Steinhaus in Neuseeland, besuchten.


The Stonehouse

Das älteste Holzhaus






Mit Susan unternahm ich dann noch eine Radtour auf den alten Schienen Richtung Kawakawa. Unsere Mission war, bei Carters einen Bohrer zu besorgen. Wir erledigten das zuerst, und genossen dann, unseren Trip bis zur Brücke, die leider gerade repariert wird. Das bedeutet auch, dass wir nach ca. 7 km wieder umkehren mussten. Wir legten einen Stopp bei der Brücke ein, und da es sehr warm war, zog Susan ihren Pullover aus. Was wir nicht bemerkt hatten war, dass der Bohrer herausfiel. Susan bemerkte es erst, als wir wieder zurück auf dem Boot waren. Enchantress lag zum Glück immer noch in der Marina. Also radelten wir noch einmal los, und wir hatten Glück, wir fanden den Bohrer tatsächlich an dem Ort, an dem wir eine kleine Pause eingelegt hatten.






Der Radweg führt auf ehemaligen Schienen am Ufer entlang

Am Samstag wollten Susan und ich dann den Ort Russell besuchen. Dazu fährt man mit der Autofähre für einen Dollar rüber. Wir hatten jedoch nicht gedacht, dass der Ort 8,5 km von der Fähranlegestelle entfernt ist. Da nicht sehr viele Autos auf der Fähre waren, konnte uns niemand mitnehmen. Also entschieden wir, den Trail zu wandern. Er führt durch den Wald, und ist sehr schön. Nach ca. 2 km kamen wir wieder auf der Straße heraus, bevor der Trail dann wieder in den Wald führt. Wir versuchten unser Glück noch einmal, per Anhalter zu fahren, und hatten Glück. In Russell schlenderten wir dann durch die verschiedenen Läden und gönnten uns einen Kaffee in der Bäckerei. Danach ging es wieder zurück. Dieses Mal nahm uns schon das zweite Auto bis zur Fähranlegestelle mit.


Anleger in Russell

Kirche in Russell

In der Woche darauf gab es dann mit der „All Points Rally“ einen Trip zum Weinberg in Russel. Wir fuhren mit der Fähre nach Russel und wurden dort dann mit dem Auto zum „Omata Estate Vineyard & Kitchen“ gefahren. Dort konnten wir dann an einer Weinprobe teilnehmen, bevor wir den Nachmittag mit Wein und Pizza ausklingen ließen (John und ich teilten uns eine Pizza, und wir tranken zusammen eine Flasche Wein mit Susan und David) und die tolle Aussicht über die Bucht genossen.






Wir warten auf die Fähre

Am Freitag, den 25.11.16, hielt dann Bob Mc Davitt ein Seminar über das Wetter, und auf was man auf seinem Weg zurück nach Norden (Fidschi oder Tonga) alles achten muss. Am Abend gab es dann zum Abschluss der „All Points Rally“ Hamburger und ein Getränk. Fast alle Segler waren da. Sogar Bruce und Kerry von Haven und Kyle und Shelley von Blowing Bubbles, die ihr Boot nach Whangarei verholt hatten, waren mit dem Auto gekommen.


In der 2. Reihe, Bruce, Kerry, Shelley und Kyle



Sean mit Shelley und Kyle von Blowing Bubbles

Mit Ende der Rally begann dann der Anfang der „To Do Liste“, die immer länger wird. Am 26.11.16 gab es dann noch den „Opua Trade Day“, einer Art Flohmarkt und viele Stände mit Essen. Die nächsten Wochen werden wir mit Reparaturen beschäftigt sein, bevor wir das Land etwas erkunden können.


Blick auf die Ankerbucht

Chevaldy an der Mooring Boje

Ankerbucht im Nebel

Wir wünschen allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.
Also bis zum nächsten Mal…


Tonga-Minerva-Neuseeland


25.10.16 bis 10.11.16

 Am 25.10.16 um 15 Uhr verließen wir die Bucht vor Pangaimotu, und setzten Segel Richtung Nord Minerva Riff, einem Atoll ähnlichen Korallenriff, das gerne als Zwischenstopp auf dem Weg nach Neuseeland genutzt wird. Da wir etwas später Anker auf gingen, als gedacht, nahmen wir die Maschine zur Unterstützung, um nicht mitten in der Nacht anzukommen. Es gab angenehmes Wetter und angenehmen Wind, und so genossen wir die zwei Tage auf See. Am 27.10.16 um ca. 18 Uhr fiel der Anker in 11 m Tiefe am Ostende der großen Bucht. Außer uns waren noch drei andere Boote im Riff. Wir kochten uns erst einmal etwas anständiges, und legten uns dann schlafen. Am nächsten Morgen hörten wir einige Yachten auf VHF, die entschieden, an Minerva vorbei zu segeln, um direkt Kurs auf Opua zu legen, darunter auch die SY Ares Mear mit David und Gitta.


Nördliches Minerva Riff

David und Susan, die Tonga am Mittwochmorgen verlassen hatten, entschieden sich jedoch für einen Zwischenstopp. Um ca. 8 Uhr fiel der Anker der Enchantress. Susan und David ließen ihr Dinghy ins Wasser, und ruderten das kurze Stück zu uns herüber. David hatte seinen Computer mitgebracht, um uns die Gribfile Daten, die er über sein Satellitentelefon heruntergeladen hatte, zu zeigen.


Susan und David auf dem Weg zu uns

Diskussion über das Wetter

John hilft beim Rudern, um Diesel zu holen

Chevaldy beim Sonnenuntergang in Minerva


Das Wetter ist und bleibt das Topic Nr. 1 auf dem Weg nach Neuseeland, da keiner in einen Sturm geraten möchte. Ein Wetterfenster bleibt ca. nur 5-8 Tage geöffnet, man braucht aber ca. 9-11 Tage nach Neuseeland, je nach Schnelligkeit des Bootes. Für uns war es daher von vorneherein klar, dass wir Minerva anlaufen, um dort auf ein geeignetes Fenster zu warten. Von David bekamen wir auch noch einmal einen Kanister mit 20 Liter Diesel, für alle Fälle. Am nächsten Tag kamen auch die SY Vagabond und Calyope an, die drei anderen Boote, darunter 2 Katamarane hatten das Riff früh am Morgen verlassen. Vagabond hatte SSB Radio, und so konnten sie das Wetter abhören, sie bekamen auch die Informationen vom Wetterguru Bob Davitts. Zusammen mit den Grib-Wetterdaten entschieden wir uns dann, das Minerva Riff am Sonntag, den 30.10.16  früh zu verlassen. Am ersten Tag gab es noch relativ guten Segelwind.


Chevaldy unter Segel


Wir hatten insgesamt 400 Liter Diesel gebunkert, um sicherstellen zu können, durchschnittlich 5,5 kn pro Stunde zurücklegen zu können. Wir wollten nicht in die Gefahr eines Sturms gelangen, der meistens mit dem nächsten Tief kommt, wenn wir zu langsam sind. Am nächsten Tag hatten wir dann stärkeren Wind von Vorne, und mussten Hoch am Wind gehen. Am dritten Tag gab es dann zuerst richtig schönen Segelwind, bevor er dann drehte, und wir 30-38 Knoten von achtern hatten. Die ersten 2,5 Tage konnten wir noch mit Enchantress mithalten, aber dann segelten sie uns davon. Wir hatten noch Funkkontakt mit Vagabond, die uns mitteilten, dass wenn wir nicht zu schnell segeln würden, würde die Front südlich an uns vorbeigehen, und wir könnten Kurs direkt auf Opua legen. Leider breitete sich die Front aber stärker aus als gedacht, und nachdem wir schon 18 h Starkwind von achtern hatten, drehte der Wind direkt auf Süd und uns direkt auf die Nase.



Die Wellen waren hoch und brachen über den Bug. Die Gummidichtung am Fenster musste sich gelöst haben, den eine Welle nach der andere gelang durch das Fenster in die Vorkabine. Als ob das nicht schon genug wäre, leckte die Dichtung in unserer relativ neuen Seewasserpumpe. Wir beschlossen beizudrehen, um wenigstens das Fenster provisorisch abzudichten. Das Leck in der Dichtung der Seewasserpumpe konnten wir nicht beheben, deshalb mussten wir stündlich die Bilge leeren. Wir konnten zwar das Fenster zum größten Teil abdichten, aber es war schon so viel Wasser übergekommen, und das bahnte sich jetzt den Weg in die Bilge. Ein paar Stunden später segelten wir dann hoch am Wind Richtung Opua. Unsere Chevaldy wurde so durchgeschüttelt, manchmal dachte ich, dass sie einfach in der Mitte durchbrechen würde, so fühlte es sich an, wenn wir gegen eine Welle liefen. Am Samstagnachmittag konnten wir schon die Wettervorhersage per VHF empfangen, und was wir dort hörten war alles andere als aufbauend. Für Sonntagnachmittag war ein Sturm angesagt. Wir wussten, dass wir es am Samstag nicht mehr schaffen würden, und hofften, Opua wenigstens am Sonntag so früh wie möglich zu erreichen. Wir hatten Glück, und erreichten die Passage für die Bay of Islands am Sonntagfrüh, aber noch in der Dunkelheit. Wir warteten deshalb, bis es hell wurde, bevor wir uns in die Passage wagten.


Land in Sicht


Wie wir später hörten, eine weise Entscheidung. Ta-b, ein Katamaran, fuhr die Passage bei Nacht und traf einen der grünen Bojen mit dem Rumpf. Sie hatten Glück, dass der Mast nicht herunterkam und mussten abgeschleppt werden. Der vordere Teil des Rumpfes war gerissen, zum Glück über Wasser, so dass sie abgeschleppt werden konnten. Auf halbem Wege durch die Passage nach Opua wurden wir von der SY Haven angefunkt. Bruce und Kerry waren auf dem Weg nach Whangarei. Sie kamen relativ nah an unser Schiff heran, und so konnten wir uns etwas unterhalten. Um kurz vor 8 Uhr morgens machten wir dann am Q-Dock der Bay of Islands Marina fest. Wir hatten gerade die Maschine abgestellt, als auch schon der Beamte von Zoll- und Einreise mit seinem Dinghy kam. Da wir die Formulare schon ausgefüllt hatten, dauerte es nicht lange. Danach kam die Beamtin von Biosecurity. Man musste ein Formular ausfüllen, in dem gefragt wurde, welche Lebensmittel wir an Bord haben. Frisches Obst, Gemüse und Fleisch darf man nicht nach Neuseeland einführen. Konserven, Reis und Nudeln sind kein Problem. Sie schaute sich ein wenig um, und wir bekamen unser Formular. Somit waren wir einklariert und konnten unsere Boje suchen.

Susan und David waren schon am Samstagfrüh in der Marina angekommen, und lagen an einem Fingersteg. Wir kontaktierten die beiden per VHF und verabredeten, dass David uns mit dem Dinghy abholen würde, sobald wir sicher an unserer Boje lagen. Diese Boje zu finden war jedoch gar nicht so einfach, und unsere Geduld langsam auf dem Tiefpunkt. Nirgends auf der Boje war die Nummer 17 zu sehen. Erst als eine Mitarbeiterin der Marina mit ihrem Dinghy und einem Plan für die Bojen kam, konnte die Boje entdeckt werden. Sie gab dann auch zu, dass wir die Nummer der Boje vom Boot aus gar nicht hätten sehen können. Kurz darauf kam dann auch schon David an, und mit einem deftigen Brunch, das Susan in der Zwischenzeit vorbereitet hatte, kam auch unsere gute Laune wieder zurück. Wir hatten es geschafft, wir waren heil und in einem Stück in Neuseeland angekommen.

Am Montag waren wir nach Russel zu Pippy und Richard eingeladen, einem Ehepaar aus Neuseeland, die wir in Arrecife auf Lanzarote kennengelernt hatten. Wir fuhren mit der Fähre nach Russell (kostet nur $ 1), und Richard holte uns mit dem Auto dann vom Fährhafen ab. Wir machten mit dem Auto eine kleine Sight Seeing Tour, leider regnete es. Danach fuhren wir zurück zum Haus, und Pippy kochte uns etwas Leckeres zum Essen. Eigentlich wollten wir vor Sonnenuntergang wieder zurück sein, aber wie es halt so ist, wenn man sich lange nicht gesehen hat… Richard fuhr uns dann kurz nach 21 Uhr wieder zum Fährhafen. Es war sehr kalt und es regnete immer noch. Die Fähre war noch nicht in Sicht. Es stand nur ein Polizeiauto am Fährhafen. Richard meinte, wir könnten den Polizisten ja fragen, ob er uns mit rüber nimmt, dann müssten wir die Fährgebühr nicht bezahlen. Der Polizist hörte das und sagte:“ Kein Problem, steigt ein“. Also fuhren wir mit dem Polizisten Chris mit der Fähre rüber und er fuhr uns sogar bis zum Marina Büro. Das nenne ich Service.

Da sowohl David uns Susan als auch wir überlegten, ob wir unser Boot nach Whangarei verholen sollen, entschlossen wir uns, am Dienstag ein Auto zu mieten, um nach Whangarei zu fahren. Nach Whangarei sind es ca. 65 km mit dem Auto.



Wir parkten in der Nähe der Whangarei Marina in der Innenstadt. Dort hatten wir eine Pile Mooring ab Dezember gebucht. Wir liefen in die Innenstadt, und erstanden dort eine Sim-Karte für das Telefon, danach klapperten wir die Bootszubehörläden ab.




Innenstadt von Whangarei

Hundertwassergebäude

Mit Heiner von der SY Dörtita hatten wir uns um 15 Uhr auf einen Kaffee verabredet. Er kam zusammen mit Ilse und Wolfgang vom Katamaran High Flight, und wir hatten einen netten Plausch.


Susan, Heiner, ich, Ilse, David und Wolfgang

Danach gingen wir noch einkaufen, bevor wir uns wieder auf den Weg zurück nach Opua machten. Alle vier hatten wir uns entschieden, in Opua zu bleiben. Whangarei ist toll zum Einkaufen etc., aber wenn man etwas Idylle möchte, ist Opua wesentlich schöner.





Somit sagten wir unsere Pilemooring ab, und bezahlten einen weiteren Monat an der Swing Mooring. Da der Wind noch sehr stark blies, und der Wellengang in der Bucht doch etwas höher war, überließen uns David und Susan ihr Dinghy für die Zeit, die sie in der Marina verbrachten. Gitta und David von der Ares Mear waren auch in der Marina, und da sie ihr Boot verkaufen wollten, überließ Gitta mir ihren Musto Anzug, der an den Nähten etwas Wasser rein lässt, aber für die Kälte auf dem Weg zurück nach Fidschi ist er bestimmt toll.


Mein warmer Anzug

Für den 10.11.16 hatten wir uns dann zum Feiern auf der Enchantress verabredet, um auf die erfolgreiche Passage nach Neuseeland mit Sekt anzustoßen. Wir hatten wieder einen unvergesslichen Abend mit gutem Essen, Wein und Musik. Also bis bald….








Wir genießen es, ein schnelles Dinghy zu haben

Tonga


21.09.16 bis 25.10.16

Am 21.09.16 verließen wir Niue um 14 Uhr um nach Tonga zu segeln. Am ersten Tag hatten wir noch ein Etmal von 90 sm, aber am zweiten Tag kam es uns vor, als ob wir uns nur im Kreis drehten. Der Wind kam von West, und auch mit Unterstützung des Motors, machten wir keinen Fortschritt. Also drehten wir bei. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen entschieden wir dann, direkt nach Nuku‘alofa zu segeln, um überhaupt vorwärts zu kommen. Am 26.09.16 erreichten wir die Tongatapu Inselgruppe im Morgengrauen. Auf dem Weg von Niue nach Tonga hatten wir einen ganzen Tag verloren, da Tonga in einer anderen Zeitzone liegt. Ungefähr 3 sm vom Land sahen wir überall Wale springen, und Wal Kühe mit ihren Kälbern schwammen nicht unweit vom Boot. Es war ein richtiges Spektakel, und wir genossen das Schauspiel. So viele Wale hatten wir noch nie gesehen. Eine Wal Kuh mit ihrem Kalb kam uns aber dann doch etwas zu Nahe, und wir entschieden, dass wir jetzt einen Zahn zulegen würden, und starteten die Maschine. Ein Pottwal kann bis zu 18 m lang werden, also doppelt so lang wir unsere Chevaldy.






Um 8:30 Uhr machten wir an der Pier in Nukualofa fest. Obwohl wir immer wieder versuchten, Radio Tonga zu erreichen, konnten wir erst um 13 Uhr einklarieren. Da insgesamt 3 Personen nacheinander an Bord kamen, dauerte es bis um 15 Uhr, bis wir schließlich fertig waren (Zoll- und Einwanderungsbehörde, Gesundheitsbehörde und einer von der Quarantäne).



Nachdem wir einklariert hatten, konnten wir endlich von Bord, um etwas Brot und Obst zu kaufen, bevor wir zur Ankerbucht vor der Insel Pangaimotu bei Big Mamas fuhren.






Glenda, Big Mama und John

Ich kaufte eine ganze Wassermelone für 3 TOP, das sind ungefähr 1,20 €. Wir ankerten in ca. 11 -15 m Tiefe, je nach Tide und Windrichtung.
Am nächsten Morgen fuhren wir dann mit der Fähre, die jeden Tag um 9 Uhr von Big Mamas wegfährt. Sie kostet pro Person 10 TOP und fährt dann um 11,12 oder 17 Uhr wieder zurück.



Wir genossen unseren ersten Tag in Nuku‘alofa, und gingen auf dem Markt einkaufen. So viel frisches Obst und Gemüse hatten wir schon lange nicht mehr gesehen. Wir aßen in einem Philippinischen Restaurant zu Mittag, was uns 14 TOD für uns beide kostete. Danach tranken wir noch eine Kaffee im „Friends Cafe“, bevor wir die Fähre um 17 Uhr wieder zurücknahmen.


Markt

Hauptstraße in Nuku'alofa

Brunnen vor dem Palast

Palast

Tourist Office

Am 05.10.16 gab es dann ein Seminar über das Wetter, das John Martin von der All Points Rally hielt. Da wir nur zu sechst waren, konnte jeder so viele Fragen stellen, wie er wollte. Wir hofften, danach wettertechnisch vorbereitet zu sein.

In der Ankerbucht waren noch nicht sehr viele Boote, aber Kyle und Shelly von der SY Blowing Bubbles waren auch da. Sie hatten die Vavau‘u Gruppe in Tonga verlassen, weil es ihnen dort zu voll wurde. Wir luden die beiden zu einer „musicnight“ auf Chevaldy ein. Kyle spielt die Ukulele. Ein paar Tage später gab es ein BBQ bei Big Mamas und wir brachten unsere Instrumente mit. Es waren fast alle Crews der 11 Boote da, und wir hatten einen richtig tollen Abend.


Kyle und John



Glenda und Graham

Für den 10.10.16 war Starkwind vorhergesagt, und wir brachten an unserer Ankerkette noch einmal 5 m Ankerkette und 10 m Ankerleine an, damit wir insgesamt 60 m Kette und Leine  auf 15 m hatten. Wir waren vorbereitet. Am Nachmittag nahm der Wind langsam zu und erreichte um ca. 19 Uhr 35 bis 40 Knoten. Um 5 Uhr morgens erreichte der Sturm dann mit über 43 kn seinen Höhepunkt und nahm danach langsam auf 35 kn ab. Erst gegen Spätnachmittag war das schlimmste vorbei. Hier in Nuku‘alofa bekamen wir den ganzen Wind ab, aber in Vavau‘u hatten sie den ganzen Regen.

Wir wurden zum Essen von Graham, einem Kiwi, auf seiner Yacht Te Arai eingeladen, und von Kyle  und Shelly auf Blowing Bubbles. Wir luden dann auch wieder ein, und so vergingen die Tage und Abende wie im Flug. Zwischenzeitlich kannten wir auch alle Läden in Nukualofa, und als Wolfgang und Ilse von dem Katamaran High Flight in Nuku‘alofa ankamen, konnten wir den beiden eine Tour durch den Ort geben. Am Samstag, den 17.10.16 unternahmen wir dann mit den beiden eine Bustour zu den Blowholes und danach zu einer Höhle auf der anderen Seite der Insel. Da wir mit dem lokalen Bus fuhren, kostete uns die ganze Tour nur 17,20 € für uns beide, inklusive Eintritt in die Höhle, dafür dauerten die Busfahrten relativ lange. Wir hatten Angst, dass wir die letzte Fähre verpassen würden. Aber der Busfahrer versprach uns, uns um 14:30 Uhr bei der Höhle abzuholen. Das war ein Service. Wir erreichten die letzte Fähre nach Pangaimotu ohne Probleme.










Wolfgang, Ilse und John




Am 19.10.16 fuhren wir zusammen mit Wolfgang und Inge mit der Fähre nach Nukualofa. Wir hatten 10 20 Liter Kanister für Diesel dabei und Wolfgang und Inge auch. Während Inge auf die 20 Kanister aufpasste, gingen Wolfgang, John und ich zum Ausklarieren. Zuerst mussten wir unsere Hafengebühr bezahlen. Danach wurden wir zu einem anderen Büro geschickt, wo wir das Formular für Steuerfreien Diesel bekamen. Danach mussten wir noch zum Zoll- und Einreisebüro, wo dieselbe Dame saß, die uns einklariert hatte.  Sie überprüfte, ob wir unsere Gebühren bezahlt hatten, und gab uns unseren Ausreisestempel in den Pass. Jetzt mussten wir ca. 1 km bis zur Total Station laufen, wo wir unser Fass mit steuerfreien 200 Liter Diesel bestellen und bezahlen konnten. Danach wurden wir wieder zurück zum Hafenamt geschickt, wo wir ein Formular für die Auslieferung bekamen. Danach liefen wir zu Inge  und Kanister zurück, und warteten auf die 2 Fässer. Diese wurden aber erst am Nachmittag geliefert, so dass wir erst die Fähre um 17 Uhr zurücknehmen konnten. John machte dann zwei Fahrten vom Dinghy Dock, um die Kanister zu Chevaldy zu bringen. Jetzt waren wir randvoll mit Diesel.

Am 21.10.16 schaute ich mich nach dem Aufstehen um und sah, dass Enchantress neben uns geankert hatte. Wir freuten uns riesig, da wir die zwei seit Bora Bora nicht mehr gesehen hatten. Gegen 10 Uhr fuhren wir dann rüber, um die beiden zu begrüßen, und fuhren dann mit Davids und Susans Dinghy nach Nuku’alofa rein, um den beiden die Läden und Bäckerei zu zeigen.

Für die nächste Woche sollte es ein Wetterfenster geben, und wir entschieden, am Dienstag, den 25.10.16 zum Minerva Reef aufzubrechen, wo wir einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Neuseeland einlegen wollten. Susan und David wollten erst am Mittwoch aufbrechen, da sie noch nicht ausklariert hatten.

Da  am Wochenende mal wieder sehr schlechtes Wetter war, konnte David erst am Dienstag ausklarieren und Diesel bunkern. Da wir den beiden versprochen hatten, beim Pumpen zu helfen, verschob sich unsere Abfahrt zum Minerva Reef um ein paar Stunden.


John beim Dieselpumpen

Unsere Chevaldy hatten wir aber schon am Abend zuvor seefest gemacht, somit konnten wir sobald wir zurück waren, Anker aufgehen. Um 15 Uhr verließen wir die Bucht vor Pangaimotu, um die 270 sm in Angriff zu nehmen.


Niue

11.09.16 bis 21.09.16

Wir verließen Palmerston um 14 Uhr und legten Kurs auf das 389 sm entfernte Niue.

Niue ist eines der kleinsten Länder der Welt, dafür aber ,der größte Korallenblock. Niue ist von unterirdischen Tunnels und Höhlen durchlöchert. Niue hat einen Assoziierungsvertrag mit Neuseeland. D.h. sie sind Neuseeländische Staatsbürger, dürfen sich aber intern selbst regieren.  D.h. aber auch, dass viele Niueaner auswandern, um in Neuseeland zu arbeiten. Umgeben von steilen klippen, verfügt Niue über keine natürlichen Häfen. Einziger Schutz bietet eine Einbuchtung an der Westküste vor dem Ort Alofi. Dort hat der Yachtclub einige Mooring Bojen ausgelegt, an denen man für 20 NZD pro Tag festmachen kann. Die Tender werden mit einem Kran aus dem Wasser gehoben.



Chevaldy an der Mooring Boje



Wale in der Bucht

Sodric mit Jean-Pierre und Isabel hatte sich auch entschieden, weiterzusegeln, aber schon eine Stunde früher abgelegt. Wir hatten nur sehr wenig Wind und motorsegelten. Unser Autopilot funktionierte wieder, und so war uns die leichte Brise gerade recht. Der Wind nahm nur leicht zu, dafür hatten wir aber hohen Schwell von Süden, was sehr unangenehm war. Als wir am 14.09.16 die Nordspitze von Niue erreichten, kam mal wieder eine Front durch, und innerhalb von Sekunden brach wieder die Hölle los. Am Anfang regnete es so viel, dass wir das Land nicht mehr sehen konnten. Nimmt die Geschwindigkeit ab, zeigt der Plotter nicht die richtige Richtung an. Man kann sich nur noch am Kompass orientieren. Wir kamen teilweise nur noch mit 1,9 kn vorwärts, und brauchten für die letzten 5 sm über 2,5 h. Um 14:30 Uhr kam endlich die Bucht von Alofi in Sicht. Wir funkten „Nuie Radio“ an, die teilten uns aber mit, dass wir erst am nächsten Morgen um 9 Uhr einklarieren könnten. Kein Problem, bei diesem Wetter wollten wir sowieso nicht an Land gehen. Danach funkten wir den Niue Yachtclub an, um ihnen mitzuteilen, dass wir eine der freien Bojen nehmen würden. Hannes von der Cayenne hatte uns zuvor mitgeteilt, dass noch zwei Mooring Bojen auf der Nordseite des Anlegers frei wären. Um 15 Uhr machten wir dann an der Boje fest, und waren froh, dass wir bei diesem Wetter sicher an der Boje lagen. Neben uns lag Sodric. Sie hatten Niue schon um 9 Uhr erreicht. Jean-Pierre funkte uns an, und fragte, ob wir zum Sundowner kommen wollten. Kurz vor 18 Uhr holte uns Jean-Pierre ab, da unser Beiboot noch nicht im Wasser lag. Wir hatten einen netten Abend an Bord der Sodric. Jean-Pierre hatte auch eine Gitarre, und so spielte John ein paar Lieder und Jean-Pierre ein paar französische Lieder. Am nächsten Tag klarierten wir ein, und erkundeten ein wenig den Ort. Für das Beiboot gibt es einen Kran, an dem man das Beiboot hochhievt, und dann auf dem Anleger parkt.









Es gibt zwei Supermärkte und einen Duty Free Laden für Alkohol im Ort. Insgesamt leben nur noch 1600 Menschen auf Niue, die meisten ziehen nach Neuseeland. Kein Wunder bei den Preisen. Im Yachtclub gibt es kostenloses Wi-fi, wenn es funktioniert. Will man schnelles Wi-fi, kann man sich eine Stunde im Telekommunikationsladen für 5 NZD kaufen. Am nächsten Tag kamen dann auch Maurice und Maria mit der SY Cattiva an. Für Samstag hatten wir 6 gemeinsam ein Auto gemietet, um die Insel zu erkunden. Eigentlich hätte es ein 8-Sitzer werden sollen. Leider wurde es am Ende nur ein Kombi, aber Maria kletterte in den Kofferraum und hatte kein Problem damit. Wir fuhren die Westküste hoch und besuchten verschiedene Höhlen.













Danach gingen wir im Limu Pool schnorcheln, bevor wir unterwegs eine Kleinigkeit aßen.









Danach ging es weiter zur Matapa Schlucht und den Talava Arches.















Dann fuhren wir an der Ostküste hinunter bis zur Togo Schlucht. Da war es schon 16:30 Uhr. Bis zur Schlucht und wieder zurück wurden 45 min pro Strecke angegeben. Das hieße, wir wären um ca. 18 Uhr zurück.






Isabelle beim Abstieg


Johns neue Jack Wolfskin Sandalen hatten sich zuvor in mehrere Einzelteile aufgelöst, deshalb wartete er am Auto. Um 17:45 Uhr waren wir zurück. Die Höhlen und Schluchten sind wirklich einzigartig, und wir hatten diesen Tag sehr genossen. Am Sonntag waren wir dann zum Abschiedsessen auf der Cattiva eingeladen. Sodric und Cattiva wollten das Wetterfenster nutzen, um weiter nach Vavau/Tonga zu segeln, obwohl für Dienstag Westwind vorhergesagt wurde. Wir wollten noch abwarten, ob sich das Wetter bessern würde. Also beobachteten wir das Wetter und stellten fest, dass wenn wir nicht bald lossegeln würden, auch wenn es nur leichten Wind gibt, der auch noch aus Westen kommt, wir für mindesten weitere 10 Tage auf Niue festsitzen würde. Bei 20 NZD pro Tag für die Mooring Boje und den gesalzenen Preisen im Supermarkt nicht sehr wünschenswert. Also entschieden wir uns, am Mittwoch noch 40 Liter Diesel zu kaufen, der Liter für 1,70 €!!!! Und danach auszuklarieren. Wir bekamen Brians Auto vom Yachtclub, da die Immigrations- und Zollbeamten kein Auto zur Verfügung hatten. Damit fuhren wir zum Ausklarieren und dann zur Tankstelle. Brian wollte für diesen Service nur eine Spende haben. Um 14 Uhr verließen wir die Mooring Boje in Niue und legten Kurs auf Tonga.

Niue war nett, wir hatten viel Spaß zusammen mit Isabel, Jean-Pierre, Maria und Maurice, luden uns gegenseitig aufs Boot ein, machten Musik und hatten einen tollen Tag bei unserer Inseltour. Aber bis jetzt war sie die absolut teuerste Insel. Diese eine Woche kostete uns über 500 €. Die Inselrundfahrt mit 35 € für uns beide fällt da nicht einmal ins Gewicht. Kosten für die Mooring Boje, Diesel und vor allem fürs Einkaufen und auch Obst und Gemüse sind sehr sehr hoch. Aber es wäre auch Schade gewesen, hätten wir dieses Fleckchen Erde nicht besucht.


Palmerston – Ein kleines Fleckchen Paradies

30.08.16 bis 11.09.16

Am  30.08.16 verließen wir Bora Bora, um Richtung Niue zu segeln. Die Wettervorhersage versprach moderaten Wind, der langsam weniger werden sollt. Kein Problem mit genug Diesel an Bord. Am ersten Tag hatten wir eine mäßige Brise und kamen langsam aber sicher vorwärts. Da der Wind schon am zweiten Tag weniger wurde, motorsegelten wir, was uns ein paar Etmale mehr einbrachte. John warf die Angel aus, und am zweiten Abend fingen wir einen 75 cm langen Barrakuda.



Gebraten mit Knoblauch ein Schmaus. Am dritten Tag fingen wir einen Skip Jack, der zur Familie der Thunfische gehört. Für das nächste Essen war gesorgt. Am 03.09.16, also am vierten Tag, hätte es eigentlich keinen Wind geben sollen. Aber wie so oft, war die Wettervorhersage falsch. Ich hatte Wache und plötzlich drehte der Wind, und die Segel fingen an zu Schlagen. Der Wind hatte von Ost über Nord auf Westen gedreht. Der Wind kam dann direkt von vorne. Ich rief John, und gemeinsam bargen wir die Segel. Zum Glück, denn keine 10 min später drehte der Wind auf Süden, eine dunkle Wand kam auf uns zu, und die Hölle brach los. Der Wind nahm stetig zu und der Regen kam einer Sintflut gleich herab. Ich holte zwar schnell das Ölzeug, aber wir waren schon bis auf die Unterhose nass. Wir hofften, dass es nur ein Squall wäre, aber der Wind legte bis auf 45 Knoten zu, und auch der Regen wurde nicht weniger. Die Wellen türmten sich bis auf über 4 m auf, und es war keine Besserung in Sicht. Wir liefen unter Motor mit Wind und Welle ab. Durch die hohen Wellen war der Druck auf das Ruder zu groß, und der Autopilot gab seinen Geist auf. Ich steuerte von Hand, bis John mit dem Ersatzautopiloten kam. Aber auch dieser brach in kürzester Zeit. Handsteuerung war angesagt. Wir surften teilweise die hohen Wellen mit 12 Knoten hinunter, wir liefen Gefahr, die Kontrolle über das Boot zu verlieren. Also rollten wir die Genua etwas aus, um mehr Geschwindigkeit und somit die Kontrolle über das Boot wieder zu bekommen. Ein Boot per Handsteuerung auf Kurs zu halten ist gar nicht so einfach. Wir entschieden Kurs auf Palmerston zu nehmen, um den Autopiloten zu reparieren. Johns Versuch, den Autopiloten zu reparieren wurde von einer hohen Welle, die von der Seite kam, zunichte gemacht. Alles flog in der Kabine durcheinander. Palmerston hieß 250 sm per Handsteuerung. Ab ca. 18 Uhr kam der Wind mit 6-7 Beaufort aus SE. Nur mit der Genua hatten wir eine Geschwindigkeit von 6-7 Knoten. Wir wechselten uns über Nacht jede 1,5-2 h ab, da hohe Konzentration gefordert war. Am Morgen drehten wir dann bei, um genug Schlaf zu bekommen, und um etwas Richtiges zu Essen. Am Tag zuvor hatten wir uns von nur von Keksen ernährt. So machten wir es auch am nächsten Tag.



Am 05.09.16 erreichten wir den nordöstlichsten Punk von Palmerston um ca. 23 Uhr. Wir versuchten jemanden in Palmerston zu erreichen. Zum Glück meldete sich ein Amerikaner und teilte uns mit, dass nur 2 Segelboote in Palmerston an einer Mooring Boje liegen. Zwischen den beiden Booten würde es eine freie Mooring Boje geben. Wir sollten aber aufpassen, da das Riff sehr nahe östlich der Bojen wäre. Wir bedankten uns und näherten uns langsam der Bucht an der Westküste des Atolls. Wir machten einen großen Bogen um das nördlich Riff, da es eine stockdunkle, mondlose Nacht war, und wir absolut nichts sahen. Als wir endlich die zwei Boote ausmachen konnten, holten wir die Taschenlampe mit sehr starkem Strahler. Endlich konnten wir die Boje ausmachen. John stand mit dem Haken und Taschenlampe am Bug, ich fuhr langsam nach  seinen Anweisungen an die Boje heran. Am 06.09.16 um 3:30 Uhr lagen wir endlich sicher an der Mooring Boje. Wir wollten nur noch ins Bett und schlafen, schlafen, schlafen.

Palmerston, ein isoliertes Atoll,  liegt auf halben Weg zwischen Französisch Polynesien und Tonga im Südpazifik. Palmerston hat einen Durchmesser von ca. 6 Meilen. Das kreisförmige Atoll umschließt eine einzigartige und tiefe Lagune. Obwohl das Atoll aus mehreren Inseln besteht, leben alle 60 Einwohner auf einer Insel, die sie Palmerston oder „Home Island“ nennen. Ein kleines Fleckchen Sand, weniger als 1,5 Meilen lang, geschützt vom Passat Wind, liegt es im Westen der Lagune. Obwohl Palmerston im Jahre 1774 von Kapitän James Cook entdeckt und benannt wurde, war das Atoll bis William Marsters im Jahre 1863 ankam, unbewohnt. Mit der Hilfe von seinen drei Frauen, Akakingaro, Tepou Tenioi und Matavia, pflanzte der Engländer Palmen, erntete „Copra“ und produzierte 21 Kinder. Deshalb ist auch heute noch Englisch die offizielle Sprache auf Palmerston und nicht Maori. Die Insel gehört dieser einen Familie und wird auch von dieser einen Familie selbst verwaltet und nicht von den Cook Islands. Die Marsters sehen sich in erster Linie als Engländer, obwohl sie Pässe von Neuseeland besitzen. Die Insel wurde in drei Teile geteilt, so dass jede der drei Frauen gleich großes Land besaß. Die Nachkommen der jeweiligen Frau wohnen dann auf diesem Stückchen Land. Heiratet aber eine Frau aus der einen Familie einen Mann aus der anderen, verliert sie ihren Anspruch auf ihr Land, und zieht auf die Seite ihres Mannes. Heutzutage finden die Männer aber ihre Frauen auf einer der anderen Inseln. Von den 60 Einwohnern sind ungefähr 40 Kinder und junge Erwachsene. Es gibt eine Schule und eine Kirche. Seit einem Jahr können die Einwohner 24 h lang Strom beziehen. Neuseeland stiftete den Aufbau einer Photovoltaikanlage. Zuvor wurde der Strom von Generatoren geliefert. 6 h am Tag, 6 Stunden in der Nacht. Außerdem gibt es Telefon und Internet. Die meisten Männer sind Fischer und fischen Papageienfische, die sie dann nach Rarotonga v erkaufen. Es gibt keinen Laden auf Palmerston, jede Familie ordert alles, was sie braucht in Rarotonga, das Versorgungsschiff kommt ca. alle 3 Monate.










Um 6:45 Uhr wurden wir durch ein Klopfen aus dem Schlaf gerissen. Anrew stellte sich als unser Host vor und teilte uns mit, dass wir uns per VHF melden sollten, wenn wir bereit für Einwanderungs- und Zollbehörde wären. Sein Call-Sign wäre Apha Golf. Als wir uns jetzt umschauten, sahen wir, dass das Riff nur ca. 25 m von unserer Chevaldy aus dem Wasser ragte. Wenn wir das gewusst hätten….An Schlafen war nicht mehr zu denken, und so machten wir Frühstück, und John fing an, den Autopiloten zu reparieren. Um 10 Uhr funkten wir dann „Alpha Golf“ an, und um ca. 11 Uhr kam dann Bob (Andrews Vater) mit Martha (Gesundheitsbehörde), Arthur (Einwanderungsbehörde/Zoll) und Goodly (Quarantäne). Martha versprühte ein Insektenspray, nur falls irgendwo ein paar Blind Passagiere mitgereist wären. Insgesamt bezahlten wir 70 USD fürs Ein- und Ausklarieren. Als wir mit dem Einklarieren fertig waren, fragte Bob, ob wir an Land gehen wollten. Wir verneinten, da John den Autopiloten fertig reparieren wollte. Vorher könnte er die Insel nicht genießen. Bob fuhr dann mit Arthur, Martha und Goodly zurück an Land. Um ca. 15 Uhr brachte er die Crew von einer anderen Yacht zurück. Er brachte uns unser Essen in einer Schüssel. Reis, Kartoffeln, Fisch, Hühner- und Schweinefleisch. Richtig lecker. Am nächsten Tag wurden wir dann um 11 Uhr von Bob in seinem Boot abgeholt. Am Tag zuvor war auch „Cattiva“ mit Maria und Maurice angekommen und „Sodric“ mit Isabel und Jean-Pierre. Zusammen bekamen wir die „Inseltour“ von Bob.


Auf der Tour

Schule

John mit drei Schülerinnen

Es ging einmal um die Insel herum, zur Schule und an dem Verwaltungsgebäude und den Friedhöfen vorbei. Danach konnten wir etwas Schnorcheln gehen, sollten aber um 14:30 Uhr zum Essen wieder bei Bob sein. Bobs Frau Tupou und seine Mutter Tipou hatten wieder lecker gekocht.


Bob holt uns ab


Henry durfte mitfahren

Gemeinsames Essen



Denia auf der Schaukel



Denia kommt von der Schule






In den 10 NZD, die wir für die Mooringboje bezahlten, war das Essen, Saft, Kaffee oder Tee etc. enthalten. Wir lebten wie die Könige. John und ich sahen uns das Grab von William Marsters an, als uns Bill, dessen Haus direkt neben dem Friedhof liegt, quasi entführte.


Der erste William Marsters



So wurde früher gefischt

Bill

Isabel, Maria, Bill und John

Bills Tochter und John

Bills Familie

Er gab uns Kaffee und ließ uns nicht gehen, bevor wir eine Schüssel mit leckerem Eis aßen. Zurück auf unserer Chevaldy genossen wir einen Sundowner, als nicht weit von uns eine Wal Kuh mit ihrem Kalb auftauchte und Wasser in einer Fontäne ausstieß. Da es schon dunkel war, erschraken wir uns erst einmal.



Am nächsten Abend hörten wir die Humphback Wale im Inneren des Bootes, da es unter dem Wasserspiegel liegt. Das ist einzigartig. Es hört sich an, als ob die Wale singen. Am Freitag waren wir dann zu einem kleinen Fest eingeladen. Jeder der 3 Familien stellt zwei Gemeinderäte zur Verfügung. Einer davon wird dann zum Bürgermeister gewählt, einer zum 2. Bürgermeister. Die Wahlen sind alle 3 Jahre, und es dauert ein Weilchen, bis die offizielle Urkunde aus Rarotonga kommt. Sind die Urkunden angekommen, gibt es ein Fest, da die 6 Räte jetzt offiziell bezahlt werden. Es wurde ein Buffet aufgebaut, und jede der Familien brachte etwas zum Essen oder Trinken. Arthur hielt die Rede, und John spielte nach dem Essen etwas auf der Gitarre. Es war eine sehr schöne Erfahrung.









Am Samstag ließen wir uns schon früh von Bob abholen, da ich zusammen mit Tupou meine Wäsche waschen und dann aufhängen wollte. Am Sonntag besuchten wir dann um 10 Uhr zusammen mit den Crews der anderen Yachten den Gottesdienst. Insgesamt waren wir 12 Segler. Zum Gottesdienst müssen alle Frauen einen Hut tragen. Also versorgte uns Bob mit Hüten. Dann sitzen die Frauen auf der rechten und die Männer auf der linken Seite. Danach gab es noch das Sonntagsessen, gekocht im Erdofen, bevor uns Bob zurück zum Boot fuhr. Am Sonntag, den 11.09.16 brachen wir dann um 14 Uhr nach Niue auf.




Ich mit Hut und Henry

Vor der Kirche

John mit Tipou und Tupou

John mit Goodly

Ich mit Goodly, dem Bürgermeister

Martha, die Krankenschwester und ich

Tipou, ich,Maha,Bob,Denia,Tupou und John

Für uns war Palmerston ein Stücken Paradies im Südpazifik. Die Menschen sind sehr sehr gastfreundlich, und das Miteinander funktioniert noch, vielleicht auch aus dem einen Grunde, dass alle irgendwie miteinander verwandt sind. Man fühlte sich gleich akzeptiert. Wie Bob es ausdrückte. So lange er unser Gastgeber ist, sind wir ein Teil der Familie. Die Menschen hier sind glücklich mit dem was sie haben, und haben keine Dollarzeichen im Auge. Es ist ein Geben und Nehmen. Wir sind richtig froh, dass uns das Schicksal nach Palmerston geführt hat, sonst hätten wir eine wunderbare Erfahrung weniger erlebt. 


Bora Bora


24.08.16 bis 30.08.16

In Bora Bora lagen wir in Vaitape in der Mai Kai Marina an einer Mooring Boje. Dort gibt es einen Steg, wo man sein Beiboot lassen kann, um an Land zu gehen, man kann seine Wasservorräte auffüllen und es gibt jeden Tag eine Happy Hour von 17 bis 18 Uhr. Wir gingen fast jeden Tag an Land, und liefen die ca. 2 km bis zur Post, um ins Internet zu kommen und gingen auf dem Rückweg einkaufen. Vor allem für frisches Baguette. Zwar hat die Mai Kai Marina auch kostenloses Internet, aber so langsam, dass man nichts herunterladen kann.


Bora Bora

Vaitape

Chevaldy an einer Mooring Boje in der Mai Kai Marina

Am 24. Machten wir uns fertig, um mit dem Beiboot an Land zu fahren, wenn wir eine schwarze Wand auf uns zukommen sahen. Wir dachten, dass es nur ein Squall wäre, und wollten abwarten. Das Spektakel ging aber bis 23 Uhr in der Nacht. Starker Wind mit Boen von 33 Knoten, strömender Regen und Wellen von Süden. Wir fühlten uns wie auf hoher See. Also kein Einkaufen und kein Internet für diesen Tag. 2 Stunden vor dem schlechten Wetter ankerten zwei Kreuzfahrtschiffe in der Bucht vor Vaitape. Ich glaube nicht, dass die Menschen Bora Bora sehr genossen hatten. Einige Yachten wollten eigentlich Bora Bora am nächsten Tag verlassen, um Richtung Niue und Tonga oder Suwarrow aufzubrechen. Die meisten verschoben dieses Vorhaben. Am Wochenende wurde das Wetter wieder besser, und David und Susan luden uns ein, mit ihnen auf der Enchantress in eine Bucht im Süden von Bora Bora zu fahren, um zu schnorcheln, um dann am nächsten Nachmittag wieder zur Mai Kai Marina zurückzukehren. Chevaldy ließen wir an der Mooring Boje in der Mai Kai Marina zurück. Am Sonntag früh ging es los. Zuerst war das Wetter nicht so toll, aber es besserte sich mit jeder Stunde. Der Pass durch die Riffe ist zwar markiert, aber trotzdem nicht einfach. Wir fuhren hinter einem französischen Boot her, das Grundberührung hatte. Aber David meisterte es, seine Enchantress sicher in die Lagune im Süden von Bora Bora zu manövrieren. Wir ankerten und aßen eine Kleinigkeit, bevor wir mit dem Beiboot zum Schnorchel fuhren. Am nächsten Morgen gingen wir dann noch einmal Schnorchel, bevor wir dann wieder zurück zur Mai Kai Marina fuhren.




Auf dem Weg zur Lagune im Süden von Bora Bora











Lion Fisch

Moräne

Wir klarierten am Nachmittag noch aus, und holten uns die neuesten Wettervorhersagen, bevor wir entschieden, am nächsten Tag Richtung Niue aufzubrechen. Wenn man in der Mai Kai Marina liegt, kann man für seine Mooring Boje zahlen. Wenn man fragt, was es kostet, sagen sie 20 $ für den ersten und dann 10  $ für jeden weiteren Tag. Wenn man nicht fragt, kommt aber keiner, um Geld zu kassieren. Es ist nicht ganz klar, wem die Bojen gehören, und wenn man die Duschen etc. nicht benutzt, muss man auch nicht zahlen. Sie sind schon zufrieden, wenn man ab und zu zur „Happy Hour“ geht. Insgesamt gingen wir zwei Mal zur „Happy Hour“. Das zweite Mal am Tag vor unserer Weiterreise. Da einige Yachten am nächsten Tag los wollten, waren insgesamt Yachties von 9 Booten da. Wir verbrachten dort einen netten Abend. Der Deal der „Happy Hour“ ist 2 für 1. David und John teilten sich den Pitcher mit Bier, und Susan und ich das Weißweinangebot.


Mai Kai Marina



John mit Ilse vonm High Flight und Sabine von der Cayenne

Am nächsten Tag regnete es ziemlich stark am Morgen, so dass fast alle Yachten, die los wollten, erst am Nachmittag aufbrachen. Wir verließen Bora Bora am Dienstag, den 30.08.16 um 15 Uhr, und setzten Segel Richtung Niue, das ca. 1050 sm entfernt liegt. David und Susan blieben zurück, da sie nach Suwarrow segeln wollten und noch auf ihre Genehmigung warteten. Wir hatten keine Genehmigung erhalten, und wollten deshalb nach Niue segeln, die Enchantress segelt von Suwarrow direkt nach Tonga, wo wir die beiden wieder treffen werden. Also dann, bis zum nächsten Mal….


Raiatea - Tahaa

03.08.16 bis 24.08.16

Am Dienstag waren wir noch zur “Happy Hour” im Yachtclub von der Crew der Dörtita eingeladen, als Dankeschön für den schönen Musikabend. Außer der Crew von der Dörtita waren auch noch die Stuttgarter Wolfgang und Ilse von dem Katamaran High Flight und Karle und Hanne von der SY Silbermöwe anwesend. Es war ein netter Abend, wo mal wieder Deutsch gesprochen wurde. Am Mittwoch, den 03.08.16 gingen wir dann noch einmal mit Susan und David im Avapihi Pass schnorcheln, bevor wir am 04.08.16 nach Raiatea aufbrachen. Als wir durch den Avamoa Pass fuhren sah ich eine Bewegung im Wasser, und dachte zuerst an Delfine. Es stellte sich aber heraus, dass es eine Wal Kuh mit ihrem Kalb war. Wir wollten nicht zu Dicht heranfahren, um die beiden nicht zu stören.





Eigentlich hätte das Wetter moderat und die Wellen nicht zu hoch sein sollen. Der etwas stärkere Wind war kein Problem, jedoch störten die hohen Wellen, die von der Seite kamen. Ca. 5 Stunden später erreichten wir den Teavapiti Pass und  wir fuhren von dort innerhalb des Riffs zur Faaroa Bucht.


Kirche auf dem Weg zur Faaroa Bucht

David und Susan waren natürlich etwas schneller und erreichten die Bucht ca. eine halbe Stunde vor uns. Sie funkten uns per VHF an, um uns mitzuteilen, dass noch eine Mooring Boje frei wäre. Wir nahmen dann noch einen Sundowner auf der Enchantress ein, um Pläne für den nächsten Tag zu schmieden. Am Freitagmorgen wurden wir dann mit dem Beiboot von Susan und David abgeholt, und gemeinsam fuhren wir den Faaroa Fluss hinauf. Auf dem Rückweg fragte uns Andrew, ein Plantagenbesitzer, vom Ufer aus, ob wir Bananen wollten. Er lud uns ein, seine Plantage zu besichtigen. Hier gibt es so viele Früchte, natürlich je nach Jahreszeit. Leider waren Avocados und Mangos noch nicht reif. Wir kauften ein paar Limetten, eine Bananenstaude, Papyas, eine Tarrotwurzel und Kokosnuss. Außerdem bekamen wir noch Kokosnusswasser zum Trinken. Insgesamt bezahlten wir 1000 CPF, das sind 8,40 € und teilten uns die Früchte.











Wir blieben bis Sonntag in der Bucht, da die Mooring Boje nichts kostete, und fuhren dann gegen neun Uhr Richtung Uturoa. Leider hatte der Wind mal wieder zugelegt, und kam aus Osten. Bei Uturoa kann man entweder in der Nähe des Riffs ankern, was sehr weit vom Ufer entfernt ist, oder in relativ tiefen Wasser. Zudem ist man dem Ostwind, nur durch das Riff geschützt, ausgesetzt. Wir entschieden uns dann, auf Uturoa zu verzichten, und segelten in die Apu Bucht von Tahaa. Dort machten wir an einer Mooring Boje fest, da es auch hier zu tief zum Ankern ist.  Am nächsten Morgen wollten wir zur Hameene Bucht auf der Ostseite von Tahaa segeln, da es dort eine Post und einen Supermarkt gibt. Der Wind blies mit fast 30 Knoten gegen uns, und wir hatten eine Geschwindigkeit von 2 Knoten. Wir schafften es bis in die Bucht, jedoch waren die Mooring Bojen schon belegt und der Wind blies direkt in die Bucht. Also machten wir wieder kehrt und segelten zurück zur Apu Bucht und machten dort wieder an einer freien Boje fest. Susan und David waren in der Zwischenzeit zurück nach Raiatea gesegelt, um endlich ihr „Batterie und Regler Problem“ in den Griff zu bekommen. Am nächsten Tag erkundeten John und ich das Dorf Apu. Wir ruderten ans Ufer und liefen bis zur Straßenbiegung. Außer einem Restaurant gibt es dort nichts. Wir drehten um und beschlossen nach Haamene zu laufen und hofften, dass uns jemand per Anhalter mitnimmt. Wir hatten Glück, und nachdem wir schon insgesamt 4 km marschiert waren, nahm uns jemand in seinem Truck mit und fuhr uns direkt zur Post. Zwei Berge hoch und zwei hinunter. Die Post war geschlossen, aber wir wollten ja nur ins Internet und dann in den Supermarkt, um Baguette und Karotten zu kaufen. Wir blieben ca. eine Stunde, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Leider hatten wir da nicht so viel Glück, und mussten am Ende die gesamten 10 km zurücklaufen. Wir waren echt erledigt.


Chev in der Apu Bucht
















Am Donnerstag, den 11.08.16 verließen wir die Apu Bucht und segelten zur Tapuamu Bucht auf der Westseite von Tahaa. Gegenüber der Bucht liegt der legendäre „Corral Garden“. Wir hatten Glück und zwei der drei Bojen waren noch frei. Die Enchantress kam auch bald nach, sie mussten ja etwas weiter segeln, da sie von der Marina in Raiatea aufbrachen. Wir fuhren zusammen mit Davids Beiboot an Land, um zu sehen, ob es einen Laden in Tapuamu gibt, und wo die Tankstelle ist. Auf dem Weg zur Pier wurde uns zugerufen und wir hielten an. Es hieß, dass die Bojen gebührenpflichtig wären, und wir pro Tag 1500 CPF zahlen sollten. Dafür würden wir auch bis zu 1000 Liter Wasser bekommen. John handelte mit dem Mann und sagte, mit 1000 Liter würden wir sinken, und was wir für 5 Tage bezahlen müssten. Nach langem hin und her fragte uns der Mann, was wir denn zu zahlen bereit wären. Wir sagten 3000 CPF, das sind ca. 25 €. Der Mann war schon glücklich, dass wir überhaupt bezahlten. Seit die Bojen gebührenpflichtig sind, geht kaum jemand mehr an die Bojen. Wir kauften Baguette im Laden und liefen zur Rumdestillerie, wo man eine 3 Stundenkarte fürs Internet kaufen kann. Am Freitag fuhren wir dann mit David und Susan zum Corral Garden zum Schnorcheln. Der liegt zwischen zwei kleinen Inseln.


Blick auf Bora Bora im Hintergrund und den Corral Garden zwischen den zwei Inseln

Man läuft auf der einen Insel bis zum Ende der Passage und lässt sich dann von der Strömung treiben. Es ist teilweise sehr niedrig, und man muss aufpassen, dass man sich nicht an den Korallen schneidet. Es gibt hier sehr viele Fischarten und viele verschiedene Korallen. Es macht richtig Spaß hier zu schnorcheln.






















John wartet im Wasser



David wartet im Beiboot


Am 13.08.16 fuhr ich dann mit Susan mit dem Fahrrad nach Patio. Dort gibt es einen größeren Supermarkt, der wesentlich mehr Auswahl hat. Insgesamt sind es 20 km, die wir radeln mussten, aber da es sehr flach ist, kein Problem. Nur der Einkauf war etwas schwer auf dem Rücken. Am 14.08.16, Johns Geburtstag, fuhren wir noch mal zum Schnorchel. Insgesamt waren wir 2,5 h unterwegs. Um 17:30 Uhr waren wir dann auf der Enchantress eingeladen. Als Geburtstagsgeschenk kochte Susan Hähnchencurry und backte einen Schokoladenkuchen, David versorgte uns mit Getränken. Wir brachten lediglich unsere Instrumente mit. Es wurde ein toller Abend, bei dem viel gesungen wurde. Am Montag füllten wir dann unsere Dieselkanister in der Tankstelle mit steuerfreiem Diesel auf. Am Dienstag fuhren Susan und ich noch einmal mit dem Rad nach Patio. Dieses Mal hängten wir an jedes Rad einen Trolly, damit wir etwas mehr einkaufen konnten.


Susan und ich mit dem Fahrrad

Am Mittwoch füllten wir dann noch mal unseren Wasservorrat auf, bevor wir dann am Donnerstag, den 18.08.16 nach Bora Bora aufbrachen. Da es nur sehr wenig Wind gab, konnten wir unser neu installiertes Spinnaker Fall ausprobieren. Alles funktionierte wunderbar. Auf dem Weg zum Teavanui Pass sahen wir einen Wal, der gerade zum Luft holen auftauchte, und dann wieder in den Tiefen des Meeres verschwand. Wir machten in der Mai Kai Marina an einer Boje fest und fuhren kurz darauf mit dem Dinghy an die Pier in der Marina. Wir liefen zur Post, um meine Visakarte, die meine Freundin nach Bora Bora geschickt hatte, abzuholen. Wir hatten in Tahaa herausgefunden, dass sie die Post nur 2 Wochen aufheben, bevor sie die Briefe wieder zurückschicken. Wir wollten kein Risiko eingehen. Außer einer Post gibt es noch 2 Supermärkte, einen Hardware Laden, einen schlecht sortierten Schiffszubehörladen, jede Menge Souvenirläden und viele viele Schmuckläden, in denen man Perlen kaufen kann. Am Montag, den 22.08.16 kamen dann auch Susan und David nach Bora Bora. Jetzt warten wir hier auf das richtige Wetterfenster, um den Absprung nach Suwarrow oder Palmerston zu wagen. Da es in den Atollen kein Internet gibt, werden wir den nächsten Eintrag erst in Niue oder Tonga einstellen. Also bis dann….


Huahine

14.07.16 bis 02.08.16

Am Nachmittag des 15.07.16 gingen wir Anker auf, um die 90 sm bis Huahine zu segeln. Wenn man am Spätnachmittag ablegt, kommt man am späten Morgen des Folgetages an, je nach Geschwindigkeit. Da es nicht sehr viel Wind gab, motorsegelten wir die 90 sm, und erreichten Huahine um ca. 10 Uhr. Wir ankerten vor dem Haupt ort Fare, wo es einen Super U Supermarkt und eine Post gibt, was bedeutet, dass wir ins Internet kommen. Als wir durch den Avamoa Pass fuhren, wunderten wir uns, warum so viele kleine Fischerboote unterwegs sind. Erst als wir gegen Nachmittag mit dem Beiboot an Land fuhren, erfuhren wir, dass es ein Fischfangwettbewerb war. Um 16:30 Uhr wurde der Fang der Fischer gewogen.



Auch dieser Wettbewerb ist ein Teil des Heivai Festivals, das überall auf den Gesellschaftsinseln ausgetragen wird. Vor allem gab es fast jeden Morgen Kanuwettrennen.


Kanurennen der Frauen


Kanurennen der Männer

Heiner erzählte uns, dass es als er eine Woche vor uns da war, ein spezieller Triathlon ausgetragen wurde. Schwimmen, Kanufahren und zwei Bananenstauden schleppen. War bestimmt auch lustig. Sonntag kamen dann auch David und Susan an, die noch einen Tag länger auf Moorea bleiben wollten. Leider funktionierte das Internet erst wieder am Dienstag. Auf dem Weg zurück von der Post liefen wir am Strand entlang. Dort wurden gerade 3 Doppelkanus mit Blumen und Blättern geschmückt. Wir fragten nach, und erfuhren, dass eine Hochzeit stattfinden würde. Leider war es da schon relativ spät, und als das zweite Kanu ins Wasser gelassen wurde, war es schon so dunkel, dass man nur die Laternen sehen konnte. Schade.



Am Mittwoch gingen dann Susan und ich zum Rathaus, um Karten für eine Heivai Vorführung am Donnerstag zu kaufen. Pro Person zahlten wir nur 4,20 €. Das Spektakel sollte außerhalb des Dorfes in einem Zelt stattfinden. Also liefen Susan und ich die Straße entlang, um herauszufinden, wie lange wir brauchen würden, um dorthin zu laufen. Es waren ca. 2,5 km und wir planten 30 min ein, um sicher zu gehen. Es sollte um 19 Uhr losgehen, aber uns wurde versichert, dass vor 20 Uhr kein Wettbewerb stattfinden würde. Am Donnerstagmorgen sahen wir auf dem Weg zur Post, dass sich das halbe Dorf auf der Wiese vor dem Rathaus versammelt hatte. Dort wurde das Speerwerfen ausgetragen. In jedem Team gab es alte und junge Leute und sogar Kinder. Man musste eine Art Ballon am Ende einer hohen Stange mit dem selbstgemachten Speer treffen. Gar nicht so einfach. Aber die Menschen hatten viel Spaß dabei. Um 18:15 Uhr wurden wir dann von David und Susan mit dem Beiboot abgeholt, um zur Pier zu fahren. Bewaffnet mit Getränken und Chips und Kopflampen machten wir uns auf den Weg zum Heivai Festival. Wir waren kurz nach 19 Uhr dort. Um das Zelt herum gab es Wurfbuden und Essenstände. Wir suchten unsere Plätze und beobachteten die Besucher, Jung und Alt und vor allem viele Kinder. Wir saßen in der dritten Reihe auf Bänken wie im Circus. John sagte noch, dass er hoffe, dass sich niemand mit einem Blumenkranz vor ihn setzten würde. Ca. 5 min später setzte sich tatsächlich eine Frau mit einem Kranz auf dem Kopf vor ihn. Ich musste so lachen. Das hätte ich nicht tun sollen, da die Platzanweiserin feststellte dass die gute Frau auf dem falschen Platz sitz, und sie um eine Position weiterrücken musste. Natürlich genau vor mich. Da die Bänke aber hoch genug waren, konnte man trotzdem gut sehen. Um kurz nach 20 Uhr ging es dann los, zuerst sang ein Chor von dem Dorf Para ein paar Lieder, danach begann der Wettbewerb der besten Solotänzer und Tänzerinnen jedes Ortes, begleitet von einer Trommelgruppe. Jedes Dorf hatte seine eigenen Kostüme. Der Tanz der Tänzerin war eine Art Bauchtanz, der Tanz des Tänzers eine Art Kampf- oder Jagd Tanz. Da alles auf polynesisch vorgetragen wurde, und auch der Kommentator nur polynesisch sprach, wussten wir am Ende nicht, wer gewonnen hatte, aber jeder von uns hatte seine eigenen Favoriten.

























Um ca. 23:30 Uhr war der Wettbewerb vorbei, und wir machten uns auf den Weg zurück zum Beiboot. In den nächsten Tagen ging ich öfters mit David und Susan am Korallenriff schnorcheln, Während John einige Arbeiten am Boot erledigte.
Am Di., den 26.07.16 gingen wir dann Anker auf, und verholten uns zusammen mit Enchantress an eine Mooring Boje in der Bourane Bucht, ca. 4 sm südlich von Fare. Dort gibt es drei Bojen, und nur eine war belegt. Im Gegensatz zum Ankerplatz von Fare, wo immer wieder sehr starke Böen auftreten, war es hier paradiesisch ruhig, jedoch regnete es fast zwei Tage lang.









Wir blieben dort bis zum Sonntag, und fuhren dann wieder zurück nach Fare, um Wasser zu tanken, Benzin zu kaufen und uns zu verproviantieren, bevor wir weiter nach Raiatea segeln. Enchantress fuhr schon vor uns los, und hatte Glück, eine Boje zu ergattern. Da wir noch unser Getriebeöl wechselten, waren wir etwas später dran, und ankerten auf 5 m. Nach einem Rundumblick erkannten wir, dass wir neben Heiner von der SY Dörtita geankert hatten. Das musste gefeiert werden und wir verabredeten uns zur Happy Hour im Yachtclub. Dort gibt es von 17:30 bis 18:30 Uhr Bier und Rumpunsch und Maitai zum halben Preis. Heiner hatte gerade Freunde von sich an Bord und lud uns zusammen mit Enchantress zu einem Musikabend am Montag ein. Wir hatten viel Spaß und sangen englische und deutsche Lieder. Am Dienstag wird noch einmal eingekauft, und dann kann es am Mittwoch weitergehen nach Raiatea. Also bis dann….




Delfine in der Bucht

 
Moorea

 

27.06.16 bis 13.07.16

Am Montag, den 27.06.16, ging Onno, ein Holländer, um 9 Uhr Anker auf, um sich auf den Weg nach Samoa zu machen. Heiner von der SY Dörtita, David und Susan von der SY Enchantress und wir winkten ihm zum Abschied und bliesen das Signalhorn. Onno freute sich riesig über den gebührenden Abschied. Nachmittags saßen wir dann im Cockpit, als Onno in seinem  Dinghy ankam. Wir waren sehr erstaunt, ihn wieder zu sehen, und er erzählte uns dann, was alles in den ersten paar Seemeilen schief gegangen ist. 4 sm von Tahiti kam er in einen Squal, der den UV Streifen von seinem Segel riss. Dann riss auch noch die Kette von seinem Steuerrad, und er musste die Not Pinne benützen. Mittlerweile blies es mit über 40 Knoten Wind und es gab Wellen von 3-5 m Höhe. Er kämpfte sich zurück bis zur Riffpassage von Tahiti und rief dann die Marina Taina an, um abgeschleppt zu werden. Ein Schlepper kam ihm dann zu Hilfe und schleppte ihn zum Ankerplatz, wo er dann bemerkte, dass seine Ankerwinde nicht mehr funktionierte. Also wurde er zu einer Muringboje geschleppt, wo er jetzt sicher liegt. Er stand noch leicht unter Schock, und Heiner lud ihn dann zum Sundowner zusammen mit Susan und David, uns und Reiner und Ute von Trinity ein, um ihn etwas abzulenken. Es wurde ein sehr schöner Abend, mit viel Gesang und vielen Leckereien, die Heiner anbot.

Am Dienstag verbrachten wir einen ruhigen Tag an Bord. Gegen Nachmittag meldete sich dann David per VHF, um zu fragen, ob John ihm mit einem Problem helfen könnte. Als sie den Anker mit der Ankerwinde heben wollten, um Diesel zu tanken, funktionierte sie nur in eine Richtung, und zwar nach unten. Gemeinsam fanden die beiden das Problem, ein korrodiertes Kabel, das schnell ersetzt wurde. Am nächsten Morgen funktionierte dann wieder alles einwandfrei.

Wir gingen zuerst Anker auf, um dann in der Marina Taina steuerfreien Dieseln zu tanken. Danach motorsegelten wir dann in die Cookbay auf der Insel Moorea. Kaum geankert, kamen schon Lynne und Eric mit ihren zwei Hunden in ihrem Beiboot an. Sie kamen dann zu uns für eine Tasse Tee und luden uns und David und Susan dann zum Sundowner und Musik auf ihren Katamaran ein.


Lynne and Eric and the dogs

Sie hatten auch noch einen Australier eingeladen, der vor allem australische Buschballaden und Seemannlieder singt, und noch ein anderes Ehepaar. Insgesamt waren wir 10 Personen. Da jeder einen Salat mitgebracht hatte, und Eric seinen panierten Thunfisch auftischte, war das Essen wir immer sehr gut.









Am Freitag erkundeten wir dann die Cookbay. Wir deponierten Davids Dinghy am Endpunkt unserer Tour und fuhren mit unserem Beiboot auf die andere Seite der Bucht, wo wir unsere Tour starten wollten. Wir liefen dann ein Stück die „Pineapple Road“ entlang, und schauten uns die Ananasplantagen an. Ich muss zugeben, dass ich nicht wusste, dass Ananas aus dem Boden wächst, ich dachte immer, man pflückt sie auch von einer Palme. Danach liefen wir zur Saint Joseph Kirche, bekannt durch den „Mother-of-Perl-Altar“ und einem Gemälde von Peter Heymann (1908-1982). Danach aßen wir unser belegtes Baguette und liefen dann noch zur Tahitian Saftfabrik, wo man Rumpunsch probieren kann, bevor wir mit unserem deponierten Beiboot wieder zurückfuhren.















Am Samstag war sehr schönes Wetter, und wir fuhren zusammen mit David und Susan zum Riff westlich der Cookbay zum Schnorcheln.






Am Sonntag fuhren wir dann mit dem Beiboot nach Maharepa, da wir dem Gottesdienst in der evangelischen Kirche beiwohnen wollten. Es war ein sehr langer Gottesdienst, der 2 Stunden dauerte, alles in polynesisch. Unterbrochen wurde er nur von dem Gesang der religiösen Hymnen. Leider wurde nicht so viel Gesungen, wie wir gehofft hatten, dafür wurden wir aber Zeuge einer Hochzeit, einer Taufe und einer Konfirmation. Insgesamt eine sehr schöne Erfahrung, und die Gesänge berührten die Seele.









Am Dienstag kam dann Dörtita in der Cookbay an mit seiner neuen Crew, Roland und Volker. Wir fuhren mit dem Dinghy rüber, um Hallo zu sagen. Susan und David kamen nach dem Einkaufen auch noch vorbei und brachten Eis für jeden mit.

Am Mittwoch, den 06.07.16 verließen wir dann die Cookbay, und verholten in die Opunohu Bay. Eigentlich wollten wir nordöstlich der Bucht hinter einem Riff ankern. Leider waren von dem Puddlejump Rondevouz immer noch 25 Boote dort, und es war zu wenig Ankerplatz. Also ankerten wir am Ende der Bucht in 8 m Tiefe. Von dort sind es ca. 3 km zu Fuß zum Dorf, oder 15 min mit dem Dinghy.

Am Samstag fuhren wir dann zusammen mit David und Susan zur „Stingray City“. Einem Futterplatz für Stachelrochen und Riffhaie. Wir hatten eine Dose mit Makrelen dabei, und fütterten und streichelten die hungrigen Rochen. Am Anfang umrundeten uns die Riffhaie in weitem Abstand. Erst als ein Tourboot ankam, fing der Guide an, die Haie zu füttern. Danach wurden wir von Rochen und Haie umrundet. Wir blieben aber in gebührendem Abstand von dem Platz an dem die Haie gefüttert wurden. Auch wenn wir kein Teil der Nahrungskette der Riffhaie sind, sind Tiere unberechenbar, und können einen verletzten. Es war ein sehr schönes und ausergewöhnliches Erlebnis.























Am Montag machten wir uns dann auf die Wanderung zum „Belvedere“ Aussichtspunkt. Man läuft ca. 1,5 km auf der Straße, und danach 2,5 km durch den Wald, vorbei an archeologischen Plätzen, vor allem an mehreren heiligen Plätzen genannt „Marea“. Vom Aussichtspunkt hat man dann einen Blick auf die beiden Buchten Cookbay und Opunohu Bay.





Maraea

Opunohu Bay


Am Dienstag hatten dann Susan und ich „männerfrei“ und wir wollten mit dem Bus einmal die gesamte Insel umrunden. Am Ende fuhren wir nicht mit einem Bus, da wir immer von Autos per Anhalter mitgenommen wurden. Sowohl von Einheimischen, als auch von Touristen. Unser erster Stopp war beim Tiki Village Theater. Dort konnten wir einer traditionellen Hochzeit bewohnen. Touristen, die eine traditionelle Polynesische Hochzeit wollen, können dort Heiraten, allerdings vor allen anderen Tiki Village Theater Besucher, also nicht sehr privat.


















Danach nahm uns ein Paar mit bis zum Supermarkt, wo wir einiges einkauften. Da der nächste Bus erst in 1,5 Stunden kommen sollte, streckten wir wieder unseren Daumen heraus, und mussten auch nicht lange warten. So machten wir es bis zu unserer Bucht, wo uns dann David mit dem Beiboot abholte.

In der Nacht nahm der Wind dann stark zu, mit Böen über 40 Knoten, dazu kam er auch noch aus Norden. Die einzige ungeschützte Windrichtung. Es wurde eine sehr unangenehme Nacht, und auch am nächsten Tag blies der Wind noch sehr stark. Eine der Böen warf unser Beiboot um, und wir verloren unsere Ruder. Am nächsten Morgen wurden sie dann mit Hilfe von David wieder eingesammelt, da sie am Ende der Bucht gestrandet waren.

Sobald sich das Wetter verbessert, und der Wind in die richtige Richtung bläst, werden wir Moorea verlassen, und zu der 75 sm entfernten Insel Huahine aufbrechen. Bis dann….



Tahiti

22.05.16 bis 26.06.16

 

Jetzt sind wir schon seit 5 Wochen auf dem Ankerplatz neben der Marina Taina, die außerhalb von Papeete liegt. Hier gibt es einen Dinghy Steg für Ankerlieger und einen Hahn mit Schlauch, um Frischwasser abzufüllen. Man ankert hier zwar auf 16-17 m, für uns mit nur 45 m Kette etwas tief, dafür hat es einen guthaltenden Ankergrund. Normalerweise kommt der Wind aus Nordost bis Südost, dann ist man von Wind und Welle gut geschützt, nur wenn der Wind direkt von Westen kommt, gibt es großen Schwell, der dann über das Riff kommt.


Wellen am Riff

Wer glaubt, dass die Menschen hier in der Südsee noch im Baströckchen herumlaufen, hat sich sehr getäuscht, um traditionelle Tänze zu sehen, muss man Eintritt bezahlen. Dafür haben aber immer noch viele die obligatorische Blume hinterm Ohr oder einen Blumenkranz auf dem Kopf. Vom Ankerplatz sehen die Hänge aus, als wäre man in Deutschland oder Österreich. Autos gibt es überall, der einzige Unterschied, aus der Distanz betrachtet, ist, dass die Polynesier morgens langsam arbeiten, und nachmittags noch langsamer.


Tahiti

Die Zeit hier verging wie im Fluge. Wir brachten unser Vorsegel zum Segelmacher, um es zu reparieren. Wir fuhren einige Male mit dem Bus nach Papeete. Dafür muss man einen ganzen Tag einrechnen. Wenn man sein Boot zwischen 9 und 9:30 Uhr verlässt, ist man vor 14:30 Uhr nicht zurück. Wenn man auf dem Rückweg noch im Carrefour Supermarkt einkaufen geht, wir es noch später. Alleine die Busfahrt  dauert schon fast eine halbe Stunde. Wir sind von der Endstation bis zum Zoll gelaufen, um ein Formular für steuerfreien Diesel zu besorgen. Dann brauchten wir ein Teil für unseren Autopiloten, das uns auf der Überfahrt von Panama zu den Marquesas gebrochen ist. Da wir uns keinen neuen Autopiloten von Deutschland einfliegen lassen wollten, da zu den Kosten noch Fracht und Zoll dazukommen würden, ließen wir dieses Teil bei Polyindustrie sonderanfertigen. Dies war zwar auch sehr teuer, im Gegensatz zu einem neuen Autopiloten aber wesentlich billiger. Jetzt haben wir wieder einen Ersatzautopiloten. In Papeete gibt es drei Läden für Segler, dort besorgten wir uns einige Ersatzteile und Filter, da Tahiti (eventuell noch Raiatea) die letzte Gelegenheit vor Neuseeland ist, noch Teile fürs Boot zu besorgen. Bei schönem Wetter gingen wir zu einem Riff schnorcheln, das ganz in der Nähe vom Ankerplatz liegt. Wir hatten einen netten Abschiedsabend auf der Temptress, die jetzt schon in Tonga sind. Danach trafen wir uns alle auf der SY Haven, die für 3 Wochen nach Australien flogen. Letzte Woche kam dann auch Heiner von der Dörtita an. So trifft man immer wieder dieselben Leute, mit denen man sich schon vorher angefreundet hatte, und man kann dann Wiedersehen und Abschiede feiern, bis zum nächsten Mal. Am 06.06.16 nahm der Wind stetig zu und kam dazu noch aus Westen. Die Wellen wurden immer höher und unsere Chevaldy ruckelte ganz schön an der Kette. Die Charterbasis in Raiatea rief seine Charterboote zurück. Wir waren die halbe Nacht wach, und sahen einige Boote auf Drift gehen. Am nächsten Tag verholten sich einige Segler in die Marina Papeete. Auch der Anker von Ares Mear, einem Segelboot, das wir schon von Panama und Nuku Hiva her kannten, und Freunde von Susan und David sind, hielt nicht. Da deren Motor nicht ansprang, warfen sie einen Zweitanker an Kette plus Leine aus. Am nächsten Morgen wollten sie dann ihr Segelboot zur Papeete Marina verholen. Susan und ich fuhren mit, um ihnen beim Anlegen zu helfen, und John und David blieben auf den Booten, da der Wind immer noch relativ heftig blies. Jedoch mussten wir erst einmal die Anker einholen. David half noch dabei, Gita war am Ruder, und zu viert holten wir den schweren Anker über eine kleine Ankerwinde ein. Die Leine hatte sich auch noch um den anderen Anker geschlungen. Erst ca. eine Stunde später brachen wir nach Papeete auf. Nach drei Tagen war das schlechte Wetter vorbei, und wurde von Sonne und leichten Winden aus SE abgelöst.


Irische Nacht auf Temptress



Wrack













Papeete

Hafen in Papeete

Markthalle in Papeete

Ich hatte schon eine längere Zeit mit einer Ukulele geliebäugelt. Wir hatten in Papeete aber nur zwei Musikläden gefunden, und die Ukulelen dort waren viel zu teuer. Als wir eines Nachmittags durch die Markthalle liefen, und auf der anderen Seite herauskamen, fanden wir einen weiteren Musikladen, mit Ukulelen zu einem annehmbaren Preis, aber trotzdem noch sehr teuer. Wir erzählten David, unserem größten Musikfan davon, und da mein Geburtstag bald ansteht, bezahlte er an der Ukulele über die Hälfte am Preis. Wir kauften die Ukulele mit 4 Doppelsaiten und stimmten sie als Mandoline, was erstaunlich gut klappte. Wir hatten schon zwei Musikabende, und David ist ganz begeistert.


Meine neue Ukulele

Lebensmittel kaufen wir im Carrefour Supermarkt ein, der nur ca. 300 m von der Marina entfernt ist. Dort kann man dann alles in den Einkaufswagen legen und bis zum Dinghy Steg fahren. Die Einkaufswägen werden alle paar Wochen von Carrefour in der Marina wieder abgeholt. In der Einkaufsmeile gibt es auch ein relativ schnelles Wi-fi, und so sitzen immer wieder ein paar Segler auf der Bank in der Mitte, und surfen im Internet. Am Samstag kam auch endlich Davids Päckchen aus der UK an.


Carrefour Einkaufszentrum

Am 20.06. kamen dann auch noch Lynne und Eric von der Amarula in Tahiti an. An die beiden hatten wir schon gar nicht mehr gedacht. Am nächsten Morgen fuhr ich dann mit Lynne und Eric mit dem Bus nach Papeete, um ihnen die verschiedenen Läden, die für Segler interessant sind, zu zeigen.

Am 22.06. haben wir dann meinen Geburtstag auf der Enchantress gefeiert, da Susan und David genug Platz für 7 Leute an einem Tisch haben. Wir hatten Suppe besorgt und das Essen vorbereitet, Susan hatte zum Nachtisch einen Schokoladenkuchen gebacken.

Am 24.06. fuhren wir dann zusammen mit Susan und David mit dem Bus nach Papeete, und von dort mit dem Bus zum Point Venus. Wir kauften uns in einem Supermarkt Baguette, Salami und Käse, und hatten dann ein Picknick am Strand.











Wenn das Wetter mitmacht, werden wir am Dienstag nach Moorea aufbrechen. Danach geht es nach Huahine, Raiatea, Tahaa und Bora Bora. Danach wollen wir dann nach Suwarrow in den Cook Islands segeln, dann nach Nui und von dort nach Tonga. Wir haben beschlossen, die Hurrikan Saison in Neuseeland zu verbringen. Da wir vor Ende September nicht in Tonga sein müssen, und nur jeweils ein paar Tage in Suwarrow und Nui verbringen werden, haben wir noch viel Zeit, die wir auf den Gesellschaftsinseln verbringen werden. Davon aber beim nächsten Mal. Bis dann….


Moorea

Kanurennen der Einheimischen



Tuamotus


29.04.16 bis 21.05.16

 

Am 29.04.16 gingen wir Anker auf, um die 27 sm nach Ua Poa zu segeln.



Eigentlich wollten wir zusammen mit David und Susan von der Enchantress in der der Hakahau Bucht beim Dorf ankern. Jedoch hätten wir dann unseren Heckanker, der unter Leinen und Dieselkanister etc. liegt aus der Backskiste ausgraben müssen. Dazu waren wir schlichtweg zu faul, und entschieden uns, in die 20 min entfernte Anahoe Bucht zu segeln. Dort waren wir das einzige Boot. Der Anker hielt gut, jedoch war der Schwell relativ stark. Wir entschieden dann, schon am nächsten Morgen zu den Tuamotus aufzubrechen. Wir funkten Enchantress per VHF und teilten ihnen unsere Entscheidung mit. Am nächsten Morgen gingen wir dann schon um 8 Uhr Anker auf, um die 500 sm zu den Tuamotus zu bewältigen, und motorsegelten die ersten zwei Tage, da es kaum Wind gab.


Sonnenuntergang

Am dritten Tag hatten wir tollen Segelwind von 11-16 Knoten, der jedoch am vierten Tag auf 27 kn zulegte. Die Wellenhöhe nahm zu, und es wurde eine nasse Angelegenheit, da es auch noch Squals gab. Früher, d.h. vor GPS und Plotter, machten die Segler einen großen Bogen um die Tuamotus, da viele Segler ihr Segelboot auf den Riffen verloren. Auch heute noch gibt es pro Jahr mindesten 10 Segelboote, die mit einem Korallenriff kollidieren. Man kann Anweisungen lesen, wie und wann man in ein Atoll fahren kann. Da nie alle Faktoren gewährleistet sind, wäre es fast immer unmöglich. In unserem ersten Atoll Kauehi lag der Pass im Südwesten. Der Wind kam von Südosten, also gegen uns. Man soll nur einfahren, wenn es Flachwasser (also zwischen Ebbe und Flut) gibt und die Sonne über einem steht. Das mit der Sonne hätte fast geklappt, da wir um 11:30 Uhr ankamen, jedoch war die Sonne hinter einer dunklen Wolkenwand eines Squals versteckt. Es war auch noch Ebbe, so dass das Wasser in das Atoll strömte. Wir versuchten es trotzdem, und es wurde nur einmal sehr haarig, als die Wellen, die durch den  starken Ostwind versursacht wurden auf die Wassermassen, die in das Atoll drangen, trafen. Überall fing das Wasser an zu blubbern, und unsere Geschwindigkeit sank auf 2 kn und es bestand die Gefahr, die Kontrolle zu verlieren. Schnell rollten wir die Genua aus, und sofort hatten wir 5 Knoten und unsere Chevaldy wieder im Griff. Der Weg zum Dorf ist gut markiert, vor allem auf unseren Navionics Charts, und so war es auch bei schlechtem Wetter und ohne Sonne kein Problem. Es gab außer uns nur noch zwei andere Segelboote, die dort vor Anker lagen. Wir entschieden uns für einen Ankerplatz in 8 m Tiefe, zwischen zwei Riffen. Am nächsten Tag funkte uns die Enchantress an, dass sie außerhalb des Passes auf Flachwasser warten, da der Wind immer noch stark aus SE wehte. Schon eine Stunde später ankerten die beiden neben uns. Wir fuhren mit unserem Dinghy rüber, und David holte einen gekühlte Flasche Sekt heraus, um unser erstes Atoll zu begießen. Danach fuhren John und ich an Land, um den Ort zu erkunden. Es waren kaum Leute auf der Straße und die zwei Läden waren auch geschlossen. Um mit dem Dinghy von unserem Ankerplatz aus an Land zu kommen ist gar nicht so einfach, da man im Slalom um ein Korallenriff fahren muss. Am nächsten Tag fuhren wir dann zusammen mit David und Susan an Land. Es gibt eine Kirche, die gerade renoviert wird, zwei Läden, eine Post, eine Schule, ein „Gesundheitszentrum“ und vier Perlfarmen. Alle anderen Einwohner leben vom Trocknen der Kokosnüsse, die dann nach Tahiti verschippt werden. Dieses Mal war der Laden geöffnet, und wir kauften gefrorenes Baguette, Hamburger und Pommes, und luden David und Susan zum „Fastfood Essen“ ein. Susan, John und ich erkundeten die Insel ein bisschen, währen David sich für die Post zum Surfen entschied. Erst 1,5 h kamen wir wieder zurück. Am nächsten Tag schnorchelten wir im Korallenriff. Die Vielfalt der Fischarten ist unglaublich. Von einer Woche im Atoll hatten wir ca. zwei schöne Tage, an denen man auch Schnorcheln konnte.


Kauehi in Sicht

Das Wasser blubbert im der Riffpassage

Das Atoll von Innen

Kirchendeko aus Muscheln

Die Kirche von Kauehi

Spaziergang

Südpazifischer Flair



John im Mast macht ein Bild von David und Susan







Kauehi ist ein Schnorchelparadies

Am 11.05.16 entschieden wir uns dann, Kauehi zu verlassen, um nach Fakurava, dem nächsten Atoll, zu segeln. Es wehte kaum ein Wind, und wir motorsegelten nach Fakurava. Wir erreichten den Nordpass von Fakurava um 15 Uhr. Kurz davor schlug das Wetter um, und der Wind wehte mit über 35 kn aus SE. Da der Pass von Fakurava der breiteste ist, unternahmen wir einen Versuch, gegen Wind und Wellen anzuknüppeln. Wir kamen zwar durch den Pass, mussten aber feststellen, dass wir im nächstgelegen Ankerplatz auf einem Legerwall liegen würden, und drehten wieder ab, zurück durch den Pass. John hatte die Nase von Atolls gestrichen voll, und wollte direkt nach Tahiti segeln. David und Susan überredeten uns dann, mit Wind und Welle abzulaufen, und nach Rangiroa im Nordwesten der Atolls zu segeln. Wir wollten uns dann auf dem Ankerplatz beim Tiputa Pass treffen. Bei Sturm und Regen durch Atolle und Riffe zu segeln gehört nicht zu den schönsten Erfahrungen. Wir hofften und beteten, dass das nicht das Ende unserer Reise sein würde, da erst eine Woche davor eine Amel 46 auf ein Riff bei Arutua lief, und die Besatzung von einem Helikopter geborgen werden musste. Wir wollten diese Erfahrung nicht teilen. Wir hatten Glück, und wir kamen am Freitag den 13.05.16 um 7 Uhr morgens beim Pass von Tiputa an. Der Wind blies immer noch stark, jedoch schafften wir es ohne größere Probleme durch den engen Pass. Wir ankerten in 11,5 m Tiefe. Wir suchten überall nach Enchantress, und erfuhren erst, als wir unser Satellitentelefon anschalteten, dass David und Susan schon am Donnerstagnachmittag den Pass erreicht hatten, und bei der Einfahrt in den Pass die Kontrolle über das Ruder verloren, und den Versuch, in das Atoll zu gelangen, abbrachen. Da das Wetter nicht besser, und es schon dunkel wurde, drehten die beiden ab, und segelten direkt nach Tahiti. Eigentlich wollten die beiden 4-6 Wochen in den Tuamotus verbringen. Wir konnten nur hoffen, dass die beiden bei dem Wetter heil in Tahiti ankommen. Die ersten Tage in Rangiroa war das Wetter so schlecht, dass wir uns die Frage stellten, was wir hier überhaupt machen. Erst als sich die Sonne zeigte, erstrahlte das Atoll in seiner Schönheit. Es gab zwei Supermärkte bei der Ankerbucht, und wir konnten Eier und frisches Baguette kaufen. Am Anfang hatten sie sogar noch Äpfel und eine Karotte. Zusammen mit John aus Seattle fuhren wir mit dem kostenlosen Shuttleservice zur Perlfarm. Die Tour war sehr informativ, da ich eigentlich dachte, dass Perlen ein natürliches Produkt sind. Jedoch ist in der Produktion viel mehr involviert. Am nächsten Tag machten wir ein bisschen Musik auf unserem Boot, als ein Dinghy angefahren kam. Oliver, Karen und Brenda fragten, ob sie zuhören dürften. Wir luden sie ein, an Bord zu kommen. Am nächsten Tag luden sie uns dann zum Essen auf ihren Katamaran ein. Am 18.05.16 gingen wir dann im „Aquarium“ schnorcheln. Das ist ein Riff in der Nähe vom Tiputa Pass. Dort gibt es Riffhaie, die um einen herumschwimmen. Ganz schön gruselig, aber die Schönheit des Riffes und die vielen Fische, die keine Angst vor den Haien hatten, machten das wieder wett.


Rangiroa, Kajakrennen der Einheimischen

Sogar eine Band war dabei

Perlfarm Tour

Spaziergang auf Rangiroa




Moräne




Am 19.05.16 tat sich dann ein Wetterfenster auf, und wir gingen um 14 Uhr Anker auf und ohne Probleme durch den Pass. Eigentlich hätte es nur mit leichtem Wind wehen sollen, aber wir hatten dann 20 kn Wind auf die Nase und mussten hart am Wind segeln. Um 7:30 Uhr fiel dann unser Anker in Papeete vor der Marina Taina auf 16,5 m Tiefe. Die Ankerbucht ist sehr geschützt, und David und Susan von der Enchantress warteten schon auf uns und luden uns zum Frühstück ein, glücklich, dass wir alle vier den Sturm gut überstanden hatten. Am Abend gab es dann noch Abendessen auf der Enchantress, da wir Susans Geburtstag verpasst hatten. Kevin und Susie von der Temptress of Down waren auch eingeladen, und es gab viel zu erzählen. So jetzt sind wir in Tahiti angelangt. Wir müssen einiges am Boot reparieren, und unser Vorsegel, das im Sturm gerissen ist, muss zum Segelmacher gebracht werden. Es gibt viel zu tun, also bis zum nächsten Mal……..


Hiva Oa  -  Nuku Hiva


06.04.16 bis 28.04.16

Die nächsten Tage verbrachten wir mit Einkaufen und Erholen. Zum Einkaufen mussten wir in das 3 km entfernte Atuona laufen. Wenn man Glück hat, nimmt ein Einheimischer einen mit dem Auto mit. Wir hatten nur 2x Glück, aber es war auch gut, nach der langen Zeit an Bord, seine Beine wieder zu vertreten. Da unsere Chevaldy nach der langen Fahrt durch 30° warmen Wassers voll mit Muscheln bewachsen war, fing John an, diese zu entfernen. Das tat er so lange, bis uns jemand sagte, dass es in dieser Bucht „Bullsharks“ geben soll, die sogar gefährlicher als der „Weiße Hai“ sein sollen. Also entschieden wir, diese Arbeit erst in Tauhata zu erledigen. Da das Wasser in der Ankerbucht sehr trübe war, konnte man auch nicht sehr viel sehen, nur die Mantas, die immer wieder am Boot vorbeischwammen.




Manta Rochen

Am Samstag sahen wir dann ein Boot mit dem Namen „Temptress of Down“.  John sagte, dass wir da Hallo sagen müssen, da die aus Belfast kommen. Also fuhren wir im Dinghy vorbei, und Kevin und Susan luden uns gleich auf eine Tasse Tee an Bord der Temptress ein. Um 14 Uhr segelten dann Susan und David von der Enchantress in die Bucht. Sie hatten die Strecke von Panama nach Hiva Oa in 28 Tagen mit ihrer Aphrodite 42 gemeistert. Kurz nach dem Ankern luden sie uns gleich zum Feiern auf ihr Boot ein. David hatte 2 Flaschen Sekt kaltgestellt. Morgens hatten sie dann auch noch einen Thunfisch gefangen, und luden uns zum Essen ein. Wir erzählten ihnen von Temptress, und sie sagten uns, dass sie Temptress in La Playita kennengelernt hatten, und luden dann auch Kevin und Susan zum Thunfischessen ein. Es wurde ein langer und feuchtfröhlicher unvergesslicher Abend, der erst um 23:30 Uhr endete.


Enchantress nach der Überfahrt von Panama

Susan, ich und Susan

John, Kevin und David

Der nächste Tag diente dann zur Erholung, bevor wir am Montag um 17:30 Uhr bei Kevin und Susan, zusammen mit David und Susan zum indischen Curry eingeladen waren. John hatte seine Gitarre mitgebracht, und wir aßen, tranken und sangen bis 1 Uhr morgens. Am Mittwoch, den 13. März waren wir dann zusammen mit Kevin und Susan bei Diane und John auf der Konami zum Spaghetti Essen eingeladen. So aßen wir uns durch die Bucht. Aber nach 40 Tagen auf See, ist es auch toll, wieder etwas mit anderen zu unternehmen, und Erfahrungen auszutauschen. Da am Donnerstagmorgen das Verpflegungsboot für Hiva Oa ankommen sollte, wurde ein Teil der Bucht geräumt. Also entschlossen wir uns, zusammen mit David und Susan zur nächsten Insel Tahuata in die Ankerbucht Hanamoenoa zu segeln. Kevin und Susan wollten am nächsten Tag nachkommen. Hier gab es klares Wasser, und der Schwell war auch nicht so groß. Wir konnten einige Arbeiten am Boot verrichten. Unter anderem stieg John in den Mast, um herauszufinden, warum die Topnaht gerissen war, und er konnte das Unterwasserschiff von Muscheln befreien. Am Samstag fuhren wir dann alle sechs mit unseren Dinghys an Land, und machten ein BBQ. Steven, ein polynesischer Aussteiger, wohnt dort seit drei Jahren. Wir durften seinen Tisch, und den Grillplatz benutzen, und er erzählte uns Geschichten. Er sei „Eins mit der Natur“, trotzdem hatte er einen Generator laufen, und sein Handy klingelte vehement. Es war trotzdem ein nettes Zusammensein.


Bucht mit klarem Wasser und Sandstrand

1. Foto mit unserer Unterwasserkamera

Die Unterwasserwelt

Viel Arbeit

Gut ausgerüstete

BBQ

Am Sonntag, den 16. April, gingen wir um 14 Uhr Anker auf, und segelten die 85 sm nach Taiohae in Nuku Hiva, die nördlichste und größte Insel der Marquesas.


Nuku Hiva

Da wir die Ankerbucht erst bei Tageslicht anlaufen wollten, drosselten wir die Geschwindigkeit und ankerten um 7:30 Uhr in der Ankerbucht von Taiohae. Kurz nach dem Ankern kam schon ein Dinghy auf uns zugeschossen, es war Heiner von der SY Dörtita, der in La Playita auf unsere Chevaldy aufgepasst hatte, während wir auf der Entchantress als Linehandler halfen. Er wollte gerade zum Einkaufen fahren, und fragte, ob er uns Baguette mitbringen sollte. Am Mittwoch, den 19. April, waren dann wir an der Reihe, zum Essen einzuladen. Also kamen David und Susan, Kevin und Susan und Heiner zum Eintopf mit selbstgemachten Spätzle. Dazu noch Bratkartoffeln für die Iren. John holte seine Gitarre heraus, und wir sangen Lieder bis 1:30 Uhr.


Party auf Chevaldy

Am Samstag hatten wir dann zusammen mit Kevin und Susan ein Auto gemietet. Um 8:45 Uhr fuhren wir los, und waren erst wieder um 16:30 Uhr zurück. Wir erkundeten die ganze Insel, und machten unterwegs ein Picknick. Es ist erstaunlich, wie sehr die Vegetation auf der Ostseite der Insel von der auf der Westseite unterscheidet.







































In der Zwischenzeit waren auch Kerry und Bruce von der SY Haven (unsere Linehandler) in Taiohae angekommen. Wir verabredeten uns für Sonntag 14 Uhr zum Grillen in der Daniel`s Bay, die nur 6 sm entfernt ist. Also motorten wir am Sonntag zur Bucht, die von Hügeln umschlossen ist. Dort bereiteten wir dann um 14 Uhr das BBQ vor. Francis und Chris von der SY Usquabae (Whiskey) und Heiner waren auch mitgekommen. John spielte die Gitarre, wir sangen und alle tanzten sogar den Hokey Pokey.











Am Montagmorgen brachen dann Kerry und Bruce, Kevin und Susan und Susan und ich um 6:30 Uhr zur Wanderung zum Wasserfall auf. John und David mussten noch einiges an Bord erledigen. Es war eine sehr schöne Wanderung, die insgesamt fast 5 Stunden dauerte und durch mehrere Bachläufe führte.











 Auf dem Rückweg kauften wir dann noch Früchte direkt vom Baum bei Einheimischen ein. Am Mittwoch ging es dann wieder zurück nach Taiohae. Hier wird noch einmal eingekauft, dann wollen wir Freitag nach Ua Pou aufbrechen, und von dort zu den Tuamotu. Wie lange wir in den Tuamotu bleiben wollen wissen wir noch nicht, aber wir wollen mindesten 2-3 unterschiedliche Atolle besuchen. In den Tuamotu hat man keine Internetverbindung, deshalb können wir uns erst wieder melden, wenn wir in Tahiti angelangt sind. Also bis dann, ahoi…

 


Überfahrt nach Hiva Oa


25.02. bis 05.04.16

Am 25.02.16 gingen wir abends noch einmal zum Pizzatreff, da wir am nächsten Morgen starten wollten. Es waren viele Segler da, da viele zur gleichen Zeit aufbrachen, und jeder sich noch einmal von denen verabschieden wollten, die noch nicht weiter Richtung Westen segeln wollten. Es war ein sehr netter Abend, und wir kamen später zurück als gedacht. Am nächsten Morgen machten wir dann unser Dinghy am Heck fest, und gingen um 7:30 Uhr Anker auf. Zuerst mussten wir vier Stunden motoren, bis es endlich genug Wind gab, um die Segel zu setzten.


John bereitet den Spibaum vor


Am nächsten Tag fingen wir einen Fisch, und sahen sogar eine Schildkröte direkt an Chevaldy vorbeipaddeln.


Happy John

In der Nacht nahm der Wind stark zu, und wir mussten schon die Segel reffen. Am 28.2. morgens um 2 Uhr kam von hinten  eine große Welle über, und John wurde ganz nass. Durch die Welle lösten sich Leinen, die unser Beiboot festhielten, und wir hätten in den hohen Wellen fast unser Beiboot verloren. Voll mit Wasser hing es kopfüber nur noch an einem Seil. Aber „Herkules“ zentrierte seine Kraft, währen ich das Beiboot mit den Füßen von der Badeleiter freihalten musste, entleerte es und hievte das Beiboot über den Außenborder. Danach noch mit ein paar Leinen verzurrt, und es machte keinen Mucks mehr bis zum Ende der Reise. Der Wind ließ immer weiter nach, und wir beschlossen, den Spinnacker zu setzten. Wir kamen so lange gut voran, bis es einen Knall gab, und die Leine der Top Naht riss und der Spinnacker im Wasser landete.


Spinnackersegeln bei Leichtwind

Gemeinsam fischten wir den Spinnacker aus dem Wasser und stopften ihn erst einmal wieder in seinen Sack. Also mussten wir wieder auf ausgebaumte Genua und Großsegel ausweichen. Auf der Atlantiküberquerung hatten wir morgens immer Fliegende Fische auf dem Boot, hier auf dem Weg nach Südwesten, landeten immer wieder kleine Tintenfische an Bord.


Kleine Tintenfische

Am 01.03.16 wurden wir mal wieder von einem Flugzeug umkreist. Dieses Mal gingen wir die Flucht nach vorne an, und funkten das Flugzeug an. Sie sagten, sie wollten nur schauen, ob alles ok ist. Als ich das bestätigte, drehten sie wieder ab.


Flugzeug der Küstenwache

Von David und Susan, die in Panama noch auf ihre neue Ankerwinde warteten, erhielten wir fast täglich die Wettervorhersage. Da wir dieses Jahr ein El Nino Jahr haben, breitete sich der Kalmengürtel um den Äquator aus. Normalerweise segelt man südlich bis zum 3. Breitengrad, und dreht dann nach Westen ab, laut Jimmy Cornell. Dieses Jahr war aber alles anders. David leitete uns an, so schnell wie möglich nach Süden bis zum 9. Breitengrad zu motoren, und dann würden wir auf den Passat treffen. Da wir Vertrauen in David setzten, und extra Diesel gebunkert hatten (auf Davids Rat), motorsegelten wir die nächsten Tage. Am 02.03.16 überquerten wir den Äquator um 11 Uhr.


Äquatorüberquerung

Es gab kaum Wind, dafür aber Regen, Regen und nochmals Regen.



Am Ende waren wir beide krank. John hatte sogar hohes Fieber. Zum Glück waren durch Mangel an Wind die Wellen nicht zu hoch, und unser Autopilot meisterte die Steuerung von alleine. Wir hatten unser AIS an, aber seit Tagen kein Schiff mehr gesehen. Am 06.03.16 löste sich die Halterung unseres Decklichtes mitten in der Nacht und ging uns mit dem Klack Klack gehörig auf die Nerven. Trotz Krankheit kletterte John um Mitternacht den Mast hoch, gesichert durch die Dirk, und schraubte das Decklicht voll ganz ab, bevor noch irgendetwas mit den freigelegten Kabeln passieren konnte. Zwei Tage später löste sich dann auch noch die Toilettenschüssel, und musste sofort repariert werden, bevor sie die Schläuche bei einer Welle aus der Halterung reißt, und Wasser ins Boot eindringen kann. Zum Glück ging es uns da schon langsam wieder besser. Endlich erreichten wir auch den Passat, und konnten den Motor endlich abstellen. Am 12.03.16 fing dann der Autopilot an zu spinnen. Er konnte den Kurs nicht mehr richtig halten, und wir wechselten den durchgescheuerten Zahnriemen aus. Es war zwar kein konstanter Wind, mal mehr, mal weniger, aber wir kamen voran. Am 18.03.16 hatte der Autopilot dann die Nase gestrichen voll, es gab einen leichten Knall, und der Deckel, der den Zahnriemen hält, löste sich in seine Bestandteile auf. Natürlich mitten in der Nacht. Also musste der Ersatzautopilot ausgegraben und installiert werden. Aber alles ging gut, und Autopilot Zwei nahm seine Dienste auf. Am 21.03.16 waren wir 2 Jahre unterwegs. Langsam kamen wir in ein Gebiet, wo es nachts immer wieder Squals gab und wir reffen mussten. Einmal kam ein Squal in der Nacht so überraschend, dass es zum Reffen zu spät war. Die Genua wickelte sich durch den Windwechsel um die Roll-Furlix. Zum Glück konnten wir sie, als der Spuk vorbei war, wieder entwickeln.


Dieser Schäkel brach 

Ab da refften wir am Abend das Groß zum 1. Reff, und refften auch die Genua. Am 24.03.16 machte es plötzlich plop, und der Splint, der den Deckel des Autopiloten hält, fiel heraus, mitsamt dem Deckel. John hatte sich gerade hingelegt, und ich musste ihn schon wieder wecken. Während John den Autopiloten reparierte, musste ich unsere Chevaldy von Hand steuern. Aber in 30 Minuten war alles erledigt, und John konnte sich endlich schlafen legen. Am 30.03.16 gab es sehr konfuse Wellen, die sehr hoch waren, und vor allem von der Seite kamen. Unser Autopilot war total überfordert, und wir mussten immer wieder von Hand eingreifen, bis John eine Konstruktion aus Holz baute, die den Autopiloz bei der Steuerung unterstützte.



Um ca. 17 Uhr gab es dann Alarm vom AIS, und wir machten ein Segelboot aus, das 7 sm hinter uns auf genau demselben Kurs segelte. In so einem großen Ozean schon erstaunlich. Wir funkten „Toothless“, eine Oceanis 45 an, und wollten wissen, ob sie uns sehen könnten. Sie hatten uns dann auf dem Radar, und sagten uns, dass sie uns an Backbord überholen wollten, da sie mit mind. 7 Knoten wesentlich schneller waren, als wir.


Bild von Chevaldy (aufgenommen von Toothless)

Die letzten Tage bis Hiva Oa waren dann durch wenig Wind und Welle geprägt, dafür aber erholsam.




Wir erreichten dann am 05.04.16 Hiva Oa/Marquesas im Morgengrauen.


Hiva Oa im Morgengrauen

Nach dem Ankern ließen wir unser Beiboot ins Wasser, und gingen an Land. Von der Ankerbucht sind es ca. 3 km bis zum Ort. Auf halber Strecke nahm uns jemand im Auto mit, wofür wir sehr dankbar waren. Wir klarierten bei der Gendarmerie ein, was für Europäer sehr unbürokratisch ist. Danach gingen wir noch ein paar Dinge einkaufen und liefen die Strecke wieder zurück zur Ankerbucht.








Jetzt warten wir noch auf Susan und David, und segeln dann weiter nach Nuku Hiva.

Fazit: Insgesamt segelten wir ca. 4200 sm in genau 40 Tagen. Außer im Golf von Panama, wo es natürlich viele Schiffe gibt, sahen wir bis Hiva Oa nur 3 Frachter und ein Segelboot. Wir sahen zwar ein paar Delfine ums Boot schwimmen, und ein paar Wale in der Ferne, aber für 40 Tage relativ wenig. Dafür gab es viele Vögel. Am Anfang der Reise wurden wir nachts immer wieder von mehreren Seemöwen begleitet. Im Vergleich zum Atlantik sind die Wellen wesentlich kleiner, nur nach starkem Wind wurden sie bis ca. 3 m hoch, dafür können sie aber sehr konfus sein, und erinnern einen an das Mittelmeer. Im März im Südpazifik gibt es keine konstanten Winde und immer wieder Flauten, deshalb genug Diesel bunkern. Im Vergleich zur Atlantiküberquerung konnten wir öfters kochen, und wenn es manchmal nur eine Suppe war. Wir fingen immer mal wieder einen Fisch, was den Speiseplan erweiterte. Es gab immer wieder Tage mit moderatem Wind und Wellen, an denen man sich wirklich entspannen und auch mal ein Buch lesen konnte. Tagsüber war es zwar sehr heiß, wenn es nicht gerade bewölkt war (was oft der Fall war), dafür konnte es in der Nacht aber empfindlich kalt werden. Alles in allem, sind 40 Tage eine sehr lange Zeit, und man hat immer wieder Höhen und Tiefen, dafür zeigte sich aber der Südpazifik meistens von seiner netten Seite, in denen man die harten Tage und Nächte wieder vergessen konnte. Im Vergleich zur Atlantiküberquerung war die Strecke von Panama bis Hiva Oa/Marquesas wesentlich angenehmer und besser zu meistern, auch in einem kleinen Boot. Also bis zum nächsten Mal….



John backt Brot

Eingehakt

John der Fischer

Abends wirds kalt

Regen

Regen

Es gab auch schöne Segeltage

So schmutzig sah unsere Chevaldy nach der Passage aus

Schlimmer Bewuchs



06.02.16 bis 24.02.16

Kurz bevor es dunkel wurde, verließen wir die letzte Miraflores Schleuse und erreichten die „Bridge of America“, die Brücke, die Nord- und Südamerika verbindet, erst bei Dunkelheit. Mit den vielen Lichtern um uns herum, war es schwierig, die richtige Ankerbucht zu finden. Kurz nach dem Balboa Yachtclub wurde Victor von unserem Boot geholt. Lynne rief Eric an, und bat ihn, die Lichter auf Amarula anzuschalten, damit wir den Weg finden konnten. Kurz nach 20 Uhr fiel unser Anker in der Bucht La Playita. Keine 10 min später kam Eric schon mit seinem Beiboot an, um uns zum Katamaran Amarula zu bringen, wo wir Lynnes Geburtstag ausklingen lassen wollten. Es gab Sekt, Wein, Bier, Fleischküchle und Hähnchenleber, dazu frisches Baguette.


Happy Birthday Lynne

Da wir aber alles sehr sehr müde waren, brachte uns Eric schon 2 Stunden später zurück zu unserer Chevaldy. Am nächsten Morgen machten wir Frühstück für Kerry und Bruce. Danach verabschiedeten wir uns von den beiden. Sie wurden von Eric mit dem Beibot abgeholt, um sie an Land zu bringen, da wir unser Beiboot noch gar nicht im Wasser hatten. Am Abend hatten wir dann Lynne und Eric zum Essen eingeladen, da die beiden am nächsten Morgen zu den Las Perlas aufbrechen wollten. Am Montag rief dann Susan an, ob wir beide als „Linehandler“ kommen könnten, da sie nur noch eine weitere Person finden konnte. Wir sagten zu. Da wir Chevaldy wegen der starken Böen nicht ganz unbeaufsichtigt lassen wollten, fuhren wir zu der deutschen Segelyacht Dörtita. Heiner, der Eigentümer, bot uns an, unsere Chevaldy im Auge zu behalten. Er fuhr uns auch am nächsten Morgen um 7 Uhr zur Pier, damit wir unser Beiboot keine 2 Tage dort lassen mussten. Wir nahmen dann ein Taxi nach Panama City zum Holiday Inn Express, wo wir Andy, den 3. Linehandler, abholen. Panama City im Vergleich zu Colon ist sehr sauber und man hat das Gefühl, dass man keinen Bodyguard braucht, um einkaufen zu gehen.


Panama City





Der Causway mit Blick auf Panama City

Ankerbucht La Playita

Wir dachten eigentlich, dass die Straßen wegen Karneval gerammelt voll sind, aber es war kaum Verkehr, und so waren wir schon um 7:30 Uhr vor dem Hotel. Andy verkürzte sein Frühstück und war dann um 7:45 Uhr bereit. Schon um 9 Uhr waren wir im Club Nautico in Colon. David holte uns von der Pier ab, und Susan begrüßte uns mit Tee und Kaffee. Nicht lange danach, machten wir uns auf zu den Flats. Dort aßen wir zu Mittag, und warteten auf den Adviser. Schon um 17 Uhr konnten wir zu den Gatun Schleusen aufbrechen. Da keine Gatun Schleusen Linehandler zur Verfügung standen, mussten wir im Päckchen an das Aluboot Suerte Deern längsseits gehen. Das wiederum musste längsseits an einen Katamaran gehen. Dies war etwas schwierig, da sie die Leinen wie ein Lasso um die Klampe werfen mussten, was bei der Strömung und dem Wind sehr sehr schwierig war. Aber irgendwie schafften sie es immer wieder, und so war es zwar schon dunkel, als wir die Boje im Gatun See erreichten, aber es waren keine Schäden zu verzeichnen. Am nächsten Tag kam der Adviser schon um 9 Uhr, und es konnte dann gleich losgehen. Die Schleusung durch die Mirafloresschleusen war im Gegensatz zum Tag davor ein Kinderspiel, und wir waren schon um 17 Uhr im Pazifik. Dieses Mal konnten wir die „Bridge of America“ bei Tageslicht betrachten. Kurz darauf fiel dann auch schon der Anker in La Playita. Susan hatte ein Abendessen vorbereitet. Dazu gab es Sekt, Bier, und zum Verdauen auch noch einen Whiskey.


Bridge of America

Sind die Aliens gelandet?

Auf dem Weg zu den Gatun Schleusen

Rafting mit Suerte Deern

In der Gatun Schleuse

Pause vom Linehandlen

In der Miraflores Schleuse


Am Do., den 11.02.16 trafen wir uns abends in einem Restaurant mit anderen Yachties zu Pizza und Bier.


Donnerstag ist Pizzatag


Am Freitag fuhren wir dann zusammen mit Heiner mit dem Taxi zur Allbrock Mall, wo wir unsere Buskarte kaufen konnten, und wo es einen Super 99 Supermarkt gibt.


Albrock Busbahnhof




Am Samstag fuhren wir dann mit dem Bus zum Alten Panama, dort wo das erste Dorf war. Dort gibt es ein Museum und Ruinen von einem Kloster und einer Kirche.


Metrobus in Panama City

Altes Panama





Ehemaliger Glockenturm



Blick auf Panama City


Am 15.02.16 fuhr John dann zu seinem letzten Zahnarzttermin nach Colon mit dem Bus. Langsam konzentrierten wir uns auf die Überfahrt zu den Marquesas. Dazu gehört Großeinkauf bei Pricesmart, eine Fahrt zum Obst- und Gemüsemarkt, Kopieren von Seekarten, das Bunkern von Wasser und Diesel. Am 21.02.16 trafen wir uns auf Amarula zu 24„Potluck“, Sundownern und Musik. Insgesamt waren wir 13 Personen. Susan und David von SY Enchantress, Kerry und Bruce von SY Haven, Gill, Alasdair und Neil von der SY Starcharger, Peter von der SY Peregrina, Lynne, Eric und Catrin von Amarula und wir. Es war ein toller Abend.


Super Abend

Jetzt müssen wir nur noch auf das nächste Wetterfenster warten, das voraussichtlich am Freitag oder Samstag kommen soll, dann kann es losgehen. Die Überfahrt zu den Marquesas kann über 40 Tage dauern, da wir insgesamt ca. 4100 sm zurücklegen müssen. Da um den Äquator herum meistens kein Wind weht, muss man motoren, und hoffen, dass man so bald wie möglich auf Wind stößt. Wir hoffen das Beste. Also den nächsten Logbucheintrag gibt es erst, wenn wir heil in den Marquesas angekommen sind und uns von den Strapazen der Überfahrt erholt haben. Also drückt uns die Daumen. Bis zum nächsten Mal.


11.01.16 bis 06.02.16

Der lange Weg in den Pazifik

Am Montag fuhren wir mit dem Bus nach Colon und dort zur Mall Colon 2000, um eine neue Kamera zu kaufen. Wir entschieden uns für eine Canon Power Shot D30, die man auch für Unterwasserfotographien verwenden kann. Sogar bis zu 25m. Wir kauften auch noch ein billiges Smartphone als Ersatz, da durch das Salzwasser die Elektronik sehr zu leiden hat. Danach kauften wir noch im Supermarkt 99 ein, und fuhren dann wieder mit dem Bus zurück nach Portobelo. Am nächsten Tag probierten wir dann die neue Kamera gleich aus, und besuchten das Fort in Portobelo und noch einmal die Kirche mit dem schwarzen Christus.


Mauern des alten Fort





Blick auf die Bucht von Portobelo

Selfie

Portobelo

Kirche von Portobelo

Birgit und Rainer von der Bar und Restaurant Casa Vela, hatten uns gefragt, ob wir am Samstag Musik machen würden.


Wir hatten nichts dagegen, und so wurde es am Samstag ein wirklich netter Abend. Birgit hatte es zu einigen Leuten gesagt, dass es Musik geben würde, und so fanden sich Zuhörer aus allen Herren Ländern ein. Wir fingen um 18 Uhr an zu spielen, und erst um 1 Uhr morgens fuhren wir zurück zum Boot.



Am nächsten Tag gab es dann BBQ in Casa Vela ab 14 Uhr. Wir hatten ein paar Würstchen übrig und legten die auf den Grill. Martin vom Dreimaster hatte einiges an Schweinefleisch übrig und verteilte es an alle, die noch Hunger hatten. Die nächste Woche verbrachten wir dann vor allem mit Einkaufen.


Bus vor 4 Alto

Bus in Portobelo

Polizisten in der Mall 4 Alto

Am 21.01. luden wir dann Dave von Irland zum Essen auf unser Boot ein. Am Freitag füllte ich dann das Formular 4405 für das Vermessungsbüro aus, und schickte es als E-Mail Anhang los. Ca. 1 Stunde später rief ich dann an, ob sie alle Daten erhalten hätten. Sie sagten mir, ich solle am Montag, wenn wir in den Flats sind, um 7:30 Uhr anrufen. Am Samstag gingen wir dann Anker auf, und segelten nach Colon zu den Flats. Am Sonntag legte der Wind dann zu, und wir hatten bis zu 35 Knoten Wind. Aber der Anker hielt. Am Montag rief ich dann wie vereinbart um 7:30 Uhr an, um zu bestätigen, dass wir in den Flats ankerten. Schon um 9:30 Uhr kam der Vermesser. Da alle Vergnügungsboote bis 50 Fuß die gleiche Gebühr für den Kanaltransit bezahlen müssen, musste er unsere Chevaldy nicht einmal vermessen. Auch ein Blinder würde sehen, dass wir kleiner als 50 Fuß sind. Trotzdem dauerte es über eine Stunde, um all die Formulare auszufüllen. Als der Vermesser von Bord war, verholten wir unsere Chevaldy zum Club Nautico. Von den Flats gibt es keinen Zugang zu einer Pier, wo man sein Beiboot  lassen könnte. Im Club Nautico kann man sein Beiboot für 3 USD pro Person sicher zurücklassen. Am Dienstagmorgen fuhren wir dann mit dem Dinghy an Land, um mit einem Taxi zum Porto Christobal zu fahren. Dort muss man in einer vorgeschriebenen Bank (Citibank) die Kanalgebühr mit Bargeld bezahlen. An der Tür muss man seinen Rucksack aufmachen und er wird gescannt. Dann darf man eintreten und die Tür wird sofort wieder verschlossen. Die Kosten für den Transit belaufen sich auf 1875 USD. Davon werden 891 USD abzüglich 25 USD Bankgebühr nach ca. 4 Wochen wieder zurückerstattet, wenn beim Transit alles glattging, das heißt, wenn man selber nicht für eine Verspätung verantwortlich ist. Hat man seine Gebühr bezahlt, kann man die „Sheduler“ anrufen, und sich einen Termin für den Kanaltransit geben lassen. Wir waren voll davon überzeugt, dass wir einen Termin in den nächsten 4-5 Tagen bekommen würden, und hatten schon unserer „Linehandler“ organisiert. Als wir erst einen Termin in 10 Tagen, also für den 05.02.16 bekamen, waren wir doch sehr enttäuscht. Das hieß auch, dass wir zwei neue Linehandler suchen mussten, da unsere jetzigen nach Hause flogen. Da die kleine Ankerbucht vor dem Club Nautico doch sehr rollig ist, entschieden wir uns, am Mittwoch zurück nach Portobelo zu segeln. Birgit und Reiner freuten sich sehr, und fragten, ob wir am Samstag dann noch einmal Musik machen würden. Wir stimmten zu. Am Samstag kamen dann auch sehr viele Segler zum Casa Vela und es wurde ein toller Abend, da alle tatkräftig mitsangen.





Wir lernten auch einige der anderen Segler kennen, und fanden dann auch ein Ehepaar aus Australien, das für uns linehandlen wollte. Also schon einmal eine Sorge weniger. Die vier 38 m langen Seile, die vorgeschrieben sind, und ohne die man gar nicht zum Transit zugelassen wird, liehen wir uns zusammen mit sechs Autoreifen als Fender bei Tito aus, der uns alles sogar bis nach Portobelo brachte.


John bringt unsere "Fender" für den Transit

Kostenpunk insgesamt 78 USD (15 USD pro Seil und 3 USD pro Reifen, eingepackt in Plastiktüten).


Wir hatten einen Pelikan zu Besuch

Am Dienstag gingen wir dann wieder Anker auf, um zurück nach Colon und Club Nautico zu segeln, und unseren Transit vorzubereiten.


Dickschiffe warten auf ihren Transit

Achterlicher Wind auf dem Weg nach Colon

Das heißt einkaufen und Wassertank füllen, da wir inklusive des Advisers insgesamt 6 Personen an Bord sein werden. Zum Übernachten zum Glück nur 5. Am Donnerstag hatte John dann noch einmal einen Zahnarzttermin und es stellte sich heraus, dass die Wurzelbehandlung doch etwas komplizierter werden würde. Also wurde ein neuer Termin für den 15. Februar vereinbart. In der Woche davor ist die Praxis wegen Karneval geschlossen. Am Freitagmorgen bekam unsere Chevaldy den Frühjahrsputz. Schlafplätze für die Linehandler mussten organisiert und vorbereitet werden, das heißt, alles was auf den zwei Sofas lag, musste weggeräumt werden. Danach gingen wir noch kurz zum Supermarkt 99, um Hackfleisch zu kaufen, das wir dann zur Bolognese Sauce verarbeiteten. Um 11:30 Uhr holte John dann Lynne vom Club Nautico ab. Unsere zwei Australier wollten mit einem Katamaran, der von der Shelterbay Marina zu den Flats fährt, mitkommen. Also vertäuten wir unser Dinghy am Heck und gingen Anker auf, um zu den Flats zu fahren. Susan und David waren von Bocas del Toro zurückgekommen, und warteten in den Flats auf ihren Transit. Sie hatten sich angeboten, Kerry und Bruce vom Katamaran „Our Rose“ zu holen und zu uns zu bringen. Ich hatte einen kleinen Snack für die Linehandler vorbereitet (Würstchen und Salat), um sie bei Kräften zu halten.  Um 17:30 Uhr wurde dann unser Adviser Julio zu unserem Boot gebracht.


Jigsaw unser Schleusenpartner 

Unser Adviser Julio, Linehandler Kerry, Bruce und Lynne und ich am Steuerrad

Eigentlich wollte ich als Linehandler fungieren und das Rad John überlassen, da unsere Ankerwinde aber defekt ist, und der Anker von Hand eingeholt werden muss, war ich sowieso am Rad. Und da sich herausstellte, dass Julio sehr nett und kompetent ist, änderten wir den Plan. Ich bleib am Rad, und John kümmert sich um die „Monkeyfist“. Eine Art Kugel am Ende einer Leine, die gefangen werden muss, um dann mit unserem Seil verbunden werden zu können. Ist die Monkeyfist mit dem Seil verbunden, holt der Gatun Lock Mitarbeiter das Seil hoch, und befestigt es an einem Poller. Das wird von vier Seiten so gemacht, um die Boote, die als Päckchen verbunden sind (Rafting), in der Mitte zu halten. Um 18:30 ging es dann los, Richtung Gatun Locks. Da wir auf ein Frachtschiff warten mussten, das vor uns in die Schleuse fahren musste, und doch sehr sehr langsam war, kreisten wir für über eine Stunde zusammen mit unserem „Raftingpartner“, dem Katamaran Jigsaw, vor der Schleuse. Um 20:15 Uhr war es dann endlich so weit. Wir rafteten zusammen mit Jigsaw und fuhren zusammen in die Schleuse. Da die Jigsaw zwar mehr PS als unsere Chevaldy hatte, jedoch nicht genug für uns beide, musste ich mitarbeiten. Phill, der Mann am Rad, sagte mir immer, ob ich in den Vorwärtsgang- oder Rückwärtsgang schalten sollte. Alles lief super. Sobald wir in die Schleuse fuhren, wurden die zwei Monkeyfists auf der Seite von Jigsaw geworfen und verbunden. Da unsere Chevaldy im Vergleich zum Katamaran sehr klein war, wurde auf unserer Seite nur die vordere Leine mit der Monkeyfist verbunden, die hintere Leine wurde von Jigsaw gestellt. Wir blieben durch alle 3 Schleusen mit Jigsaw verbunden, und wurden durch die Schleusenmitarbeiter im Zentrum gehalten und wir mussten nur von Schleuse zu Schleuse fahren.


In der Gatun Schleuse

Rafting mit Jigsaw

Bruce and Kerry

Kerry, Bruce, Ich und John

Erst um 22 Uhr verließen wir die letzte Schleuse und machten um 22:20 Uhr an einer riesigen Boje im Gatun See fest. Auf der anderen Seite der Boje war schon ein 55 Fuß großes blaues amerikanisches Segelboot mit dem Namen Bachúe befestigt.


An der Boje zusammen mit Bachúe

Der Eigentümer regte sich gleich auf, als wir den Motor nicht gleich ausmachten, dafür ließen sie aber die ganze Nacht ihren Generator laufen. Einer der Crewmitglieder von Bachúe versuchte uns eine Leine zu werfen, und versagte drei Mal. Da wurde es John zu bunt und er warf die Leine von unserer Seite, und zwar direkt um den Hals des Crewmitglieds. Wenn wir da gewusst hätten, wie es am nächsten Tag weiter ging, hätte er das Seil zuziehen sollen. Julio wurde ca. 10 Minuten später abgeholt, und wir setzten uns alle hin, um einen Sundowner zu trinken. Da darf man auch, wenn die Sonne schon untergegangen ist. Zwischen der zweiten und dritten Schleuse hatten wir schon unsere Spaghetti gegessen, und somit war jeder versorgt. Wir waren alle sehr müde und wollten zu Bett gehen. Da am 6. Februar aber Lynnes Geburtstag war, wollten wir wenigsten bis Mitternacht warten, um ihr ein Ständchen zu singen. Kurz danach lagen wir schon alle in der Koje. Bruce und Kerry in der Vorderkabine, Lynne und ich jeweils auf einem der Sofas im Salon und John im Cockpit. Wir wachten erst um 6:40 Uhr auf, und zogen uns schnell an, da man eigentlich ab 7 Uhr bereitstehen sollte. Danach versorgten wir unsere Gäste mit Kaffee, Tee und Rührei, und warteten auf unseren neuen Adviser. Wir hatten sogar genug Zeit, ein kurzes Bad im Gatun Lake zu nehmen. Erst später fand ich heraus, dass es dort Krokodile geben soll.


Sonnenaufgang im Gatun See

Unser neuer Adviser Victor kam um 10:30 Uhr.


Victor

Eigentlich hätten wir schon viel früher einen Adviser bekommen sollen, wegen Karneval ist dieser aber nicht erschienen, und sie mussten uns einen anderen besorgen. Deshalb hat es etwas länger gedauert. Wir verließen dann auch gleich die Boje und die Mannschaft des blauen Bootes, und hofften, diese nie wieder zu sehen. Im Gegensatz zu Julio machte Victor nicht den Eindruck, als ob er alles im Griff hätte. Normalerweise überquert man die Fahrwasserrinne, und bleibt dann links von den roten Bojen. Als ich Victor fragte, ob wir das Fahrwasser überqueren sollten, gab er mir erst gar keine Antwort, dann sagte er mir, ich solle mich an die grünen Bojen halten. Als John sah, dass ich nicht wusste, was ich tun sollte, übernahm er wieder das Steuer. Erst als sich eines der Dickschiffe beschwerte, wies uns Victor an, auf die andere Seite, also die richtige Seite, zu fahren. Von der Boje, an der wir übernachtet hatten bis zur Pedro Miguel Schleuse sind es ca. 28 sm.


Gatun See

Immer an die rote Boje halten

Unser Schleusenpartner im Hintergrund

Lynne und Kerry

Zuerst hieß es, wir würden an einen Schlepper andocken, dann sollten wir im Päckchen mit dem Katamaran Our Rose gehen, obwohl wir Victor sagten, dass wir am Tag zuvor mit Jigsaw geschleust wären. Und zu guter Letzt wurde uns befohlen mit dem amerikanischen blauen Segelboot Bachúe im Päckchen zu gehen. Na super, darauf hatten wir uns echt gefreut. Bis die Schleusenorganisatoren endlich wussten, wer mit wem und wann schleusen sollte, war es schon wieder ziemlich spät. Wenn man von der Atlantik Seite, also den Panama Kanal von Norden nach Süden durchquert, wird man durch die Schleusen in drei Schritten um insgesamt 26 m nach oben auf das Niveau des Gatun Sees gebracht. Die drei Gatun Schleusen sind direkt miteinander verbunden. Auf der anderen Seite des Gatun Sees wird man dann wieder nach unten auf das Niveau des Pazifiks geschleust. Die erste Schleuse heißt Pedro Miguel Schleuse und bringt einen um 9 m nach unten. Zu den Miraflores Schleusen muss man dann noch ca. 1 km fahren. Die Miraflores Schleusen sind die höchsten, da die sich an die sehr hohen Gezeitenunterschiede im Pazifik anpassen können müssen. Wir hatten die Pedro Miguel Schleuse um 15 Uhr erreicht, und erst ca. 45 min später wurde uns gesagt, mit wem und wie wir zu schleusen hatten. Zuerst musste der große rote Autotransporter links in der Schleuse festgemacht werden. Danach fuhren unsere besonderen Freunde an dem roten Autotransporter vorbei in die Schleuse und machten längsseits an einem Ausflugsboot fest. Danach sollten wir längsseits an Bachúe gehen. Das Ausflugsboot lag rechts an der Schleusenmauer. In den Schleusen herrscht eine sehr große Strömung, die teilweise auch durch das Vermischen von Frisch- und Salzwasser zustande kommt. Das bedeutet, dass man auch im Leerlauf immer noch Vorschub hat. Der Trick hier ist, die Heckleine so schnell wie möglich zum Nachbarboot zu werfen, um das Boot damit mehr oder weniger auszustoppen. Wenn man den Rückwärtsgang einlegen würde, würde nur das Heck ausbrechen, was natürlich nicht erwünscht ist. Ich war am Steuer, damit John als guter Werfer die Heckleine rüber werfen konnte. Trotz Leerlauf hatte ich immer noch 1,6 Knoten Vorschub. Aber es klappte alles gut, und durch die Leinen kam unsere Chevaldy zum Halt, ohne einen Kratzer in dem 1,5 Millionen teure (laut Eigner) Segelboot zu hinterlassen. Trotzdem fingen der Eigentümer und einer seiner Crewmitglieder an, uns zu sagen, wie wir was zu tun und zu machen hätten. Und so weiter und so fort. Als ob wir keine Ahnung von nichts hätten. John fuhr dann Chevaldy in die Miraflores Schleuse, und das Festmachen klappte trotz Wind und Strömung recht gut. Trotzdem war es unseren Schleusenpartnern natürlich nicht gut genug. Sein Baby könnte ja einen Kratzer abbekommen. Also überzeugte er unseren Adviser und seinen Adviser, dass es besser wäre, wenn wir nicht mehr losmachen würden, sondern dass wir zusammen in die dritte Schleuse fahren würden. Er hätte einen starken Motor, und es wäre gar kein Problem. John war nicht sehr begeistert, und versuchte die Adviser darauf Aufmerksam zu machen, dass wir halb so groß seien, und nur ein Sechstel des Gewichts des großen Bootes hätten. Dadurch würde alles aus dem Gleichgewicht kommen. Aber nein, man muss auf die Anweisungen des Advisers hören. Also blieben wir im Päckchen mit unserem amerikanischen Ärgernis. Das tolle blaue Boot ging also in den Rückwärtsgang, um das Ausflugsboot vorzulassen, und danach ging alles schief. Sein Heck brach aus, und wir wurden fast an die Wand gedrückt. Victor stieß einen Schrei aus, was uns auch nicht weiter half. Wir rannten, um notfalls Fender zwischen Boot und Wand zu halten. King Käse brachte sein blaues Boot mit starkem Motor endlich unter Kontrolle und schoss mit uns an der Seite mit 4 Knoten in die letzte Schleuse. Wir fuhren immer noch nicht gerade, da das Ungleichgewicht, die starke Strömung und der Wind uns zur Seite drückten. Die Schleusenmauer kam rasant näher. Kurz davor hatten wir immer noch 3,6 Knoten. Victor ließ noch einmal einen Schrei heraus (immerhin wäre er für das Desaster verantwortlich). Zum Glück behielt die Ehefrau des Eigners des blauen Bootes die Nerven und warf die Heckleine zum Ausflugsboot. Der ausgebildete Matrose fing sie auf und wickelte sie gleich um die Winde und stoppte so den Vorwärtsschub Richtung Schleusentor aus. Ein paar Sekunden standen alle unter Schock, dann begannen alle zu klatschen und die Anspannung wich. 20 Minuten später öffnete sich das Schleusentor zum Pazifik. Wir machten die Leinen zu Bachúe los, und fuhren Richtung Brücke von Amerika. Pazifik wir kommen……



Zuschauertribüne bei den Miraflores Schleusen


Miraflores Schleuse

Bachúe auf dem Weg zum Ausflugsboot

Autofrachter hinter uns

Bruce, Lynne, Kerry und John

Beim Schleusen, alles gut überstanden

Die letzte Schleuse



25.12.15 bis 10.01.16

Am Weihnachtsmorgen fuhr John 3-mal mit dem Dinghy zur Linton Bay Marina, um Wasserkanister aufzufüllen, damit wir wieder einen vollen 100 Liter Wassertank und weiteres Wasser in Reserve haben. Um 17 Uhr waren wir dann zum Weihnachtsessen auf der Enchantress eingeladen. Es gab im Ofen gebackenen Schinken, Salzkartoffeln, Kartoffelmedallions, Gemüse, Pfirsich, gebackener Mais und Cranberrysauce. Dazu gab es dann noch, Sekt, Wein und Bier. Wir hatten einen wunderschönen Abend, sangen auch ein paar Weihnachtslieder. Erst um 23 Uhr fuhren wir mit dem Dinghy zurück zu unserer Chevaldy.


Auf dem Weg zu Susan und David

Zwei Weihnachtsmänner

Zwei Weihnachtsengel

Da merkten wir, dass das Loch, das John geflickt hatte, mit dem Gewicht des Motors immer noch Wasser hereinließ. Also musste professionelle Hilfe her. Am nächsten Morgen fuhren wir mit David und Susan zum Restaurant und Service Casa. Hans, der Eigentümer sagte uns, dass wir das Dinghy herbringen sollen, und dass es ungefähr 3 Tage dauern würde. Wir tranken dort noch einen Kaffee, und fuhren dann wieder zurück. David ließ uns Frauen aussteigen und John und David fuhren wieder zurück, unser Beiboot im Schlepptau. Am Montag, den 28.12.15 fuhren wir dann alle vier nach Sabanitas zum großen Einkauf. Wenn man im Rey Supermarkt mehr als 500 $ ausgibt, wird man zusammen mit seinem Einkauf nach Hause gefahren. Wir regelten all das, bevor wir anfingen, Bier, Wein, Rum, Cola, Konserven etc. einzukaufen. Insgesamt füllten wir 3 Einkaufswagen. Uns wurde gesagt, dass man sich in Panama noch einmal gut mit Bier und Wein und Konserven eindecken soll, da es im Pacific sehr viel teurer wird. Insgesamt kauften wir für fast 800 $ ein. Unser Einkauf wurde dann in einen Bus verladen und John und David mussten sich zum Einkauf setzten, Susan und ich saßen vorne. Da sogar Davids Dinghy für so einen großen Einkauf zu klein war, luden wir alles in Hanses Boot, und für 5 $ lieferte er es direkt zu unseren Yachten und half beim Ausladen. Am nächsten Morgen half John David, sein Vorsegel abzuholen und anzuschlagen, und um ca. 11 Uhr segelten David und Susan nach Boccas del Torres, wo sie zusammen mit ihren Freunden Silvester feiern wollten.


Adieu Susan und David

Wir blieben auf unserer Chevaldy, da wir ja kein Beiboot hatten. Am 30.12.15 brachte Hans zusammen mit seinem Sohn unser Beiboot zurück. Kostenpunkt für die Reparatur 20 $. Am Nachmittag probierten wir es aus, und fuhren zu Hanses Bar, um ein Bier zu trinken. John brachte seine Gitarre mit, und wir sangen ein paar Lieder. Am Ende mussten wir nichts bezahlen, da wir ja für die Unterhaltung gesorgt hätten. Auch nicht schlecht.


John spiel in Hanses Bar

An Silvester gingen wir dann Anker auf und segelten die ca. 10 sm nach Portobelo. Portobelo ist vor allem in den Wintermonaten eine sehr geschützte Bucht, mit wesentlich weniger Schwell als in Porto Lindo. Silvester und Neujahr ließen wir ruhig angehen, und verbrachten den Abend und den darauffolgenden Tag vor allem mit Lesen.


Der schwarze Christus von Portobelo

Am 02.01.16 ließen wir unser Dinghy bei Birgit und Rey vom „Casa Vela“ und fuhren dann mit dem Bus nach 4 Alto, einer Shopping Mall. Dort gibt es einige Läden und auch einen Rey Supermarkt. 4 Alto ist um einiges sicherer als Sabanitas und es gibt dort auch einen „Werkzeugladen“ wo wir noch eine Silikonpistole kaufen konnten.


Polizei in der Shoppingmall 4 Alto

Wieder zurück, tranken wir noch etwas bei Birgit und Rey und sie konnten uns einige Fragen beantworten. Am Montag ging es dann mit dem Bus nach 4 Alto und von dort mit dem kostenlosen Bus zur Shelter Bay Marina.


Die Gatunschleuse auf dem Weg zur Shelterbay Marina

Wir haben eine neue Toilette und zwei Navionics Karten (Australien und Indischer Ozean) über Marine Warehouse bestellt, und die liefern zur Shelter Bay Marina. Jetzt mussten wir erkunden, wie wir an unsere Ware kommen. Ganz klar ist es immer noch nicht, aber wir arbeiten daran. Am Dienstag stand dann „Zahnarzt“ auf dem Programm. John hatte einen Termin zwischen 9 und 10 Uhr. Also nahmen wir schon um 7 Uhr den Bus nach Colon und fuhren von dort mit dem Taxi zu Dr. Ida. Colon wird als relativ gefährliche Stadt eingestuft, deshalb wird empfohlen, nur mit dem Taxi zu fahren, und sogar kurze Strecken nicht zu Fuß zu laufen. Wir mussten nicht lange warten. Ein wurzelbehandelter Zahn war gebrochen und musste gezogen werden. Kostenpunkt 55 $. Außerdem machte die Zahnärztin Röntgenbilder von dem Zahn, der immer wieder zu einem Abszess führt. Dort muss eine Wurzelbehandlung durchgeführt werden. Kosten fürs Röntgen 20 $. Nach dem Zahnarzttermin fuhren wir mit dem Taxi zu “Colon 2000”, einer weiteren Shopping Mall. Shopping Malls gelten als sicher, da überall bewaffnete Sicherheitsbeamte stehen. Dort besorgten wir das Antibiotikum für John, gaben 2 Brillen in Auftrag und schauten uns eine Canon Kamera an, da unsere andere kaputt ist, und wir zurzeit nur Bilder übers Handy machen können. Wir kauften dann noch ein paar Dinge im „99“ Supermarkt ein, und nahmen dann ein Taxi zum Busbahnhof.


Busbahnhof in Colon

Eine Taxifahrt kostet 1,25 $. Um 17 Uhr waren wir endlich wieder auf unserer Chevaldy. Ein anstrengender Tag. Spät am Abend ankerten Lynne und Eric vom Katamaran Amarula in der Bucht von Portobelo. Wir kennen Lynne und Eric von Grenada und es sind die beiden, die in Tanganga einem bewaffneten Raub zum Opfer fielen. Insgesamt hatten sie einen Verlust von 20.000 $. Zum Glück ist den beiden nichts passiert. Am nächsten Morgen kamen die beiden bei uns vorbei und wir tranken einen Kaffee. Wir verabredeten uns für 17 Uhr, um ein Bier im Casa Vela zu trinken, und danach fuhren wir zum Essen zurück zur Amarula. Sie erzählten uns vom Überfall, der den beiden immer noch in den Knochen sitzt. Erst um 23:30 Uhr waren wir wieder zurück auf unserem Boot. Am 08.01.16 fuhren wir zusammen mit Lynne und Eric zum 4 Alto. Am nächsten Tag holten uns Lynne und Eric mit ihrem Beiboot ab, und wir fuhren zum „alten Fort“ auf der anderen Seite der Bucht. Wir liefen zum oberen Fort und tranken dort einen Sundowner, bevor wir zurück zu unserer Chevaldy fuhren, wo wir gemeinsam zu Abend aßen.


Altes Fort

Blick auf die Pucht von Portobelo

Harr harr, Kapitän John

Sundowner mit Lynne und Eric

Ich hatte Spätzle und Geschnetzeltes mit Rahmsoße vorbereitet. Am Sonntag segelten Lynne und Eric zu den Flats, wo sie am Montag für die Kanaldurchfahrt vermessen werden. Morgen geht es dann noch einmal nach Colon, für Johns Wurzelbehandlung. Langweilig wird es uns nicht. 


18.11.15 bis 25.12.15

Am 18.11.15 bereiteten wir morgens alles für unsere Weiterfahrnach Westen vor. Kurz vor 7:30 Uhr hatten wir dann noch einen netten Plausch mit Joanie  von der Yacht Karma über Kanal 66. Auf ihrem Weg nach Norden von Trinidad nach Martinique hatten sie einen Stopp in Carriacou eingelegt. Um 9 Uhr meldete sich dann David, um uns mitzuteilen, dass sie sich auf den Weg nach Bonaire machten. Wir verabredeten, dass wir. uns zwei Mal täglich über das Satellitentelefon eine E-Mail senden, um unsere Position und Status durchzugeben. Um 10:30 Uhr gingen wir dann auch Anker auf. Die ersten 24 Stunden hatten wir moderaten Wind von hinten, und mit Strömung, Welle und voller Besegelung, kamen wir auf manchmal 7-8 Knoten. Wir hatten uns für die kürzere und direkte Route an den Venezuelischen Inseln vorbei entschieden. David und Susan segelten weiter nach Norden, um ca. 60 sm Abstand zu den Inseln einzuhalten. Am zweiten Tag nahm der Wind dann stetig ab. Zuerst versuchten wir noch ein wenig unter Spinnacker zu segeln, und kamen auch tatsächlich auf  4,5 Knoten, aber nach 3 Stunden war sogar für das Spinnacker segeln zu wenig Wind. Also packten wir ihn wieder weg und starteten den Motor.


Wir probieren unseren Spinnacker aus

So wurde es eine entspannte Überfahrt, da wir kaum Welle hatten, und somit konnten wir kochen und lesen und uns entspannen. John hatte seine Angelleine ausgeworfen, und um ca. 16 Uhr am Donnerstag biss ein Fisch an. Währen John den Fisch einholte, rollte ich die Leine wieder auf. Da es ein sehr großer Fisch war, dauerte es über 10 Minuten. Aber dann war der Fisch auch schwächer, und konnte überwältigt werden. Es war ein wunderschöner Mahi Mahi, mit leuchtenden Farben. Für uns und unseren Kühlschrank aber viel zu groß, und so entließen wir ihn wieder in die Freiheit.


John freut sich über seinen Fang

Am Samstag, den 21.11.15, um 7:15 Uhr kamen wir in Bonaire an. Kurz vorher hatte uns die Entchantress mit David und Susan noch überholt, aber wir hatten Glück, und machten an der letzten vorhandenen Mooring-Boje fest. Die Seile ließen etwas zu wünschen übrig, und wir machten noch ein Seil von uns fest, trotzdem war das Konstrukt nicht sehr vertrauenswürdig. Kurz bevor uns David und Susan mit ihrem Dinghy zum Einklarieren abholen wollten, wurde hinter uns eine Boje frei. Also ließen wir kurz die Maschine an, lösten uns von der Boje, drehten eine Kurve und machten keine drei Minuten später an der freien Boje fest. Kurz darauf wurden wir schon abgeholt. Das Einklarieren war eine etwas langwierige Angelegenheit, da auch in Bonaire die Beamten nicht sehr schnell sind. Aber endlich war es geschafft, und wir machten uns auf, den Ort Kralendijk zu erforschen. Zuerst ging es zu Digicel, wo wir eine Sim-Karte erstanden. Danach liefen wir zu einem kleinen Supermarkt, um Brot und Käse einzukaufen. Dann ging es wieder zurück zu unseren Booten. Am Sonntag liefen John und ich zur Village Harbour Marina, wo man seine Mooring Gebühren zahlen muss. Leider hatte die Marina geschlossen. Also liefen wir in die andere Richtung, um einen größeren Supermarkt zu finden. Im Industriegebiet wurden wir fündig. Dort gibt es mehrere größere Supermärkte. Wir entschieden uns für den Warehouse Supermarkt. Dort gibt es alles, was man braucht und relative billig. Und vor allem, Wurst, Käse und Joghurt zu akzeptablen Preisen. Wir kauften frisches Obst und Gemüse und luden dann am Abend David uns Susan zum Essen ein. Es wurde ein netter und lustiger Abend. Am Montag liefen wir dann zur Village Harbour Marina und bezahlten die Mooring-Boje bis zum nächsten Samstag, insgesamt 7 Nächte, was uns 74,20 USD kostete. Susan hatte einen Tauchkurs gebucht, und David fragte uns am Dienstag, ob wir mit ihm schnorcheln gehen wollten. David hat ein schnelles Beiboot, uns so fuhren wir in kurzer Zeit zu einem der Riffe. Wir machten an einer Tauchboje fest, und schnorchelten für ca. 1 Stunde. Bonaire gehört zu den 5 besten Tauchbasen der Welt, und überall ist Marinepark. Deshalb muss man auch relativ viel für eine Boje bezahlen. Aber das Wasser ist glasklar, und die Unterwasserwelt extrem vielfältig. Am Mittwoch holten wir dann mit dem Dinghy Wasser und Benzin in der Marina, und mittags gingen wir noch einmal mit David schnorcheln. Da es so viel zu sehen gab, waren wir fast zwei Stunden beim Schnorcheln Danach waren wir fix und fertig. Am Donnerstag holten wir dann noch einmal Wasser, und füllten unseren Dieselvorrat auf. Danach gingen wir zu Budgetmarin, und kauften eine Pumpe für unsere Toilette, da wir nicht wussten, ob es auf unserem weiteren Weg noch einmal eine Möglichkeit gibt, eine Pumpe zu kaufen. Danach wollten wir zum Van der Tweel Supermarkt laufen. Wir nahmen aber die falsche Abbiegung, und liefen einmal im Kreis. Unterwegs unterhielten wir uns mit einer Holländerin, die vor fünf Jahren mit ihrem Mann und den drei Kindern nach Bonaire gekommen ist. Ihr Mann ist allerdings von Bonaire. In Bonaire gibt es sehr viele Holländer, die ausgewandert sind, und viele Venezolaner und Kolumbianer, die eine 9-monatige Arbeitserlaubnis bekommen, und dann wieder zurück müssen. Am Ende fanden wir dann den Van der Tweel Supermarkt doch noch. Wir wollten für Freitag schauen, was wir alles einkaufen müssen. Für Freitag hatten wir geplant, zusammen mit David und Susan ein Auto zu mieten. Am Freitagmorgen klarieren wir aus, während David und Susan den Mietwagen besorgten. Kurz nach 9 Uhr waren wir fertig, und wir umrundeten einmal die Insel. Bonaire ist nicht sehr groß, und viel zu sehen gibt es auch nicht. In ein paar Stunden hatten wir die Insel abgefahren. Wir sahen viele Flamingos und die Salinen, und die Hütten, in denen die Sklaven, die in den Salinen arbeiteten, hausten. Das Beste an einem Auto ist allerdings, dass man großzügig einkaufen kann, und nicht alles schleppen muss. Also gingen wir in drei Supermärkten ein, und verproviantierten uns für die Zeit, die wir auf den San Blas Inseln verbringen wollen, da es dort nichts zum Einkaufen gibt.


Promenade in Bonaire

Auf einem Spaziergang

Tolle Gemälde an Gebäuden

Weihnachtsbaum in Bonaire

Ein Leguan in der Marina

Freifliegende Papageien


John kitzelt ein Fisch

Wunderschöne Unterwasserwelt

Flamingos im Norden von Bonaire

Flamingopärchen

Sean beim Flamingosee

Flamingos im Süden der Insel





Selfie

Sean vor einer Sklavenhütte

Angeblich wurden hier hunderte von Sklaven untergebracht






Wir machten Chevaldy dann abfahrtbereit, damit wir früh am nächsten Morgen lossegeln konnten, da das Wetterfenster zwar am Anfang noch kräftige Winde vorhersagte, dann aber um Santa Martha kaum noch Wind. In den ersten 24 Stunden hatten wir durch die starken Winde ein Etmal von 160 sm. Wir flogen quasi über das Wasser. Um 5:30 Uhr am Sonntagmorgen legte der Wind dann noch einmal kräftig zu. Aus dem Starkwind wurde ein Sturm mit sintflutartigen Regenfällen. Die Wellen wurden immer höher. Wir hatten zwar den von Jimmy Cornell genannten Wegepunkt außerhalb der 1000 m Linie anvisiert, jedoch wurden wir von Wind und Wellen auf flacheres Wasser gedrückt, wo die Wellen noch höher waren. Wir wurden an unsere Atlantiküberquerung erinnert, Immer wieder wurde unsere Chevaldy von einer großen Welle auf die Seite gedrückt. Alles was nicht niet- und nagelfest war, wurde im inneren des Bootes herumgeschleudert. Immer wieder kamen Wellen über. Zum Glück waren Wasser- und Lufttemperatur angenehm warm. Unsere Chevaldy machte ihre Sache sehr gut, obwohl sie drei Mal nacheinander auf die Seite gedrückt wurde, rappelte sie sich immer wieder hoch. Wir kämpften um unser Leben und um unsere Chevaldy und änderten unsere Sturmtaktik. Wir liefen die Wellen jetzt schräg an. Danach kam nur noch zwei Mal eine Welle über. Die letzte setzte meine Schwimmweste in Aktion und sie wurde automatisch aufgeblasen. Da mussten wir trotz der Anspannung doch lachen. Um ca. 15 Uhr war dann der Spuk zu Ende. Danach nahmen Wind und Wellen konstant ab. Ab und zu mussten wir sogar die Maschine anwerfen, da wir am Donnerstag um ca. 9 Uhr auf den Holland Cays bei den San Blas Inseln ankommen wollten. So war unser Plan, der sich aber nicht erfüllen sollte, und wenn John nicht heimlich ein Foto gemacht hätte, würde uns diese Story sowieso niemand glauben. Am Mittwochnachmittag gegen 15 Uhr sahen wir ein Flugzeug mit einer Art Satellitenschüssel. Dieser Überflieger, wie wir nachher erfuhren, ein kolumbianisches Flugzeug, flog mehrmals sehr tief über unser Boot. Wir fanden das schon sehr komisch, dachten uns aber nicht sehr viel dabei, als es dann endlich wied er wegflog. Um 24 Uhr panamaischer Zeit, war ich gerade mit meiner Wache fertig, und wollte mich hinlegen. John übernahm die Wache und beschloss, die Maschine anzuwerfen. Kurz darauf hörten wir einen herannahenden Motor. John sagte mir, dass ich ihm unsere Machete geben soll, falls es sich um Piraten handelt. Erst vor einer Woche wurden  Freunde von uns, die in einer Bucht bei Tanganga/Kolumbien ankerten, gebordet, gefesselt, geschlagen und ausgeraubt, obwohl sie zwei Hunde auf ihrem 60 Fuß Katamaran hatten. Ihnen wurde zwar alles von Wert gestohlen, zum Glück ist ihnen nichts weiter passiert. Das Motorgeräusch kam näher, und wir sahen Blaulicht. Am Ende stellte sich heraus, dass es sich um Militär handelt. Zugehörig zur „Aeronaval“ von Panama. Einer der Soldaten kam zu uns an Bord, dabei wurde unsere Reelingstange verbogen. Der Soldat schaute sich unsere Papiere an, und brauchte ca. 1,5 Stunden, um diese Daten per Satellitentelefon an die Zentrale weiterzuleiten. Um ca. 01:30 Uhr wurde er dann wieder zurück auf das Schnellboot geordert. Dafür wurden zwei bewaffnete Soldaten auf unserem Boot abgestellt, währen das Schnellboot mit dem Rest der Besatzung zu einem weiteren verdächtigen Segelboot fuhren. Wir durften keinen Motor anwerfen und keine Segelsetzten, sondern wir drifteten nur mit der Strömung. Wir fragten die zwei Soldaten, warum sie hier seien, und sie sagten reine Routine, da wir aus Kolumbien kämen. Wir sagten ihnen, dass wir von Bonaire kämen, und nicht aus Kolumbien. Aber wir sprachen gegen eine Wand, obwohl wir Ausklarierungspapiere von Bonaire hatten. Da wir jetzt ohne Antrieb wie ein Korken auf dem Wasser hin und herschwappten, wurden unsere zwei ungebetenen Gäste auch noch Seekrank. Also mussten wir sie erst einmal mit Tropfen versorgen. Danach ging es dem einen schon wesentlich besser. Der andere musste immer wieder ans VHF im inneren des Bootes, und ihm wurde immer übler. Am Schluss musste er sich in den Eimer übergeben. Als die Sonne dann aufging hatte ich Mitleid mit ihm und gab ihm einen höhere Dosis an Tropfen. John machte frisches Brot und Spiegelei, und danach ging es den beiden schon wesentlich besser. Sie bekamen dann auch die Order, dass wir Segel setzten und die Maschine anwerfen durften, um nach Porvenir zu kommen. So gegen 10 Uhr kam dann auch dann noch das Schnellboot der Aeronasal mit dem Kommandanten zurück und unsere Chevaldy wurde nun von zwei bewaffneten Soldaten auf unserem Boot und einem Schnellboot hinter uns eskortiert. Da es unseren beiden Soldaten langsam langweilig wurde, fing der eine an zu fischen. Er fing uns tatsächlich zwei größere Fische. Einer davon wieder ein Snap Jack. Ab den Holandes Cays übernahm dann das Schnellboot die Führung und leitete uns durch die Riffe bis nach Porvenir. Dort dachten wir, dass wir die beiden endlich los werden würden, aber die nächste Schikane war, dass sie mit dem Schnellboot einen Taucher aus Colon holen wollten, der unser Boot am Unterwasserschiff nach Drogen absuchen sollte. Neben uns lag noch eine größere Yacht vor Anker, die auch einen Soldaten an Bord hatte. Auch die mussten warten. Es stellte sich heraus, dass dies das andere Segelboot war, zu dem das Schnellboot in der Nacht unterwegs war. Die zwei Soldaten wurden mit Essen und Trinken von ihren Kameraden versorgt. Porvenir hat eine Militärbasis. John nahm den Snap Jack auseinander und wir bereiteten unser Abendessen vor. Kurz bevor es dunkel wurde, wies der Kommandant die beiden an, unser Boot zu durchsuchen. Als sie nichts fanden, wurden sie von einem der Schnellboote abgeholt, dann wurde der andere Soldat auf dem anderen Segelboot abgeholt und uns wurde mitgeteilt, dass wir uns nun frei bewegen konnten. Ein Taucher kam nicht mehr, und wir wissen bis heute nicht, warum wir in „ Gewahrsam“ genommen wurden.


Einer der Soldaten

Von beiden Seiten flankiert

Es hatte irgendwas mit einem weißen Segelboot aus Kolumbien zu tun. Also wurden alle weißen Segelboote routinemäßig in einem bestimmten Umkreis untersucht. Wir hatten erst einmal die Schnauze gestrichen voll und legten uns schlafen. Am nächsten Morgen klarierten wir dann ein, wie üblich in der Karibik, mussten wir mal wieder auf den Immigrationsbeamten warten, der erst um 13 Uhr kam. Der Spaß kostete uns für ein Jahresvisum für Panama, einem Cruisingpermit für ein Jahr und einem San Blas Aufschlag insgesamt 373 €. Ein ziemlich teurer Spaß. Da es jetzt zu spät war, um noch zu den 18 sm entfernten Holandes Cays zu fahren, blieben wir noch eine Nacht. Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg, jedoch kehrten wir nach einer halben Stunde wieder um, da die Wellen zu hoch, und der Wind zu stark war, um gegen an zu fahren. Als John dann in den Motorraum schaute, war dort viel zu viel Wasser. Die Dichtung der Seewasserpumpe war kaputt. Also baute John in den nächsten Stunden die alte Seewasserpumpe aus, und die neue, die ich aus Deutschland mitgebracht hatte, ein. Zwischendurch bekamen wir noch Besuch von einer Deutschen aus Ulm und einer Amerikanerin, die auf einem amerikanischen Segelboot kurzzeitig mitreisen. Wir tranken eine Tasse Kaffee zusammen und hatten einen netten Plausch. Am Sonntagmorgen um 10 Uhr ging es dann endlich zu den östlichen Holandes Cays.


Sean baut die Seewasserpumpe ein

Steg in Porvenir

Kuna Yala Indianer rudern bei Chevaldy

Wir besichtigten eine Art B & B

Chevaldy vor Anker in Porvenir

Wir motorsegelten dorthin und brauchten nur 3,5 Stunden. Wir ankerten in der Bucht bei der Insel Baledup auf 11 m. Hier ist es richtig idyllisch und wir können uns jetzt endlich von den Strapazen der letzten Tage erholen. Am Freitag kamen dann auch schon David uns Susan von der Enchantress. Sie ankerten nicht weit von uns entfernt. Wir ruderten zu den zwei hinüber, um sie zu begrüßen, und David öffnete eine Flasche Sekt, um mit uns anzustoßen. Da David ein schnelleres Dinghy hat, und wir unseres gerade reparierten, gingen wir immer zusammen mit Susan und David zum Schnorcheln. Wir schnorchelten an verschiedenen Riffen und sahen viele bunte Fische, einen Stachelrochen, einen Hai und Barrakudas in verschiedenen Größen. Da wir nur noch 3 Bier hatten, und keinen Wein mehr, kam David mit 24 Dosen Bier und 12 Flaschen Wein herüber. Wenn wir in Colon sind, können wir ihm die Getränke dann erstatten. Vorerst waren wir also gerettet. In den nächsten Tagen reparierte John unser Großsegel, das uns auf dem Weg von Bonaire zu den San Blas Inseln riss. Dann musste noch das Loch in unserem Dinghy mit Silikon und Zwei Komponenten Kleber geklebt werden. Das Holz am Dinghy musste gestrichen werden und die Pumpe in der Toilette erneuert. Sonst war es eine erholsame Zeit, nur unterbrochen von ein paar Segelbooten, die manchmal zu nah ankerten. Freitags kamen Kuna Yalas und verkauften Obst und Gemüse. Somit konnten wir unser Essen etwas Aufpeppen. Am Montag, den 21. Dezember feierten wir dann Davids 70. Geburtstag. Es war ein feuchtfröhlicher Abend, mit viel Sekt, Wein und Musik.


Eine der San Blas Inseln

Insel Banedup

Im Paradies

John genießt die Ruhe

Die Kuna Yala leben in solchen Bambushütten

Die Kuna Yala sind sehr kleine Menschen

Selfie mit Blick auf Die Insel Tideup

Unser gerissenes Segel

John repariert das Segel

David liest unsere selbstgebastelte Geburtstagskarte

Am nächsten Morgen motorsegelten wir dann nach Porvenir, um dort unsere Zarpe für Portobelo zu holen. Da wir uns immer noch nicht vom Abend davor erholt hatten, gingen wir früh zu Bett, damit wir am nächsten morgen früh nach Porto Lindo aufbrechen konnten. Um 7 Uhr ging es Anker auf, und wir motorsegelten nach Porto Lindo, das 42 sm von Porvenir entfernt auf dem Festland liegt. Unterwegs fingen wir einen weiteren Snapper Jack. Um 16 Uhr erreichten wir dann Porto Lindo. Dort luden wir dann David und Susan zur Paella a la John ein. War wirklich lecker. Wir tranken auch nicht viel Alkohol, da wir alle noch in der Erholungsphase waren, und um 20 Uhr, gingen unsere Gäste dann auch schon. Am 24. Dezember wollten David und Susan ihre gerissenes Genua herunterholen, jedoch war das Fall verklemmt. Also kam David mit seinem Dinghy herüber und bat John um Hilfe. Gemeinsam schafften sie es dann, das Segel zu bergen. Da das Segel so groß war, half John David noch, es zusammenzulegen und zum Segelmacher zu bringen. Danach nahmen wir den Bus um 12:45 Uhr zum Rey Supermarkt in Sabanito, außerhalb von Colon. Die Busfahrt dauerte ca. 1 Stunde. Dies ist eines der sichersten Plätze um einzukaufen, da überall im Markt bewaffnete Sicherheitsbeamte herumlaufen. Da alle beim Weihnachtseinkauf waren, kamen wir fast nicht durch die Gänge. Wir kauften nur das nötigste, da wir am Sonntag oder Montag einen Großeinkauf machen wollen. Wir besorgten uns dann noch eine Sim-Karte fürs Handy und warteten dann auf einen Bus zurück nach Porto Lindo. Jedoch war jeder Bus so voll mit Leuten, dass wir mehrere Busse abwarten mussten, bis wir wenigstens einen Stehplatz ergatterten. Dieser Bus fuhr jedoch nur bis Portobelo. Dort warteten wir dann vergeblich auf einen Bus nach Porto Lindo. Am Ende nahmen wir dann ein Taxi für 15 $. Kurz vor 20 Uhr waren wir zurück auf dem Boot. Am 25. Dezember telefonierten wir dann mit der Familie. Heute sind wir zum Weihnachtessen bei David und Susan eingeladen. Da freuen wir uns schon darauf. Also bis zum nächsten Mal. Felize Navidad.


13.10.15 bis 17.11.15

Am 13.10.15 landete ich um 8:10 Uhr in London und musste dort ca. 7 Stunden warten, bis ich weiter nach Stuttgart fliegen konnte. Um mich etwas warm zu halten, trank ich einen Tee nach dem anderen. Ich war 30 °C gewöhnt und keine 5 ° C. Um 18:15 Uhr kam ich dann endlich in Stuttgart an und wurde von meinem Bruder und meiner Mutter abgeholt. In den 4 Wochen zu Hause arbeitete ich meine „To Buy-Liste“ ab. Ich erstand einige Ersatzteile über E-Bay und Motor-Spezi und 3 Paar Trecking Sandalen im Tramperhaus. Aber vor allem der Zahnriemen für unseren Mr. Zulu war eine Herausforderung. Endlich fand ich eine Firma in GB, die diesen Zahnriemen noch liefern konnte. Also bestellte ich gleich drei Stück. Am Mittwoch vor meinem Abflug wurden sie endlich geliefert. Ich hatte mir schon eine Reisetasche mit Rollen zugelegt, da der Koffer schon 6 kg Eigengewicht hatte. All die Ersatzteile, Zahncremes und Sonnencremes wurden zu schwer. Aber mit der Reisetasche kam ich auf mein erlaubtes Gewicht (20 kg). Alles andere wurde in meinem Handgepäck verstaut. Dort waren 10 kg erlaubt. Während ich die vier Wochen in Deutschland von Familie und Freunden verwöhnt wurde, arbeitete John in Grenada seine „To Do-Liste „ ab. Chevaldy war 10 Tage auf dem Trockendock in der Clarkes Court Bay Marina und es kostete uns insgesamt nur 300 €. Ein- und Auskranen inklusive. John trug neues Antifouling auf und reparierte unser Ruder. Auch sonst gab es noch genügend kleinere Arbeiten zu verrichten, um unsere Chevaldy auf die nächste Etappe vorzubereiten. Wieder zurück im Wasser gab in dieser Zeit auch wieder schlimme Squals und neben unserer Chevaldy driftete ein Boot auf ein anderes. John konnte dem Boot gerade noch ausweichen, indem er den Motor anließ und auf die Seite fuhr. Aber sobald das Wetter etwas besser wurde, waren auch gleich ein paar Helfer zur Stelle. Auf die „Sailing Community“ kann man sich verlassen. Am 08.11.15 flog ich dann um 20:30 Uhr nach London, übernachtete im Gatwick White House Hotel und flog am nächsten Morgen weiter nach Grenada. Virgin Atlantic landete pünktlich um 16:30 Uhr. Endlich wieder im Warmen!!! In der letzten Woche gingen wir vor allem einkaufen, um unsere Vorräte wieder aufzustocken. Heute Morgen wurden wir von David und Susan abgeholt, und wir klarierten gemeinsam in der Phare Bleu Marina aus. Von unseren letzten EC-Dollars kauften wir Brot und Eier. Morgen, am Mittwoch wollen wir dann nach Bonaire (AB C-Inseln) aufbrechen. Bis dann….


Chevaldy in CCBM mit neuem Antifouling

Kollision

Die Helfer sind schon unterwegs

 

15.09.15 bis 12.10.15

Am Dienstag hatten wir abends Sundowners auf Granuaile, nachdem sich John einen Schraubenzieher in den Daumen gerammt hatte und Eilish die Wunde mit einem Wundkleber verschließen wollte. Da sie aber nicht genau wusste, wie der Kleber anzuwenden war, war das Ergebnis alles andere als befriedigend. Also musste doch ein Pflaster her. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von Stuart und einem Teil der Baganara Resort Mitarbe iter und gingen dann um 10 Uhr Anker auf, als die Tide drehte. Es dauerte nur ca. 40 min bis wir in Bartica ankamen und wir ankerten wieder an derselben Stelle wie das letzte Mal. Danach gingen wir mit dem Dinghy zur Pier und gingen erst einmal zur Immigration, da wir ja am nächsten Morgen nach Parika aufbrechen wollten. Der Beamte von der Einwanderungsbehörde teilte uns aber mit, dass wir zwar beim Zoll schon ausklarieren könnten, jedoch erst am nächsten Morgen unseren Stempel in den Pass bekommen würden. Er wäre schon um 7 Uhr da, das wäre alles kein Problem. Also gingen wir zum Zoll. Dass uns ein Formular fehlte wussten wir schon, aber die nette Dame hatte alles im Griff und 10 min. später hatten wir ausklariert. Alles kein Problem. Wir gingen einkaufen. Eigentlich wollten wir Spaghetti Bolognese als Abschiedsessen für Eilish und Richard kochen. Da es aber kein Hackfleisch gab, wurde umdisponiert. Wir kauften Hähnchenbrust und es sollte Hähnchencurry geben. Geld konnten wir nur in der Scotiabank abheben, was uns ca. 5 US Dollar mehr kostete. Aber wir mussten ja noch einiges einkaufen. Coca Cola kauften wir in unserem Stammladen ein, und die nette Verkäuferin gab uns zum Abschied sechs Eier als Geschenk. Danach ging es zurück zu unserer Chevaldy. John hatte noch einiges am Boot zu erledigen und ich kochte schon einmal vor. Um 17 Uhr kamen dann Eilish und Richard und es wurde ein sehr netter Abend. Eilish und Richard wollten früh am nächsten Morgen zusammen mit Serge und Charlotte nach Gras Island aufbrechen. Als wir am Donnerstag früh mit unserem Dinghy zur Immigration fuhren, gingen Eilish und Richard gerade Anker auf. Wir winkten den beiden zu, so schnell werden wir sie nicht mehr sehen, da sie noch einen Monat in Guyana bleiben wollten und danach Richtung Norden aufbrechen.


Eilish und Richard winken uns zum Abschied zu

Als wir bei der Einwanderungsbehörde ankamen, war der Beamte noch nicht da. Ein netter Mitarbeiter rief ihn an, und er kam um die Ecke gejoggt. In kurzer Hose und T-Shirt. So viel für die Kleiderordnung. Die Formulare hatten wir schon ausgefüllt, und 5 min. später hatten wir unseren Stempel im Pass. Zurück auf unserer Chevaldy machten wir den Motor an und fuhren den Fluss hinunter bis nach Parika, aber immer den Wegpunkten nach, da rechts und links Untiefen und Sandbänke sind. Um 12:30 Uhr ankerten wir vor der Roeden en Rust Marina. Im Gegensatz zu Baganara, wo es kaum Schwell gab, fing Chevaldy an zu schaukeln. Es war extrem schwierig, ins Dinghy zu gelangen, um in Parika einzukaufen. Aber wir schafften es, und machten unser Dinghy an der Pier fest, kletterten die Autoreifen hoch und fuhren mit dem Bus nach Parika.


Man muss schon gelenkig sein, um in Roeden en Rust an Land zu kommen

Dort gaben wir unsere letzten Guyana Dollar aus, da wir sie ja nirgendwo anders brauchen können. Am Freitagmorgen um 8 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zurück nach Tobago. Zuerst mussten wir den Wegpunkten folgen, um heil aus dem Essequibo River zu gelangen. Danach setzten wir Segel Richtung Tobago. Dieses Mal hatten wir Glück, und es wehte nur eine leichte Brise und es gab keine Squalls. Ein kleiner erschöpfter Vogel fuhr eine ganze Weile mit uns mit, versuchte immer Mal wieder zu fliegen, kam aber immer wieder zurück. Er ließ sich sogar streicheln und schlief erschöpft auf einem Kissen. Irgendwann flog er davon.


Unser kleiner Passagier

Wir hatten unsere Ankunft am Montag, den 21.09.15 in der Man of War Bay so getimt, dass wir erst nach 8 Uhr in die Bay einfuhren, da man sonst Überstundengeld bezahlen muss. Wir tuckerten an der Küste entlang und John fing seinen ersten großen Fisch.


Unser erster "großer" Fang

Er gehörte zur Familie des Thunfischs und war sehr sehr lecker. Wir brieten ihn mit Knoblauch und Zwiebel in Olivenöl, dazu gab es Bratkartoffeln. Wir klarierten gleich ein, und hatten Glück, dass dieses Mal auch schon jemand von der Einwanderungsbehörde da war. Danach füllten wir unseren Tank und unsere Kanister mit Diesel. Am Dienstag bunkerten wir morgens Wasser und fuhren wir danach mit dem Maxitaxi nach Scarborough. Dort gingen wir in den Supermarkt zum Einkaufen und brauchten auf dem Rückweg wieder Stunden, bis wir einen Minibus oder Maxitaxi nach Charlotteville fanden. Das ist das ärgerlichste an Tobago, dass man sich nicht auf öffentliche Verkehrsmittel verlassen kann. Da am Donnerstag ein Feiertag war, klarierten wir schon am Mittwoch aus. Wir wurden allerdings aufgeklärt, dass wenn wir das Land erst am Donnerstag verlassen würden, wir auch einen Aufpreis zahlen müssten. Also segelten wir schon um 16:30 Uhr am Mittwochabend los, um früh am nächsten Morgen in Grenada zu sein. Auf dem Weg aus der Bucht spielen ein paar richtig große Delfine mit Chevaldy. Als wir um 7:30 Uhr in die Woburn Bay einfuhren, sahen wir die „Karma“ schon von weitem. Joanie und Graham luden uns dann für 11:30 Uhr zum Lunch ein. Vorher mussten wir aber noch die Einklarierungsformalitäten in der nächstgelegenen Marina erledigen. Joanie hatte eine leckere Fischsuppe gemacht und wir blieben bis 14:30 Uhr. Schließlich hatten wir uns 3 Monate nicht gesehen. Zurück auf unserer Chevaldy räumten wir noch ein wenig auf und gingen dann früh schlafen. Am nächsten Morgen fuhren wir zur CCBM (Clarkes Court Bay Marina), um unseren Auskrantermin zu bestätigen und alle Formulare auszufüllen. Unsere Chevaldy wird am 12. Oktober um 8:30 Uhr ausgekrant, und soll ca. 2 Wochen auf dem Trockendock bleiben, um alle Reparaturen zu erledigen und das Antifouling aufzutragen. Da die Marina erst in der Bauphase ist, bekommen wir ca. 40 % Rabatt, was eine ganze Menge ist. Es gibt noch keinen Strom- und Wasseranschluss. Aber mit unserem kleinen Hondagenerator kein Problem. Am Samstag ging es dann zusammen mit Joanie und Graham nach St. Georges zum Einkaufen. Hier ist es wie „nach Hause kommen“, alles ist vertraut, und man weiß, wo man was einkaufen kann. Am Sonntag fuhren wir mit dem Dinghy bis Hog Island und machten es dort fest. Dann liefen wir durch den Wald bis zur Secret Harbour Marina in der Mt Hartman Bay. Dort ist alle 4 Wochen ein Flohmarkt. Wir brauchten zwei Blöcke, da sich unsere schon auflösen und an den Leinen scheuern. Wir kauften zwei und sahen dann Susan und David. Wir sprachen so lange mit den beiden, bis der Flohmarkt vorbei war. Danach liefen wir zurück zu unserem Dinghy in Hog Island. Auf dem Weg zurück legten wir einen Stopp bei der Papillon ein und tranken zusammen mit Katja und Matthias einen Kaffee. Da wir uns auch schon ewig nicht gesehen hatten, gab es viel zu erzählen, und es war schon fast 17 Uhr, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Dann machten wir noch einen kleinen Abstecher zu Joanie und Graham. Um 18:30 Uhr waren wir dann endlich zu Hause. Zum Glück hatte ich schon morgens Eintopf gekocht, der jetzt nur aufgewärmt werden musste. Ein Bolzen an unserem Bug Korb war abgebrochen. John schraubte ihn ab, damit wir ihn zur Karma transportieren konnten. Graham schweißte uns dann einen neuen Bolzen an. Wieder zurück auf unserer Chevaldy, schraubte John den Bug Korb und die Reeling wieder fest. In der Zwischenzeit fuhr ich mit dem Dinghy zum Wäsche waschen. In der Island View Bar gibt es eine neue Waschmaschine. Da wir kein Bier mehr hatten und auch unser Antennenkabel korrodiert ist, fuhren wir am Dienstag mit dem Shopping Bus mit. Wir kauften eine neue Silikonpistole, Koax-Kabel, eine neue Antenne und 96 Dosen Bier. Leider war CK`s geschlossen und so konnten wir kein Cola für unsere Sundowner kaufen. Abends machte John Würstchen im Schlafrock und Potatoepies. Wir hatten Joanie und Graham zum Essen eingeladen. Am Mittwoch wurden wir schon um 9 Uhr von Joanie und Graham abgeholt. Wir fuhren mit dem Bus bis St. Georges und dann weiter mit dem Bus nach Sateurs. Dort stiegen wir aus und liefen bis zur Levara Bay. Dort liefen wir dann am Strand entlang und weiter bis zum Bathway Beach. Dort gibt es ein vorgelagertes Riff, und man kann dort gefahrlos schwimmen. Es gibt auch eine Bar, Duschen und Toiletten. Wir badeten, duschten uns und aßen dann unsere selbstgemachten Sandwiches, bevor wir weiter nach River Sallee liefen. Von dort nahmen wir dann den Bus nach Grenville und von dort weiter nach Woburn. Erst um 18 Uhr waren wir wieder beim Boot. Wir schafften es gerade noch, die restlichen Würstchen zu braten, bevor wir erschöpft ins Bett fielen. Für Donnerstag hatte ich mich Katja verabredet, um mit ihr nach St. Georges mit dem Bus zu fahren. Ich wollte ein paar kleine Souvenirs kaufen. Es war ein sehr netter Vormittag. Um 18 Uhr waren wir dann auf der Enchantres bei Susan und David zum Sundowner und zum Dinner eingeladen. Es gab reichlich Wein, Hackbraten, Kartoffelsalat und danach noch Kaffee und Whiskey. Wir redeten über Panama und den Pazifik und waren erst wieder um 0:15 Uhr auf unserer Chevaldy. Am Freitag gab es um 20 Uhr ein kostenloses Konzert in der Le Phare Bleu Marine, die nicht weit von unserem Ankerplatz entfernt ist. Dort gibt es eine Bar mit nettem Ambiente. Man sitzt auf bequemen Sofas, trinkt ein Bier oder Shandy (Radler) und lauscht der Musik. Einfach perfekt. Am Samstag ging es dann wieder nach St. Georges zum Einkaufen. Auf dem Rückweg fuhren wir mit dem Dinghy zur Island View Bar. Auf der Rückseite wurde eine neue Dinghy Pier gebaut und musste ins Wasser geschoben werden. Es gab so viele Helfer unter den Seglern, dass die Pier innerhalb von wenigen Minuten im Wasser schwamm.


Die neue Dinghy Pier wird ins Wasser geschoben

Am Sonntag hatte Graham Geburtstag und wir waren um 10 Uhr zum Kaffee auf der Karma eingeladen. Zuvor halfen Graham und John aber Erich und Lynne von dem Katamaran Amarula die Segel wieder aufzuziehen, auf einem 60“ Katamaran kein leichtes Unterfangen. Am Abend kamen dann Graham und Joanie noch zu uns, um den Tag mit einem Sundowner und Musik ausklingen zu lassen. Am Montag kam Graham um 11 Uhr und ging wie ein Äffchen den Mast hoch, gesichert durch seinen Bootsmannstuhl und dem Groß Fall, das John sicherte. Er brachte unsere neue VHF-Antenne an, und fädelte das neue Koax-Antennenkabel durch den Kanal. Abends waren wir dann um 17:30 Uhr auf der Karma zusammen mit Susan und David zur Fischsuppe eingeladen. Es war sehr lecker und es wurde ein feuchtfröhlicher Abend. Am Dienstag gingen wir dann noch einmal mit dem „Shopping Bus“ zum Einkaufen, um genügend Getränke für John einzukaufen. Am Mittwoch gab es dann Musik in Taffys. Ab 18 Uhr spielten verschiedene Leute. Rock und Blues, und John spielte irische Musik und Country und Western. Als die meisten Gäste gegangen waren, und nur noch die Musikliebhaber übrig waren, spielten wir alle zusammen. Wir hatten einen Keyboard Spieler, John auf der Gitarre, eine Frau mit einer Altflöte und ich mit der „Tin Whistle“. Wir spielten vor allem irische und schottische Weisen, und der Abend endete erst um 23:30 Uhr, wenn uns Taffys endlich zum Aufhören bewegen konnte. Sue, Taffys Frau, hatte es so gefallen, dass sie John gebeten hat, mittwochs in Taffys zu singen. Dafür bekommt er ein Essen + Getränk. Am Donnerstag kam eine „Tropical Wave“ durch, die sehr starke Winde und viel Regen mit sich brachte. John brachte gerade einen neuen Schäkel an unser Dinghy an, als es losging. Wir sahen ein Ehepaar in einem Kajak und deuteten an, dass sie zu uns kommen könnten, bis der Squal durchgezogen ist, aber sie wollten weiter. Der Wind wurde immer stärker und dann geschah das Unglück. Keine 5 Minuten später kenterte der Kajak. Der Mann konnte sich wieder in sein Kajak retten, die Frau jedoch hatte keine Kraft mehr. Die Wellen wurden auch immer höher. Da sie nicht zu weit von uns entfernt waren, setzte sich John ins Dinghy, und kämpfte sich zu den beiden durch. Er sagte zu der Frau, sie solle sich am Kajak festhalten, und er schleppte die beiden zu deren Katamaran. Sie waren ihm sehr dankbar, und er blieb dort, bis sich das Unwetter einigermaßen gelegt hatte. Auf dem Höhepunkt hatten wir 47 Knoten Wind gemessen. Aber zum Glück hielt unser Anker, obwohl einige Boote auf Drift gingen. Am Freitag holte uns Graham am 10 Uhr zum Kaffee ab, und um 11 Uhr fuhren wir zur neuen Dinghy Pier bei Island View und nahmen von dort den Bus bis Island Waterworld. Joanie kaufte einen Feuerlöscher, und danach liefen wir zu D Joint, einer kleinen Snackbar. Dort trafen wir Lann und Stan. Wir hatten zusammen Lunch. Ich aß Chickencurry, und John begnügte sich mit Pommes, die die Frau frisch aus Kartoffeln machte. Wir verließen die Snackbar erst um 14:30 Uhr.


Lann, Joanie, Stan, Graham und ich

Danach gingen wir noch einkaufen. Am Samstag grillten wir dann mit Joanie und Graham und Susan und David auf Hog Island. Da an diesem Wochenende sehr viele Aktivitäten stattfanden, und das Wetter auch nicht zu toll war, hatten wir Hog Island ganz für uns alleine. Als es zu regnen anfing, zogen wir uns in Roger Bar zurück. Dort gab es einen Tisch und zwei Bänke. Graham grillte Würstchen und Fisch, und dazu gab es leckere Salate und Brotfruchtauflauf.John spielte dann noch Gitarre und wir sangen dazu. Graham rezitierte dann noch die Ballade von William Bloat. Es war ein toller Tag, und wir verließen Hog Island erst, als es anfing, dunkel zu werden. Zum Glück hatte der Regen bis dahin aufgehört.


Joanie, David, Susan, John und Graham

Graham rezitiert die Ballade von William Blaot

Am Sonntag sollte eigentlich ein Dinghy Konzert in der Le Phare Bleu Marina stattfinden. Susan und David wollten uns um 15 Uhr abholen. Leider wurde das Konzert wegen zu starkem Wind abgesagt. Susan und David kamen trotzdem auf einen Kaffee. Ca. 1 Stunde später kamen dann auch noch Graham und Joanie vorbei, um mir Adieu zu sagen. Als es anfing zu regnen, quetschten wir uns alle unter Deck, und es wurde ein lustiger Abend. Jeder konnte eine Witzige Story aus dem Seglerleben erzählen. Am Schluss sangen wir noch ein paar gemeinsame Lieder und die vier gingen erst um 20:30 Uhr. Es war ein toller Abschiedsabend. Joanie werde ich vorerst nicht mehr sehen, aber Susan und David sehe ich hoffentlich auf den San Blas Inseln wieder, wenn David seinen 70. Geburtstag feiert. Am Montag, hatten wir dann unseren Krantermin. Graham kam schon um 7:30 Uhr, um uns zu helfen. Der Anker war durch den starken Wind so eingegraben, dass wir ihn kaum frei bekamen. Kurz vor der Marina stieg ich dann ins Dinghy, um es am Dinghysteg festzumachen, John und Graham fuhren unsere Chevaldy dann in den Kanal und warfen die Leinen zu den Mitarbeitern. Erst um 12 Uhr war unsere Chevaldy an ihrem Platz festgezurrt. Das dauerte so lange, da die Mitarbeiter auch noch Gurte mit Betonklötze verbinden, falls ein Hurrikan kommen sollte.











Um 13 Uhr wurde ich dann vom Taxi abgeholt, das mich zum Flughafen bringen sollte. John bleibt ca. 12 Tage auf dem Trockendock, um alle Arbeiten am Boot erledigen zu können. Am 9. November bin ich dann hoffentlich wieder in Grenada. Also bis dann….



Guyana

 

29.08.2015 bis 14.09.15

Da wir für Sonntag, den 30. August geplant hatten, weiter nach Fort Island zu fahren, begannen wir, Getränke und anderes zu bunkern.


Pier in Roeden en Rust Marina

Am Sonntagvormittag fuhren wir noch früh mit dem Bus nach Parika, um auf dem Markt frisches Obst und Gemüse zu kaufen. Mit einlaufender Flut gingen wir Anker auf und legten die 5 sm bis Fort Island in weniger als einer Stunde zurück. Fort Island, früher auch Flag Island genannt, war in der Niederländischen Kolonialzeit Hauptstadt. Sowohl im 16. Und 17. Jahrhundert, als auch später noch einmal im 18. Jahrhundert. 1743 wurde das Fort, von dem nur noch Ruinen zu sehen sind, gebaut, das Regierungsgebäude ist jetzt ein Museum. Am Morgen des 31. Augustes erkundeten wir zusammen mit Serge und Charlotte und Richard und Eilish Fort Island. Da die Insel nicht sehr groß ist, und nur eine Handvoll Menschen auf der Insel wohnen, dauerte das nicht sehr lange. Wir besuchten das Museum und dann Fort Zeelandia, und danach die Grundschule der Insel. Die Lehrerin winkte uns freundlich heran, und lud uns ein, die Kinder zu begrüßen. Die Lehrerin betreut seit 14 Jahren die Kinder von Fort Island. Zurzeit sind 7 Kinder aus 3 Familien zwischen 7 und 14 in der Schule. Die Lehrerin arbeitet für jedes Kind einen eigenen Plan aus. Das älteste Mädchen ist 14 und in der 6. Klasse. Am Schuljahresende legt sie dann eine Prüfung ab und kann dann auf eine weiterführende Schule gehen, aber nur, wenn es ihre Eltern sich leisten können, sie auf ein Internat zu schicken. Das Mädchen hat Glück, ihre Eltern besitzen etwas Land und können es sich leisten. Bevor wir wieder gingen, bat uns die Lehrerin noch ein christliches Lied für die Kinder zu singen. Alle Kinder hier auf der Insel sind Christen. In der Stadt gibt es viele Hindus und auch Moslime. Wir sangen „You raise me up“, und dann sangen die Kinder noch ein Lied für uns. Es war eine ganz neue Erfahrung, diese Schule zu besuchen, da sie nicht einmal über Elektrizität verfügt und keiner einen Computer besitzt.


Fort Island

Ehemaliges Regierungsgebäude, jetzt Museum

Ruinen des ehemaligen Forts

Grundschulgebäude auf Fort Island

Die Kinder beim Lernen

Gruppenbild mit Lehrerin

7 Kinder aus drei Familien

Wieder zurück auf den Booten, machten wir uns fertig, um weiter nach Shanklands zu fahren. Unsere Seewasserpumpe war zwar repariert, und es lief auch kein Wasser mehr heraus, dennoch wurde nicht viel Wasser zur Kühlung durchgepumpt. Um keine Überhitzung zu riskieren, fuhren wir nur mit geringer Drehzahl. Den Essequibo Fluss kann man mit dem Segelboot nur dann befahren, wenn die Strömung in die richtige Richtung geht und es genug Wasser hat, da es hier viele Sandbänke und Felsen unter Wasser gibt. Aber mit den Wegepunkten von Doyle und einer Navionics Charts Karte, ging alles gut. Um 18 Uhr, kurz bevor die Sonne unterging, erreichten wir den Ankerplatz. Kuaka und Granuaile warteten schon auf uns. Das Shankland Resort ist zurzeit nicht geöffnet, trotzdem erkundeten wir die nähere Umgebung am nächsten Morgen.


Shankland Resort

Shankland Resort Trail

Der Ankerplatz war sehr schön und ruhig, deshalb blieben wir noch eine Nacht, um morgens die nächsten 6 sm bis nach Bartika zuückzulegen. Am 2. September erreichten wir Bartika um 8:30 Uhr. Um 10 Uhr fuhren wir mit unseren Dinghys zu einer Pier, um uns Bartika anzuschauen und um einzukaufen. Bartika ist eine Goldgräberstadt. Parika hat Charme, in Bartika ist alles auf die Goldminen ausgelegt. Man kommt sich eher wie im wilden Westen vor, nur dass die Pferde fehlen und durch Jeeps, Trucks und Autos ersetzt wurden. Wir blieben nur eine Nacht vor Anker in Bartika, da es hier sehr laut ist, und die kleinen Schnellfähren von Parika nach Bartica Tag und Nacht unterwegs sind. Es ist ein Kommen und Gehen.


Bartica, Blick vom Boot

Bartica Stadt

Truck der Goldgräber


Schnellfähre von Parika nach Bartica

Am Donnerstag legten wir dann schon früh morgens die letzten sm bis zum Baganara Island Resort zurück. Paul, der Berater und zur Familie gehörend, hieß uns herzlich willkommen. Wir haben sogar Wi-fi auf dem Ankerplatz und können uns jeder Zeit die Füße vertreten und auf der Insel spazieren gehen. Er zeigte uns das Hotel und einige Zimmer. Insgesamt gibt es 15 Zimmer, jedoch steht ein Projekt an, um ein weiteres Haus mit 15 Zimmern zu bauen und ein separates Gebäude mit Küche und Speisesaal. Sie wollen damit noch dieses Jahr beginnen. Die Familie besitzt außerdem noch eine eigene Fluglinie, ein Unternehmen, das verschieden Touren per Boot oder Flugzeug anbietet und eine Goldmine in der Nähe der Grenze zu Venezuela. Übrigens die erste Goldmine, die das Gold nicht per Gift, sondern mit einer Art Zentrifuge vom Sand separiert.


Baganara Island Resort

Paul gibt uns eine Führung

Baganara Strand mit unserem Dinghy und den Segelbooten im Hintergrund

Auf Baganara Island gibt es viele Vögel

Da wir gerne einen Ausflug mit dem Flugzeug zu den Kaieteurs Wasserfällen unternehmen wollten, war Paul unser Mann. Er wollte versuchen, eine Tour für uns zu organisieren, die wir uns auch leisten können. Wir fragten Paul auch, ob es möglich wäre, mit dem Bootsfahrer von Baganara Resorts nach Bartika zu fahren, wenn er einkaufen muss. Er versprach uns, auch das zu organisieren. Schon am Mittwoch, den 09.09.15 ergab sich die Gelegenheit. Wir wurden am 8:15 Uhr vom Boot abgeholt. Ein Flugzeug war gelandet, und der Bootsfahrer hatte die Aufgabe, die Passagiere nach Bartika zu bringen. Wir hatten über 4 Stunden Zeit, bevor wir uns wieder an der Pier einfinden mussten. Genug Zeit, um all unsere Einkäufe zu tätigen. Um 13:30 Uhr waren wir schon wieder auf unserer Chevaldy. Um 15 Uhr fuhren wir dann zusammen mit Eilish und Richard zum „Black Water Creek“ in unseren Dinghys. Das Wasser war tief genug, und wir paddelten durch den Bach, unterstützt vom einlaufenden Wasser. Wir hatten insgesamt nur 3 Stunden Zeit, bevor es dunkel wurde. Eilish und Richard drehten schon viel früher um, und paddelten wieder zurück, wir wollten den Bach noch etwas weiter erkunden. Er wurde aber immer enger, und als es auch noch anfing zu regnen, drehten wir um. Zurück nahmen wir den Motor zur Hilfe, gegen die Strömung, und fuhren nur einmal auf einen Stamm. Wir waren nur ca. 5 min hinter Eilish und Richard.


Amerindians in ihrem Haus im Dschungel

Eilish und Richard beim Paddeln

Wir sind auch dabei

Dschungel mit Palmen

Der Dschungel wird immer dichter

Am Freitag bekamen wir dann die gute Nachricht, Paul und Steward hatten für uns ein Flugzeug organisiert, das 5 Passagiere mitnehmen kann. Es sollte 230 USD pro Person kosten. Es beinhaltet einen 50 min Flug zu den Kaieteur Falls, eine 2 Stündige Führung mit einem Guide, zwei Getränke und ein kleines Lunchpaket. Es gab zwei Termine zur Auswahl, entweder Samstag oder Sonntag. Wenn wir uns für Samstag entscheiden sollten, mussten wir innerhalb von 1 Stunde mit unserer Kreditkarte im Büro sein, um für den Flug zu bezahlen. Wir entschieden uns für Samstag und Serge verzichtete auf seinen Platz, da das Flugzeug ja nur für 5 Personen plus Pilot ausgelegt ist. Wir fuhren mit den Dinghys an Land, um pünktlich mit unseren Kreditkarten im Büro zu sein. Paul erledigte alles per Telefon und fragte dann, ob wir etwas aus Bartika brauchten. Am Ende fuhren Charlotte, John und ich mit nach Bartika. Es war ein sehr nasser Trip, da der Wind und die Wellen gegen uns kamen, am Ende waren wir nass bis auf die Unterhose. Aber hier ist es so warm, dass man nicht frieren muss. Um 16 Uhr waren wir wieder zurück und um 17:30 waren wir  von Paul und Steward zu einem Drink eingeladen. John brachte seine Gitarre mit, und es war ein lustiger Abend mit Gesang und Rumpunsch. Am Samstag war dann der große Tag. Um 10 Uhr sollte es losgehen, 20 min vorher fuhren wir mit dem Dinghy an den Strand und liefen zum Terminal. Paul kam mit seinem Hund Tippy und erledigte die Flugformalitäten. Wir stiegen in die Maschine und gleich ging es auch los über die holprige Landebahn. Vom Flugzeug aus hatten wir einen tollen Blick über den Regenwald und die Flüsse und wir konnten auch ein paar Goldminen entdecken. Nach der Landung kam gleich der Guide, gab jedem eine Flasche Wasser und los ging es. Zuerst gingen wir zum entferntesten Aussichtspunkt, dem „Johnson`s View“, danach liefen wir weiter zum „Boyscout`s View“. Dort sahen wir auch in einem der Palmen einen gelben kleinen Frosch, den es nur dort gibt. Weiter ging es dann zum „Rainbow View“ und zum Fluss oberhalb des Wasserfalles. Insgesamt dauerte die Führung ca. 2 Stunden. Dann gab es noch kurz das Lunchpaket „Chickpeas mit Brot und einer kleinen Pastete“ und ein Getränk, bevor wir wieder ins Flugzeug mussten. Um ca. 14 Uhr landeten wir wieder auf Baganara Island. Es war wie ein Traum. Die Kaieteur-Wasserfälle des Potaro-Flusses liegen am Eingang zur Potaro-Schlucht und gehören zu den eindrucksvollsten Wasserfällen der Welt und den höchsten Wasserfällen Amerikas. Hier stürzt der Kaieteur-Fluss in einer einzigen Stufe auf einer Breite von fast einhundert Metern über eine Sandstein-Klippe 247 m vom Hochland Guyanas in das etwa auf Meeresniveau liegende Tiefland. Das Gebiet um den Wasserfall liegt am äußeren Rand das Amazonas Basin.  Der Blick auf den Wasserfall und auf die Schlucht ist atemberaubend. Wir hatten Glück und die Sonne schien, als wir am „Rainbow View“ waren, und wir sahen den Regenbogen im Wasserfall. Ein einzigartiger Anblick. Der Ausflug war auf jeden Fall sein Geld wert.


Unser Flugzeug holt uns ab

Wir warten gespannt im Terminal

Baganara Island von oben

Goldmine im Dschungel

Goldminen am Fluss entlang

Die Kaieteurs Wasserfälle von oben

Auf dem Weg zum "Johnson`s View"

John, ich, Eilish, Richard und Charlotte

Kaieteur Falls

Blick vom "Rainbow View"

Regenbogen

Am Rande des Wasserfalls

John

Blick auf die Schlucht

Unsere Chevaldy im Essequibo River von oben

Gruppenbild mit Pilot

Paul und Steward holten uns nach der Landung am Flugzeug ab und wollten wissen wie es uns gefallen hat, danach gab es noch ein Glas mit kaltem Wasser, bevor wir hungrig und erschöpft zu unseren Booten zurückfuhren.


Steward und Paul, unsere Organisatoren

Am Mittwoch wollen wir zurück nach Bartica fahren, um dort auszuklarieren. Eilish und Richard kommen mit uns nach Bartica, fahren dann aber wieder zurück zum Baganara Island Resort. Sie wollen noch ein paar Wochen in Guyana bleiben. Unser 1 monatiges Visum läuft am 21. September aus. Da müssen wir spätestens wieder zurück nach Tobago. Von da geht es dann zurück nach Grenada. Mitte Oktober fliege ich dann für 4 Wochen nach Deutschland. In dieser Zeit bring John unsere Chevaldy auf Vordermann, damit wir die nächste Etappe zu den ABC-Inseln und dann nach Panama in Angriff nehmen können. Also bis zum nächsten Mal….


Sonnenuntergang


Von Tobago bis Guyana
07.08.15 bis 28.08.15

 


Am Freitag, den 07.08.15 wollten wir mit Richard und Eilish zu den Ruinen des Fort Campbleton hochlaufen. Wir hatten 11 Uhr ausgemacht, und wir wollten ein paar Sandwiches für ein Picknick mitnehmen. Kurz vorher kam Richard mit seinem Dinghy angefahren und war ganz aufgebracht. Er wollte Geld abheben, als Information kam dann, dass er seine Karte als gestohlen gemeldet hatte. Jetzt kam er an kein Geld, und konnte bei der Bank auch niemanden erreichen, der ihm helfen konnte. Wir erklärten ihm, dass er erst alles regeln sollte, wir könnten auch ein anderes Mal zum Fort laufen. Kurze Zeit später rief Eilish dann herüber, dass sie in 15 min bei uns sein würden. Also packten wir wieder alles in den Rucksack. Richard hatte endlich jemanden erreicht und es hat sich herausgestellt, dass Richard seine alte Karte verwendet hatte, die er für den Fall eines Überfalles im Geldbeutel hatte. Wir fuhren alle gemeinsam zum Strand, zogen das Dinghy an Land, und liefen zur Bank. Auch mit der richtigen Karte kam kein Geld heraus. Wir beruhigten Richard aber, dass vielleicht einfach der Automat leer wäre und wir würden es auf dem Rückweg noch einmal versuchen. Also liefen wir zum Fort, von wo man einen tollen Blick auf Charlotteville und die Man of War Bay hat. Wir aßen unsere Sandwiches und genossen den Ausblick.


Fort Campbleton

Blick vom Fort auf den Strand

Auf dem Rückweg liefen wir noch einmal an der Bank vorbei. Endlich konnte Richard Geld abheben. Halleluja, wir dachten schon, er würde vor lauter Aufregung einen Herzinfarkt bekommen. Am Samstag feierten dann Eilish und Richard ihren 20. Hochzeitstag. Dazu gingen wir in ein Restaurant, mit dem vielversprechenden Namen „Suckhole“ (Saugloch).


Aber es wurde uns von mehreren Leuten empfohlen. Es gab Beefburger, Spareripps und Fisch, gebacken oder gegrillt zur Auswahl. John entschied sich für den Beefburger, wir anderen entschieden uns für den Fisch. Es kam auf einem großen Teller mit Pommes und Salat, wirklich etwas auch fürs Auge. Und vor allem hat es sehr gut geschmeckt. Danach gingen wir noch auf die Granuaile für ein paar sundowner. Am Sonntag war Relaxtag und am Montag hatten wir mit dem Taxifahrer, der uns von Scarborough hergefahren hatte ausgemacht, dass er uns um 9 Uhr abholt. Für 300 TTD stand er uns den ganzen Tag zur Verfügung. Zuerst ging es am Meer entlang an der Bloody Bay vorbei zum Trail in den Regenwald. Es stand kein Guide zur Verfügung und unser Fahrer hatte nur Flip-Flops an. Also gingen wir den Trail alleine. Wir konnten ja auf dem Weg nicht verloren gehen. Er gab uns aber vorsorglich noch drei Macheten mit. Also machten wir uns gut gerüstet auf den Weg. Der Regenwald in Tobago besteht hauptsächlich aus Bambus und Farnen, ganz im Gegensatz zu den Regenwäldern in Dominica oder Grenada. Wir konnten ein paar Vögel sehen und andere Pflanzen. Es war ein sehr schöner Trail, der uns an einem kleinen Wasserfall vorbeiführte und den wir dann auf demselben Wege zurückgehen mussten.


Bloodey Bay

Mit Eilish und Richard im Regenwald

Sean, Ich, Richard und Eilish im Dschungel

Danach fuhr uns unser Fahrer zu den Argyle Wasserfällen. Dort bezahlten wir unseren Eintritt und mussten dann noch ca. 30 min. bis zu den Wasserfällen laufen. Zum zweiten Becken beim Wasserfall war es sehr steil, aber ein Seil vereinfachte den Auf- und Abstieg. Wir kühlten uns im zweiten Becken ab, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten.


Argyle Waterfalls

Argyle Falls

Argyle Falls

Beim Abstieg

Danach fuhren wir noch zu einem Supermarkt in Roxborough, bevor uns unser Fahrer wieder an der Pier in Charlotteville herausließ. Am 11.08.15 trafen wir uns mit Serge und Charlotte auf der Granuaile. Wir alle wollten zusammen nach Guyana segeln, also diskutierten wir das beste Wetterfenster und entschieden uns für Montag, den 17. August 15. Am Mittwoch bunkerten wir Wasser und Diesel und am Donnerstag fuhren wir noch einmal mit dem Bus nach Scarborough, da der Supermarkt dort wesentlich mehr zu bieten hat, als der kleine Laden in Charlotteville. Auf dem Weg nach Scarborough sieht man auch hier in Tobago die Tonnen von Saragossam Seegras, das täglich angespült wird. In Roxborough sind 5 Bagger damit beschäftigt, den Strand freizuschaufeln. Vor allem für die Schildkröten ein Desaster. Am 14. August war dann Johns Geburtstag, und wir wollten im Suckhole Restaurant feiern. Aber es regnete den ganzen Tag, so dass wir das Essen auf Samstag verschoben. Am Freitagabend kam dann die Sonne wieder zum Vorschein, und wir trafen uns mit Serge und Charlotte auf der Granuaile. John brachte die Gitarre mit und wir sangen bis 24 Uhr und tranken einiges an Cola mit Rum. Es war ein toller Abend. Am Samstag gingen wir dann zum Essen ins Suckhole Restaurant, was wirklich wieder toll schmeckte. Am Sonntag füllten wir dann noch einmal unsere Wasservorräte auf, und bereiteten uns auf Montag vor. Für Montag, den 17.08.15 gab es ein Wetterfenster mit angesagtem nordöstlichem Wind und ca. 4 Beaufort. Erst am Donnerstag sollte der Wind wieder drehen. Da wir so früh wie möglich loswollten, gingen wir schon um 8 Uhr zum Gebäude, wo sich Einwanderungsbehörde und Zoll befinden. Wir hatten am Tag zuvor bei der Security gefragt, und die sagte, dass ab 8 Uhr geöffnet sei. Erst um 10:30 Uhr kam der Zollbeamte. Mittlerweile waren auch Eilish und Richard und Charlotte und Serge erschienen. Das Ausklarieren beim Zoll war kein Problem, jedoch bekam der Zollbeamte am Telefon die Information, dass die Dame von der Einwanderungsbehörde erst um die Mittagszeit in Charlotteville sein würde, da Schichtwechsel wäre und die Dame von Trinidad nach Tobago fliegen muss. Ein Flug dauert ca. 20 min., dann muss man noch von Scarborough nach Charlotteville mit dem Auto fahren. Wirklich super. Also schickte uns der Beamte wieder zum Boot, und wir sollten später noch einmal wiederkommen. Die Zeit tickte. Um 12:30 Uhr gingen wir wieder zurück, der Zollbeamte teilte uns mit, dass immer noch niemand gekommen wäre. Eine halbe Stunde später kamen dann auch Eilish und Richard und Charlotte und Serge. Die hatten ein Handy mit einer Sim-Karte von Tobago und riefen bei der an der Tür angegebenen Nummer an. Es hieß, dass die Beamtin erst um 15:30 Uhr da sein würde. Also fuhr die Beamtin von Scarborough erst los, nachdem Serge angerufen hatte. Hier braucht man wirklich viel Geduld. Wir warteten trotzdem, und tatsächlich kam die Beamtin um Punkt 15:30 Uhr. Wir mussten einige Formulare ausfüllen und bekamen dann unseren Ausreisestempel in den Pass. John und ich hatten entschieden, trotzdem noch aufzubrechen, die Crews von Granuaile und Kuaka wollten ganz früh am nächsten Tag lossegeln. Als wir schon fast fertig waren mit unseren Vorbereitungen, kamen Eilish und Richard mit dem Dinghy angeschossen. Die Beamtin der Einwanderungsbehörde hatte vergessen, uns unser Formular zu geben, mit dem man dann im nächsten Land einklariert. Endlich im Besitz aller notwendigen Papiere, verabschiedeten wir uns von den beiden und gingen Anker auf. Um genau 16:45 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Guyana. Wir hatten uns für die kürzere Passage zwischen einem Unterwasserfelsen und einem sichtbaren Felsen entschieden. Da Hochwasser war, war die Gegenströmung nicht so stark. Es klappte alles wunderbar. Bevor es dunkel wurde, konnten wir Kurs auf Guyana legen, ohne weitere Untiefen auf der Strecke. Der Wind und die Wellen kamen von Osten, und somit wurden wir durch überschwappende Wellen manchmal ziemlich nass. Dazu kamen noch ein paar Squalls. Am nächsten Tag hatte der Wind noch nicht nachgelassen, die Sonne schien, und ab und zu gab es eine Wellendusche, aber sonst war, bis auf die ziemliche Krängung alles ok. In der zweiten Nacht gab es sehr viele Squalls mit starkem Wind, die man gar nicht kommen sah. Auch am zweiten Tag hielt das schlechte Wetter an. Am Tag zuvor hatten wir uns einen leichten Sonnenbrand geholt, am Tag zwei, sahen wir die Sonne nur hinter den Wolken. Durch Korrosion am Kabel, funktionierte unser Autopilot nicht mehr, also mussten wir ihn gegen unseren Ersatzautopiloten auswechseln. Bei starkem Wind und Krängung immer ein besonderer Spaß. In der Nacht ließ der Wind nach, und am nächsten Tag kamen wir in eine Flaute. Wir erhöhten die Drehzahl unseres Motors, um gegen die Strömung anzukommen. Jedoch begann der Motor bei 1500 Umdrehungen zu überhitzen. Da wir schon den Impeller gewechselt hatten, und Öl nachgefüllt hatten, konnten wir uns das nicht erklären. John hatte einen zweiten Thermostat und tauschte ihn gegen den alten aus. In dieser Zeit drehten wir bei, wurden somit aber durch die Strömung über 2 sm nach Westen versetzt. Mit dem ausgetauschten Thermostat konnten wir die Drehzahl auf 1300 Umdrehungen erhöhen, ohne dass der Motor überhitzte, aber nicht mehr. Zum Glück nahm der Wind etwas zu, und wir kamen mit Segel und Motor auf durchschnittlich 3 Knoten pro Stunde. Wir konnten wieder Kurs auf Guyana legen. Am nächsten Tag, wollte John sich noch einmal mit dem Motor befassen, da wir ja einen Fluss hinauf wollten. Er dachte, dass vielleicht der Impeller defekt war. Also tauschte er ihn aus. Beim anschrauben der Platte, brach jedoch eine Schraube ab. Jetzt war guter Rat teuer. Da wir nicht mehr Beidrehen wollten, steuerte ich mit 1 Knoten per Hand (Der Autopilot funktioniert erst bei 2 Knoten), wenigsten in die richtige Richtung. John dichtete die Impellerplatte und das Loch wo die Schraube fehlte mit Silikon ab, bei Hitze expandierte das Silikon und es tröpfelte weniger heraus. Wir schafften wieder unsere 1300 Umdrehungen ohne Überhitzung. Dann funktionierte plötzlich auch noch der zweite Autopilot nicht mehr. Alles wie verhext. Es war zum Glück nur der Stift herausgefallen, der den Kopf hielt, der den Gurt einschloss. Mit einem neuen Stift funktionierte er wieder einwandfrei. John hatte sich gerade mal 1 Stunde hingelegt, als ein paar Männer sich auf einem ankernden Fischerboot mit schwenkenden T-Shirts bemerkbar machten. Da ich nicht wusste, was ich tun sollte, weckte ich John auf, der dann auf die Fischer zufuhr, um Hilfe anzubieten. Es stellte sich aber heraus, dass sie nur Zigaretten oder Bier haben wollten. In Zukunft können die Fischer so viele T-Shirts schwenken, wie sie wollen. Die Nacht verlief ohne größere Zwischenfälle. Am nächsten Tag erreichten wir dann den ersten Wegepunkt, der uns den Weg nach Roeden en Rust im Essequibo River zeigen soll, da es hier überall Stapel von Fischernetzen gibt, die umfahren werden müssen. Außerdem gibt es neben dem Schiffskanal Sandbänke. Als wir endlich den zweiten Wegepunkt erreichten, der uns auf den richtigen Weg in den Schiffskanal brachte, war es schon 15 Uhr. Wir hatten also nur noch 3 Stunden bis Sonnenuntergang, um die 10 sm bis Enterprise Stelling, einem Ankerplatz bei Leguan Island, zu schaffen. Weiter würden wir nicht kommen. Zum Glück war die Tide gerade am kentern und wir hatten keine Gegenströmung mehr. Da das bisschen Wind von hinten kam, nahmen wir zwar das Groß herunter, ließen aber die Genua stehen. Am Freitag, den 21.08.15 erreichten wir den Ankerplatz bei Enterprise Stelling im Essequibo River kurz nach Sonnenuntergang. Wir hatten gerade noch genug Licht, um den Abstand zum Ufer abzuschätzen und dann auf 7 m zu ankern. Wir waren froh, endlich angekommen zu sein, ohne auf Grund gelaufen zu sein. Um uns herum wurde es schwarz und es begann zu donnern und zu blitzen. Nicht weit von uns entfernt schlug ein Blitz ein, da uns das Donnergeräusch bis ins Mark erschütterte. Am nächsten Morgen legten wir dann die letzten 10 sm zum Ankerplatz vor Roeden en Rust bei einlaufender Flut zurück. Um 8:30 Uhr fiel der Anker. Als nächstes ließen wir das Dinghy ins Wasser und setzten zur Pier über. Frau Da Silva (Mr. Da Silva ist im Juni verstorben) wechselte uns 5 USD in 1000 GYD. Zuerst wollten wir einen Bus nehmen, da dieser nur 100 GYD bis nach Parika kostet. Da aber Samstag war, kamen keine und wir nahmen ein Taxi, das auch nur 100 GYD kostet, wenn schon jemand darin sitzt. Der Taxifahrer ließ uns bei der Bank heraus, damit wir Guyana Dollars abheben konnten. Danach gingen wir zur Polizei, da sich das Immigrationsbüro dort befindet. Die Polizeibeamtin sagte uns, dass die Immigrationsbeamtin in ca. einer halben Stunde kommen würde. So lange sollten wir doch den Ort anschauen. Also erkundigten wir Parika und gingen dann nach einer Stunde wieder zur Polizei zurück. In der Zwischenzeit war auch die Immigrationsbeamtin erschienen. Das Einklarieren dauerte nicht lang, sie schickte uns nur kurz zum Kopieren um die Ecke und nahm dann die Kopien in Empfang. Wir mussten ein Formular ausfüllen und danach bekamen wir unseren Stempel in den Pass. Wir fragten, wo den der Zoll wäre und sie meinte, dass dort erst wieder jemand am Montag da wäre. Also verabschiedeten wir uns und gingen erst einmal zum Supermarkt einkaufen und kauften dann noch Obst und Gemüse an den Straßenständen. Als wir wieder zurück an der Pier in Roeden en Rust waren, sahen wir, dass Eilish und Richard und Serge und Charlotte in der Zwischenzeit angekommen waren. Wir verabredeten uns über Funk mit den vieren, dass wir am Montag gemeinsam nach Parika fahren würden. Am Montag fuhren wir dann mit zwei Taxis nach Parika. So lange John seine Sandalen reparieren lies, klarierten die anderen bei der Immigration ein. Wir gingen dann zum Zoll, wo uns mitgeteilt wurde, dass man nicht mehr in Parika einklarieren könnte und man nach Georgetown fahren müsse. Na toll !!! Wir gingen zum Supermarkt und danach wollten wir uns mit den anderen beim Chinesen zum Essen treffen. Leider renovierte der uns empfohlene Chinese gerade und wir entschieden uns, zurück zum Boot zu fahren. Wieder zurück auf dem Boot, baute John die Seewasserpumpe aus. Er hatte sich vorher erkundigt, ob es jemanden gibt, der sie uns reparieren könnte. Richard brauchte jemanden für Schweißarbeiten. Benedikt von der Marina Roeden en Rust fuhr die beiden zu einer Werkstatt. Richards Teil für seine Windsteueranlage konnte sofort geschweißt werden, unsere Pumpe sollte am Dienstag um 14 Uhr fertig sein. Wir waren danach bei Serge und Charlotte zum Sundowner eingeladen, John brachte Benedikt und Wesley mit, und so wurde es ein feuchtfröhlicher Abend. Am Dienstag holte John dann die Seewasserpumpe ab und zahlte für die Reparatur 10000 GYD (ca. 44 €). Er baute sie dann ein und dann kam der spannende Moment. Ist sie dicht? Ich ließ den Motor an und schaute, ob Wasser durchgepumpt wurde und John kontrollierte die Pumpe auf lecks. Alles sah super aus. Ob alles dicht ist, und wir wieder mit höherer Drehzahl als 1300 fahren können, wird sich herausstellen, wenn wir nach Bartika weiterfahren. Am Mittwoch trafen wir uns dann schon um 7:30 Uhr an der Pier und wir fuhren alle gemeinsam nach Georgetown. Serge und Charlotte hatten eine Adresse, wo wir einklarieren sollten. Der Bus, der uns von Parika nach Georgetown brachte, fuhr uns für weitere 1000 GYD zu dem Gebäude. Dort angekommen, mussten wir alle lange Hosen anziehen, um überhaupt ins Gebäude gelassen zu werden. Danach brauchten wir eine Berechtigungskarte, um zum Zoll zugelassen zu werden. Eine Dame brachte uns in den ersten Stock. Dort erklärte uns dann Mr. Simon, dass wir hier falsch wären, und am Hafen beim Zoll einklarieren müssten. Also wieder zurück zum Markt und Busbahnhof. Dieses Mal liefen wir aber zu Fuß. Unterwegs fragten wir dann jemanden nach der Richtung und ab da war er unser Guide. Er brachte uns bis zum Zoll. Endlich waren wir im richtigen Büro. Eilish und Charlotte warteten unten, und wir gingen zum Zoll hinein. Die Beamtin war recht nett und führte uns in den Aufenthaltsraum. Dort sollte uns ein Agent, nachdem sie endlich das richtige Formular gefunden hatte, diese Formulare für uns ausfüllen. Serge machte dem Agenten aber klar, dass wir ihn nicht brauchten, und wir fragten, ob wir unsere Formulare selber ausfüllen dürften. Nach einigem hin und her, war es dann plötzlich kein Problem mehr. Das Formular war eines der einfachsten in der bisherigen Karibik. (Komischer Weise gehört Guyana zur Karibik). Als wir das Formular ausgefüllt hatten, war der Beamte etwas erzürnt, weil wir erst jetzt einklarierten. Aber nachdem wir alles erklärt hatten, war er eigentlich sehr nett und hilfsbereit. Wir zahlten unsere 2500 GYD. Als der Beamte dann noch sagte, dass wir noch einmal kommen müssten, bevor wir nach Bartica hochfahren, wurde Serge etwas ungehalten. Uns würden Steine in den Weg gelegt werden, was sehr wohl stimmt. Zum Glück konnte uns der Beamte gut verstehen und sagte, dass er es somit zur Kenntnis nähme, dass wir nach Bartica fahren würden. Endlich konnten wir gehen. Als nächstes liefen wir zur St. Georges Cathedral, das weltweit höchste hölzerne Gebäude, fertig gestellt im Jahre 1892. Eine wirklich schöne anglikanische Kirche. Danach gingen wir zum Rotiexpress, um endlich etwas zu essen und zu trinken. Dann ging es Richtung Tourist Office. Unterwegs kamen wir an einem Laden vorbei, in dem es eine Guyanische Flagge für 160 GYD gab. Im Tourist Office, machte sie uns Vorschläge über Ausflüge, die leider nicht in unser Budget passen. Wir warten lieber Mal ab, bis wir in Bartica sind. Serge und Charlotte wollten noch zu einem Laden, um eine Sim-Karte zu kaufen, Eilish, Richard und wir, entschlossen uns, zum Busbahnhof zu laufen und einen Bus zurück nach Parika zu nehmen. Dort kauften wir noch kurz ein, und fuhren dann zurück zum Boot. Das war vielleicht ein langer Tag. 


Markt in Georgetown


Wir erkunden Georgetown

Starborek Markt

Busbahnhof in Georgetown

Rathaus von Georgetown

Rathaus

Regierungsgebäude

St. Georges Kathedrale von innen

Unterwegs

St. Georges Cathedral

Von Grenada bis Tobago
13.07.15 bis 06.08.15

Am Montag ging ich mit Eilish nach St. Georges zum Bummeln. Endlich hatten wir mal die Gelegenheit, in die kleinen Läden zu schauen, ohne dass unsere Männer ein langes Gesicht machen. Diese waren auf einer anderen Mission in Island Waterworld unterwegs. Als wir uns dann Ende unserer Tour einen Roti gönnten, waren unsere Männer auch schon bei den Sitzbänken und hatten ihren Roti schon gegessen. Am Dienstag fuhren wir dann mit dem Shoppingbus zum Einkaufen, um genügend Bier, Rum, Tee und Getränke  für die nächsten Wochen zu bunkern. Am Mittwoch stand dann eine Wanderung zu den „Seven Sisters Warerfalls“ auf dem Programm. Wir fuhren schon um 9 Uhr mit dem Dinghy los, das wir dann in der Whisper Cove Marina ließen. Dann ging es mit dem Bus nach St. Georges und von dort mit der Nr. 6 weiter Richtung Grenville. Der Busfahrer ließ uns dann an der Abzweigung zu den Wasserfällen heraus. Wir liefen zu einer kleinen Hütte. Da die Wasserfälle auf einem Privatgrundstück liegen, muss man eine kleine Gebühr von 5 EC bezahlen. Dafür bekam aber jeder einen Stock und wir bekamen den 14 jährigen Wayne als unseren persönlichen Guide. Die Strecke war nicht sehr weit ca. 35 min, dafür aber sehr unwegsam. Zum Glück hatten wir dieses Mal unsere Wanderstiefel an, da es mal wieder sehr rutschig war. Aber wir befinden uns halt gerade in der Regenzeit. Bei den Wasserfällen angekommen, kühlten wir uns in dem frischen Nass ab, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten. Wayne half uns Frauen über die glitschigen Steinen und vor allem Eilish auf dem steilen Weg. Diese war sehr dankbar dafür.

John beim Baden

John im Regenwald

Auf dem Weg zu den Seven Sisters Wasserfällen

Ich bei den Wasserfällen

Wieder an der Straße angelangt, mussten wir nicht sehr lange warten, bis ein Bus anhielt. Wir wurden zu den anderen Passagieren gequetscht und los ging es. Der Busfahrer musste geglaubt haben, dass er an einer Rally teilnimmt, da er immer mit hoher Geschwindigkeit um die Kurven schoss. Wir waren wirklich froh, als wir heil in Grenville ankamen. Wir gönnten uns zuerst einmal einen scharfen Double (Erbsen mit Kartoffeln in einer Art Pfannkuchen eingerollt). Danach suchten wir die kleine Bar, die 3 Carib für 10 EC versprach. Insgesamt wurden es dann 12 Carib für 40 EC, weil es so eine schöne Atmosphäre in der Bar gab. Wir unterhielten uns lange mit dem Besitzer, seinem Bruder und seiner Frau. Danach nahmen wir den Bus zurück bis zur Kreuzung und liefen die 3 km bis zur Whisper Cove Marina. Am Donnerstag hatten John und ich eine Tour mit Patrick zur „Steel Pan Band“ gebucht. Wir wurden um 16:15 Uhr in der Whisper Cove Marina abgeholt. Danach ging es zur Secret Harbour Marina in der Hartmans Bay und dann zur Prickly Bay Marina. Insgesamt waren wir 3 Busse. Patrick fuhr uns nach St. Pauls, wo sich eine kleine Werkstätte für die Carnevals Outfits und die Steel Band befindet. Als wir ankamen, spielten uns die Jüngsten ein paar Stücke auf den Steel Pans vor, dann gab es eine Führung durch die Werkstatt. Danach wurden wir für 10 EC verköstigt, es gab Hähnchenschlegel mit Salat und Brot. Zum Trinken gönnte sich John ein Bier und ich mir einen Rumpunsch. Wir setzten uns hin und lauschten jetzt der Musik der Erwachsenen. Ein wirklich toller Rhythmus, bei dem sich die Füße automatisch von alleine bewegten.


Da kommt Rhytmus auf

Die Jüngsten beim Spielen

Einige der Carnevalskostüme

Am Freitag hatten wir dann Eilish und Richard und Susan und David zu Würstchen im Teigmantel und Kartoffel Pie eingeladen. Dazu gab es Salat. Es war ein schöner Abend und David lud uns zu seinem 70. Geburtstag ein, den er am 21. Dezember auf den San Blas Inseln bei Panama feiert. Wenn wir es bis dahin zu den San Blas Inseln schaffen, sind wir dabei. Am Samstag verabschiedeten wir uns von Matthias, Katja und deren Tochter Pauline. Am Sonntag ging es dann endlich Anker auf. Wir segelten zur Grand Mal Bay an der Westküste von Grenada. Die Grand Mal Bay befindet sich ganz in der Nähe des Unterwasser Skulptur Parks. Am Montag fuhren wir mit dem Dinghy zum Marine Park. Dort war ein Guide in einem Kajak, der uns zeigte, wo sich welche Skulpturen befanden. Es war sehr schön, leider hatte es auch diese kleinen Quallen, die „Sea Ants“ genannt werden. Am Ende wurde es so schlimm mit dem nesseln, dass ich schon fast über das Wasser direkt ins Dinghy rannte. Alles brennte wie Feuer, sogar mein Mund. Trotzdem war es die Qual wert.


Der Kreis der Kinder

John betrachtet sich die Kinder aus der Nähe

Eine Meerjungfrau

John steht auf einer der Skulpturen

Noch eine Meerjungfrau

John und Eilish beim Schnorcheln

Grand Mal Bay mit Granuaile

Sonnenuntergang in der Grand Mal Bay

Am Dienstag fuhren John und ich mit dem Bus nach St. Georges zum Arzt. John hatte schon seit geraumer Zeit eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen, die einfach nicht besser werden wollte. Die Ärztin zog dann die Flüssigkeit mit einer Spritze heraus, spritzte Steroide in den Ellenbogen und verschrieb Antibiotika und Schmerztabletten. Eigentlich wollten wir auch noch zum Zahnarzt, da John einen Abszess am Unterkiefer hatte, aber beide Zahnärzte waren nicht da. Also warteten wir bis Donnerstag. John ließ seinen Zahn röntgen, um sicher zu gehen, dass er nicht betroffen war und bekam weiteres Antibiotika. Jetzt kann es ja nur noch besser werden. Am Donnerstag wurde auch bekannt gegeben, dass Kick‘n Jenny, ein Unterwasservulkan, aktiv wäre, und man die 5 km Sicherheitszone um den Vulkan einhalten sollte. Es bestünde auch die Möglichkeit, dass der Vulkan in den nächsten 24 h ausbricht. Na toll. Für uns sehr schlecht, da wir am Freitag nach Carriacou aufbrechen wollten, und somit einen ziemliche Umweg segeln müssen. Wir gingen trotzdem am Freitag Anker auf und motorsegelten an der Küste entlang Richtung Carriacou. Richard beschloss, nach Westen auszuweichen, wir versuchten die östliche Strecke. Am Anfang ging auch alles glatt, bis wir in einem Strudel gefangen waren, und fast stehen blieben. Die Gegenströmung wurde immer stärker und wir kamen einfach nicht mehr vorwärts. John, der Skipper, beschloss, die Richtung zu ändern, und segelte direkt durch die 5 km Sicherheitszone. Ich fand das nicht so toll, da ich Bilder von einem Unterwasservulkanausbruch hatte, und wir mittendrin. Aber alles lief gut. Endlich nahmen wir auch wieder Fahrt auf, und erreichten Tyrrel Bay nach 10 Stunden gegen Wind, Wellen und Strömung. Die paar Tage in Carriacou verbrachten wir mit Diesel bunkern und Lebensmittel einkaufen, bevor wir dann am Dienstag für Mittwoch ausklarierten. Mittwoch war das einzige Wetterfenster vor Ende des Monats, und wir wollten nicht noch einmal für einen Monat bezahlen. Also segelten wir am Mittwoch los nach Tobago. Zuerst nach Norden, um Carriacou herum und dann direkt nach Tobago. Die ersten Stunden kam der Wind noch aus Nordosten, und wir konnten schön segeln. Dann drehte er auf Ost, und wir brauchten den Motor zur Unterstützung, da wir sehr hoch am Wind segeln mussten. Tobago liegt südöstlich von Carriacou. Wir brauchten insgesamt 27 h, bevor wir erschöpft, aber glücklich in der Pirates Bay bei Charlotteville/Tobago ankamen und der Anker in 9 m tiefem Wasser fiel. Danach ging es zuerst einmal zum Einklarieren. Da wir einige Schauergeschichten über Trinidad und Tobago gehört hatten, zog ich mir eine längere Hose und eine Bluse an, auch John putzte sich heraus. Zum Glück galten diese Geschichten nicht für Charlotteville, die beiden Beamten vom Zoll und Einwanderung waren sehr nett und hilfsbereit mit dem Ausfüllen der zig Formulare.


Chevaldy in Charlotteville vor Anker

Pirates Bay

Als das endlich geschafft war, fuhren wir mit dem Dinghy bei Erich und Lynne von der Amarula vorbei, die auch in der Bucht vor Anker lagen. Wir kennen die beiden schon von der Clarkes Court Bay. Kurz darauf trafen dann auch Eilish und Richard ein. Da Richard nichts vom Motorsegeln hält, segelt er auch, wenn er nur mit 1,9 Knoten vorwärts kommt. Bei uns wird da auf einer kurzen Strecke der Motor angeworfen, da wir ja irgendwann auch ankommen wollen. So machen es auch über 90 % der anderen Segler. Am Freitag war Bluemoon (2. Vollmond im Monat) und somit organisierte Lynne ein Dinghydrift, unser erster. Um 18 Uhr trafen wir uns bei der Amarula und alle Dinghys, insgesamt 5, verbanden sich mit Leinen und so drifteten wir in der Bucht herum, unterhielten uns, tranken unsere Sundowner und teilten unsere Snacks. Leider war es so bewölkt, dass wir den Mond gar nicht zu Gesicht bekamen, trotzdem war es ein schönes Erlebnis und wir hörten viel über die Erlebnisse der anderen Dinghydrift Teilnehmer (Charlotte und Serge aus Neuseeland und Joe und Trevis aus den USA). Am Sonntag wollten wir ein wenig schnorcheln gehen, da ganz in der Nähe von unserem Boot ein kleines Riff ist. Da bemerkten wir unseren Untermieter. Ein ca. 1,25 m langer Saughai, der sein Revier aggressiv verteidigte und auf mich losging. So schnell bin ich schon lange nicht mehr geschwommen. Wir nahmen den Bootshaken mit, um uns den Burschen vom Leib halten zu können, und gingen dann bruhigt schnorcheln. Am Montag wollten wir dann mit dem Bus nach Scarborough fahren. Erich und Lynne hatten uns Bustickets gegeben, die sie nicht verbraucht hatten. Also fuhren wir um 8 Uhr mit dem Dinghy los, da uns niemand genau sagen konnte, wann die Busse fahren. An der Bushaltestelle warteten schon eine ganze Menge andere Leute, und so dachten wir, dass der Bus bald kommen müsste, Dem war jedoch nicht so. Als nach 3 Stunden immer noch kein Bus in Sicht war, entschlossen wir, wieder zurück zum Boot zu gehen, und es am Mittwoch noch einmal zu probieren, aber dann mit dem Maxitaxi. Am Dienstagnachmittag trafen wir uns dann zusammen mit Eilish und Richard, Lynne, Erich und deren Besuch June zum BBQ. Später kamen dann auch noch Serge und Charlotte vorbei. Nach dem BBQ sangen wir gemeinsam, bis es dunkel wurde. Das war die Abschiedsparty für Lynne und Erich, die zurück nach Grenada segeln wollen.


BBQ

Aber vielleicht sehen wir die beiden in Guyana wieder. Am Mittwoch schafften wir es dann endlich, mit einem Maxitaxi nach Scarbourough zu kommen. Scarbourough ist im Gegensatz zu dem verschlafenen Charlotteville, sehr sehr lebendig. Es gibt viel Verkehr und wesentlich mehr Geschäfte zum Einkaufen. Der Busfahrer auf dem hinweg hatte uns gezeigt, wo wir auf das Maxitaxi zurück nach Charlotteville warten sollten. Jedoch waren nicht sehr viele Taxis unterwegs, und somit mussten wir fast 2 Stunden warten, bis endlich eines vorbeikam. Wir wurden aber dafür entschädigt, da uns der Fahrer zum Fort hochfuhr und wir von dort die Aussicht genießen konnten, bevor wir die 1,5 h nach Charlotteville zurückfuhren.


Blick vom Fort

Eilish, Richard und ich beim Leuchtturm

Ich und die Kanone

Blick vom Fort auf Scarborough

The Queen of the forrest

Als nächstes planen wir einen Besuch des Regenwaldes. Mittlerweile haben wir ja genug Vergleichsmöglichkeiten. Davon aber beim nächsten Mal.

 


Grenada II
25.06.15 bis 12.07.15



Zurück vom Wäschewaschen

Am Freitag, den 25.06.15 entschieden wir uns, gemeinsam mit Eilish und Richard, mit Trevors Shoppingbus mitzufahren. Freitags fährt man nur zur Bank und in die Supermärkte. Da wir ausnahmsweise Mal nichts vom ACE (Bauhaus) oder Budget Marine (Marine Shop) brauchten, kam uns diese Tour gerade recht. Also fuhren wir in einem recht vollen Bus zum Supermarkt IGA zum Einkaufen, und holten dann auch noch gleich unsere Rabattkarte ab. Ab jetzt bekommen wir 5% auf jeden Einkauf. Als wir mit dem Einkaufen fertig waren, warteten wir auf unseren Bus, der uns weiter zu CK`s fahren sollte. Plötzlich kamen Daniel und Wolfgang von der Sea Star 2 durch die Tür. Wir hatten die beiden seit Februar nicht mehr gesehen. Noch während wir mit den beiden Sprachen kam ein Fahrer durch die Tür und teilte uns mit, dass er von Trevor die Anweisung erhalten hatte, uns vier zur Whisper Cove Marina zurückzufahren. Eigentlich wollten wir ja noch Bierdosen und andere Getränke in CK`s einkaufen, aber die Polizei hatte eine Übung und somit waren einige Straße gesperrt. Deshalb konnte uns Trevor auch nicht selber abholen. Wir waren richtig enttäuscht, da wir so gut wie kein Cola und keine Bierdosen mehr hatten. Aber Ändern konnten wir auch nichts daran.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus bis zum Grand Etang Lake. Dort wollten wir eine ca. 1 ½ Stündige Wanderung um den See nach Anweisungen aus einem Buch machen. Jedoch stand in dem Buch nicht, dass wir den rechten Weg nehmen sollten. Also liefen wir geradeaus. Der Weg wurde immer schwieriger und unwegsamer. Außerdem war auch noch alles matschig. Teilweise mussten wir die Hände zu Hilfe nehmen, um ein Wegstück zu erklimmen. Auf manchen Pfaden hatten wir nur einen ca. 1 m  schmalen Weg und rechts und links war Abgrund. Aber die Aussicht war atemberaubend. Fast oben angekommen sahen wir 2 Schilder. Ein Weg ging zum Concord Wasserfall, der andere zum Mt. Qua Qua. Jetzt wussten wir mit Bestimmtheit, dass wir auf dem falschen Weg waren. Wir kletterten noch bis zum höchsten Punkt, um zu sehen, welchen Weg wir nehmen sollten und entschieden uns dann, den gleichen Weg wieder zurück zu gehen. Kurz darauf trafen wir auf zwei Soldaten, die uns auch rieten, den Weg zu wählen, den wir gekommen waren. Da wir zwischenzeitlich eh schon sehr dreckig waren, und unsere Schuhe sehr sehr matschig, kamen wir auf dem Rückweg viel schneller voran. Zwischenzeitlich machte es uns nichts mehr aus, auf allen Vieren die rutschigen Wege herunterzukrabbeln. Als wir wieder am See angekommen waren, gönnten wir uns erst einmal ein Sandwich und versuchten, unsere Schuhe ein wenig zu putzen. Danach liefen wir vor zur Straße. Wir hatten Glück, und mussten nur ca. 15 min warten, bis ein fast leerer Bus vorbeikam. In St. Georges gingen wir dann noch kurz einkaufen, dreckig wie wir waren, und danach ging es zurück zum Boot.


Lake Grand Etang

Am Beginn der Wanderung

Passage durch den Regenwald

Beim Aufstieg

Tausendfüßler

Verschnaufspause

Fast oben angekommen

Richard und ich

John hilf Eilish beim Aufstieg

Beim Abstieg

Blick über den See

Das letzte steile Stück

Erschöpft

Wir warten auf den Bus

Um Regenwasser zu sammeln, hatte John in den letzten Tagen eine Vorrichtung gebaut. Ein Loch im Sonnensegel, das von einem Einsatz für ein Spülbecken umschlossen ist. Daran führt dann ein Wasserschlauch in einen Container. Am Sonntag regnete es so viel, dass wir in kürzester Zeit 50 Liter Wasser auffingen. Jetzt können wir uns auch richtig freuen, wenn es mal regnet.


Unsere Regenwasserauffangvorrichtung

Da mein Backenzahn seit einiger Zeit extrem auf heiß und kalt reagiert, wollten wir einen Termin mit dem Zahnarzt ausmachen. Da wir nur ungefähr wussten, wo der Zahnarzt ist und auch den Namen nicht kannten, machten wir uns am Montag auf den Weg, um ihn zu suchen. Wir fuhren mit dem Dinghy bis Hog Island und marschierten dann über die Brücke und weiter bis Prickly Bay. Wir fragten unterwegs ein paar Leute und fanden dann die Zahnarztpraxis in der Nähe eines Hotels. Wir erhielten einen Termin für Di., den 07.07.15.

Für Mittwoch hatten wir uns für die „Turtle Watch“ angemeldet. Um 17:45 Uhr wurden wir in der Nähe der Whisper Cove Marina mit dem Bus abgeholt. Dann fuhren wir bis zum Stützpunkt, wo wir unsere Ausweise und eine Einweisung erhielten, wie wir uns zu verhalten hatten und dann ging es weiter zum Levara Strand. Fotos durften nur mit rotem Licht gemacht werden, um die Schildkröten nicht zu erschrecken. Wir erhielten auch einige Informationen über diese „Leatherback Turtles“. Sie können bis zu 2,5m lang und 750 kg schwer werden. Sie sind über 1 Million Jahre alt und vom Aussterben bedroht. Alle 2-3 Jahre gehen die „Damen“, wenn sie mit ca. 16 Jahren geschlechtsreif werden, auf eine bis zu 10000 sm lange Reise, um am Strand ihrer eigenen Geburt ihre Eier abzulegen. In dieser Zeit, zwischen Mai und Juli, kommen sie dann alle 9-10 Tage, um ca. 90-100 Eier abzulegen. Ein wirkliches Schauspiel, wenn diese enormen Schildkröten aus dem Meer aufsteigen und sich dann langsam ihren Platz zum Eierlegen aussuchen. Sie graben sich dann ein ca. 40 cm tiefes Loch und schütten es dann, wenn sie fertig sind, wieder zu. Danach gehen sie in einem Kreis um die Stelle herum, um alle Spuren zu verwischen, bevor sie wieder ins Wasser gehen. Da die Schildkröten, während sie ihre Eier legen, in eine Art Trance fallen, durften wir sie auch anfassen. Die Haut fühlte sich sehr glatt und hart an, nicht so, wie die Schildkröten, die wir in Bequia streicheln durften. Wir sahen insgesamt 3 Schildkröten, die letzte, die aus dem Wasser kam, war riesig. Alles war sehr beeindruckend und auch irgendwie unwirklich. Wir waren erst wieder Do. Morgen um 01:30 Uhr beim Boot.


Schildkröte beim Eierlegen

Am Freitag kamen dann Matthias und Katja von der Papillon auch in die Woburn Bay. Wir hatten die beiden zuletzt in Bequia gesehen. Abends waren wir bei Susan und David zusammen mit Eilish und Richard auf der Enchantress zum Essen eingeladen. Es war ein wunderschöner Abend mit vielen Geschichten, gutem Essen, Rumpunch und 4 Flaschen Wein. Susan und David sind schon einmal in 3 Jahren um die Welt gesegelt, jetzt wollen sie sich viel mehr Zeit lassen und alles genießen.

Am Samstag begleiteten wir die Crew der Papillon dann nach St. Georges, um ihnen zu zeigen, wo die Märkte und Supermärkte sind. Und wo sie welchen Bus nehmen können.

Am Montag luden sie uns dann, zusammen mit Richard und Eilish, zum Hähnchencurry ein.

Am Dienstag mussten wir dann schon um 9 Uhr beim Zahnarzt sein, deshalb nahmen wir den Bus nach St. Georges und dann einen bis nach Grand Anse. Den Rest des Weges mussten wir laufen. Es war eine Zahnärztin aus Kuba, die erst einmal ein Röntgenbild von meinem Zahn machte. Sie erklärte mir dann, dass es kein Loch wäre, sondern ein freiliegender Zahnhals. Sie wollte mir eine Spritze geben und dann den Zahn etwas aufrauen, um dann den Spalt mit einer Füllung bedecken. So der Plan. Nach der dritten Spritze fühlte ich immer noch jeden Lufthauch an meinem Zahn und zuckte jedes Mal zusammen. Auch die Füllung hielt nicht. Sie erklärte mir, dass nur eine Krone helfen könnte. Sie war zwar eine sehr nette Zahnärztin und brachte auch viel Geduld auf, aber wenn sie meinen Zahn nach drei Spritzen immer noch nicht betäuben konnte, lasse ich es doch lieber irgendwann in Deutschland machen.

Am Mittwoch machten wir uns dann schon um 9 Uhr zusammen mit Eilish und Richard auf, um den Bus nach St. Georges und von dort nach Sauteurs zu nehmen. Heute stand „Belmont Estate“ und „River Antoine Rum Distillery“ auf dem Programm. Von Sauteurs nahmen wir einen Bus Richtung Grenville, der uns direkt an dem „Belmont Estate“ herausließ. Für 13 EC (ca. 4,40 €) pro Person machten wir die „Schokoladen Tour“. Am Ende gab es dann noch einen Film, eine kleine Tasse heiße Schokolade und Schokolade zum Probieren. Leider stellen sie nur dunkle Schokolade her. Danach liefen wir weiter zur Rumfabrik. Ca. 3 km vor der Rumfabrik hielt ein Auto an. Es war Lions, der dort als Tourguide arbeitet, aber zu Zeit Urlaub hatte, und nur Mal dort vorbeischauen wollte. Er nahm uns das letzte Stück in seinem Auto mit. In dem kleinen Laden, in dem sich 3 Frauen befanden, kauften wir unsere Tickets für 5 EC pro Person. Juney machte unsere Führung. Es wird alles noch per Handarbeit gemacht. Nach der Tour darf man dann zwei verschieden starke Rums probieren und einen Rumpunsch. Da Juney Probleme mit ihrem Rücken hatte, renkte John sie kurzerhand ein. Wir waren zu der Zeit die einzigen Besucher. Danach erklärte uns Juney, wir könnten so viel Rum und Rumpunsch trinken, wie wir wollten. John und ich sangen „The parting glas“, ein Abschiedslied. Aber Juney gefiel es so, dass sie eine Kollegin holte, die dann auch ein Lied sang. Danach sangen wir gemeinsam, oder wechselten uns ab. Dann kam eine Gruppe mit Amerikanern, und eine der Frauen und ihr Mann sangen kräftig mit. Vor allem Gospel Songs. Zum Schluss sangen wir alle „Amazing Grace“ mit Herz und Seele, und man konnte die Luft vibrieren fühlen. Es war ein tolles Erlebnis. Die Rum Distillery machte um 16 Uhr zu. Um ca. 16:30 Uhr kam der Manager und fragte uns, ob er uns mit nach Grenville nehmen soll. Wir nahmen dieses Angebot dankend an. In Grenville ließ er uns am Busbahnhof heraus und wir nahmen den nächsten Bus nach Woburn.


Bei der Führung, John hamstert Schokobohnen

Am Ende gab es heiße Schokolade zum Probieren

Belmont Estate

John wir vom Affen gefüttert


Sean und Lions

Juney unser Guide

Hier wird der Rum distilleriert

Wir testen den Rum

Eilish, Richard und ich

John genießt seinen Rum

John renkt Judey ein

John, Juney, ich, Eilish und Richard

Für Freitag hatten wir ein BBQ zusammen mit Susan und David, Katja, Matthias, ihre Tochter Pauline, Anne und Alan und Eilish und Richard geplant. Wir machten uns schon kurz nach 13 Uhr auf den Weg nach Hog Island. Richard brachte den Grill in Schwung und wir legten unsere Würstchen, Spieße und Hähnchenschenkel darauf. Dazu gab es leckere Salate. Gegen später spielte John Gitarre und wir sangen dazu. David wünschte sich das Lied „Lady in Red“ und tanzte dann mit seiner Frau dazu. Richtig romantisch. Kurz bevor es dunkel wurde, packten wir zusammen. John und ich ließen den schönen Tag bei einem Glas Rumpunsch auf der Yacht Granuaile ausklingen. Und wieder sind fast drei Wochen zu Ende.


BBQ

Tanz zu Lady in Red

 


Grenada
01.06.15 bis 24.06.15

Am 01.06.15 brachen wir morgens auf, um die 6 sm bis Clifton zu segeln, wo man von St. Vincent und den Grenadinen ausklarieren kann. Leider kam uns der Wind direkt auf die Nase und so mussten wir den größten Teil der Strecke motoren. In Clifton gibt es ein Roundabout Reef, was den Ankerplatz beträchtlich verkleinert. Es ist sehr schwer, einen Ankerplatz zu finden, vor allem, wenn man von einem Boatboy umrundet wird, der einen 10 Mal fragt, ob man eine Mooringboje möchte und das nein einfach nicht verstehen will. Zum Glück ist es sehr guter Ankergrund und man braucht nicht viel Kette. Der Ankerplatz ist ähnlich wie in den Tobago Cays nur durch ein Riff geschützt. Es gibt nicht viel Welle, aber der Wind pfeift. Als erstes machten wir uns zusammen mit Eilish und Richard auf, um auszuklarieren. Wir wählten den Flughafen, der nicht weit weg war. Wir bekamen unsere Formulare zum Ausfüllen, mußten aber bis 13 Uhr warten, um keine 43 EC Zuschlag zahlen zu müssen. Danach gingen wir in den Ort, um frisches Obst und Gemüse, Brot und Würstchen zu kaufen. Am westlichen Teil des Hafenbeckens türmten sich Tonnen von Seegras, das mittlerweile einen unglaublichen Gestank verbreitete. Irgendwie scheint keiner zu wissen, wie man diese Massen entsorgen kann, und vor allem, wer dafür zuständig ist. Also lässt man es einfach liegen. Da uns Clifton nach Chatham Bay zu hektisch erschien, beschlossen wir, früh am nächsten Morgen nach Tyrrel Bay/Carriacou aufzubrechen.


Chevaldy in Clifton

Blick vom Ankerplatz in Clifton

Seegras das angespült wird und keiner entsorgt



Tyrell Bay

Tyrrel Bay hat uns auf Anhieb gleich gefallen, eine nette Bucht, die noch genügend Ankerfläche zur Verfügung hatte. Es gibt eine Marina, wo sich auch das Einklarierungsbüro befindet. Also klarierten wir erst einmal ein. Danach schauten wir uns den Ort ein wenig an. Es gibt mehrere kleine Supermärkte, von denen einer recht gut sortiert war. Außerdem verkaufte eine Frau frische Eier. Graham und Joan waren auch noch in Tyrrel Bay, wollten jedoch am nächsten Morgen aufbrechen. Also trafen wir uns noch in einer Bar zum Sundowner. Insgesamt blieben wir eine Woche auf Carriacou. Wir fuhren mit dem Bus nach Hillsborough, um dort frisches Obst und Gemüse zu kaufen. Wir lernten Gabi und Eddi von der Longtara und Claudia und Rolf von der Tika kennen. Wir ließen unsere Wäsche von Lucy waschen und unternahmen ein paar längere Spaziergänge. Insgesamt eine sehr schöne Woche. Als sich der Wind etwas legte, gingen wir schon um 5:30 Uhr Anker auf, um die 35 sm bis zur Clarkes Court Bay in der Nähe von Hog Island zurückzulegen. Wir wussten, dass wir am Anfang eine starke Strömung gegen uns haben würden. Wir entschieden uns, an der Ostküste herunter zu segeln. Es war ein kleiner Kampf, aber mit voller Besegelung und Motorunterstützung schafften wir es in 8 h.



Aussicht vom Ankerplatz in Clarkes Court Bay


Clarkes Court Bay

Graham und Joan waren schon dort, und wir ankerten ganz in der Nähe von den beiden. Yacht Granuaile, die etwas später aufgebrochen war, kam auch bald nach, und wir waren wieder alle vereint. Da Graham und Joanie schon öfters auf Grenada waren, kennen sie sich hier bestens aus. Sie wurden zu unseren persönlichen Guides. Da Graham ein großes Dinghy mit 15 PS Außenborder hat, holte er uns meistens ab, wenn wir zu einem Ausflug unterwegs waren. Der erste Ausflug führte uns zu Hog Island. Dort ließen wir das Dinghy und marschierten über die Brücke vorbei an der Hartmans Bay bis zur Prickly Bay und dort bis zum Budget Marine, einem Geschäft für Seglerzubehör.


Auf dem Weg nach Prickly Bay

Unterwegs hielten wir an einem Straßen BBQ an, um dort eine Kleinigkeit zu Essen. Man konnte zwischen Hühnchen und Schweinefleisch wählen. Dazu gab es Kartoffelsalat und Brot. Es schmeckte beides sehr gut und es war eine wunderbare Atmosphäre.


Warten auf das Essen

Endlich wird ausgeteilt

John und der Koch mit Gehilfe

Frisch gestärkt ging es weiter zur Marina in Prickly Bay. Dort befindet sich auch der Seglerladen „Budget Marine“. Wir schauten uns etwas um, und kauften ein paar Sachen. Danach ging es dann einen anderen Weg zurück nach Hog Island. Insgesamt sind wir ca. 9 km gelaufen.


Reparaturen am Boot

Am Freitag fuhren wir dann mit dem Bus nach St. Georges. Busfahren ist immer wieder ein Erlebnis. Sie füllen den Bus so gut sie können und lassen eigentlich niemand an der Straße stehen. Einer geht immer noch rein. Einmal waren wir 19 Erwachsene und 3 Kinder. In St. Georges zeigten uns Joanie und Graham dann die wichtigsten Einkaufsplätze. Wo bekommt man den billigsten Rum, das beste Gemüse und die beste Auswahl im Supermarkt. Nicht zu vergessen, gibt es auch noch ein Seglerzubehörladen und zwar Island Waterworld.


Busfahren ist immer lustig

Markt in St. Georges

Abends trafen wir uns dann im Taffies zu „Fish and Chips“. Insgesamt waren wir zu 15. Es war ein sehr netter Abend. Am Samstag holten uns Graham und Joanie schon um 9 Uhr mit dem Dinghy ab. Wir machten an der Pier fest. Dort wartete schon ein Bus, der uns bis nach St. Georges mitnahm. Von dort nahmen wir einen Bus Richtung Sauteurs, das sich im Norden von Grenada befindet. Wir verließen den Bus aber kurz nach dem Städtchen Duquesne und liefen dann durch den Regenwald bis zum Strand, wo wir ein Päuschen einlegten. Dann liefen wir weiter nach Sauteurs. Von dort nahmen wir einen Bus bis zu den Sulphur Springs, die jedoch nicht so beeindruckend waren, wie wir dachten. Danach ging es dann mit dem Bus nach Grenville und von dort zurück nach Woburn. Wir mussten dann nur noch ein Stück den Berg hinunter laufen bis zur Pier. Insgesamt kosteten uns die Busfahrten 18,50 EC, also ungefähr 6,20 €.


Regenwald

Ich, Joanie, Eilish und Graham

John bedient sich am Regenwald, hier mit einer Mango

Hier gibt es viele Schafe und Ziegen

Regenwald

Am Strand von Sateurns

Schon wieder Saragossam Seegras

John und Graham

Am Sonntag gingen wir dann am Nachmittag zum Seglertreff auf Hog Island und am Dienstag gingen wir mit dem Shoppingbus zum Einkaufen.


Seglertreff auf Hog Island

Die Tour umfasst Fahrten zur Bank, ACE (Bauhaus), Budget Marine und zwei Supermärkten. Man wird an der Whisper Cove Marina abgeholt und dann wieder zurückgebracht. Man kann also einkaufen so viel man will, ohne den Einkauf kilometerweit schleppen zu müssen. Am Donnerstag fuhren wir mit dem Bus Richtung Grenville und stiegen bei den Royal Mt Carmel Waterfalls aus. Zu dem Wasserfall war es nur eine kurze Wanderung, danach gingen wir zu einem Becken, das von dem Wasserfall gespeist wird. Dort schwammen wir ein wenig im Becken herum. Danach wanderten wir zurück nach Grenville und fuhren dann von dort mit dem Bus nach St. Georges zurück. Dieses Mal die Strecke über dir Berge. Es war sehr schön. Von St. Georges ging es dann zurück zum Boot.




Wanderung zum Wasserfall

John und ich beim Wasserfall

John beim Duschen

Auf dem Weg nach Grenville

Tonnen von Seegras an jeder Küste

Am Freitag ging es dann noch einmal nach St. Georges, um frisches Gemüse für die Salate für das BBQ am Samstag zu kaufen. Graham und Joanie feierten ihren 30. Hochzeitstag und hatten einige Segler eingeladen. Um 13 Uhr legten wir mit unserem Dinghy Richtung Hog Island ab, um ca. 23:30 Uhr waren wir wieder zurück. Es war ein sehr schönes Grillfest, mit viel Salaten, Würstchen, Hühnchen und Fisch. Der harte Kern verweilte bis ca. 22:30 Uhr, bei Musik, Gesang, Rum und Bier. Rasta Narrow, ein Einheimischer, hatte so viel Spaß dabei, dass er uns mit Essen und Rum versorgte. Als wir dann kurz vor 23 Uhr mit unserem Dinhy aufbrachen, ging unterwegs der Motor aus. Unsere Pumpe hatte ein Loch und zog somit Luft. Richard und Eilish schleppten uns ab. Wir kamen bis kurz nach der Brücke, dann verhedderte sich unsere Leine in Richards Motor und auch dieser erstarb. Jetzt durften wir alle vier den Rest bis zu unserem Segelboot rudern. Das war ein ganz schönes Stück, aber wir schafften es, zum Glück hatte der Wind ein wenig nachgelassen.


Eilish, Joanie und John

Viele leckere Salate

Man läßt es sich schmecken

Abends wird Musik gemacht

John beim Gitarrespielen



John und Rasta Narrow singen gemeinsam

Da noch so viel Fisch und Hühnchen vom Grillfest übrig waren, luden uns Graham und Joanie am Sonntag zum Mittagessen auf die „Karma“ ein. Danach fuhren wir noch mit dem Beiboot auf die andere Seite der Brücke zu Claudia und Rolf von der Tika. Rolf lud uns einige Charts für Panama und San Blas Inseln auf einen USB-Stick herunter. Am Montag waren wir dann als mein Geburtstagsgeschenk zum Essen auf die Granuaile eingeladen, damit ich keinen Abwasch machen muss. Außerdem bekam ich noch ein T-Shirt von Eilish und Richard geschenkt und eine Flasche Wein und selbstgemachte Rote Beete von Joanie und Graham. Es gab Chickencurry und als krönender Abschluss sangen alle Happy Birthday, als Richard mit Kuchen und Kerze kam. Ein rundum schöner Abend.


Die drei Musketiere

Die drei Amazonen

Nach dem Geburtstagsessen

Am Dienstag gingen wir dann ohne Graham und Joanie nach St. Georges zum Einkaufen. Wir besuchten auch das Fort, was allerdings weniger beeindruckend war.


Oben auf dem Fort

Blick auf St. Georges

Am Mittwoch versammelten wir uns dann alle noch einmal zum 2. Frühstück auf der Karma, da Graham und Joanie um 16:30 Uhr nach Trinidad aufbrachen. Aber mittlerweile kommen wir auch ohne unsere Guides ganz gut zurecht. Wir wollen schließlich noch ein paar Ausflüge machen. Also bis zum nächsten Mal.

 

                                               

Grenadinen
10.05.2015 bis 31.05.15

Am Samstagabend trafen wir uns alle noch einmal auf der Yacht Granuaile, da sowohl Richard und Eilish als auch wir beschlossen hatten, am Sonntag gegen Nachmittag aufzubrechen, um dann am nächsten Morgen in Bequia anzukommen (insgesamt 92 sm). St. Lucia oder St. Vincent wollten wir nur im Notfall anlaufen. Außer Katja und Matthias kam auch noch ein Franzose Reggie zur Party, da er Richard und Eilish von Spanien her kannte. Wir hatten viel Spaß zusammen, sangen ein paar Lieder, genossen unsere Sundowner und labten uns dann an Richards Hühnchen Curry. Ich hatte  einen Salat beigesteuert und der Nachtisch (Reisgries) kam von Katja und Matthias.

Am nächsten Tag gab es starke Fallwinde in der Bucht, trotzdem gingen wir um ca. 14 Uhr Anker auf. Die Passage zwischen Martinique war gar nicht so schlimm, da die Wellen leicht von hinten kamen und auch der Wind nach ca. 2 h in nordöstliche Richtung drehte. Wir entschieden uns dann weiter direkt nach Bequia zu segeln. Um ca. 20 Uhr, waren wir am südlichen Teil von St. Lucia angelangt. Mittlerweile hatte der Wind stark zugelegt und die Wellen kamen ungebremst direkt vom Atlantik. Leider nicht mehr von hinten, sondern mehr von der Seite, was sehr unangenehm war. Wir bekamen öfters eine Dusche ab und saßen in unserem Ölzeug im Cockpit. Es wurde zu einer langen Passage, diese 35 sm hinter uns zu bringen, bis wir wieder im Lee der Insel St. Vincent waren, denn dann war der Spuk auch schon wieder vorbei. Es begann gerade erst hell zu werden, als wir die Passage zwischen St. Vincent und Bequia erreichten. Da Bequia südöstlich von St. Vincent liegt, bekamen wir Wind und Wellen direkt auf die Nase. Unser Windmesser zeigte öfters Böen an mit 40 bis 43 Knoten. Um 7:30 Uhr erreichten wir die Admiralty Bay in Bequia. Wir ankerten in der Nähe von Princess Margaret Beach.  Als erstes gingen wir an Land um einzuklarieren, was erstaunlicherweise sehr schnell ging. Wir mussten nur 1 Formular ausfüllen, bezahlten 70 ECD für einen Monat und bekamen dann einen Stempel in unseren Pass.
Ca. 1 h nach uns erreichte auch die Yacht Granuaile die Admiralty Bay und auf dem Weg zurück vom Einklarieren schauten wir bei den beiden vorbei um zu sehen, wie es Richard und Eilish ergangen ist.


Grillen auf der Granuaile

Da Bequia nicht sehr groß ist und es nur einen Ort Port Elisabeth gibt, hat man ziemlich schnell alles gesehen. Es gibt ein nettes Cafe wo man für 6 ECD einen Kaffee (plus einmal nachfüllen) bekommt inclusive freiem Wifi, zwei größere Supermärkte und einen Fruit Market.



Admiralty Bay

Walfischknochen umgearbeitet

Am 15.05.15 verabredeten wir uns mit Eilish und Richard, um zum „Old Hegg Turtle Sanctuary“ einer Schildkrötenaufzuchtfarm zu wandern. Ca. 6 km von der Dinghy Anlegestelle entfernt. Es war eine nette Wanderung, die uns auf die Ostseite der Insel führte. Auf der Farm erklärte uns dann Orton King alles über seine Schildkröten, die er nach gelungener Aufzucht in die Freiheit entlässt. Wir machten uns dann wieder auf dem Heimweg, als ein Mann mit seinem Auto anhielt und fragte, ob er uns mitnehmen soll. Da Richard Probleme mit seiner Hüfte hatte und schon sehr stark humpelte, nahmen wir dankbar an. Schnell waren wir wieder in Port Elisabeth. Wir kauften noch kurz Brot ein und gönnten uns ein Eis, bevor es wieder zurück zu unserer Chevaldy ging.



Auf dem Weg zum Old Hegg

Orton King

Schildkröten in der Aufzucht

Am Sonntag gab es dann ein BBQ am Strand. Insgesamt waren wir 10 Personen. Wir trafen die Crew von Carpe Diem und Petronella wieder, die wir bereits von Arrecife her kannten. Dann waren dort noch Graham und Joan von der Karma, Richard und Eilish und wir.


Grillen am Strand

Als es dunkel wurde, waren wir nur noch zu sechst und feierten dann auf der „Karma“ weiter. Am Montag holten wir unseren Holzdeckel für die Backskiste ab, den wir bei James, einem Tischler, in Auftrag gegeben hatten. Er wollte nur 40 ECD dafür. Wir gaben ihm 60 ECD (20 €). Danach liefen wir mit Eilish und Richard zur Friendship Bay. Zwischenzeitlich waren auch Katja und Matthias von der Papillon eingetroffen und schlossen sich uns an. Es war eine sehr schöne Wanderung und wir genossen Mangos und eine Kokosnuss.


Ostseite von Bequia

Friendship Bay

Friendship Bay

Am Abend traf man sich dann zum Sundowner auf der Yacht Granuaile. Im Laufe des Abends stellte sich dann heraus, dass Horratio Todd, den wir in Griechenland in der Vlicho Bay kennengelernt hatten, Grahams Vater ist. Das zeigt mal wieder, wie klein doch die Welt ist. Es war mal wieder ein sehr netter Abend. Am Dienstag ging ich dann mit Eilish Wäsche waschen, da wir am nächsten morgen früh aufbrechen wollten. Graham und Joan, Richard und Eilish und John und ich hatten beschlossen, dass wir gemeinsam ein Stückchen weitersegeln wollten. Als nächstes Stand Canouan auf dem Programm. Am Mittwoch ging es früh Anker auf. Aber da wir das kleinste Boot waren, schossen „Karma“ und „Granuaile“ an uns vorbei. Aber wir machten ein paar nette Fotos von den beiden Segelbooten und sie von Chevaldy.


Chevaldy unter Segeln

Als wir dann auch in der Grand Bay vor Anker lagen, kam Graham angeschwommen und lud uns zum Abendessen ein. Er hatte auf dem Weg nach Canouan einen Thunfisch gefangen. Also sollte es gegrillten Thunfisch geben. Ich machte einen Salat dazu und Eilish Kartoffelgratin. Am nächsten Tag gingen wir dann alle gemeinsam an Land, um die Insel zu erkunden. Auf dem Rückweg kamen wir an einem kleinen Restaurant am Strand vorbei und beschlossen, dort eine Kleinigkeit zu Essen. John und ich teilten uns ein Hühnchen Curry. Zusammen mit 2 kleinen Bier und einem Bitter Lemon kamen wir auf 45 ECD (15 €). Unser erstes Essen in einem Restaurant, seit Arrecife/Lanzarote.



Canouan

John in Canouan

Restaurant in Canouan

Am 22.05.15 ging es dann weiter zu den Tobago Cays. Die Tobago Cays bestehen aus unbewohnten Insel und mehreren Riffen, die den Ankerplatz vor Schwell schützen. Man ankert sozusagen direkt vor einem Riff. Aber auch dem Weg dorthin gibt es mehrere Riffe und Untiefen. Man muss also aufpassen. Ca. 2 sm vor dem Ankerplatz rollten wir unsere Genua ein, da wir den Wind direkt auf der Nase hatten, und motorten. Plötzlich begann der Motor zu pfeifen, da er überhitzte. Wir mussten ihn wieder ausschalten und mit der Genua aufkreuzen. Wir funkten Graham, der schon geankert hatte, an, um zu erfahren, ob es auch genug Platz gab, um im Notfall unter Segel zu ankern. Er gab uns durch, dass genug Platz da sei. 5 min später kam er mit seinem Dinghy um die Ecke geschossen, hakte sich unter Fahrt in unserer Chevaldy ein, und kam an Bord. Graham kennt die Tobago Cays wie seine Westentasche. Unter seiner Anleitung wussten wir, wie wir die Passage unter Segeln durchqueren mussten, um nicht auf einem Riff zu landen. Da er einen sehr starken Außenbordmotor hat, hätte er uns notfalls auch abschleppen können. Aber es ging alles gut, und ca. 30 min später fiel der Anker in der Nähe der Insel Baradel. Jetzt waren wir nur durch ein Riff vom Atlantik getrennt. John war so erleichtert, dass alles gut gegangen war, dass er Graham so stürmisch umarmte, dass seine Sonnenbrille in zwei Teile brach. Abends waren wir dann zum Thunfischeintopf auf der „Karma“ eingeladen. Zuvor gingen wir aber noch gemeinsam mit Eilish und Richard Schnorcheln, um die Schildkröten und Stachelrochen zu beobachten. Für Samstag hatten wir dann ausgemacht, dass wir alle gemeinsam mit Grahams Beiboot zum Riff fahren würden, um dort zu schnorcheln. Unser Beiboot Motor wäre nicht stark genug gewesen, um gegen die Strömung anzukommen. Wir sahen viele Pufferfische und auch eine Languste und vieles mehr. John hatte schon am Freitag gleich den Impeller gewechselt, und wir hofften, dass uns unser Motor keine Probleme mehr bereiten würde. Am Sonntag gingen wir noch einmal schnorcheln, da Richard ein paar Unterwasserfotos von den Schildkröten machen wollte.


Tobago Cays

Gemeinsame Wanderung

Riff in den Tobago Cays

Gemeinsam in Grahams Dinghy

Treffen auf der Granauaile

Leguan

Am Strand

Eine der vielen Schildkröten

John beim Schnorcheln

Strandfoto

Der Vogelflüsterer

Tobago Cays

Endlich geschafft

Insel der Tobago Cays

Tobago Cays

Danach brachen wir dann zur Salt Whistle Bay in Mayreau auf, die nur ca. 3 sm entfernt von den Tobago Cays liegt.


Salt Whistle Bay

Wir chillten ein bisschen und fingen dann an zu kochen. Wir hatten Graham und Joan und Richard und Eilish zum Essen auf unser Boot eingeladen. Erst gab es Pitta Brot mit Tomatensauce und dann Spaghetti aglio olio. Da wir alle sehr müde waren, gingen alle relativ früh auf ihr Boot zurück. Am nächsten Morgen erkundeten wir den Strand ein wenig und brachen dann um ca. 12 Uhr auf, um die ca. 1,5 sm zur Saline Bay zurückzulegen. Dort ankerten wir und gingen an Land. Leider war der Supermarkt geschlossen, da der 25. Mai ein Feiertag war. Aber wir liefen zur Kirche oben auf dem Berg. Von dort hatten wir eine super Aussicht auf die Tobago Cays. Am nächsten Tag gingen wir dann alle zuerst einmal einkaufen, da wir uns für 14:30 Uhr am Strand zum Grillen verabredet hatten. Es gab Salate, Würstchen, Brot, Fisch und Hühnchen. Danach sangen wir ein paar Lieder und John begleitete uns auf der Gitarre. Es war ein wunderbarer Abend. Am nächsten Tag brachen Graham und Joan nach Carriacou auf, wir hatten uns entschieden, noch einen Tag zu bleiben. Am Nachmittag trafen wir uns noch einmal zum Grillen, da es ein sehr schöner Strand mit Tischen und Bänken war. Es war ein schöner Nachmittag, trotzdem vermissten wir Graham und Joan.


Saline Bay, Mayreau

Kirche in Mayreau

Oben bei der Kirche

Blick von der Kirche auf die Tobago Cays

Beim Grillen in Mayreau

Etwas Musik

Am nächsten Morgen segelten wir dann gemeinsam mit der Yacht Granuaile die 6 sm bis zur Chathambay/Union Island. In dieser Bucht gibt es nur eine größere Bar mit Wi-fi und ein paar kleinere. Keine Läden oder sonstiges, dafür viel Ruhe.


Strandspaziergang in der Chathambay

In der Wi-fi Bar

Wir luden uns gegenseitig zum Essen aufs Boot ein, und so vergingen die Tage wie im Fluge. Hier werden wir bis Montag bleiben und dann nach Clifton segeln, um von St. Vincent und den Grenadinen auszuklarieren.


21.04.15 bis 09.05.15


Eigentlich sollte unsere Chevaldy ja am 21. oder spätestens am 22.04.15 ausgekrant werden. Jedoch wurden wir immer wieder vertröstet und man konnte uns auch nie genau sagen, wann es endlich so weit sein sollte. Als wir am Donnerstag immer noch auf demselben Platz auf der Liste standen (zweitletzter), beschlossen wir kurzfristig den Termin zu stornieren und zu bezahlen, wer weiß, wie lange wir noch warten müssen. Um 9 Uhr fuhren wir dann aus dem Hafen und segelten hart am Wind nach Marie-Galant. Dort ließen wir den Anker auf 4 m fallen, im nördlichsten Teil der Bucht. Wir waren dort ganz alleine. Wir fuhren mit dem Dinghi zum Strand und verbrachten dort ein Weilchen.

Marie-Galant


John macht den Dämpfer an die Ankerkette




Am Strand


Beim Baden


Chevaldy vor Anker


Strand von Marie-Galant


Muschelfriedhof



Am nächsten Morgen ging es schon früh los nach Prince Rupert Bay in Dominica. Wir blieben dort nicht sehr lange, sondern füllten nur unseren Dieselvorrat auf, und ließen unseren Außenbordmotor von Igna durchchecken, der meinte jedoch, dass alles o.k. sei und hat in nur noch etwas besser eingestellt.


John und Igna

Also ging es weiter. Als wir in der Nähe von Roseau waren, entschieden wir, bis nach Martinique weiter zu segeln, da der Wind am nächsten Tag noch stärker werden sollte, und wir wollten zuvor noch die Passage zwischen Dominica und Martinique überqueren. Um 1:30 Uhr morgens kamen wir müde in St. Pierre an, jedoch erleichtert, dass die Überfahrt problemlos von statten ging. Wir ankerten südlich des normalen Ankerfeldes, auf 11 m, da viele Yachten kein Ankerlicht anhatten und man im Dunkeln den Abstand zu anderen Yachten nur sehr schwer abschätzen kann.  Wir schliefen bis 7 Uhr, frühstückten und setzten dann unsere Reise zurück nach St. Anne fort. Der Wind wurde immer stärker und fast direkt auf die Nase. Wir segelten hoch am Wind. Als wir Grand Anse passierten, drehten wir ab und machten erst einmal an einer Boje fest. Während ich das Essen kochte, reparierte John die Kabelverbindung zu den Navigationslichtern. Als wir mit dem Essen fertig waren, entschieden wir, die letzten 15 sm bis St. Anne doch noch hinter uns zu bringen. Das Geschaukel an der Boje nahm immer weiter zu, und ich kam mir vor, als ob wir auf dem Atlantik wären. Alles flog durch die Gegend. Das musste nun wirklich nicht sein. Die Navigationslichter funktionierten auch wieder, und die Bucht von St. Anne ist so groß, dass man auch bei Dunkelheit locker einen Ankerplatz auf ca. 5-6 m findet. Um kurz vor 20 Uhr erreichten wir dann unser Ziel, ließen den Anker fallen und legten uns erst einmal schlafen. Am nächsten Morgen verholten wir dann unsere Chevaldy noch vor dem Frühstück in die Nähe der Pier. Wir gingen an Land um Brot zu holen, und um unsere E-mails abzufragen. Wir schickten eine E-Mail an Matthias und Katja von der „Papillon“, um zu sehen, ob sie doch noch da sind. Wieder zurück auf dem Boot, dauerte es nicht lange, bis die beiden in ihrem Beiboot zu uns kamen. Katja hatte sich, kurz bevor sie nach Dominica aufbrechen wollten, einen Hexenschuss zugezogen. Deshalb waren sie noch da. John kümmerte sich um den Hexenschuss, und bald konnten wir gemeinsam zu einem Spaziergang an den Strand von „Cap Chevalier“ aufbrechen, um dort ein bisschen zu schwimmen. Ab Montag wurde dann die „To Do Liste“ abgearbeitet. Ölfilterwechsel und Ölkontrolle. Auf dem Weg von Grand Anse nach St. Anne riss uns das Fockfall. Also musste John mal wieder in den Mast, um das Fall zu reparieren, und vor allem, um zu sehen, warum es gerissen war. Schon einmal oben, konnte er dann auch gleich den Radarreflektor, der sich gelöst hatte, wieder etwas höher anbringen. Am Donnerstag ging es dann mit dem Bus nach Le Marin zum Einkaufen. Da wir auch noch Getränke kaufen wollten, fuhren wir am Samstag noch einmal mit dem Beiboot bis zum Leaderprice, um Mineralwasser und Radler, das im Angebot war, zu bunkern. Auf dem Weg zurück sahen wir Richard & Eilish von der SY Yacht Granuaile, wir hatten sie das letzte Mal in Monserrat gesehen. Wir schauten kurz bei ihnen vorbei und verabredeten uns bei ihnen um 17 Uhr. Auch Matthias und Katja wollten kommen. Jeder brachte Getränke  und etwas zum Essen mit, und John natürlich seine Gitarre und ich meine Flöte. Matthias brachte seine Mandoline. Wir machten dann alle gemeinsam Musik. Richard holte noch das Waschbrett hervor und die ausgetrunkenen Dosen mussten auch als Musikinstrument herhalten. Es war echt ein toller und feuchtfröhlicher Abend.


Auf der Yacht Granuaile


Eilish und John


John und Richard


Eilish und ich

Richard hatte eine Fühlerlehre, die man hier auf den Inseln nirgends bekommen kann, und endlich konnten unsere Ventile am Motor eingestellt werden. Während sich die beiden Männer um den Motor kümmerten, verbrachte ich einen netten Nachmittag mit Eilish an Bord der Yacht Granuaile. Als nächstes war noch Wäschewaschen angesagt. Ich holte Eilish mit dem Dinghi ab, und wir fuhren zum Hotel, das etwas außerhalb von St. Anne liegt. Dort gibt es Waschmaschinen, die auch von den „Yachties“ benutzt werden können. Während die Waschmaschinen liefen, spazierten wir nach St. Anne runter, um uns ein bisschen in den Souvenirläden umzusehen, da dies mit unseren Männern schlichtweg unmöglich ist. Am Abend kamen dann Eilish und Richard zu uns an Bord zum Essen und zum abendlichen Sundowner, der natürlich mit Gästen etwas üppiger ausfällt. So vergeht die Zeit wie im Fluge, bis sich das Wetterfenster öffnet, um Richtung Bequia aufzubrechen. Ob wir einen Übernachtungsstopp in St. Lucia einlegen, wissen wir noch nicht. Alles ist eingekauft, Wasservorräte sind aufgefüllt, jetzt muss der Wind sich nur noch leicht nach NO drehen und etwas nachlassen, dann wird sich die große Ankerbucht von St. Anne bald leeren, da es langsam Zeit wird, Richtung Süden aufzubrechen.



27.03.15 bis 20.04.2015

Am 22. März kamen wir in St. Martin an und wir genossen danach das türkisene, 27°C warme Wasser, wenn es nicht zu sehr windete.


Den Fisch haben wir wieder freigelassen


Auf dem Meeresboden sind zwei Seesterne

Am Donnerstag nach unserer Ankunft in St. Martin, kamen auch Inga und Vassil in die Marigot Bay. Wir hatten die beiden seit dem 20. Februar nicht mehr gesehen. Also musste das Wiedersehen gebührend mit Cuba libre und Rumpunsch gefeiert werden. Wir machten auch die Bekanntschaft mit Ted, einem Iren aus Cork, der seit 1992 in der Karibik ist, und verbrachten ein paar nette Abende mit ihm. Wir fuhren mit dem Beiboot durch die Simpsonbay. auf die niederländische Seite Sint Maarten, um uns im Hauptquartier von Budget Marin und Island Waterworld umzuschauen. Bis dorthin sind es ca. 2 sm und es dauerte ungefähr 40 min, um dorthin zu fahren.


Mount Fortune auch "Wiches Tit genannt"


Simpsonbay

Aber wir waren nur von den Preisen erschlagen, und blieben nicht sehr lange. Alles was wir für unser Boot brauchen, gibt es auch auf der französischen Seite. Wir wussten mittlerweile auch wo man welche Lebensmittel günstiger bekommt und waren fleißig am Verproviantieren. Am Samstag, den 04.04.15 gab es bei „Time Out“ einen maritimen Flohmarkt. Wir erstanden einen Bootsmannstuhl für 3 $, eine Tauchermaske für 3 $, Sikaflex für 5 $. Das Beste aber war, dass deutsches Bier in Dosen verkauft wurde. 24 Dosen für 5 $. Das ist das billigste in der gesamten Ostkaribik. Da haben wir natürlich zugeschlagen, und haben insgesamt 10 Steigen, also 240 Dosen Bier gekauft. Das muss jetzt für die nächsten Monate reichen. Außerdem bunkerten wir steuerfreien Diesel und Benzin. Auf der niederländischen Seite gibt es einen „Cash and Carry“ Supermarkt. Dort bekommt man Großpackungen billiger. Da haben wir einiges eingekauft, was man länger aufbewahren kann.


Ein Leguan an der Gebäudewand von ACE, einem Baumarkt

Unseren Aufbruchstermin Richtung Guadeloupe setzten wir auf Dienstag, den 14.04.15. Also luden wir Ted am Samstag zum Essen, Sundowner und Irischer Musik ein, um uns zu verabschieden. Vielleicht sehen wir ihn ja in Grenada oder Trinidad wieder. Am Sonntag liefen wir dann 6 km bis zum Princess Juliana Flughafen auf der niederländischen Seite. Wir liefen über die neue Brücke, um den Flughafen herum zum Maho Beach. Gerade rechtzeitig, um den Airbus A380 von KLM live mitzuerleben, wie er startet und man, wenn man nicht aufpasst von Sand „gesandstrahlt“ wird. Manche verrückte standen mit einem Handtuch versehen am Zaun, um sich etwas zu schützen. Die nächste Maschine war etwas kleiner, lies dafür aber seine Turbinen umso mehr aufheulen. Es war schon ein tolles Erlebnis. Wir gingen dann noch kurz ins Wasser, um den Sand abzuwaschen und machten uns dann auf den Rückweg.


Von der Brücke aus Blick zum Flughafen




Airbus A380


Im Hintergrund die "mutigen" Kerle mit ihren Handtüchern



Maho Beach







John wird sandgestrahlt





So sieht man nach dem Sandstrahlen aus

Abends kamen dann noch Vassil und Inga vorbei. Wir werden die beiden hoffentlich in Panama wieder sehen, wenn alles so läuft, wie wir es uns vorstellen. Am Montag gingen wir dann noch kurz Obst- und Gemüse einkaufen, damit es für die nächsten Tage reicht. Am Dienstag Früh ging es dann Anker auf und Richtung Guadeloupe. Wir hatten uns überlegt, in St. Barth einen Übernachtungsstopp einzulegen, aber als wir in die Nähe von St. Barth kamen, sahen wir, dass alle Ankerbuchten wegen der Regatta vollgepackt waren. Also segelten wir durch das Regattafeld in Richtung Guadeloupe. Nach ca. 34 h und mit teilweise 6 Beauforts aus OSO kamen wir um 15:30 Uhr in Deshaies an. Wir waren so müde, dass wir nur noch eine Kleinigkeit kochten und dann früh Schlafen gingen. Am nächsten Morgen sahen wir beim Frühstück, dass eine Delfinfamilie in die Ankerbucht geschwommen war. So wie es aussah Mama, Papa und Baby, das eher wie ein Schweinchen als ein Delfin aussah.




Viele Segler schwammen zu den Tieren, die sich nicht beirren ließen und so lange in der Bucht blieben, bis einer der Boote Diesel verschüttete. Die Tiere waren verschwunden, lange bevor der Dieselteppich auch nur in ihre Richtung kam. Ein sechster Sinn zum Überleben. Kurz nach 10 Uhr brachen wir dann zu der 10 sm entfernten Ankerbucht bei Pigeon Island auf.





Wir ankerten in der Bucht und fuhren dann mit dem Beiboot zum Marinepark zum Schnorcheln. Das letzte Mal hatten wir kaputte Tauchermasken, die Wasser einließen. Dieses Mal war ich mit Flossen und neuer Maske mit Schnorchel ausgestattet, auch John hatte sich eine neue Maske in Island Waterworld geleistet. Was für eine geniale Unterwasserwelt mit einer außergewöhnlichen Farbenvielfalt. Manche Fische waren blauer als blau. Am nächsten Morgen brachen wir dann schon um 7 Uhr nach Point-à-Pitre, der Hauptstadt von Guadeloupe, auf. Ca. 45 sm entfernt und davon ca. 20 sm gegen den Wind. In Point-à-Pitre machten wir an einer Boje fest, und machten einen Krantermin für unsere Chevaldy aus. Am Dienstag oder Mittwoch kommt sie aus dem Wasser. Dann gibt es einen neuen Antifoulinganstrich, das Ruder wird repariert und die Dichtungen am Saildrive-Getriebe werden ausgetauscht. Alles Dinge, die man nur machen kann, wenn das Boot auf dem Trockendock liegt. Aber wir machen alles selber. Danach geht es dann, wenn das Wetter mitmacht über Marie-Galant nach Domonica und dann weiter nach Martinique, bevor wir dann ganz Richtung Süden weitersegeln, um in Grenada zu Übersommern, da wir ab spätestens Mitte Juni aus dem Hurrikangürtel heraus sein wollen. Auch in Grenada besteht die Möglichkeit eines Hurrikans, aber dann sind es nur ca. 75 sm bis zum sicheren Tobago oder 90 sm bis zum sicheren Trinidad. Also bis zum nächsten Mal….

 



10.03.15 bis 26.03.15

Keine 20 sm von Portsmouth entfernt liegen die Iles des Saintes, die zu Guadeloupe gehören. Verglichen mit Dominica hat man eine Weltreise unternommen. Hier besitzen viele reiche Leute aus Guadeloupe eine Villa und es gibt viele Touristen, die hier ihren Urlaub verbringen. Es leben 1800 Menschen auf dieser Insel. Einen Regenwald gibt es hier nicht, und somit auch keine Bäume mit Bananen, Mangos und Papaya. Nur ein paar Kokosnussbäume am Strand. Hier sieht alles sauber aus, im Gegensatz zu Portsmouth, wo überall der Müll herumliegt und die ärmsten der Armen in Wellblechhütten leben.
In der Bucht Anse de Bourg machen wir an einer der Bojen fest. Hier ist ankern innerhalb der gelben Bojen verboten. Aber für 7 € pro Nacht, gönnen wir uns den Luxus einer Boje. Die Insel Terre-de-Haut hat einen Hauptort, in dem es ein Cybercafe, zwei Supermärkte, einen Baumarkt und 3 Bäckereien gibt. Außerdem gibt es viele nette kleine Läden in bunten Häusern die Straße entlang. An jeder Ecke kann man auch einen Motorroller oder ein Elektroauto mieten. Da die Insel aber sehr klein ist, frage ich mich, was man einen ganzen Tag lang hier anschauen möchte. Die Strecke zum Fort Napoleon hinauf kann man auch gut zu Fuß gehen. Es dauert ca. 20 min. Von oben hat man dann einen wunderschönen Ausblick auf die Bucht. Sonst gibt es hier nicht viel zu erleben, aber man kann auf dem Boot entspannen, wenn einem der andauernde Schwell nichts ausmacht.












Wer findet Chevaldy unter den ganzen großen Booten ?

Der Wind hat natürlich mal wieder zugelegt, und so warten wir geduldig auf das nächste Wetterfenster, das sich am Donnerstag öffnete. Dann ging es weiter nach Pigeon Island an der Westküste von Basse Terre/Guadeloupe. Um Pigeon Island ist der Cousteau Marine National Park. Eine völlig intakte tropische Unterwasserwelt. Ankern ist hier strengstens verboten, aber man kann als Yacht an einer gelben Boje festmachen. Wir hatten das Glück, einer dieser Bojen zu ergattern. Jedoch ist es auch ein komisches Gefühl, mit der Yacht nur wenige Meter von einem Riff entfernt zu sein. Wir schnorchelten nacheinander und bewunderten die bunte und faszinierende Unterwasserwelt. Nach ca. 2 Stunden, machten wir die Leinen wieder los und segelten weiter nach Deshaies, da die Ankerbucht gegenüber Pigeon Island schon sehr voll war.





In Deshaies ankerten wir auf 6 m und kochten erst einmal etwas. Deshaies ist ein kleiner Fischerort, der nur von so vielen Yachten besucht wird, da er ein Aus-/Einklarierungsort ist. Hier warteten wir auf das nächste Wetterfenster.



Für Montag, den 16.03.15 wurde endlich einmal nur 4 Beaufort und eine ganze Woche leichten Wind vorhergesagt. Am Montagmorgen verließen wir Guadeloupe um 06:30 Uhr und segelten nach Montserrat, das ca. 42 sm nordwestlich von Guadeloupe liegt. Auf Montserrat gibt es einen aktiven Vulkan. Die letzte Eruption war 2010. Wegen der Gefahr von Asche und Rauch muss man einen Sicherheitsabstand um die Südküste von 2 sm einhalten. Zum ersten Mal, seit wir in der Karibik sind, konnten wir unter voller Segelgarderobe entspannt segeln. Wir erreichten Little Bay in Monserrat um 16:30 Uhr, also zu spät zum einklarieren. Wir wollten das am nächsten Morgen nachholen. Also hissten wir die gelbe Q-Flagge. Als wir uns in der Bucht umschauten, sahen wir ein Segelboot mit einer irischen Flagge, das uns bekannt vorkam. Es waren Richard & Eilish von der SY Yacht Granuaile, die wir in Las Palmas kennengelernt hatten. Wir befestigten unseren Beibootmotor und fuhren hinüber. Es war ein sehr nettes Wiedersehen. Wir unterhielten uns bis um 1 Uhr morgens bei Bier, Wein und Eintopf. Da erfuhren wir auch, dass auf Monserrat der St. Patrick’s Day ein Feiertag ist, und wir gar nicht einklarieren können. Was auch heißt, dass wir nicht an Land dürfen. Wir verabschiedeten uns von den beiden und entschieden, dass wir am nächsten Morgen nach Nevis aufbrechen werden.








Unbewohnte Insel Rontonda 

Um 7 Uhr am nächsten Morgen ging es Anker auf und wir segelten die 34 sm nach Charlestown/Nevis. Es war wieder ein entspannter Segel Tag, so wie man ihn von der Karibik erwartet. Um 15:15 Uhr machten wir an einer der Bojen in Charlestown fest und fuhren mit dem Beiboot zur Pier, um einzuklarieren. Das Einklarieren war eine ganz neue Erfahrung. Zuerst muss man zum Zoll. Wir erklärten ihm, dass wir auch noch nach St. Kitts wollen, und somit stellte er uns ein Cruising Permit für eine Woche für Nevis und St. Kitts aus. Da er alles von unseren Ausklarierungspapieren von Guadeloupe und unseren Pässen abschrieb, unterschrieb John nur die Ausdrucke, ohne dass wir die Papiere genauer anschauten. Als nächstes ging es dann zur Immigration (Einreisebehörde), ins nächste Büro. Ein sehr netter Mann, der uns unseren ersten Stempel in unsere Reisepässe drückte. Danach ging es dann zum Hafenmeister, bei dem wir dann die Hafen- und  Mooring Gebühren bezahlen mussten. Insgesamt 137 ECD + 30 ECD Zoll (167 ECD sind ungefähr 57 €). Dieser gab uns dann noch ein Formular, das wir wiederum beim Zoll abgeben mussten. Endlich waren wir einklariert. Danach gingen wir noch in einen Supermarkt zum Einkaufen. Alles sehr teuer für uns, da der Euro immer schwächer wird und der ECD an den US-Dollar angepasst ist. Als ich mir die Einklarierungspapiere am Abend anschaute, musste ich wirklich sehr lachen. John wurde plötzlich zu einem Iraner und mein Mädchenname wurde zu meinem Vornamen. Mein Geburtsdatum hatte er auch verändert, immerhin hat er das richtige Geburtsjahr erwischt. Schon sehr lustig, wenn einer nicht einmal vom Reisepass abschreiben kann. Am nächsten Morgen wurden wir dann auch gleich von der Harbour Police aufgesucht, die immer präsent ist. Aber sie fanden uns auf ihrer Einklarierungsliste und fuhren gleich weiter. Wir fuhren noch einmal mit dem Beiboot in die Stadt, um Geld abzuheben und noch ein paar Dinge einzukaufen. Danach fuhren wir mit dem Beiboot an den Strand, um den Nachmittag mit Schnorcheln, Schwimmen, Strandspaziergängen und Faulenzen zu verbringen und schauten den Pelikanen fasziniert beim Fischen zu. Die nächsten Tage verbrachten wir mit „Strandurlaub“.






Ein Strand für uns ganz alleine
















Wir segelten am Samstag direkt nach Sandy Point Beach und verbrachten dort die Nacht, bevor wir am Sonntag um 5 Uhr zu unserer 11 stündigen Etappe nach St. Martin (ca. 50 sm) aufbrachen.





Wir segelten an St. Eustatius vorbei und ließen um kurz vor 16 Uhr den Anker bei 3 m Tiefe in idyllischem türkisfarbigen Wasser in der Marigot Bay fallen. Wir sind wieder in der EU, was humane Preise für Handy und Lebensmittel bedeutet.








20.02.15 bis 09.03.15

Am Freitag, den 20.02.15 fuhren wir mit unserem Beiboot morgens zu Vassil und Inga, um uns zu verabschieden. 2 Stunden später, nach mehreren Tassen Kaffee, fuhren wir zurück zu unserer Chevaldy. Dann ging es Anker auf und hinein in die Cul de Sac Marin. Dort machten wir an einer privaten Boje fest, die uns Vassil beschrieben hatte. Das Wochenende verbrachten wir dann mit Wäsche waschen, Auffüllen unsere Kanister mit Diesel und Wasser und Einkaufen. Am Mo., den 23.02.15 verließen wir Le Marin um 8 Uhr morgens und segelten am legendären „Rocher du Diamant“vorbei in die Bucht Grand Anse d’Arlet.




Dort machten wir an einer kostenlosen Boje für die Nacht fest. Leider gab es sehr starken Schwell, so dass es recht ungemütlich war. Am nächsten Morgen ging es dann früh los nach St. Pierre. Dort ankerten wir auf 7 m nahe an der Pier, so dass wir ohne Probleme mit dem Beiboot zur Pier oder zum Strand rudern konnten. St. Pierre ist nur ein sehr kleiner Ort. Bei einem Vulkanausbruch des Mont Pelée im Jahre 1902 wurde der Ort gänzlich ausgelöscht und 30000 Menschen kamen zu Tode. Aber es gibt hier einen Economax Supermarkt, wenn man die Straße nach Norden, vorbei an der Tankstelle, nimmt. Im Touristenbüro bekommt man 15 min Internet umsonst und man kann kostenlos ein- und ausklarieren. Sonst hat der Ort außer ein paar Restaurants nichts zu bieten.







Nach zwei Tagen gingen wir Anker auf und segelten die 35 sm nach Roseau/Dominica. Davon liegen 26 sm zwischen den Inseln, was Passatwinde von Osten und Wellen von Osten bedeutet. Es war eine ziemlich raue Überfahrt mit Winden mit bis zu 29 kn (7 Beaufort). In Roseau ankerten wir in der Nähe des Fährterminals und setzten dann mit dem Dinghi über, um das Einklarierungsbüro zu finden, das ziemlich versteckt liegt. Das ganze Procedere hat ca. 30 min gedauert, dann konnten wir unsere Q-Flagge wieder bergen. Danach machten wir an einer Boje von Seacat für 25 ECD (East Caribbean Dollar) vor dem Anchorage Hotel fest. Nachdem wir etwas gegessen hatten, ruderten wir an Land, um uns die Gegend ein wenig anzuschauen. Am nächsten Tag wollten wir eigentlich aufbrechen, nachdem wir noch ein paar Bilder vom Ort gemacht hatten. Unterwegs trafen wir aber Peter Mason (Tel. 17672458129 oder 7676147689) einen offiziellen Tourgide, der uns einen wirklich guten Deal mit seinem Taxi anbot. Er fuhr uns zuerst durch den örtlichen Markt, wo überall frisches Obst und Gemüse angeboten wurde. Danach ging es weiter zu den Trafalgar Falls, zwei Wasserfällen. Einem „Vater“ und einer “Mutter“. Dazu fuhren wir durch Roseau Valley, ein wirkliches Paradies. Überall gibt es Bäume mit Kaffeepflanzen, Bananen, Mangos, Papayas, Kokosnüssen und vieles mehr und wunderschönen Blumen. Bei den Trafalgar Falls angekommen, liefen wir zuerst zu den warmen Quellen und badeten dort. Es gab einzelne natürliche Becken, die tief genug waren, um sich hineinzusetzten. Das war super entspannend. Danach wanderten wir weiter, um uns die Wasserfälle anzuschauen. Da es dort aber sehr rutschig war, genossen wir den Anblick in gebührendem Abstand. Danach fuhr uns Peter Mason zu den Sulphur Springs. Diese Schwefelquellen kommen blubbernd aus der Erde und sind sehr sehr heiß und stinken natürlich nach Schwefel. Die Schwefelerde soll sehr gut gegen Arthritis und andere Beschwerden sein, und so nahmen wir unser Brot aus dem Frühstücksbeutel und füllten ihn mit dieser „Heilerde“.  Als nächstes fuhren wir durch den Botanic Garden. Dort wurde bei einem Hurrikan im Jahre 1979 ein Bus unter einem Baum begraben. Zum Glück war der Bus leer, und niemand kam zu Schaden. Danach fuhr Peter uns wieder zum Dinghisteg. Es war ein wirklich toller Tag. Während ich das Abendessen kochte, seifte sich John von oben bis unten mit der Heilerde ein, verbannt ins Beiboot. Ob es wirklich was brachte glauben wir zu bezweifeln, aber es sah zumindest lustig aus.



























Am nächsten Morgen verließen wir Roseau um 9:15 Uhr und segelten ca. 18 sm nach Portsmouth. Bei Fallwinden mit bis zu 40 kn hatten wir eine ziemlich schwere Zeit. Entweder war Windstille oder sehr wenig Wind, und dann rannte plötzlich eine Böe übers Wasser mit 32-40 kn, da war Konzentration gefordert. Um in die Prince Ruppert Bay zu gelangen, mussten wir gegen den Wind und die Strömung anfahren. Endlich am Ankerplatz angekommen, ankerten wir in 6 m Wassertiefe auf Sand. Da es immer noch sehr heftig blies, entschieden wir uns, erst am nächsten Tag an Land zu gehen, um zu sehen, ob der Anker hält. Am Sonntag fuhren wir dann an Land, um Brot zu holen, und uns den Ort anzuschauen. Portsmouth ist sehr viel kleiner als Roseau. Wir liefen die Straße entlang, um uns die bunten Hütten anzuschauen. Wir liefen am Strand entlang und kamen dann an der Abzweigung zum Cabrits Nationalpark und Fort Shirley vorbei. Da es nicht so weit zu sein schien, liefen wir einfach weiter. Bei den Trafalgar Falls hatten wir uns schon einen „Sitepass“ für eine Woche für 12 USD gekauft, und somit kostete es uns keinen extra Eintritt, uns den Park und das Fort anzuschauen. Auf dem Rückweg sammelten wir auch noch ein paar Mangos ein, die wir dann in unserem Abendessen verarbeiteten.















Am Montag schauten wir uns nur die andere Seite des Ortes an und liefen bis zur Bank, die kurz nach der Brücke über den Indian River liegt. Am Dienstag packten wir dann unseren Rucksack mit Wasser und Sandwiches und machten uns auf, einen Trail durch den Regenwald zu erkunden, der uns auf eine Anhöhe führte, von der aus man einen tollen Blick auf die Prince Rupert Bay hat. Da Dominica eine der regenreichsten Inseln ist, wurden wir natürlich von einem Regenschauer überrascht. Aber da es hier ja sehr warm ist, trockneten wir genauso schnell wieder. Die Vegetation im Regenwald ist atemberaubend und natürlich nicht mit der in Europa zu vergleichen. Aber man muss aufpassen, dass man sich nicht zu weit vom Weg wegbewegt, da man sehr schnell die Orientierung verlieren kann. Insgesamt waren wir 4 h unterwegs und dementsprechend müde, als wir wieder auf unserer Chevaldy waren.















Am Mittwoch fing dann schon nachts ein heftiger Sturm an, der den ganzen Tag anhielt. Es gab Böen mit bis zu 47 Knoten (9 Beaufort), fotografiert haben wir immerhin 43 Knoten.


Da wir sahen, dass einige Boote auf Drift gingen, trauten wir uns nicht, Chevaldy unbeaufsichtigt zu lassen, und blieben deshalb an Bord und lasen und schrieben an unserem Blog. Wir beobachteten ein französisches Boot „Le Loup“ bei unzähligen Ankermanövern, da der Anker nicht zu halten schien. Bei einem Ankermanöver kippte ihr Dinghi samt Außenbordmotor um. Zum Glück konnten sie das Beiboot wieder umdrehen. Wir hätten ja gerne geholfen, aber mit unserem 4 PS Außenbordmotor, hatten wir bei diesem Sturm keine Chance. Am nächsten Tag ließ der Sturm etwas nach, und John fuhr mit unserem Beiboot zu „Le Loup“ um zu fragen, ob er helfen kann. Sie haben sich sehr gefreut und darum gebeten, sie mitsamt dem Außenborder an Land zu fahren, damit er repariert werden kann (Seewasser ist Gift für die Elektronik). Kein Problem, John holte mich und meinen Laptop ab, bevor er dann Laurie abholte, die auch ihren Laptop eingepackt hatte. John ließ uns an der Pier heraus und holte dann Joss mitsamt seinem Außenborder ab. Während die zwei Männer zur Werkstatt liefen, gingen wir zwei Frauen zum Internetsurfen. Danach luden uns die zwei zum Essen auf ihr Boot ein. Am nächsten Morgen liefen wir zum Ausklarieren zum Zoll Büro, gut 2 km außerhalb des Ortes. Als wir wieder zurück waren, sahen wir, dass „Le Loup“ auf Drift war. Nach Pfeifen und viel Geschrei, wurden die Boatboys auf uns aufmerksam, und holten das Boot mit ihren starken Außenbordmotoren wieder zurück, und machten es an einer Boje fest. Zum Glück ist nichts passiert. Laurie und Joss hatten von alledem gar nichts mitbekommen, da sie auf einem „Hike“ unterwegs waren. Um 15 Uhr wurden wir dann von unserem Tourgide für den Indian River abgeholt. Er ruderte uns, vorbei an der Hütte aus der Sumpf-Szene aus „Fluch der Karibik 2“ bis zu einer Bar im Dschungel, wo man Rumpunsch trinken kann. 2,5 h später waren wir wieder auf unserer Chevaldy.









Gegen ca. 19 Uhr kamen Laurie und Joss zu uns aufs Boot und wollten wissen, was passiert war. Wir erzählten ihnen die Geschichte. Sie waren sehr geschockt und dankbar, dass ihrem Boot nichts passiert ist. Wir tranken einen Portwein und Rum und machten etwas Musik. Danach fühlten sich die Beiden etwas besser und gingen um ca. 22:30 Uhr dann wieder zurück zu ihrer Le Loup. Am Sonntag, den 08.03.2015 war das erste gute Wetterfenster seit über einer Woche. Wir nutzten unsere Chance und setzten Segel Richtung Iles Les Saintes, die zu Guadeloup gehören.
Bis zum nächsten Mal……

 


19.01.2015 bis 19.02.2015


Mittlerweile sind wir nun schon über einen Monat hier in der Ankerbucht von Sainte Anne. Aber da es ca. 3 Wochen gedauert hatte, bis wir endlich das Gefühl hatten „angekommen“ zu sein, ist die gefühlte Zeit gar nicht so lang. Aber das Gefühl, in der Karibik zu sein, hat sich noch nicht eingestellt. Das liegt aber daran, dass Martinique eben extrem „französisch“ ist und natürlich auch sehr europäisch. Man bekommt alles und auch die Landschaft kommt einem an bestimmten Orten vor wie auf der Schwäbischen Alb. Bei uns gibt es immer was zu werkeln und wir fahren ca. 2-3 Mal die Woche mit dem Bus nach Le Marin, um irgendwelche Ersatzteil zu kaufen. Sonst verbringen wir die Zeit mit Lesen, Schwimmen oder mit Freunden.


Am 11.02.15 unternahmen wir eine längere Wanderung mit unseren Freunden Inga und Vassil. Los ging es um 9 Uhr an der Dinghi Pier. Danach liefen wir auf der Straße Richtung Le Marin und bogen dann bei der Mühle rechts ab in Richtung Ostküste. Wir kamen an einer Melonenplantage vorbei. Und weiter ging es zum Strand. Dort fanden wir dann auch das angespülte Seegras, das unserem Ruder so viele Probleme bereitet hatte. Am Strand gab es viele Kokosnusspalmen. Vassil und John versuchten, einen Stamm hochzuklettern, leider ohne  Erfolg. Danach liefen wir durch die „Savane des Pétrifications“. Zu unserem Gesamtbild fehlten nur noch die Aasgeier auf den Kakteen. Danach ging es zum „Point de Salines“ und dann am Strand an der Westküste entlang zurück nach Sainte Anne. Auf dem Rückweg wollten wir zu einer Melonenfarm gehen, die auch Melonen verkauft. Als wir endlich das Schild mit den Melonen sahen und rechts abbogen, war es schon 13:30 Uhr. Zu unserem Verdruss ging der Weg die ganze Zeit bergauf. Oben angekommen, hielten wir ein Fahrzeug an und fragten den Fahrer nach dem Weg. Er nahm uns dann bis zur Melonenfarm mit. Jedoch waren wir so spät dran, dass sie uns nur noch zwei Melonen verkaufen wollten. Wenigsten das. Zu unserer Freude nahm uns der Fahrer auch noch bis Sainte Anne mit, was für unsere geschundenen Füße eine Erholung war. Es war ein richtig erlebnisreicher Tag.























Am Freitag fuhren wir mit dem Beiboot nach Le Marin. Da unser Außenbordmotor immer wieder Probleme machte, wollten wir schauen, ob es nur daran lag, dass wir keine längeren Strecken mit ihm fahren. Einfache Strecke nach Le Marin sind 2,6 sm. Wir haben dann auch gleich noch Benzin für den Außenbordmotor im Kanister getankt und haben dann an der Pier beim Leaderprice festgemacht. Jetzt konnten wir auch schwerere Sachen einkaufen, da man mit dem Einkaufswagen bis zur Pier fahren kann. Auf dem Rückweg streikte dann der Motor, wir mussten zurückrudern. Der Vergaser musste als nächstes gereinigt werden. Jetzt funktioniert er wieder einwandfrei. Wir haben uns auch überlegt, ob wir im Secondhandladen eine Windfahnensteuerung einen Windpilot Pacific kaufen sollen. Aber dazu sind so viele Umbauten nötig, dass wir dieses Unternehmen erst einmal verschoben haben, da wir sonst nie aus Martinique herauskommen. Als nächstes haben wir noch eine Halterung für unser Beiboot angebracht, damit wir es an der Seite hochziehen können. Auf den anderen Inseln der Karibik ist die Kriminalitätsrate etwas höher als auf Martinique und deshalb ist es angebracht, sein Beiboot nachts dadurch zu sichern, dass es aus dem Wasser gehoben und mit einer Kette am Boot festgemacht wird.


Vom 15. bis 18. Februar war hier dann auch noch Karneval. Da Sainte Anne nur ein kleiner Ort ist, war der Umzug dementsprechend klein, aber die Leute hatten viel Spaß, vor allem die Kinder.






















Als wir dann soweit mit allem fertig waren, machte uns dann auch noch das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Ein Starkwindtief über den kleinen Antillen. Wir beschlossen erst einmal hier in der sicheren Bucht zu bleiben, bevor wir dann zum Verproviantieren und Dieseltanken nach Le Marin zum Ankern fahren. Aber um eine Woche mehr oder weniger kommt es nicht an, noch haben wir genügend Zeit. Außerdem ist Sainte Anne seit Pollensa/Mallorca und Arrecife/Lanzarote der dritte Ort, an dem wir uns richtig wohl fühlen. Als nächstes Ziel haben wir uns dann Marie Galant/Guadeloupe herausgesucht, das ja auch zu Frankreich und der EU gehört. Danach wollen wir eventuell bis nach St. Martin hoch, was aber noch nicht sicher ist. 




17.12.2014 bis 18.01.15

Nach 26 Tagen, 5h und ca. 3000 sm haben wir es endlich geschafft. Unsere Chevaldy liegt jetzt in der Saint Anne Bucht auf Martinique vor Anker. Als wir die Leinen am 17. Dezember um ca. 11 Uhr loswarfen, wussten wir noch nicht, was uns alles erwartete.

Ich ging ziemlich blauäugig an die ganze Sache heran, da man sich ja nur auf das, was man aus Büchern kennt, verlassen kann. Meine Illusion war, dass wenn man erst einmal die Kanaren erreicht hat, das Wetter beständiger wird, man sich den Zeitpunkt der Abreise relativ selbst bestimmen kann, dass es ab den Kanaren so warm ist, dass man keine warme Kleidung mehr braucht, das Wasser so warm ist, dass man ohne Probleme jeden Morgen eine Salzwasserdusche nehmen kann (schließlich heißt es „Barfußroute“) und last but not least, sobald man die Kap Verden erreicht hat, und nach Westen abdreht, ein beständiger Passat von Achtern weht, man die Genua ausbaumt, das Groß hisst und man schönstes Passatsegeln hat, bei dem man das Segeln relaxt genießen kann.

Leider wich die Realität gnadenlos von der Illusion ab. Einen Absprungzeitpunkt zu finden, war gar nicht so einfach, da man einen Zeitraum finden musste, in dem es mindestens 4-5 Tage guten Wind und gutes Wetter herrscht. Aber auch diese Wettervorhersagen halten nicht immer, was sie versprechen.

Als wir am 17. ablegten, hätte eigentlich ein moderater Wind von 4-5 Beaufort wehen sollen. In der ersten Nacht, legte der Wind gleich mal auf 7 Beaufort zu, was für den Anfang sehr unangenehm war, da damit die Seekrankheit vorprogrammiert wurde. Außerdem war es sehr kalt und es gab immer wieder Regenschauer. Für die nächsten paar Tage hatten wir hohe Wellen und ca. 5-6 Beaufort Wind. Am 21. Dezember um ca. 1 Uhr morgens konnte unser Autopilot, Mr. Zulu, den Kurs nicht mehr halten. Im ersten Moment dachten wir, dass das Ruderblatt gebrochen ist. John hatte in der Achterkabine Bretter gelagert und baute daraus ein Notruder. 2 h später blieb Chevaldy auf Kurs, wenn kein zu hoher Ruderdruck herrschte. Erst bei Tageslicht erkannten wir das Problem, der Keilriemen, der das Steuerrad mit dem Autopiloten verbindet, rutsche ab und zu durch, deshalb konnte Mr. Zulu den Kurs nicht halten. Also Steuerrad abbauen, Keilriemen wechseln und Rad wieder anschrauben. Jetzt funktionierte alles wieder einwandfrei. Am 22. Dezember war der erste Tag, an dem wir etwas kochen konnten. Reis mit Gemüse und Fleischbällchen. Sonst war die Gefahr immer zu groß, sich zu verbrühen oder zu verbrennen, da das Schiff in den Wellen zu sehr schaukelt. Wir sahen viele Zwergdelfine, eine Riesenschildkröte, einen einsamen Vogel und eine Walfamilie. Schiffe sahen wir sehr selten. Falls wir mal eines sahen, funkten wir es an, um den neuesten Wetterbericht zu erfahren. Am 27. Und 28. Dezember hatten wir sehr wenig Wind und wir dümpelten vor uns hin. Ab 29. Dezember gab es dann wieder Wind aus NO. Die Wellen gingen somit Richtung SW. Da wir aber nach Westen wollten, kamen die Wellen von der Seite. Das machte das Segeln sehr unangenehm. Chev legte sich ein paar Mal auf die Seite. Bis jetzt war es immer noch sehr kühl und immer noch war die Barfußroute nicht in Sicht. Der Wind nahm auch stetig zu, und in der Nacht machten uns die Squalls das Leben schwer. Die Wellen türmten sich dann zu Bergen auf. Wir hatten schon 48 h Wind mit Beaufort 7-8. Wir dachten, dass der Wind irgendwann einmal schwächer werden würde, aber er schwächte sich nur auf ein 6-7 Beaufort ab. Insgesamt über 100 h Starkwind. Die Wellen waren total konfus und kamen von allen Seiten. Am 01.01.2015 konnten wir den Kurs nicht halten. Das Ruderblatt drehte sich nur in eine Richtung. Wir hatten Angst, dass wir das Ruder verlieren. Je nachdem, wie das Ruder mit dem Boot verbunden ist, kann das bedeuten, dass Wasser nach dem Bruch eindringen kann. Für alle Fälle, hatten wir schon unsere „Nottasche gepackt“. Alle Papiere und wichtige Unterlagen, Satellitentelefon etc. in einer Wasserdichten Tasche. Als der Wind am 03.01.2015 etwas nachließ, und die Wellen nicht mehr ganz so hoch waren, entschloss sich John, angebunden an ein Seil, ins Wasser zu gehen, um herauszufinden, was los ist. Das Ruder war nicht locker, sondern es hatte sich so viel Seegras um das Ruder gewickelt, dass es sich nicht mehr bewegen ließ. Er befreite das Ruder und siehe da, wir konnten wieder steuern. Am 04.01.2015 war der erste Relaxtag mit beständigem leichtem Wind. Überall konnten wir auch Teppiche von Seegras sehen. In der Nacht gab es dann ein Sturm mit Winden über 40 Knoten. Auch am nächsten Tag wurde es noch nicht besser. Erst am 06.01.15 reduzierte sich der Wind auf 20-25 Knoten. Fliegende Fische gab es überall, morgens riecht man sie dann, bevor man sie sieht. Einer ist direkt in John Gesicht gelandet und einer sogar in der Kombüse. In der Nacht zum 7.01.2015 hatten wir Probleme, unsere Genua einzurollen. John musste sie letztendlich von Hand einrollen. Am Abend des 08.01.15 konnten wir die Genua gar nicht mehr einrollen, auch nicht von Hand. Die Muttern der Bolzen hatten sich gelöst. Wahrscheinlich hatten die Rigger die Muttern gewaltsam gelöst, als sie den Draht im Vorstag wechselten, und das Gewinde kaputt gemacht. Mit dem Druck auf das Vorsegel und das unvermeidliche Schlagen bei Wind- oder Richtungswechsel führte dann dazu, dass sich die Muttern verabschiedeten. Jetzt konnten wir nur noch die Genua ganz herunterholen, da die Segelfläche für die Squalls sonst viel zu groß wäre. Wir holten unsere Sturmfock aus der Vorschiffskabine, die wir dann am Kutterstag hochziehen wollten. Aber durch Übermüdung, Frustration und hohe Wellen, fiel uns die neue Sturmfock über Bord und verschwand in den Tiefen des Atlantiks. Für diesen Tag hatten wir genug. Wir machten den Motor an, schalteten das AIS ein, und legten uns schlafen. Am nächsten Morgen räumten wir dann die gesamte Vorschiffskabine aus, um an die alte Sturmfock zu kommen, damit wir wenigstens etwas Antrieb hatten. Von da an setzten wir tagsüber das Groß im 2. Reff und die Sturmfock. Abends holten wir das Groß herunter und ließen die Sturmfock stehen. Zur Unterstützung ließen wir den Motor auf geringer Drehzahl mitlaufen. Am 12.01.15 um 4 Uhr morgens hörten wir dann ein anhaltendes Pfeifen. Der Motor überhitzte. Wir schalteten ihn sofort aus und füllten Öl nach, wechselten den Impeller und den Wasserschlauch der Kühlanlage, da er einen Knick hatte. Wir setzten dann das Groß, obwohl wir 30 Knoten Wind hatten, aber wir waren schon kurz vor Martinique und wollten irgendwann auch Mal ankommen, bevor noch mehr passiert. Erst kurz vor der Bucht Sainte Anne schalteten wir den Motor wieder an, um zu ankern. Um ca. 12 Uhr Ortszeit fiel der Anker auf sandigen Grund. Wir hatten es geschafft. Wir funkten Inga und Vasill von der Olgalou an, die auch in der Sainte Anne bucht liegen. Sie kamen gleich herüber und gaben uns viele Tipps. Sie fuhren mich auch mit dem Beiboot an Land, und Inga ging mit mir zum Einklarieren, das hier wirklich sehr einfach ist. Erst am nächsten Morgen pumpten wir unser Beiboot auf. Zum Glück sprang der Motor gleich an. Am Mittwoch fuhren wir dann mit dem Bus nach Le Marin. Wir liefen durch die Marina und sahen Richard, Pippy und Amanda von der Matelot. Auch sie hatten sich die Atlantiküberquerung nicht so schlimm vorgestellt.  Sie liegen vor der Marina vor Anker. Sie erzählten uns, dass die Türkin Delek von der Atlantik Crossing Groupe (wir lernten sie in Arrecife kennen) ca. 150 sm SW von den Kap Verden abgeborgen werden musste. Sie hatte einen Unfall und dabei ihr Ruder verloren. Delek war Einhand unterwegs. In der Marina trafen wir Peter und Kathrin von der Florentine, die mit der Atlantik Odyssey den Atlantik überquerten. Auch sie hatten nur schlechtes Wetter. Sie erzählten uns, dass Jürgen, den wir von Arrecife und Las Palmas her kannten, ca. 100 sm vor den Kap Verden wegen Ruderproblemen abgeborgen werden musste. Auch er war Einhand unterwegs. Da wurde uns erst bewusst, wie viel Glück wir hatten. Es ist immer schlimmer dies zu hören, wenn man die Menschen persönlich kennt. Man trauert mit ihnen. Danach trafen wir Inga und Vasill und deren Freund Marek und sie zeigten uns, wo man gut und preiswert einkaufen kann. Am Donnerstag war dann Waschtag. In einem der Hotels gibt es 6 Waschmaschinen und 3 Trockner, die auch von den Seglern benutzt werden dürfen. Für 11 € konnten wir unsere Wäsche waschen und trocknen. Das karibische Feeling hat sich bis jetzt jedoch noch nicht eingestellt. Wir müssen jetzt erst einmal runterkommen und uns erholen, dann müssen wir überlegen, wo wir welche Reparaturen erledigen lassen. Aber da wir entschieden haben, ein Jahr in der Karibik zu verbringen, haben wir ja noch viel Zeit.

Die Atlantiküberquerung war eine Herausforderung in jeglicher Hinsicht. Banale Dinge wie Kochen und auf die Toilette gehen, wurden zu einem täglichen Kampf mit den Wellen. Sogar im Schlaf wurde man hin und hergeworfen. Dazu kam Schlafmangel, Angst und die Ungewissheit, was als nächstes passieren wird. Werden wir es schaffen????Und wir haben es geschafft!!!!!

Mit Schweiß und Tränen jeden Zweifel

mühsam weggewischt.

Mit Erfolgserlebnis Körper und Seele

neu erfrischt.

Der oben auf dem Treppchen steht ist,

der der sehr weit fliegt.

Was wirklich bei der Leistung zählt,

ist der innere Sieg.

(anonym)











































03.01.15 Position014°15'N 044°07'W, noch 989 sm.

31.12.14 Position 014°30'N 037°56'W, Kurs 280 Grad. Noch 1350 sm. Starker Wind.

28.12.14 Position 014°53'N 031°32'W, Kurs 291 Grad West. Noch 1700 sm. Sonne scheint, fliegende Fische

25.12.14 Position 016°49'N 026°24'W, Kurs 229 Grad für 120 sm, dann Kurs 270 West. 
900 sm geschafft, noch 2050 sm vor uns.

23.12.14 Position 020°41'N 022°26'W um 12 Uhr. Noch 2350 sm.

19.12.14 Position 024°54'N 018°15'W. Sonne scheint.


17.12.14 Aufbruch zur Atlantiküberquerung

25.11.14 bis 16.12.14

Um 9:15 Uhr verließen wir die Marina Lanzarote in Arrecife, um die 115 sm bis nach Las Palmas/Gran Canaria zu segeln. Das Wetter war am Anfang wirklich gut, und wir brachten die 16 sm bis zum Estrecho de la Bocayna schnell hinter uns. In der Meerenge zwischen Lanzarote und Fuerteventura legte der Wind noch ein paar Knoten zu, und wir rauschten mit bis zu 6,6 kn durch die Öffnung. Da wir nun schon 3 Monate in Lanzarote verbracht hatten, wurden wir zwischenzeitlich zu Landratten. Meine Seebeine waren nicht mehr existent und ich wurde zum 1. Mal Seekrank. Eine ganz neue Erfahrung. Ich musste mich jedes Mal übergeben, sobald ich mich bewegte. Am Ende lag ich im Cockpit auf der Bank und John musste die meiste Zeit Wache schieben. Dazu kam noch, dass der Wind sehr viel stärker wehte, als vorhergesagt, und somit auch die Wellen höher waren, als gedacht. Zusätzlich kamen die Wellen auch noch von der Seite, was alles nicht sehr zu meinem Wohlbefinden beitrug. In der Nacht wurde es auch noch empfindlich kalt. Aber für uns war es sehr lehrreich für unsere anstehende Atlantiküberquerung.  Ich brauche Tropfen gegen die Seekrankheit und wir brauchen sehr warme Kleidung, zumindest für den Anfang der Reise. Aber vor allem hat uns Chevaldy mal wieder gezeigt, dass man sich auf sie verlassen kann, und das ist das Wichtigste, Vertrauen in sein Boot zu haben.

Am 26.11.14 um 12 Uhr erreichten wir die Marina in Las Palmas. Es dauerte jedoch mindesten 30 min, bis sie uns einen Platz zuweisen konnten. Dann dauerte es noch einmal eine Stunde um einzuchecken. Man kam sich vor wie im Rathaus, man musste eine Nummer ziehen und warten, bis die Nummer angezeigt wurde. Aber jetzt sind wir hier. Während John seinen verdienten Schlaf nachholte, kochte ich uns einen Eintopf, den wir dann gierig verschlangen. Ich hatten fast 27 h nichts gegessen und kaum was getrunken. Danach ging es mir wesentlich besser, und wir liefen zum Supermarkt Hiperdino, nicht weit von der Marina entfernt, und kauften Brot, Zucker und Zimt. Mit unserem alten Brot möchte ich einen Ofenschlupfer im Schnellkochtopf probieren. Miles hatte uns am Abend vor der Abfahrt einen mit Rosinen gemacht und der war echt lecker.
Richard und Pippy von der Matelot, die wir von Arrecife her kennen, sind seit Dienstag auch in Las Palmas. Am Samstag verbrachten wir 3 h auf ihrem Boot. Schließlich hatten wir uns ja mindestens zwei Wochen nicht gesehen. Am Sonntag um 15 Uhr gab es dann auch noch eine Musik-Session auf der Matelot mit anderen Mitgliedern der Atlantic-crossing-groupe. Wir gingen jedoch recht bald, da wir ja am nächsten Morgen zu unserer großen Reise aufbrechen wollten und noch einiges zu erledigen hatten.
Am Montag, den 1. Dezember um 8:30 Uhr verließen wir die Marina in Las Palmas und setzten Kurs Südwest. Wir kamen gut voran mit achterlichem Wind aus Nordwest. Wir erreichten ein Etmal (zurückgelegte Seemeilen in 24 Stunden) von 122 sm. Um ca. 11:45 Uhr hörte ich ein komisches Greäusch, das ich zuerst nicht identifizieren konnte. Ich sagte es zu John, der daraufhin auf das Vorschiff ging, um sich das genauer anzusehen und anzuhören. Er konnte jedoch nichts ungewöhnliches finden. Kurz darauf ging er nach unten, um sich hinzulegen. Da hörte er das Geräusch auch. Er kam wieder nach oben, um noch eine Runde zu drehen, und noch alles genauer in Augenschein zu nehmen. Als Chevaldy über eine Welle rauschte und John sich festhalten musste, hielt er sich an der Unterwante auf der Steuerbordseite fest, bei der genau in diesem Moment der nächste Draht brach. Daraufhin musste alles schnell gehen. Wir sicherten die Wante mit unserem Kutterstag, rollten die Genua ein und drehten Chevaldy in den Wind, um das Großsegel herunterzuholen. Erst dann ließen wir uns Zeit, um zu überlegen, was wir nun als nächstes tun werden. Es war unmöglich, das Groß zu setzten, die Kräfte wären zu groß. Auch die Genua auf der Backbordseite zu setzten wäre unmöglich. Also entschieden wir uns umzukehren, und die 135 sm bis zur Marina unter Motor zurückzulegen. Da wir Wind und Wellen gegen uns hatten, kamen wir am Anfang nur sehr langsam voran. Als wir ca. 40 sm zurückgelegt hatten, kam der Wind aus einer günstigeren Richtung und wir wurden etwas schneller. Kurz darauf legte aber auch der Wind zu und wehte nun mit 6-7 Beaufort. Dadurch wurden auch die Wellen höher. Jetzt wurde Chevaldy richtig unters Wasser gedrückt. John hatte Angst, dass der Mast jetzt doch herunterkommt. Er rief mich, damit ich Satellitentelefon und Metallsäge bereitlegen konnte, für den Fall der Fälle, dass der Mast herunterkommt und wir dann die Drähte abschneiden müssen, damit er kein Loch in Chevaldy schlägt. John hatte schon den Bolzenschneider aus der Backskiste geholt. Es lief aber alles gut. Der Wind kam sogar noch aus der westlichen Richtung und wir konnten die Genua ein Stück auf der Steuerbordseite ausrollen. Jetzte hatten wir sogar eine Geschwindigkeit von über 5 Knoten. Um 23 Uhr Mittwochnacht erreichten wir die Marina in Las Palmas. Da es sich hier um keine private Marina handelt, wird nicht 24/7 gearbeitet, sondern nur von 7-19 Uhr. Der Wartesteg an der Tankstelle war schon voll, mehrer Boote lagen im Päckchen. Da wir aber sehr müde und hungrig waren, suchten wir uns hinten in der Marina einen freien Platz und machten dort fest. Am nächsten Morgen riefen wir dann die Marineros und verholten zur Tankstelle. Sie sagten sie würden in einer Stunde wieder kommen, um uns einen freien Platz zu zeigen. 2,5 Stunden später waren sie immer noch nicht wieder zurück und wir blockierten zwischenzeitlich die Tankstelle. Wir riefen sie über Funk noch einmal an und ca. eine halbe Stunde später, nachdem ich sie dann noch einmal angefunkt hatte, kamen sie, um uns in unseren Platz einzuweisen. Diesesmal liegen wir fast an der Wand. Die Gasse zwischen den Booten ist so eng, dass sie uns mit dem Schlauchboot sozusagen hineindrücken mussten. Wir liefen dann gleich zum Service, um einen Termin für Freitag Morgen auszumachen, um unser Rigg ausmessen zu lassen, damit wir ein Angebot erhalten können, was es kosten würde, das gesamte Rigg zu erneuern. Er wollte uns das Angebot mittags vorbeibringen, was natürlich nicht passierte. Hier gehen die Uhren um einiges langsamer und man muss sich sehr in Geduld üben.
Am Samstag war der Eintritt in das Christopher Columbus Museum frei, und somit machten wir einen auf „Kultur“. Immerhin wandeln wir ja auf Columbuses Pfaden. Er legte auch einen Stop in Las Palmas ein. Das Museum war sehr interresant. Danach liefen wir noch eine Runde über den „Weihnachtsmarkt“ vor der Kathedrale und hofften, dass sich so etwas wie eine „vorweihnachtliche Stimmung“ einstellt, was jedoch nicht passierte. Glühwein gab es bei 25°C natürlich auch keinen. Danach liefen wir durch die Markthalle und kauften uns ein frisches Baguette, Wurst und Käse und machten uns ein Sandwich. Danach ging es an der Uferpromenade wieder zurück.
Sonntag stand unter dem Stern der „Arbeit“. Wir hatten Wasser in unserem Vorschiff bemerkt und mussten nun erforschen, woher es kam. Also Vorschiffskabine ausräumen, Decken- und Wandverkleidung abbauen und dann mit dem Schlauch Wasser darüber laufen lassen. Es gab einige kleinere Löcher, die John dann mit Epoxyharz zuspachtelte. Das meiste Wasser kam aber durch den Entlüfter im Fenster. Wir hatten ihn nicht richtig zugemacht. Aber Gefahr erkannt und Gefahr gebannt. Immerhin müssen wir jetzt hoffentlich kein Wasser mehr aus der Bilge schöpfen. Abends gingen wir dann noch eine Runde spazieren und trafen unterwegs auf Matthias und Katja und deren Besuch und auf Jürgen, den wir schon aus Arrecife kannten. Wir verbrachten dann noch einen netten Abend auf der Pappilon.
Am Montag liefen wir zum Strand auf der westlichen Seite von Las Palmas. Wenn man dort auf der Promenade Richtung Norden läuft, kommt man zu einer Ausstellung mit lauter Weihnachtsfiguren aus Sand. Das haben wir uns angeschaut und sind dann am Strand wieder ein Stückchen zurückgelaufen. Obwohl am Montag Feiertag war, waren auf dieser Seite von Las Palmas alle Läden geöffnet und es war einiges los.
Am Dienstagmorgen konnten wir endlich das Angebot in Empfang nehmen. Es wird zwar nicht billig werden, aber unsere Sicherheit geht vor, und somit gaben wir den Auftrag, das gesamte stehende Gut zu erneuern. Am Mittwoch kamen dann Domingo (der Rigger) und sein Mitarbeiter für ca. 1h vorbei, um die Unterwante auf der Backbordseite abzumontieren. Am Donnerstag kamen die zwei dann schon kurz vor 9 Uhr. Sie entfernten die Oberwante und die Saling auf der Backbordseite und gingen wieder. Ca. 3 Stunden später kamen sie dann mit den neuen Ober- und Unterwanten und montierten diese dann auf beiden Seiten. Danach nahmen sie unsere Vorsegel-Rollreffanlage mit, um den neuen Draht dort einzuziehen. Am Freitagnachmittag kamen sie dann mit der Rollreffanlage zurück, montierten diese und nahmen dann das Achterstag mit. Dieses wir erst am Montag montiert.
Da wir also vor frühestens Dienstag nicht weiter können, entschieden wir uns, am Sonntag mit dem Bus nach Maspalomas zu fahren. Am Wochenende kostet die Hin- und Rückfahrt nur 8 € pro Person. Dort gibt es die „Dunas de Maspalomas“ (Wanderdünen) zu bewundern. Der Bus fuhr auf der Schnellstraße an der Küste entlang, was sehr interessant war. Man hatte auch einen tollen Blick auf die Berge. Wir liefen zum Leuchtturm „Faro“, der den südlichsten Punkt von Europa markiert. Danach ging es dann am Strand zu den Dünen. Insgesamt waren wir nur 4 h unterwegs, es kam uns aber viel viel länger vor.
Am Montag wurden sie endlich mit dem Rigg fertig. Sie kamen um 9 Uhr und um 10 Uhr waren sie schon wieder verschwunden. Sie haben das Achterstag montiert und dann die Wanten eingestellt. Danach wollten wir unsere Genua wieder auf die Rollreffanlage ziehen. Dazu muss man die Genua einfädeln. Als wir sie schon zur Hälfte oben hatte, riss das Kabel, das dort eingenäht war. Normalerweise wird eine Art Gummiseil verwendet und kein Kabel. Wir liefen mit der Genua zum Segelmacher. Der wollte 170 € dafür, dass er ein Stück mit eingenähtem Gummiseil annäht. Und vor Donnerstag und Freitag hätte er eh keine Zeit. Was wahrscheinlich wieder bedeutet, dass es vor nächster Woche nicht fertig wird. Wir nahmen unser Segel wieder mit und führten eine Art Plastilkabel an der Seite ein. Oben und unten haben wir es dann mit Superkleber eingeklebt. Dann haben wir die Genua eingefädelt. Es ging ohne Probleme.
So wie es aussieht, soll das Wetter ab Samstag beständiger werden. Also haben wir mal bis Samstag bezahlt und hoffen, dass es dann endlich losgehen kann. Dann verbringen wir Weihnachten und Silvester auf hoher See. In diesem Sinne wünschen wir allen

Ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2015. Feliz Navidad und Merry Christmas. Bis im Neuen Jahr. Eure Chevaldy Crew.

Ausstellung im Hiperdino

Grippe

Die gerissene Unterwante

Columbusausstellung

Marina Las Palmas

Die Rigger

Dünen von Maspalomas

Faro Leuchtturm in Maspalomas

Naturschutzgebiet Maspalomas



Ausstellung Sandgebilde der Weihnachtsgeschichte

John in Maspalomas

John in Maspalomas

John beim Leuchtturm

Strand von Maspalomas

Hohe Palmen

Las Palmas

Alte Stadt in Las Palmas

Merry Christmas

Frohe Weihnachten

Feliz Navidad

Teich in Maspalomas

Arbeiten in der Vorschiffkabine

Vorschiffkabine

Weihnachtsmarkt in Las Palmas



Merry Christmas


09.11.14.bis 23.11.14


Wie schnell es passieren kann, sein Boot fast zu verlieren, zeigt  eine Episode, die sich am Sonntag, den 9.11.14 um ca. 15 Uhr ereignet hat. Ein französischer Einhandsegler lief bei sehr starkem Wind in die Marina ein. Dabei übersah er fast das Riff, das sich am Ende der Marina befindet. Überall fingen Leute an zu schreien, um ihn darauf aufmerksam zu machen. Im letzten Moment riss er das Ruder herum, schätzte die Situation aber falsch ein und fuhr direkt auf einen Zweimaster zu, der an der letzten Pier festgemacht war. Die Mannschaft des Zweimasters schaffte es, das Boot abzufendern und zwei Marineros stiegen auf das Boot des Einhandseglers, der Mittlerweile so durch den Wind war, dass er nicht mehr denken konnte. Die zwei fuhren das Segelboot zum nächsten Steg und viele Segler halfen das Boot festzumachen. Eine Türkin aus unserer Atlantic Crossing Groupe beruhigte den armen Mann, der vor lauter Schock am ganzen Körper zitterte und fast nicht mehr stehen konnte, während der Rest der Helfer das Boot festmachten. Hätte er nicht so viele unterstützende Hände gehabt, hätte es sehr schlimm ausgehen können.

Das Riff

Das Boot des Franzosen

Von Montag, dem 10.11. bis Donnerstag, den 13.11. waren dann Seminare angesagt. Am ersten Tag ließen wir uns gleich unsere Bücher von Jimmy Cornell signieren. Vor allem haben wir aber viel gelernt und uns mit vielen ausgetauscht. Vor allem das medizinische Seminar und das Seminar über Vorwindsegeln waren sehr interessant. Auch sonst machten die Seminare viel Spaß. Es gab sogar eine extra Fragerunde nur für Frauen und eine Fragerunde auf Deutsch mit Klaus Hympendahl.


Jimmy Cornell und John

Beim Signieren unserer Bücher

John und ich

Jimmy Cornell schreibt mir eine Widmung auf Deutsch

Alle sind ganz Ohr

Die deutsche Fragerunde mit Klaus Hymphendahl

Am Donnerstag holte uns Leona um 18 Uhr ab. Sie hatte uns zum BBQ eingeladen, da ihre Mutter und ihre Tante zu Besuch da waren. Leona ist Irin und lebt seit 2,5 Jahren mit ihrer Familie auf Lanzarote in Tias. Wir haben viel gegessen und gesungen. Es war ein lustiger Abend.


 

Am Freitag hatte dann auch noch der Supermarkt Mercadona Eröffnung. Endlich konnten wir unsere dicken Chorizo (Salami) kaufen. Wir verwenden diese Wurst für Eintopf und als Fleischersatz, da man sie sehr lange aufheben kann, ohne dass sie schlecht wird. (Haben wir schon ausprobiert).

Am Samstag haben uns dann Alison und Miles zum Essen und Filmschauen eingeladen. Es war ein sehr netter Abend.


Wir trinken schon mal einen Aperitif

Am Sonntag um 11 Uhr liefen dann die Boote der Atlantic Odyssey Rally von Jimmy Cornell aus. Allerdings nur 28 der 34 Segelboote, da die anderen das Risiko, in einen Sturm zu geraten nicht auf sich nehmen wollten, da für Dienstag ein Sturmtief und südliche Winde vorhergesagt wurden. Sonst war es sehr aufregend, da sich die Emotionen der Rally-Teilnehmer auf alle anderen Übertrug. Ab 11 Uhr liefen die Boote nacheinander aus, um sich vor dem Fort zu formieren. Wir liefen dann zum Fort in Arrecife, von wo man einen tollen Blick auf die Teilnehmer hatte. Um 12 Uhr ging es dann los. Wir hoffen dass die Teilnehmer trotz des schlechten Wetters eine gute Überfahrt haben.


Hubschrauberübung am Samstag vor Rally-Start

Peter von der "Florentine"

Die Mannschaft der Sea Dragon (14 Frauen)

Sea Dragon

Boote der Atlantik Odyssey kurz vor dem Auslaufen

Sea Dragon läuft aus

Spinnacker und Parasailor

Der Start der Atlantik Odyssey Rally

Seit Dienstag regnet es hier ständig und es gibt meistens noch sehr starken Wind dazu. Am Donnerstag entschieden wir uns trotzdem, zum Lidl zu laufen, da wir ja darauf hofften, am Sonntag auslaufen zu können. Wir schafften es gerade noch, einen Einkaufswagen zu holen, als es auch schon losging. Sintflutartig kam der Regen herunter. Wir kauften 18 Flaschen 1,5l Mineralwasser, Eier, Käse, Marmelade etc. Als wir fertig waren, regnete es immer noch. Wir setzten uns ans Fenster und warteten, dass wir die 4 km Strecke mit schwerem Gepäck hinter uns bringen konnten. Wir beobachteten die Leute an der Kasse. Da sah John einen Mann, der einen Karton mit allem möglichen hatte und zusätzlich noch einen 6er Pack Milch. Er bot ihm unseren Einkaufswagen an, den der Mann gerne nahm. Als er mit Zahlen fertig war, fragte er, ob wir ein Auto hätten. Wir verneinten. Da bot er uns an, uns zur Marina zu fahren. Er fragte uns, ob er unser Boot anschauen könnte. Natürlich. Er war ganz begeistert. Er lud uns dann ein, mit ihm nach Hause zu kommen, es würde arabisches Essen geben. Wir nahmen diese Einladung gerne an. Hassan ist Marokkaner und hat 5 Kinder zwischen 2 und 20 Jahren. 4 Söhne und eine Tochter. Zum Essen waren dann auch noch sein Cousin und ein Nachbar da. Wir saßen auf Kissen auf dem Boden und aßen alle aus einem Topf. Eine ganz neue Erfahrung. Danach gab es dann auch noch Obst als Dessert. Ca. 3 Stunden später fuhr er uns wieder zurück zur Marina. 3 seiner Kinder kamen mit uns, da sie unbedingt auch das Boot sehen wollten. Das war wirklich ein sehr interessanter Nachmittag.


 

Die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind sehr schlecht. Somit üben wir uns in Geduld. Das Boot ist vorbereitet, Wasser aufgefüllt, Proviant gekauft. Am Dienstag werden wir nach Las Palmas auf Gran Canaria aufbrechen und dort abwarten, bis das Tief vorbeigezogen ist. Hoffentlich am Sonntag, den 30. November kann es losgehen. Ahoi bis in Martinique. 



Deshalb warten wir noch ab

Ich hab meinen "Handyman" an Bord

John hat das Boot von Muscheln befreit

 

Unsere Freunde in der Marina:


Alison und Miles

Pippy und Richard

John und Richard

Vilma und ich

John und Vilma

John und Eric

Bruno und Mercedes

13.10.14 bis 08.11.2014

Da unsere englischen Nachbarn Alison und Miles von der Artemis wie wir schon seit ein paar Wochen in der Marina liegen, hat sich eine richtige Freundschaft entwickelt. Wir verbringen manchen Abend miteinander und laden uns manchmal gegenseitig zum Essen ein. Wir gehen zusammen einkaufen oder zum Strand oder schauen uns gemeinsam einen Film an (die beiden haben doch tatsächlich einen Fernseher an Bord). Leider brechen die beiden am 20. November nach Fuerteventura und erst Ende Dezember zur Atlantiküberquerung auf. Wir werden die beiden sehr vermissen.


Alison und ich

John und Miles

Alison, Alan und ich beim Abendessen

John und Miles 

Als die Marina offiziell am 18. Oktober 2014 eröffnet wurde, gab es von 21 Uhr bis 23 Uhr Livemusik. Zusammen mit Diego, Michael, Miles und Alison, haben wir dieses Ereignis feuchtfröhlich auf unserer Chevaldy gefeiert.


Diego und Alison 

Ein Eröffnungskonzert

Vom 17.10. bis 24.10.2014 kamen uns dann unsere Freunde Annette, Jochen und Katrin besuchen. Zusammen fuhren wir nach Costa Teguise zum Baden und danach gingen wir gemeinsam in ein asiatisches Restaurant. Dort gab es ein „All you can eat“ Buffet zu sehr günstigem Preis. Nachdem John fertig war, wurden die Preise bestimmt erhöht . Am Mittwoch haben sie uns dann in ihre Ferienwohnung zum Baden im Pool und Abendessen eingeladen. Bevor sie dann am Freitag wieder abreisten, gab es noch Spaghetti Bolognese bei uns an Bord und wir tranken noch ein Bier in der Tapasbar. Insgesamt wieder eine sehr ereignisreiche Woche


John und Katrin beim Fischefüttern

John beim Baden

Costa Teguise

Annette und Katrin beim Kochen

Beim Abendessen

Annette, Katrin, Jochen und John

In der Tapasbar


Annette hat ihre Sonnenbrille unter dem Hut wiedergefunden

 

Diego ist mein ganz persönlicher Held. Als mir meine Brille ins Wasser fiel, versuchte John danach zu tauchen. Aber auf 8 m tauchen und suchen, dazu reichte die Luft nicht. Dann versuchte er mit Tauchflasche meine Brille zu finden. Unglücklicherweise war die Flasche nach dem 2. Atemzug leer, und John musste unverrichteter Dinge wieder auftauchen. Mit der Flasche in der Hand lief er zu Diego, da er wusste, dass Diego einen Kompressor an Bord hat, jedoch leider keinen passenden Anschluss. Diego aber sagte, dass das kein Problem wäre, da er ein „Fisch“ sei. Dann tauchte er ohne Flasche auf 8 m Tiefe und hielt beim zweiten Versuch meine Brille in der Hand. Da kann man nur wow sagen.


Diego beim Tauchen nach meiner Brille

Wir haben uns auch der Atlantik Crossing Groupe angeschlossen, von denen einige hier in Arrecife sind. Man tauscht sich untereinander aus, da es hier für die meisten die erste Atlantiküberquerung ist. Viele von denen spielen auch Instrumente und somit gibt es hin und wieder eine nette Session. Manchmal trifft man sich auch einfach nur in der Tapasbar und trinkt zusammen ein Bier oder Shandy (Radler).


 

Vom 10. bis 13. November kann man kostenlos an den Seminaren teilnehmen, die für die Teilnehmer der Atlantik Odyssee (Eine Rally für Familien und Fahrtenyachten von Jimmy Cornell) veranstaltet werden. Da haben wir uns doch gleich für die meisten Seminare angemeldet. Bestimmt lernen wir dort noch einige Tipps und Tricks kennen.

Jetzt läuft langsam der Countdown. Wenn das Wetter mitmacht, werden wir die Leinen  zwischen dem 20. Und 23. November 14 loslassen und uns auf den Weg nach Martinique machen. Über unser Satellitenhandy werden wir dann ca. alle 3-4 Tage Positionsmeldungen an meine Freundin Annette senden, die sie dann in unser Logbuch einstellt. Wer Lust hat, kann dann in Google Earth nachschauen, wo wir uns gerade befinden. Ab Süd0sten von Fuerteventura setzten wir einen SW-Kurs von 242°. Bis wir den 15. Breitengrad und den 40. Längengrad passieren. Dann legen wir einen Kurs von 270° an. Insgesamt sind es ca. 2950 sm ab Arrecife bis zur Ankerbucht Sainte Anne/Martinique. Bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von ca. 4-5 kn/h, rechnen wir mit ca. 25-30 Tagen für die Überquerung. Deshalb werden wir in der letzten Woche vor Abreise vor allem Wasser und Getränke bunkern und kurz vorher dann noch Obst und frisches Gemüse. Sonstige Lebensmittel wie Reis, Nudeln und Dosen haben wir genügend an Bord. 

Eindrücke

Blechboote aus Tonnen

Greenpeaceboot

Blauäugiger Hund

Kreuzfahrtschiff



Aida.blu

Marina Lanzarote

John

Die Gasflaschen brauchen eine neue Farbe

14.09.14 bis 12.10.14


In den letzten vier Wochen haben wir einiges rund ums Boot erledigt. John hat das Sika-Flex auf dem Teak Deck erneuert. Danach wurde das Teak abgeschliffen und Teak Öl aufgetragen, damit das Holz elastischer wird. Jetzt sieht unsere Chevaldy wieder richtig chic aus.



John beim Schleifen

Jetzt glänzt unser Teakdeck wieder

Des Weitern haben wir das laufende Gut erneuert (Leinen und Fallen) und Muscheln und Bewuchs am Unterwasserschiff entfernt. Es gibt immer was zu tun.

Sehr beeindruckend ist auch der Unterschied zwischen Ebbe und Flut hier im Atlantik. Im Mittelmeer nimmt man den Unterschied von ca. 50 cm kaum wahr, die 3 m hier kann man aber kaum ignorieren. Deshalb gibt es hier auch nur Schwimmstege, die mit der Tide herauf- und heruntergehen.


Ebbe

Flut

Abends machen wir dann manchmal Musik (John spielt Gitarre und singt und ich spiele die Tin Whistle dazu, wenn er irische Musik spielt) und meistens gesellen sich ein paar andere Leute dazu, bringen Bier und Wein. Ab und zu ist auch Diego da und begleitet John dann mit seiner Mundharmonika. Dann wird aber Rock ‘n Roll gespielt. Es macht immer sehr viel Spaß.


Diego

Am 26. September bekamen wir dann auch noch Besuch. Meine Mutter und mein Bruder haben sich in einem Aparthotel in Puerto del Carmen einquartiert. Am nächsten Tag sind John und ich mit dem Bus zum Flughafen gefahren, um dort meinen Bruder und meine Mutter zu treffen, die sich einen Mietwagen ausgeliehen hatten. Wir fuhren dann mit den beiden zur Marina, um ihnen zu zeigen, wo wir zurzeit leben. Nach einer Tasse Tee sind wir dann zusammen mit Gudrun, Wolfgang und Daniel bis zum Tapas Fest in der Nähe vom Grand Hotel gelaufen. Dort hat dann jede Vorspeise (Tapas) 1 € gekostet, auch jedes Getränk gab’s für 1 €. Es wurde dort auch noch Musik gemacht und die Insulaner tanzen zu den Rhythmen auf der Straße.


Tapasfest

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Zwischenstopp in einer Eisdiele.

Am nächsten Tag wurden wir dann gegen 13 Uhr abgeholt und wir fuhren mit meiner Mutter und meinem Bruder nach La Santa und von dort dann zum Centro de Visitantes. Dort wird alles über die Vulkane erklärt. Danach fuhren wir über Yaiza nach La Geria. Dieses Gebiet ist durch seinen traditionellen Weinbau gekennzeichnet. Wir hielten auch an einer Bodega an, um wenigsten einmal ein Glas dieses speziellen Weines zu kosten. Man kann wirklich den Vukanboden schmecken.



La Santa, meine Mutter, mein Bruder und ich

Weinberge

Danach ging es dann wieder zurück zum Boot. Am nächsten Tag wurden wir schon um kurz vor 11 Uhr abgeholt. Dieses Mal wollten wir den Süden der Insel in Angriff nehmen. Zuerst fuhren wir zu den Papagayo Stränden und danach nach Playa Blanca. In Playa Blanca liefen wir an der Promenade entlang und aßen eine Kleinigkeit in einem netten Restaurant. Danach nahmen wir ein Bad im Meer bei tollen 24 ° C. Als nächstes fuhren wir zu der grünen Lagune bei El Golfo. Wirklich ein einzigartiger Anblick.


Blick von oben auf Playa Blanca

Papagayo

John

John und ich

Ein kleines Päuschen

Playa Blanca

Nach dem Schwimmen

John Playa Blanca

Gerd und ich

El Golfo

El Golfo

El Golfo

John und ich

El Golfo

Gerd

Gerd und ich

Als krönenden Abschluss nahmen John und ich jeweils ein Bad im Appartement meines Bruders und meiner Mutter. Das erste Bad seit über 6 Monaten. Und wieder war ein toller Tag zu Ende.

Am Dienstagmorgen ging es dann mit dem Auto zum Lidl, um Getränke literweise zu bunkern. Damit haben wir uns kiloweises Schleppen für die nächsten Wochen gespart.

Am Mittwoch holten mich dann meine Mutter und mein Bruder ab, und wir fuhren zuerst zu den Höhlen Cueva des los Verdes. Meine Mutter zahlte die 9 € für mich und wir starteten das Erlebnis Höhle. Eigentlich ist die Höhle 7 km lang, aber nur ca. 3 km wurden für Besucher freigegeben. Die Höhle führt zuerst nach unten und man muss sich öfters bücken, um den Kopf nicht anzustoßen. Es finden auch Konzerte in der Höhle statt. Insgesamt sehr beindruckend. Danach fuhren wir weiter nach Orzola. Da die Fähre nach La Graciosa aber sehr sehr teuer ist (20 € Hin- und Zurück), entschieden wir uns, nur eine Kleinigkeit dort zu essen. Da unser Benzin langsam knapp wurde, stand als nächstes „Tankstellensuche“ auf dem Programm. In Haria haben wir dann eine gefunden und wir konnten problemlos nach Costa Teguise weiterfahren. Dort ist ein richtiges Surfer Eldorado. Wir tranken noch Deutschen Kaffee und aßen Deutschen Käsekuchen in einem Deutschen Café. Danach wurde ich zurück zur Marina gefahren. Das war dann auch schon der letzte Tag für Ausflüge, da mein Bruder das Auto schon wieder am Donnerstag zurückgeben musste, und am Freitag ging der Flieger schon wieder zurück nach Deutschland. Aber es war richtig schön, mal wieder Familie bei sich zu haben, die einen rundum verwöhnten.


Höhle innen


Höhle außen


Meine Mutter und mein Bruder Gerd

Blick von Orzola auf La Graciosa

Seit ca. zwei Woche füllt sich die Marina immer mehr und mehr mit Segelbooten mit Ziel Karibik oder Brasilien, die sich in der Marina auf die Atlantiküberquerung vorbereiten. Wir sind eins der kleinsten Segelboote. Es kommen immer mehr Segelboote an, die über 15m messen und relativ viele Katamarane, die im Vergleich zu unserer Chevaldy geradezu gigantisch aussehen. Aber je größer und breiter das Boot, desto höher die Liegeplatzkosten. Hier zahlt man pro Quadratmeter.
Da die Marina ja auch noch nicht fertiggestellt ist, haben sie bestimmt auch nicht mit einem solchen Ansturm von Segelbooten gerechnet. Der Strom fällt regelmäßig aus, da die Leitungen vollkommen überlastet sind. L
Endlich wurden auch die neuen Duschen eröffnet, jedoch scheint das warme Wasser nicht für jeden zu reichen. Vor allem, wenn es keinen Strom gibt. Der frühe Vogel fängt den Wurm… J.
Am 18. Oktober soll es eine Eröffnungsparty mit Lifemusik geben, obwohl die Marina selber noch gar nicht fertiggestellt ist. Aber einige Restaurants und Boutiquen scheinen am 18.10.14 eröffnen zu wollen. Mal sehen…..


Arrecife

John und ich

01.09.14 bis 14.09.14

So, jetzt sind wir schon seit 3 Wochen in Arrecife. In dieser Zeit haben wir schon einiges erledigt und einiges erlebt. Gleich am Anfang haben wir Gudrun, Wolfgang und Daniel von der Sea Star 2 kennengerlernt. Wir waren uns sofort sympathisch und es hat sich eine nette Freundschaft entwickelt. Die drei wollen auch über den Atlantik Richtung Martinique.

Mit Hilfe von Wolfgang und Daniel hat John unser Vorstag etwas tiefer gezogen, da es zu locker war. Wir waren den beiden sehr dankbar. Des Weiteren hat John die Backs Kiste ausgeräumt, um an den Dieseltank zu gelangen. Dann hat er den restlichen Diesel in Kanister gepumpt und dann den Tank gesäubert. Der war ganz schön dreckig. Danach wurde der Diesel gefiltert und in den Tank gefüllt. John hat dann noch den Grobfilter gewechselt. Der Motor sprang gleich an. Wir haben dann noch die Seewasserkühlung mit Süßwasser durchspült, weil das für den Motor besser ist, wenn er jetzt 3 Monate nicht mehr benutzt wird.

Mit Gudrun habe ich eine Fahrradtour unternommen. Wir sind am Strand entlang fast bis zum Flughafen geradelt und dann wieder zurück. Ganz schön anstrengend.

Hier gibt es auch einen Marina Kater, den wir Garfield nennen, weil er manchmal ein Gesicht wie Garfield macht. Er wurde von einem Segelboot ausgesetzt und wohnt seitdem in der Marina. Mittlerweile hat er ein neues Zu Hause gefunden.

Von Montag 08.09.14 an hatten die drei von der Sea Star 2 einen Mietwagen. Am Abend kam Daniel vorbei und holte uns ab, um zum Lidl zu fahren. Wir kauften Getränke für die nächsten paar Wochen ein. Am nächsten Tag luden sie uns ein, mit ihnen zum Jardin de Cactus (Kaktusgarten) zu fahren, dann zu den Cueva Los Verdes (Höhlen) und zum Mirador del Rio (Aussichtspunkt). Es war wirklich ein toller Tag. Der Jardin de Cactus war wirklich den Eintrittspreis (5,50 €) wert. Danach fuhren wir zum Mirador del Rio. Wir mussten 4,50 € zahlen, nur um den Ausblick auf die Insel La Graciosa zu genießen. Das fanden wir unverschämt teuer. Der Ausblick war zwar toll, aber für den Preis??? Wir fuhren dann noch bei den Höhlen vorbei und entschieden uns aber, keine 9 € dafür zu bezahlen.

Als wir an der Küste entlang fuhren, und das tiefe blau des Ozeans sahen, das sich von den weißen Häusern an der Küste abhebt, wurde uns zum ersten Mal richtig bewusst, dass wir genau über diesen Ozean zu den Kanaren gelangt sind. Auch den Blick von Mirador del Rio auf die Ankerbucht bei La Graciosa zeigte uns, was wir alles schon erlebt haben und gemeistert haben.

Am Donnerstag fuhren wir dann noch mit Gudrun, Wolfgang und Daniel zum Nationalpark Timanfaya, den Montanas del Fuego. Das war richtig toll und hat sich gelohnt. Für die 9 € Eintritt, wurde man mit dem Bus durch den Nationalpark gefahren, und bekam einen Eindruck, wie die Vulkane gewütet und die Landschaft nachhaltig verändert haben. Wirklich beeindruckend.

Danach ging es noch nach Puerto Calero, dort schauten wir uns die Marina an, die jedoch nicht in unserer Preisklasse liegt. Dann ging es nach Puerto del Carmen. Der dortige Stadthafen hat seinen eigenen Charme. Etwas weiter gab es einen netten Strandabschnitt und wir entschieden uns, ein kurzes Bad zur Abkühlung zu nehmen. Ein wirklich rundum gelungener Tag. Vielen Dank an die drei von der Sea Star 2.

Am 27. September soll es ein Tapasfest in der nächsten Stadt geben und vom 26. September bis zum 03. Oktober kommen mein Bruder Gerd und meine Mutter nach Lanzarote. Mit denen werden wir bestimmt auch einige Ausflüge machen. Dann gibt es wieder Neues zu berichten. Also bis dann…

 



Fahrradtour mit Gudrun 

Beim Vorstagziehen

Daniel, Wolfgang und John


Garfield

Im Jardin de Cactus

Gutrun, Wolfgang, Daniel und ich

Kaktusgarten

Kaktusgarten

John und der Riesenkaktus

Kaktusgarten

Kaktusgarten

Wolfgang, Daniel und ich bei der Mühle

Blick von der Mühle

Gudrun, Daniel, Wolfgang und ich

Blick vom Kaktusgarten

La Graciosa

Ankerbucht bei La Graciosa

Nationalpark Timanfaya

Vulkangestein

Vulkane

Vulkane

Krater

Krater

Beim Busparkplatz

Die Vulkane sind immer noch sehr heiß

John 

Puerto Calera

Gudrun und ich

17.08.14 bis 31.08.14

Eigentlich wollten wir ja am Sonntag zu den Kanaren aufbrechen. Wir hatten schon alles vorbereitet, den Wassertank gefüllt und die Liegegebühren in der Marina bezahlt. Wir luden uns dann noch einmal die neuesten Wetterdaten für die nächsten Tage herunter und entschieden dann, erst am Montag auszulaufen. Am Sonntag sollte es Wind mit Boen bis zu 45 kn (Sturmstärke) und Nebel geben. Für Montag war Wind mit 3 Beaufort aus Osten vorhergesagt, der gegen Abend sogar wieder auf Westwind drehen sollte. Aber wir rechneten aus, dass wir bis dahin unseren Kurs Richtung Südwesten setzten könnten und uns der Wind dann nicht auf die Nase bläst. Vorausgesetzt, wir fuhren früh los. Wir zahlten dann für einen weiteren Tag und fuhren gegen 17 Uhr zur Bay Marina in Gibraltar, um genügend günstigen Diesel zu bunkern. Wir hatten zwar keine Britische Flagge, aber wir hofften, dass uns deshalb niemand Theater macht. Nach 20 min waren wir dort. Die Mitarbeiter an der Tankstelle waren sehr nett, und wir bunkerten fast 200 Liter Diesel (80 Liter in den Tank und den Rest in Kanister). Keiner sagte ein Wort wegen der fehlenden Flagge. Nach weiteren 20 min lagen wir wieder sicher in der Marina La Linea.
Am nächsten Morgen um 7:30 Uhr ließen wir die Leinen los, um zu unserer nächsten großen Etappe aufzubrechen. Den Verkehr auf der Straße von Gibraltar hatten wir uns schlimmer vorgestellt. Da wir uns aber noch in Küstennähe befanden, war es gar kein Problem. Als wir dann das Verkehrstrennungsgebiet Richtung Tanger queren mussten, kamen die Wellen und der Wind aus allen Richtungen, was aber für die Gegend relativ normal ist. Also motorten wir für die nächsten Seemeilen, bis wir unseren Kurs nach Südwesten Richtung Lanzarote setzten konnten. Erst am 3. Tag konnte man wirklich von achterlichem konstanten Wind sprechen. Wir baumten unsere Genau aus und setzten das Groß auf die andere Seite. Mit 3-4 Beaufort von hinten kamen wir gut voran. Am 4. Tag nahm der Wind etwas zu und wir bekamen mit Strömung, Wind und Wellen eine Logge bis zu 9,2  Knoten. In der 4. Nacht wurden wir auch noch fast von einem 250 m Schiff überrannt. Es befand sich auf Kollisionskurs mit uns und machte keine Anstalten, seinen Kurs zu wechseln, obwohl ein Segelschiff Vorfahrt hat. Erst als John ihn per Funk ein paar Mal auf Kanal 16 anrief, wechselte er seinen Kurs, keine 100 m von uns entfernt. Ein so großes Schiff legt ca. 1 Seemeile in 5 min zurück!!! Danach war an Schlaf erst einmal nicht zu denken, das Adrenalin hält einen noch ein Weilchen wach. Am letzten Tag sah ich meinen ersten Pottwal in freier Natur. Er sprang eine gute Seemeile von uns entfernt ein paar Mal aus dem Wasser. Nach 111 h (4 Tage und 15 h und einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von ca. 5,3 Knoten) erreichten wir die Ankerbucht bei La Graciosa. Da es stockdunkel war, und kein Mond oder Sterne zu sehen war, war es sehr nervenaufreibend. Als wir in die Bucht einliefen, war die Bucht schon relativ voll. Dadurch hätten wir zu nahe am Ufer ankern müssen, was uns nicht behagte. Also fuhren wir zur Marina, da der Wind auch immer mehr zunahm. In der Marina teilte man uns aber mit, dass es keinen Platz mehr gebe, und wir ankern müssten. Also wieder zurück zur Ankerbucht Bahia de Salado. Wir ergatterten einen Platz nahe am Ufer. Für eine Nacht war das ok. Wir ließen 45 m Ankerkette fallen. Wir beobachteten den Ankeralarm und unsere Abdrift für eine gute Stunde. Der Anker scharrte zwar auf dem Boden, hielt aber gut genug. Sobald es am nächsten Morgen hell wurde, holte John den Anker per Hand ein, da unsere elektrische Ankerwinde wegen Korrosion nicht mehr funktionierte (muss jetzt alles repariert werden). Wir sahen uns die Ankerbucht Playa Francesa an, die auch schon recht voll war. Da wir das Problem mit der Ankerwind hatten und auch der Wind immer weiter zunahm und schon mehrere Boote in der Bucht lagen, entschieden wir uns, direkt zur Marina Lanzarote in Arrecife zu segeln. Zuerst mussten wir uns aber gegen Wind, Wellen und Strömung aus dem Kanal zwischen Graciosa und Lanzarote (Estrecho del Rio) herausarbeiten. Wir hatten es gerade geschafft, als der Motor schon wieder seinen Geist aufgab. John legte eine Leitung direkt von einem Dieselkanister zum Motor. Den wollten wir aber erst kurz vor der Marina wieder anwerfen. Zum Glück konnten wir jetzt einen südlicheren Kurs ansteuern und segeln. Da die Meerestiefe aber in Land Nähe relativ niedrig ist (manchmal nur 14 m), bauen sich dort sehr hohe Wellen auf. Da unser Mr. Zulu (unser Autopilot) die Höhe der Wellen nicht abschätzen kann, musste John von Hand steuern. Mit ausgerollter Genua surften wir die Wellen rauf und runter. Kam eine hohe Welle, konnte man sie schräg abreiten, kam eine 2. gleich dahinter, wurde unsere Chevaldy auf die Seite gedrückt. Einmal kam eine riesige Welle über und wir bekamen unsere morgendliche Dusche. Nach 12 sm konnten wir unseren Kurs so ändern, dass wir achterlichen Wind (Wind von hinten) hatten und das Segeln wurde wesentlich angenehmer. Nach ca. 5 Stunden erreichten wir die Marina. Der Motor sprang auch zum Glück gleich an. Wir fuhren in die Hafeneinfahrt hinein und oh Schreck, in der Mitte der Einfahrt war ein Baggerschiff und Leinen zum Land. Da das Baggerschiff aber quer stand, waren keine Zeichen zu sehen, an welcher Seite es passiert werden kann. Wie kommen wir jetzt zur Marina???? Wir funkten die Marina an und bekamen mitgeteilt, wir sollen links!!!! Daran vorbeifahren. Zum Glück fingen die Leute auf dem Baggerschiff gleich an zu schreien, als wir nach links abdrehen wollten. Sie deuteten auf zwei rote Bojen im Wasser. In der Mitte war die Durchfahrt. Der Marinero hatte uns den Weg aus seiner Sicht von der Marina aus beschrieben. Endlich waren wir in der Marina und legten an einem Steg an. Wir waren glücklich und dankbar, endlich in einem sicheren Hafen zu sein und dass der Motor sofort angesprungen und nicht wieder ausgegangen war. Wir kommen nicht Drumherum. Der Motor muss von A-Z durchgecheckt werden.
Ein deutsches Ehepaar kam uns gleich entgegen und erklärte uns, dass wenn wir einkaufen müssten, wir das noch am Samstag machen müssten, da am Montag ein Feiertag wäre und sonntags die Läden auch zu hätten. Also erst einmal unter die Dusche, dann etwas essen (unser Frühstück bestand aus einem Twix und einer Dose Fanta) und dann zum Supermarkt. Der Marinero erklärte uns zwar, wie man dahin kommt, aber wir verliefen uns komplett. John fragte dann jemanden, der in meinen Augen wie ein Krimineller aussah, ein marokkanischer Einwanderer, wie wir zum Supermarkt kämen. Er sagte, er müsse auch einkaufen und würde uns mitnehmen. Mit gemischten Gefühlen bin ich in das Auto eingestiegen. Aber meine Angst war vollkommen unbegründet. Er fuhr uns zum Lidl, wo wir vor allem Getränke, Obst und Gemüse kauften. Er wartete sogar auf uns und fuhr uns zurück zur Marina. Auf dieser Fahrt kamen wir uns vor, als ob wir an einem Rennen teilnahmen. Unser Fahrer nahm die Kurven viel zu schnell und wir dachten unser letztes Stündlein hätte geschlagen. Trotzdem waren wir dankbar, dass er uns zur Marina zurückgefahren hatte und gaben ihm ein paar Euro. Endlich konnten wir es etwas langsamer angehen lassen. Wir hatten einen Sekt kaltgestellt und am selben Abend feierten wir unsere erfolgreiche Überfahrt zu den Kanaren. Ein weiterer Meilenstein in unserer Segelkarriere, und vor allem so schnell!!!! (592 sm in 4 Tagen und 15 h)
Unser Motorproblem muss endlich behoben werden. Damit wir nicht noch mehr Geld für die gleichen Reparaturen bezahlen müssen. Und es gibt auch sonst noch genügen Sachen zu erledigen, bis es dann Mitte/Ende November weiter in die Karibik geht. Denn erst dann setzt der Passat ein und das Ende der Hurrikan Saison ist Nahe. Aber wir werden euch auf dem Laufenden halten. Anfang November kommt auch noch Jimmy Cornell in die Marina Lanzarote, da von hier aus die Atlantik Odyssee ausgetragen wird, an der wir jedoch nicht teilnehmen. Trotzdem sind wir sehr gespannt, was alles so geboten wird.
Wir werden hier für ca. 3 Monate bleiben. In der Zwischenzeit werden wir uns die Inseln Lanzarote anschauen. Hier gibt es einige Sehenswürdigkeiten. Unsere Klappräder haben wir auch schon ausgepackt und sind damit bis zum Grand Hotel gefahren. Ahoi bis zum nächsten Mal.


John mit Brenda und Alastair in Gibraltar

Beim Programmieren der Wegpunkte auf dem Kartenplotter

Unsere Logge

Arrecife

Unsere Feier der Überfahrt von La Linea nach Lanzarote

Arrecife

Das Grand Hotel mit Strand in Arrecife

Altes Fort

Während unserer Fahrradtour


19.07. bis 16.08.2014

Am 24.07.2014 kamen unsere Seglerfreunde Heidi und Claude von der La Licorn wieder aus Ibiza zurück. Am nächsten Abend wurden wir zu einem tollen Essen eingeladen. Claude, der mit sämtlichen Werkzeugen ausgestattet ist, war uns eine große Hilfe. Mit seiner Nietenzange konnte John 5 Maststufen installieren. Trotzdem dauerte es seine Zeit. Die Maststufen mussten gebogen werden, und die richtigen Nieten gefunden werden. Des Weiteren ist John jetzt stolzer Besitzer einer Tauchflasche. Die Flasche war ein Geschenk von Claude, den Regulator dazu haben wir ihm abgekauft. Am 01. August luden wir die Zwei dann als Dankeschön zu einem Essen auf unser Boot ein. Am 04. August um 9:30 Uhr ging es dann Anker auf. Da wir mal wieder den Wind direkt auf die Nase bekamen, motorten wir bis um 18 Uhr. Dann übernachteten wir in einer Ankerbucht bei Porto Colom. Am nächsten Morgen ging es um 8:45 Uhr weiter. Wir setzten direkten Kurs Richtung Gibraltar. Das Wetter war super, dafür gab es kaum Wind. Aber wir hatten genug Diesel an Bord. Am 07. August gegen Abend bemerkten wir, dass unser Toplicht nicht mehr funktioniert. Da der Hafen Almerimar ganz in der Nähe war, entschieden wir, dort einen Zwischenstopp einzulegen. Um 22:30 Uhr lagen wir endlich sicher im Hafen, nachdem es ein Suchspiel war, den Marinero und den Liegeplatz zu finden. John musste zwei Mal in den Mast, um ein neues Kabel für das Toplicht zu verlegen. Wir blieben insgesamt 4 Tage in der Marina, die recht günstig war (ca. 17,50 € mit Strom und Wasser). Zwischenzeitlich lernten wir das englische Seglerpaar Brenda und Alistair von der Melody kennen, und verbrachten einen netten Abend mit den Zwei. Am letzten Abend, bevor wir aufbrachen gab es noch einen Piratenumzug. Auf dem Boot saßen wir in der ersten Reihe. Am 11.08.14 verließen wir die Marina. Eigentlich hatten wir vor, ca. 50 sm pro Tag zurückzulegen und nachts in eine Marina zu gehen. Da wir aber sehr hohe Wellen und den Wind direkt auf der Nase hatten, liefen wir eine private Marina in Motril (ca. 40 sm entfernt) an, um die Nacht dort zu verbringen. Das kostete uns 30 € für die Nacht. Am folgenden Tag war das Wetter wesentlich besser und auch die Wellen waren nicht mehr so hoch. Wir schafften die 55 sm bis Fuengirola ohne Probleme. Am 13.08.14 verließen wir die Marina schon um 6:30 Uhr, da wir direkt nach Gibraltar segeln wollten. Am Anfang waren Wind und Wellen o.k. Aber urplötzlich, ca. 20 sm vom Europapunkt entfernt, kam der Wind in voller Stärke mit 7 Beaufort von vorne und die Wellen türmten sich bis zu einer Höhe von ca. 4 m vor uns auf. Nach einer halben Stunde entschieden wir uns, Richtung Land abzufallen, da wir kaum vorwärts kamen. Wir kamen mit diesem Umweg bis ca. 8 sm an den Europapunkt heran, als plötzlich der Motor ausfiel. Durch das Herumgeschleuder, kam Dieselpech in den Grobfilter. John versuchte bei dem Seegang den Filter zu wechseln und das System zu entlüften, was ein Ding der Unmöglichkeit war. Auf der Karte entdeckten wir eine Marina, ca. 4 sm entfernt. Um zu der Marina zu gelangen, mussten wir 3 Stunden aufkreuzen. Es war aber nicht möglich, in die Marina zu segeln, da zu viele Boote herein- und herausfuhren. Vor der Marina gab es aber einen Strand. Auf 7 m ließen wir den Anker fallen. John entlüftete das System und der Motor startete. Also auf in die Marina. Als wir gerade die Einfahrt in die Marina hinter uns ließen, ging der Motor wieder aus. Wir schafften es mit Ach und Krach gerade noch bis zu Tankstelle. Dort war auch der Anlegesteg für das Büro. Das Marina Personal erlaubte uns dort zu bleiben, wenn wir am nächsten Tag einen Mechaniker holen, der unseren Motor repariert. John versuchte noch den ganzen Abend und am nächsten Tag schon ganz in der Früh, den Motor zu entlüften. Aber es wollte nicht klappen. Um 9 Uhr liefen wir zum Marina Service und erklärten unser Dilemma. Sie versprachen uns noch bis 11 Uhr einen Mechaniker zu schicken. Dieser kam dann auch pünktlich, und versuchte 1,5 h alles Mögliche aus. Endlich lief der Motor wieder. Wir freuten uns riesig. Kurz nach 13 Uhr verließen wir die Marina Sotogrande. Wir kamen ca. 3 sm weit, als der Motor wieder versagte. Wir riefen den Marina Service an. Die versprachen uns, den Mechaniker per Boot zu schicken. Es dauerte einige Zeit, bis sie uns gefunden hatten. Endlich war der Mechaniker bei uns an Bord. Er entlüftete den Motor immer wieder und wir versuchten näher an die Marina heranzukommen. 4-mal fiel der Motor wieder aus. Endlich fand er auch das Problem, warum immer wieder Luft in das System kommt. Der Grobfilterhalter war undicht. Er versicherte uns, dass es kein großes Problem wäre, er es aber nur in der Marina beheben könnte. Also entfernte er den Grobfilter + Halter und leitete den Diesel direkt in System. Endlich kamen wir in die Marina. Dort machten wir beim Travellift fest. Nach ca. 30 min hatte er den Fehler behoben und den Filter + Halter wieder eingebaut. Wir bezahlten und machten uns um 17:30 Uhr auf den Weg nach Gibraltar. Erst als wir um 20:30 Uhr in der Marina La Linea fest machten, konnten wir glauben, dass wir es geschafft hatten, ohne dass der Motor wieder seinen Geist aufgab. Endlich konnten wir Johns Geburtstag feiern. Mit Kartoffelsuppe aus der Dose und einem Glas Wein. Zu mehr konnten wir uns nach den anstrengenden Tagen nicht aufraffen. La Linea ist eine spanische Marina, direkt an der Grenze zu Gibraltar. Da wir langsam kein Brot, Obst und Gemüse mehr hatten, am 15. August aber Feiertag in Spanien ist, entschieden wir uns nach Gibraltar zu laufen. Das dauert keine 5 min zu Fuß. Wir schauten uns ein bisschen in der Bay Marina um und gingen im Supermarkt einkaufen.

Heute gingen wir noch einmal Einkaufen, damit wir genug Lebensmittel für die 5-7 Tage dauernde Überfahrt nach Lanzarote haben. Alles muss aufgeräumt werden, da die Wellen im Atlantik wesentlich höher sind, und damit nichts herum fällt. Morgen ist dann der große Tag. Wenn sich der Nebel vor ca. 11 Uhr lichtet, werden wir in Richtung Kanaren aufbrechen. Sobald wir die Straße von Gibraltar hinter uns lassen, mit all seinen Frachtern und Supertanker, können wir Segel in Richtung Lanzarote setzten. Ahoi bis zum nächsten Mal.



Heidi, Claude und ich

Delfine

Delfine neben dem Boot

Unser Autopilot Mr. Zulu

Almerimar

Piratenumzug



Marina Fuengirola

Auf dem Weg nach Almerimar

Europapunkt

Grossschifffahrt

Auf dem Weg nach Gibraltar

An unserem Liegeplatz, the "Rock of Gibraltar" im Hintergrund

Monument in Gibraltar



22.06. bis 18.07.2014
Am 22.06.2014 brachen wir um 10:30 Uhr nach Ibiza auf. Die Überfahrt wurde mal wieder von einem Gewitter begleitet, die Winde hielten sich aber zum Glück dieses Mal in Grenzen. Ziel war die Bucht Cala Portinatx an der Nordspitze von Ibiza. Am 23.06.14 um 06:00 ließen wir den Anker in der Bucht fallen. Da starke Winde aus SW vorhergesagt wurden, dachten wir, wir wären in dieser Bucht relativ sicher. Außer Hotels und ein paar Supermärkte, die sehr überteuert waren, gab es nicht viel zu sehen. Der Wind kam zuerst aus nördlicher Richtung, was enormen Schwell in der Bucht verursachte. Zwar drehte der Wind dann auf SW, der Schwell wurde aber nicht weniger. Zusätzlich war die Bucht für die vielen Boote viel zu klein, und wenn man nicht direkt an der Badeabsperrung ankern konnte, musste man auf 8-9 m ankern. Nach 3 Tagen hatten wir die Nase gestrichen voll. Drei Tage Waschmaschine mit Schleudergang war genug. Das Wetter versprach auch nicht besser zu werden, und um wirklich sicher zu sein, hätten wir täglich die Ankerbucht wechseln müssen. Dazu hatten wir absolut keine Lust. Also beschlossen wir, wieder zurück nach Porto de Pollensa zu segeln. Am 25.07.2014 um 12:00 Uhr ging es Anker auf zurück nach Pollensa. In Porto de Pollensa gibt es wenigstens günstige Supermärkte, abseits gelegene Cafes wo ein „Cafe con leche“ nur 1,50 € kostet, eine Waschmaschine + Trockner in der Marina (3 € + 3 €) und viel Möglichkeiten spazieren zu gehen und den Tag zu verbringen oder einfach nur ein Buch zu lesen und schwimmen und schnorcheln.

Seitdem sind nun schon wieder 3 Wochen vergangen. In Porto de Pollensa kann mein sein Boot wenigstens einen ganzen Tag unbeaufsichtigt lassen, ohne Angst haben zu müssen, dass der Anker nicht hält.Wir fuhren mit dem Bus nach Palma de Mallorca, das ca. 60 km entfernt ist. Hin- und Rückfahrt pro Person kostet nur 12,60 €. Ein weiterer Ausflug führte uns nach Formentor., ein Tip von Horst, einem Freund. Wir fuhren mit dem Bus, und dachten, dass dieser am Aussichtspunkt anhalten würde. Aber nein, er fuhr den Berg hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter zum Badestrand Formentor. Auf den nächsten Bus hätten wir fast 2 Stunden warten müssen. Also beschlossen wir, die 4 km die Straße entlang Richtung Aussichtspunkt hoch zulaufen und gleichzeitig den Daumen hinauszustrecken und hoffen, dass ein Auto vorbeikommt und uns dann auch noch mitnimmt. Wir mussten nicht einmal lange warten, ein Mitarbeiter von den Kajaktours nahm uns mit und ließ uns am Aussichtspunkt heraus, der von Touristen überschwemmt war. Weiter die Straße hinauf entdeckten wir einen Aussichtsturm, der ca. 2 km entfernt war. Wir liefen also die Serpentinen bis zu diesem Aussichtsturm hinauf, der schon ziemlich in die Jahre gekommen war. Leider war der Turm nicht sehr gesichert und man brauchte schon etwas Mut, um ihn zu besteigen. Oben angekommen, wurde man dafür mit einem tollen Ausblick belohnt. Um wieder herunterzukommen, brauchte man noch sehr viel mehr Mut, da es keine Haltegriffe am Ein -/Ausstieg gibt. Ich war froh, als ich wieder unten war. Danach mussten wir ca. 7 km auf der Straße zurück nach Porto de Pollensa laufen, da es keinen Fußweg gab. Die Straße führte in Serpentinen nach unten und war extrem gefährlich. Erst letzte Woche wurden zwei Radfahrer angefahren und schwer verletzt. Wieder zurück auf Chevaldy haben wir erst einmal unseren Sundowner genossen.
Wir laufen auch immer die ca. 5-6 km zum Lidl zum Einkaufen und nehmen dann den Bus zurück. Langweilig kann es einem nicht werden.
Zum Endspiel der Fußballweltmeisterschaft ruderten wir an Land und sahen uns das Finale zuerst in einer englischen Kneipe an. Dort wurde uns aber schnell klar, dass es nicht erwünscht war, für Deutschland zu schreien. Also wechselten wir in eine spanischen Kneipe. Dort durfte man auch etwas lauter werden und sich über das Tor und das gewonnene Finale freuen und niemand störte sich daran.
Mittlerweile hat sich das Wetter sehr gebessert. Hier sind einige Segelboote, die auf den richtigen Zeitpunk für den Absprung warten. Man will nicht zu früh los, da es auf dem Festland keine sicheren Ankerbuchten gibt (nur Marinas und die sind zu teuer), und zu spät sollte es auch nicht sein, da man Ende August langsam zu den Kanaren aufbrechen sollte, da im September die Winde schon wieder nicht so konstant sind. Aber das muss jeder Segler selber für sich entscheiden.
Wir wollen unterwegs noch nach Almerimar oder Adra, um unser Rigg durchchecken zu lassen. Dann geht es weiter nach Gibraltar und dann zu den Kanaren. Also bis zum nächsten mal....


Kathedrale in Palma de Mallorca


Hafen in Palma de Mallorca


Marina in Palma de Mallorca


Am Strand in Palma


Sean vor der Kathedrale in Palma


Aussicht vom Turm


Aussicht vom Turm


Wer entdeckt unsere Chevaldy?


Porto de Pollensa von oben


Sean auf dem Turm


Auf dem Weg zum Turm


Beim Hochklettern


Pollensa am Abend


Vollmond

1. Juni bis 21. Juni 2014

In den zwei Wochen, die wir in der Bucht von Puerto de Addaya verbrachten, liefen wir des öfteren nach Coves Noves, einem Ferienort, ca. 4 km von Addaya entfernt. Da der Weg durch den Wald führte, war es ein sehr schöner Spaziergang. Des weiteren fuhren wir mit dem Bus nach Mahon (Mao), der Hauptstadt von Menorca. Der Bus war vollgestopft mit Engländern, die Ferien in Coves Noves machten. In Mahon ließ uns der Busfahrer in der Nähe vom Lidl aussteigen und erklärte uns, wie wir wieder zum Busbahnhof kommen. Somit konnten wir endlich frisches Obst und Gemüse einkaufen. Der Laden in Addaya hat nicht gerade eine große Auswahl. In der Marina in Addaya lernten wir den Deutschen Bernd kennen. Er bot uns an, uns Getränke aus dem Lidl mitzubringen, was echt super war. Wir nahmen das Angebot gerne an.

Am 08. Juni verließen wir dann die Ankerbucht und fuhren Richtung Westküste von Menorca. Die Nordküste und auch die Westküste bis Ciatudella hat kaum einen Strand, sondern nur Felsen. In einer kleinen Ankerbucht südl. von Ciatudella ankerten wir dann. Die Bucht ist aber so schmal, dass man eine Landleine ausbringen muss, damit das Boot nicht schwot (sich im Kreis dreht). Zu zweit, mit Wind und Strömung gar nicht so einfach zu meistern. Aber am Ende haben wir es dann doch geschafft. Die Häuser um die Bucht waren fast alle leer. Es kam uns wie in einer Geisterstadt vor.

Am nächsten Morgen ging es dann 30 sm weiter nach Mallorca. Es war heiß und windstill. Um abzukühlen, stoppten wir den Motor auf halber Strecke und sprangen ins 23°C warme Wasser.

In Puerto de Pollensa gibt es eine riesige Ankerbucht. Die meisten Boote liegen im westlichen Teil, da es dann nicht so weit bis zu den Einkaufsmöglichkeiten ist. Da wir aber die Ruhe bevorzugen, ankerten wir im östlichen Teil. Mit dem Beiboot dauert es dann zwar etwas länger, um an Land zu kommen, aber es gibt eine schöne Promenade, die man entlanglaufen kann, um zu den größeren Supermärkten zu kommen. Unseren Dieselvorrat füllten wir auch auf, aber nicht an der Marinatankstelle, sondern an der Tankstelle für Autos. Ein Niederländer hat uns erklärt, dass der Diesel in der Marina sehr verschmutzt ist und es deshalb ratsam wäre, den Diesel zu Fuß zu holen.

Da es in der Bucht einen Stützpunkt für Wasserlöschflugzeuge gibt, konnten wir eine Übung hautnah erleben. Mit Hubschrauber, Propellermaschine vom Typ Herkules und einem Wasserlöschflugzeug. Wirklich sehr interessant. Wir haben auch eine praktische Übung im Fischefangen gemacht. Wer mehr Angst hat, lässt sich auf dem Foto unschwer erkennen. Zur Belohnung wurde der Fisch auch wieder frei gelassen. (Wir sind keine großen Fischfans, aber falls mal die Lebensmittel ausgehen, muss man ja gerüstet sein )

Am 17. Juni um 2 Uhr in der Früh gab es einen schweren Gewittersturm, bei dem einige Segelboote abdrifteten, weil der Anker nicht hielt. Wir hatten unsere Ankerkette an einer ehemaligen Muring festgemacht, die noch im Boden verankert war, und die wir beim Schnorcheln entdeckt hatten. Man fühlte sich zwar wie auf dem Rummel, aber dafür hielt die Kette bombenfest. Trotzdem hielten wir Ankerwache, man weiß ja nie. Nach 4 Stunden war der Spuk auch schon wieder vorbei.

Wir lernten auch ein Deutsch/Schweiz-französisches Ehepaar kennen, die schon seit über 35 Jahren segeln. Mit Heidi und Claude haben wir einen schönen Abend mit gutem Essen, Wein und Musik verbracht. Vielleicht sehen wir sie ja auf Ibiza wieder.

Gestern haben wir unseren Wasservorrat aufgefüllt und heute Morgen noch ein paar frische Lebensmittel eingekauft. Morgen geht es dann langsam Richtung Ibiza.



Chevaldy mit Landleine in Ciutadella

Wasserlöschflugzeug

Typ Herkules bei der Übung

Ich und der Fisch

Chevaldy mit Flaggen

Marina in Puerto de Pollensa

Spaziergang auf dem Steg um die Marina

21. Mai bis 31. Mai 2014

Am 21. Mai verließen wir die Ankerbucht bei Capri und setzten Kurs Richtung Straße von Bonifacio (Meerenge zwischen Korsika und Sardinien). Da mal wieder absolute Windstille herrschte, entschlossen wir uns, das Fall an der Genua zu wechseln. Seit den Problemen mit der Genua, benutzen wir das Spi-Fall. Um den Spinnaker (Blister) auszuprobieren, müssen wir den aber am Spi-Fall hochziehen, da er über dem Fock-Fall liegt. Also Genua runter, Fall wechseln und Genua einfädeln und hoch winschen. Dafür braucht man normalerweise 5 Minuten. Aus irgendeinem undefinierbaren Grund, verhakten sich die Leinen und das Fall wickelte sich um die Rollgenua. Erst nach 2-3 Stunden und Blasen an den Fingern funktionierte alles wieder wunderbar.

Die erste Nacht war sternenklar und das Meer sehr glatt. Die Sterne spiegelten sich sogar im Wasser. Um ca. 18 Uhr des 2. Tages sahen wir in der Ferne eine Gewitterfront mit Donner und Blitzen. Da der Wetterbericht aber auf unserem Kurs keinen Starkwind vorhergesagt hatte, hofften wir, dass die Front sich nach Norden verzieht, bis wir sie erreichen. Aber wie schon so oft, war wieder mal kein Verlass auf den Wetterbericht. Umdrehen hat bei einer Geschwindigkeit von ca. 5 Knoten (9-10 km/h) auch keinen Sinn. Die Front holt einen immer ein. Also gibt es nur eins, Augen zu und durch. Gegen ca. 23 Uhr waren wir Mitten im Gewittersturm. Überall gab es Blitze, und der Wind heulte im Rigg. Der Wind nahm immer weiter zu und das Meer wurde aufgepeitscht. Chevaldy hatte schwer zu kämpfen. Um 23:30 Uhr wurde auf unserem AIS ein Frachter angezeigt. Um 24 Uhr war er nur noch 1 sm entfernt und auf Kollisionskurs. Wir konnten ihn aber wegen der Dunkelheit und der Gischt nicht sehen. Wir funkten die Stolte Viking an, und fragten, ob er uns auf dem Radar sehen kann, wir seien nur ein kleines Segelboot. Der Wachhabende bejahte und sagte auch, dass er seinen Kurs ändern würde, um um uns herumzufahren. Er hätte zwar Vorfahrt gehabt, aber dann hätten wir unseren Kurs ändern müssen, und wir hatten es eh schon schwer genug. Als er uns in einem Abstand von ca. 500 m passierte, funkten wir ihn erneut an, um uns zu bedanken.Der Wind wurde immer stärker, die Blitze zuckten mindestens 50 Mal pro Minute und es schüttetet aus Kübeln. Man konnte absolut nichts mehr sehen. Um 3 Uhr morgens stellte John den Autopiloten an, schloss alle Luken und kam nach unten. Über das AIS konnten wir ja sehen, ob ein Schiff in einem Radius von 32 sm in unserer Nähe war. Ich hatte ziemliche Angst, da es mein erster wirklich schlimmer Sturm war, und wartete immer darauf, dass Chevaldy von einer Welle getroffen wird und quer schlägt. John nahm meine Hand und versicherte mir, dass alles gut werden würde. Danach konnte ich mich endlich etwas entspannen und schlief ein. Um 6 Uhr begann meine Wache. Zum Glück hatte sich die Situation in der Zwischenzeit merklich verbessert.

Um ca. 9:30 Uhr erreichten wir die Straße von Bonifacio. Wir bekamen den Wind direkt auf die Nase und mussten auch noch gegen die Strömung ankämpfen. Deshalb dauerten die ersten Seemeilen ein paar Stunden. Wir waren froh, dass wir Tageslicht hatten, da die Straße von Bonifacio übersät von Riffen und Schiffwracks ist.

Um 14 Uhr legten wir in Bonifacio/Korsika an der Tankstelle an. Da der Diesel in Frankreich wesentlich billiger ist, als in Italien, entschieden wir uns, den kleinen Umweg über Korsika zu machen. Da die Tankstelle erst wieder ab 15 Uhr geöffnet hatte, hatten wir genug Zeit, Brot zu kaufen und in einen Supermarkt zu gehen. Die Preise dort waren aber so überhöht, dass wir beschlossen, nur Brot zu kaufen. Ein Platz in der Marina hätte mindestens 60 € für eine Nacht gekostet. Das waren wir aber nicht bereit, zu bezahlen und setzten Kurs auf Polensa/Mallorca. Die Nacht war o.k. Am zweiten Tag kamen die Wellen schräg von der Seite und wurden im Laufe der Nacht immer höher. Weil wir auch sehr müde und fertig waren, entschlossen wir uns, den Kurs Richtung Addaya/Menorca zu ändern. Somit sparten wir uns eine weitere Nacht auf See. Am 25. Mai um ca. 14 Uhr erreichten wir die Ankerbucht bei Addaya. Eine echt nette Bucht. In der Marina kann man seine Wäsche waschen, den Wassertank auffüllen und es gibt einen Supermarkt ganz in der Nähe. Hier werden wir bestimmt noch 2-3 Wochen bleiben, bis sich das Wetter stabilisiert. Erst dann geht es weiter.

 

 



Rolex Capri Ocean Race


Segeln mit Blister (Leichtwindsegel)


Schwerwettersegeln


Bonifacio/Korsika


Marina Puerto Addaya/Menorca


Chevaldy in der Ankerbucht bei Puerto Addaya/Menorca


Auf dem Weg zum Supermarkt

 12. Mai bis 20.05.2014 

Die sechs Tage in Reggio di Calabria gingen schnell vorbei. Wir schauten uns die Stadt an, gingen einkaufen und konnten endlich unsere 700 Kroatische Kuna in Euro umwechseln. In Griechenland war das nicht möglich und in Reggio hat es fast eine Stunde gedauert. Kaum zu glauben, aber wahr. Wir lernten auch ein spanisches Seglerpaar, Tony und Helena aus Teneriffa, kennen, mit denen wir zwei schöne Abende bei Wein, Käse, Salami, Unterhaltung (spanisch, englisch, Hände und Füße :-) ) und Musik verbrachten.
Dienstag Abend vor dem Sturm, wurde jedem Segelboot noch eine extra Mooringleine zugeteilt, damit man ca. 3 Meter Abstand zur Kaimauer hat, damit man bei dem Schwell kein Schaden erleidet. Das hieß aber auch, dass man nicht mehr an Land konnte, aber wir hatten ja schon eingekauft. Der Sturm dauerte über 24 h an, aber wir lagen ja sicher im Hafen.
Am Donnerstag verließen wir Reggio um 10:45 Uhr, angeblich die richtige Zeit, um mit der Strömung nach Norden zu kommen. Es gibt viele Geschichten über die Straße von Messina, sogar Odysseus konnte schon ein Lied davon singen. Unterschiedliche Strömungen, Wind gegen Wellen und Strudel, die an verschiedenen Stellen auftreten sollen. Viele Segler nehmen deshalb den langen Weg um die Südspitze von Sizilien. Wir entschieden uns aber für die Straße von Messina und waren auf alles vorbereitet. Es ging zuerst auch alles gut und als die Strömung mit uns ging, brausten wir mit 7 Knoten durch die Meerenge. Plötzlich wurden wir jedoch auf 1 Knoten herab gebremst und Chevaldys Bug wurde um 90 ° nach links gedreht. Ein Strudel hatte uns erwischt. Es war gar nicht so einfach, dort wieder herauszukommen. Nur mit Genua und Motorkraft gelang es uns schließlich. Endlich lag die Straße von Messina hinter uns und wir konnten Kurs in Richtung der Insel Vulcano setzen. Da die Wellen aber durch den Sturm noch sehr hoch waren, und der Wind uns genau von vorne traf, war die Fahrt alles andere als angenehm. Kurz nach Sonnenuntergang erreichten wir Vulcano, wo wir ankern wollten. Da im Dunkeln alles anders ausschaut als am Tage, fuhren wir sehr vorsichtig in die Ankerbucht. Da sie sehr klein ist und schon einige Yachten dort lagen, war es sehr schwierig zu navigieren. Endlich fanden wir mit Hilfe der Crew einer anderen Yacht wenigsten eine Ankerboje, die zwar 20 € kostete, dafür lagen wir aber sicher. Am nächsten Morgen sahen wir erst, wie viel Glück wir hatten. Wären wir weiter Richtung Strand gefahren, um zu ankern, wären wir auf Grund gelaufen. Da der Wind aus Westen kam, segelten wir um 12:30 Uhr los Richtung Norden. Endlich toller Segelwind aus der richtigen Richtung. Gegen ca. 22 Uhr kam plötzlich eine Gewitterfront auf uns zu. Blitz und Donner aus allen Himmelsrichtungen. Wir bargen die Segel, da wir nicht wussten, wie stark der Wind wird. Wir motorten in die Front hinein, als der Motor aussetzte. Unter guten zureden und beten, lief er noch so lange, bis wir durch die Front durch waren, zum Glück hielt sich auch der Wind in Grenzen. Dann ging nichts mehr. Also Segel wieder hoch und weiter bis zum Tageslicht. Es stellte sich heraus, dass sich durch die Vibration des Motors der Wasserfilterdeckel gelockert hatte und somit Luft in den Kreislauf kam. Danach lief der Motor wieder für eine Stunde, bevor er endgültig ausging. Nach systematischer Kontrolle fand John heraus, dass der Grobfilter von Dieselpech verstopft war. Deshalb gelang kein Diesel mehr zum Motor. Also Filter reinigen und Motor entlüften. Nach ca. 1 h lief der Motor wieder, zum Glück, da wir Mitten in einer Flaute steckten. Keine einfache Aufgabe bei einem schaukelnden Boot. Wir wollten jetzt Richtung Neapel oder Capri, weil wir nicht wussten, wann sich der Motor wieder verabschiedet. Ca. 20 sm vor Capri verweigerte dann auch noch der Autopilot seine Arbeit, er bewegte sich keinen mm mehr. Zum Glück hatten wir bei Ebay einen gebrauchten Autopiloten derselben Marke ersteigert. Dieser wurde schnell installiert und tut nun zuverlässig seine Dienste. Somit erreichten wir den Ankerplatz aber erst nach Einbruch der Dunkelheit. Deshalb entschieden wir uns, die nächsten Stunden ganz langsam zwischen Neapel und Capri herum zu motoren, bis die Sonne wieder aufgeht. Wären wir weiter Richtung Norden gefahren, wäre kein geeigneter Ankerplatz auf unserer Strecke. Am Morgen des 18. Mai fiel dann der Anker in einer Bucht westlich von Marina Grande vor der Insel Capri. Wir schliefen uns aus und wurden für unsere Strapazen reichlich entschädigt. Capri liegt wunderschön. Tausende von Menschen besuchen diese Insel. Wir konnten beide Seiten kennenlernen. Capri vom Boot aus und nachmittags fuhren wir mit dem Bus hoch nach Anacapri. Das alleine war schon ein Abenteuer für sich, da der Busfahrer glaubte, er sei Michael Schumacher, und rasant die engen Serpentinen hinaufschoss. Von oben hat man dann einen tollen Ausblick auf den Golf von Neapel. Wir fuhren mit dem Bus zurück bis Capri und liefen dann die Stufen hinunter zurück nach Marina Grande. Wirklich ein tolles Erlebnis. Zur Zeit findet auch das Rolex Capri Ocean Race statt. Wir liefen durch die Marina und schauten den Regattaseglern bei ihrem geschäftigen Treiben zu. Erst dann ging es zurück zu unserer Chevaldy, die sicher in der Bucht lag. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende.



Messina/Straße von Messina


Vulcano, immer noch ein aktiver Vulkan. Es liegt ein Schwefelgeruch über der Bucht.


Stromboli, auch ein aktiver Vulkan


Frühstück vor der Kulisse von Capri


Capri


Ein Bus fährt die Serpentinen hoch.


Blick auf die Bucht und Marina Grande


Chevaldy liegt in der Bucht.


Beweis, wir waren da :-)

05.05.2014 bis 11. Mai 2014

Langsam ging es mit den Vorbereitungen für die Weiterfahrt in die Endrunde. Wir fuhren mit dem Bus nach Lefkada zum Lidl und kauften Obst und Gemüse, Käse, Salami und Mineralwasser ein. John verabschiedete sich noch vo Horatio Todd, der uns super Tipps hinsichtlich der Ankerwinde und Rollgenua gegeben hat. Übrigens auch ein Ire, der schon seit 34 Jahren in Vliho lebt.
Am 07.05.2014 haben wir dann unser Beiboot kurz abgewaschen und in der Backkiste verstaut. Danach ging es Anker auf Richtung Italien.
Das Wetter war tagsüber sehr sonnig, trotzdem wurde es nachts empfindlich kalt. Der Wind sollte eigentlich aus NW wehen, wehte dann aber zuerst aus West und drehte dann erst am Donnerstag auf NW. Gegen Donnerstag Abend nahm auch die Windstärke zu und wir mussten beide Segel reffen. Wir bekamen ab und zu Besuch von kleinen Vögeln, die sich auf ihrem Flug kurz auf unserem Boot ausruhten. Das war richtig süß.
Die Überfahrt dauerte 3 Tage und zwei Nächte und es war sehr anstrengend, vor allem die Nachtwache. Am Freitag Morgen erreichten wir dann die Einfahrt zur Straße von Messina im Morgengrauen. Wir hatten einen schönen Blick auf den Ätna und die Südspitze von Italien. Die Südküste Italiens unterscheidet sich extrem von der kroatischen oder griechischen Küste.
Von einer Minute auf die andere begann uns plötzlich ein starker Wind auf die Nase zu wehen. Dazu kamen noch die Strömung und Wellen aus der falschen Richtung, die es uns fast unmöglich machten vorwärts zu kommen. Erst nach einiger Zeit lies der Wind und die Strömung nach und wir kamen endlich vorwärts.
In Reggio di Calabria liefen wir dann in den Yachthafen ein. Wir fuhren Richtung Tankstelle, um Diesel nachzutanken. Kurz vor dem Anlegen gelang eine Leine in unseren Propeller und wir wurden mit dem Bugkorb auf die Kaimauer getrieben, der dadurch beschädigt wurden. Wir hatten sofort den Marinero im Verdacht, der auch sofort zwei Taucher anforderten, die wir jedoch wieder wegschickten. John ging mit dem Messer tauchen und befreite unseren Propeller. Wir drohten dann dem Marinero, dass wir zur Polizei gehen würden. Er behauptete, dass es nicht seine Schuld gewesen sei, gab uns aber nach ein bisschen Ärger einen guten Liegeplatz und einen Rabatt. Da wir hier so lange bleiben wollen, bis das Sturmtief, das angekündigt wurde, und mit Böen bis zu 8-9 Knoten wehen soll, vorüber ist, kann uns das gerade Recht sein. Die Reling bekommen wir bestimmt auch irgendwann repariert. Es ist nicht so schlimm, als dass man nicht weitersegeln könnte. Jetzt schauen wir uns erst einmal Reggio an, und gehen einkaufen.



Horatio Todd und John


Nach der Nachtwach


Wir in Reggio di Calabria


Schöner Ausblick Richtung Messina


Chevaldy klein aber fein (3. von links :-) )

20. April bis 04. Mai 2014

Endlich haben wir alle Reparaturen erledigt. Das neue Toplicht funktioniert, die elektrische Ankerwinde kann wieder benutzt werden, die Rollgenua kann auch wieder ein- und ausgerollt werden und aus der Persenning für das Groß haben wir ein Lazybag mit Lazyjacks gemacht und befestigt.
In den letzten paar Tagen hat sich das Wetter etwas verbessert. Die starken Winde dauern nicht mehr ganz so lange an.
Wir waren auch schon ein paar Mal vor der Ankerbucht sgeln, um die Genua und die Lazyjacks auszuprobieren.
Am 02. Mai haben wir die Insel Skorpio umsegelt. Einst gehörte diese Insel Aristoteles Onassis. Sowohl er, als auch sein Sohn Alexander und seine Tochter Christina Onassis wurden auf dieser Insel begraben. 1968 heiratete er Jaqueline Kennedy Onassis auf dieser Insel. An diesem Tag waren sämtliche Prominente, Könige und Staatsoberhäupte eingeladen. Da Aristoteles testamentarisch verfügte, dass die Insel nicht verkauf werden darf, wurde sie 2013 für 100 Jahre für 100-Mio Euro an Jekatarina Rybolowlew, die Tochter des russischen Milliardärs Dimitri Rybolowlew, verleast. Seitdem darf man nicht mehr vor der Insel ankern. Als wir die Insel umrundeten, sahen wir Dimitri und seine 100-Mio Euro Superyacht.
Am 02. Juni feiert Jekatarina ihren Geburtstag auf der Insel. Unter anderen Prominenten wird auch Beyonce eingeflogen. Eine Insel mit historischer Vergangenheit, für uns sehr interessant.
Bis zur Party sollte sich das Wetter so gebessert haben, dass wir das Theater nicht mehr mitbekommen sollten.
Jetzt müssen wir nur noch unseren Dieselvorrat aufgefüllt, Wassertank füllen und einkaufen. Sobald sich dann ein Wetterfenster öffnet, werden wir unsere Reise fortsetzen.


Der kleine Unterschied zwischen Mann und Frau

Endlich Segeln !!!!!

Segeln, segeln, segeln ...  :-)

Die Superyacht vor Skorpio

Ankerverbotsschilder sind überall

13. bis 19. April 2014

Frohe Ostern
Jetzt liegen wir schon seit über einer Woche in der Ankerbucht bei Vliho und konnten die wichtigsten Dinge noch nicht erledigen, da das Wetter dem April alle Ehre macht. Innerhalb einer Stunde hat man Sonne, Regen und Gewitter, manchmal mit böigen Winden.
Immerhin konnten wir die Wäsche im Yacht Club Vliho waschen. Da Tiffany aber vergessen hatte, unsere Wäsche in den Trockner zu geben, mussten wir sie nass mitnehmen. Das Trocknen der Wäsche war eine echte Herausforderung, wegen des Regens. Den Wassertank haben wir auch schon wieder aufgefüllt, und in Nidrion kann man gut Obst und Gemüse einkaufen. Ein Toplicht haben wir auch schon besorgt, jetzt muss es nur noch ausgewechselt werden (nur bei schönen Wetter und keinem Wind) und das Lazy Jack müssen wir auch noch in den Baum einfädeln und am Mast befestigen. Aber wir haben ja noch 2-3 Wochen Zeit, vor Mai wird sich das Wetter nicht so stabilisieren, dass man ruhigen Gewissens los segeln kann.
In der Zwischenzeit haben wir uns auch in der Bucht umgesehen. Obwohl sie als eine der sichersten Buchten im ionischen Meer gilt, fegte ein Tornado mit 100 Knoten (182 km/h) Wind am 20. September 2011 um 18:30 Uhr durch die Bucht und hinterließ nach nur 10 Minuten ein Bild der Verwüstung und 3 Tote. Im Wetterbericht wurde nur ein Wind von 18 bis 25 Knoten (frische Brise) vorhergesagt.
Auch heute Zeugen noch Wracks oder Segelboote, die einfach verlassen wurden, von dieser Naturgewalt. Ein wirklich trauriges Bild. An diesem Tage hat sich das Leben einiger Menschen schlagartig geändert. Ein Katamaran wurde umgeworfen, und die Frau des Skippers konnte erst in letzter Minute vom Eigentümer des Yacht Clubs Vliho, der Ire Ruari Bradley, gerettet werden, den wir persönlich im Yacht Club getroffen haben. Die Eigner des Katamarans wollten im Mittelmeer ihre 15-jährige Weltumsegelung beenden, nach diesem Ereignis wollten sie nicht mehr weitersegeln und flogen nach Hause. Andere hatten nicht so viel Glück, ein Franzose ertrank als er von seinem Boot fiel und ein Mitarbeiter der Marina wurde zwischen zwei Booten zerquetscht, außerdem ertrank noch ein Fischer.
Viele Segelboote wurden entmastet, oder der Anker hielt nicht und die Segelboote wurden gegen den Kai getrieben. Auf der Trockenmarina wurden über 34 Boote von den Lagerböcken gerissen und teilweise entmastet. Es zeigt sich halt immer wieder, dass die Natur unberechenbar ist, und man auch mit den besten Computer das Wetter nicht bis ins Detail vorbestimmen kann. Es gehört einfach auch eine Portion Glück dazu, wie bei allem im Leben.


John und ich im Beiboot

Bilder der zerstörten und zurückgelassenen Segelboote und Fischerboote





















 


07.04. bis 12.04.2014

Da ein Tiefdruckgebiet im Anmarsch war und sehr böige Winde versprach, entschieden wir, in Lakka auf der Insel Paxos zu bleiben. Das Wetter verschlechterte sich erst am frühen Morgen des Donnerstags, aber dann gewaltig. Die Winde kamen aus NW, und eigentlich ist man in der Bucht aus Winde von NW geschützt, aber es bildet sich ein extremer Schwell. Der führte dazu, dass der Anker nicht mehr hielt. Erst beim dritten Mal grub er sich so fest ein, dass ihm keine Böe oder noch so große Welle ausreißen konnte. Trotzdem hielten wir abwechselnd Ankerwache bis Freitag 3 Uhr morgens. Den restlichen Freitag ruhten wir uns aus, ruderten zum Dorf, um Brot zu kaufen, und planten unsere nächste Etappe nach Levkas.

Am Samstag um 6 Uhr ging es dann Anker auf und wir verließen diesen schönen Ort, um unsere Reise fortzusetzen. Am Anfang war die See noch recht kabbelig, beruhigte sich dann aber doch recht bald. Wir konnten sogar ein schönes Stück unter Genua segeln.

Die Einfahrt in den Kanal von Levkas ist erst zu sehen, wenn man kurz davor ist, sie wird von einer Landzunge verdeckt. Rechts und links vom Kanal sind Sandbänke, die man tunlichst vermeidet. Man muss jedoch eine Brücke passieren, die nur stündlich geöffnet wird. Da wir noch 45 min zu warten hatten, ließen wir den Anker fallen, um nicht auf die Sandbank getrieben zu werden. Dann wurde uns angewiesen, an der Kaimauer festzumachen, damit ein Schlepper, der aus südlicher Richtung kommt, passieren kann. All diese Manöver im engen Kanalbecken waren gar nicht so einfach. Letztendlich wurde aber auch für uns die Brücke geöffnet, und wir konnten weiter Richtung Ankerbucht bei Vlychon, südlich von Levkas Stadt.

Dort ließen wir dann um ca. 17 Uhr den Anker fallen. Die Bucht ist sehr groß und wird von einigen Seglern als Überwinterungsort benutzt, da die Bucht guten Schutz vor allen Winden bietet, aber vor allem bildet sich hier kein Schwell, und man kann hier ruhig vor Anker liegen.

Hier werden wir jetzt so lange bleiben, bis sich das Wetter stabilisiert. In der Zwischenzeit werden wir einige kleinere Reparaturen vornehmen und das Boot auf Vordermann bringen. Es gibt einiges zu tun….



Wellen brechen sich an der Einfahrt zur Bucht
 



Dem Schlepper mussten wir ausweichen


Endlich können wir die Brücke passieren

02.04. bis 06.04.2014

Wir blieben noch einen Tag länger in der Ankerbucht liegen, dann mussten wir in eine Ankerbucht ca. 1 sm von Korfu-Stadt entfernt verholen, weil der Wind auf SE gedreht hat. Dort musste John in den Mast steigen, weil sich die Rollfock nicht mehr aufwickeln ließ. Das wäre bei Starkwind sehr gefährlich. Ein Draht hatte sich im Mast verfangen. Von einem Fischer, der uns darum bat, ein Stückchen weiter entfernt zu ankern, weil er hier sein Netz auswerfen wollte, bekamen wir fangfrischen Fisch.

Am 05.04.2014 haben wir dann nach Igoumentisa auf dem Festland übergesetzt. In Igoumenitsa konnten wir kostenlos am Kai festmachen. Um Diesel aufzufüllen, mussten wir mit unseren Kanistern (75 Liter mit einem Sackkarren) ca. 600 m zur Tankstelle laufen. Nach 2x laufen, hatten wir wieder genug Diesel gebunkert. Kurz darauf ging ein Gewittersturm mit Regen über uns nieder.Später gingen wir dann mit Regenjacke bekleidet los, um uns ein Pitagyros zu genehmigen. Wirklich lecker.

Am nächsten Morgen füllten wir dann noch unsere Obst- und Gemüsevorräte auf und machten dann die Leinen los. Nach ca. 3 h fiel der Anker in einer malerischen Bucht auf der Insel Paxos. Hier können wir auch zum ersten Mal den griechische Flair spüren. Im Dorf haben wir uns dann auch gleich eine Flasche original griechischen Ouzo gekauft. Das gehört einfach dazu.



John hoch oben im Mast


Glücklich, wieder lebendig heruntergekommen zu sein, mit zitternden Knien.


Die Ruhe nach dem Sturm. Chevaldy an der Kaimauer von Igoumenitsa



Wir auf Paxos



Chevaldy vor Anker

29.03.2014 bis 01.04.2014

Beim ersten Anzeichen einer Wetterverbesserung haben wir uns entschieden, die Leinen loszulassen, um nach Griechenland aufzubrechen. Am Anfang waren die Wellen noch relativ hoch, aber mit der Zeit wurde auch das besser. Wir sahen immer wieder Delfine, die sogar nachts im Schein der Navigationslichter neben dem Boot herschwammen. Mein schönstes Erlebnis war aber, eine Meeresschildkröte ca. 2 m vom Boot entfernt in die Gegenrichtung schwimmen zu sehen. Die Nacht war Sternenklar, aber sehr sehr kalt und feucht. Deshalb übernahm auch John die meiste Zeit der Nachtwache. Schiffen begegneten wir nur selten. Am 30.03.2014 liefen wir um ca. 19 Uhr in eine Bucht bei Erikousa ein. Dort wollten wir ankern. Unsere erste Begegnung mit Griechenland war leider nicht so schön, ein Sack hatte sich um den Propeller gewickelt. Trotzdem konnten wir auf 6 m ankern. Da es schon dunkel wurde, wollten wir das Problem am nächsten Morgen lösen. John musste dann mit Tauchflasche am nächsten Tag ins 17° kalte Wasser springen, um den Propeller zu befreien. Das hat fast 20 min gedauert. Als wir wieder frei waren, gingen wir Anker auf, um weiter nach Korfu zu segeln. Dort liegen wir jetzt in einer netten Bucht bei der Marina Gouvia. In der Marina hatten wir unsere erste heiße Dusche nach 2 Wochen. Unsere Wasservorräte haben wir auch gleich aufgefüllt. Sonst haben wir hier super Wetter. Man kann im T-Shirt und kurzer Hose herumlaufen. Wir wollen hier noch 1-2 Tage verbringen, um dann weiter Richtung Festland zu segeln.



 


Fr. 28.03.2014 Endlich bessert sich das Wetter.

Do. 27.03.2014 Heute sind wir bei strömendem Regen zum Einkaufen gegangen. Der nächste Supermarkt liegt einige km von unserer Mole entfernt. Nach ca. 4 km nahm uns ein freundlicher Kroate in seinem Truck mit und hat uns dann sogar zurück bis zu unserem Boot gefahren. Endlich wieder frisches Brot, Oliven und Peperoni und Salat . Jetzt wissen wir auch, warum die Polizei gleich an Ort und Stelle war. Normalerweise kommen um dies Jahreszeit nur Drogenschmuggler nach Lastovo….. 
 


Mi. 26.03.2014 Wir bleiben noch mindestens bis Sa. Hier an der Mole liegen. Heute Nacht gab es wieder Starkwindböen, die bis zu 60 kn ansteigen sollen. Morgen soll es sogar noch schlimmer werden. Ab Freitag soll es aber wieder besser werden. Dann gehen wir noch einmal einkaufen, um unsere Vorräte aufzufüllen, vor allem Obst und Gemüse.

Di. 25.03.2014 Da heute der beste Tag zum Übersetzten werden soll, sind wir um ca. 9 Uhr aufgebrochen und nach Lastovo gefahren. Da der Wind von vorne kam, mussten wir leider Motoren. Auf der Insel Lastovo haben wir dann an der Mole eines ehemaligen Marinestützpunktes festgemacht. Keine 10 min später war schon wieder die Polizei da, um unsere Papiere zu begutachten. Irgendwie scheint es denen langweilig zu sein.

Mo. 24.03.2014 Heute hat der Wind etwas nachgelassen und wir machen uns auf den Weg Richtung Sv. Klement. Laut Wetterbericht soll der Wind drehen und dann aus Nordwesten wehen. Deshalb entscheiden wir uns für eine Ankerbucht im Süden der Insel. Leider hatte der Wetterbericht Unrecht und die Winde aus Südost wurden immer stärker. Wir lichten den Anker, um in die noch nicht geöffnete Marina Palmizana zu verholen, als eine Windhose auf uns zurast. Unter Vollgas versuchen wir zwischen zwei Inseln durchzukommen, um der Windhose zu entkommen. Mit Wellen aus der einen Richtung und Strömung aus der Anderen, hatten wir das Gefühl, in der Mitte stehen zu bleiben. Aber wir haben es geschafft. In der Marina haben wir dann an der Pier angelegt, und den Abend bei Prosecco und Gin mit einem anderen Seglerpaar verbracht.

So. 23.03.2014 Wind und Wellen werden stärker. Wir entscheiden, noch eine Nacht zu bleiben, da Gewitterstürme mit Starkwindboen vorhergesagt wurden, was dann auch eintraf. John war die halbe Nacht wach, um immer wieder zu checken, ob der Anker auf Drift geht.  

Sa. 22.03.2014 Da der Wind drehen soll und stärker werden soll, beschließen wir, die Bucht bei Milna zu verlassen und Richtung Stari Grad (Hvar) aufzubrechen. Das bedeutet bei Gegenwind und ca. 2-3 m Wellen Gegenan zu knüppel. Aber wir schaffen es ohne Probleme und finden eine Ankerbucht, in der wir relativ geschützt liegen. Fr. 21.03.2014 Wir haben heute beschlossen los zu fahren. Zwar geht es Gegen an, aber zur Ankerbucht bei Milna ist es nicht so weit. Ca. 2,5 h. Die Überfahrt war ohne Probleme und wir ankern in einer schmalen Bucht kurz vor Milna, wo ein paar Ferienhäuser stehen.

Fr. 21.03.2014 Nach 3 Tagen in der Ankerbucht bei Trogir sind wir heute bis Zu einer Ankerbucht bei Milna (Insel Brac) motort, weil der Wind direkt von vorne kam. Bis jetzt hatten wir fantastisches Wetter, leider soll sich das in den nächsten Tagen änden, da der Jugo anfängt zu blasen (Südwestwind) und fast immer Regen mit sich bringt. Aber hier sind wir relativ geschützt. Proviant und Wasser haben wir auch genug :-) 24.03.2014 Mittlerweile haben wir es bis zu einer Bucht bei Sv. Klement geschafftZwei Nächte mussten wir in einer Bucht bei Stari Grad (Hvar) verbringen, da es in der Nacht Gewitterstürme mit starken Boen gab. Auch sonst ist das Wetter sehr instabil, deshalb segeln wir maximal 3 Stunden bis zur nächsten Bucht. Am 19. März hatten wir noch eine Begegnung der anderen Art. Drei Polizisten kamen in die Ankerbucht, um unsere Papiere zu überprüfen. Dafür haben sie fast 20 Minuten !!!!! gebraucht, war aber zum Glück alles in Ordnung. Wenn das Wetter morgen besser ist, segeln wir nach Korcula.

Di. 18.03.2014
Endlich ist es soweit, heute ist der Tag X. Mein Flug geht um 10:40 Uhr Richtung Split, wo mich John schon ungeduldig erwartet. Chevaldy liegt schon seit gestern wieder vor der Altstadt in Trogir vor Anker. Dort werden wir dann voraussichtlich noch ca. 1-2 Tage verweilen, um die restlichen Einkäufe zu erledigen. Sobald dann das Wetter mitmacht, geht es Richtung Süden. Ausklarieren in Dubrovnic und dann geht es nach Griechenland. Ihr werdet auf jeden Fall von uns hören...   :-)

Freitag, 28.02.2014
Heute wurde unsere Chevaldy kurz vor 12 Uhr eingekrant und darf bis Sonntag in der Marina liegen. Danach wird John in einer nahegelegenen Bucht ankern. Gestern haben wir endlich unsere kroatischen Zolldokumente erhalten, ohne die wir die Marina nicht verlassen dürften.
Da durch das Zollprocedere viel Zeit verloren ging, ist John etwas in Verzug geraten und versucht jetzt noch bis Sonntag einiges zu erledigen, was er nur in der Marina machen kann, wie z.B. einen Ölwechsel. Das Ankerlicht muss auch noch ausgewechselt werden. Es gibt also noch einiges zu tun.